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Die Wahrheit · 1927-05-06 · Heft 19 (6.5.1927) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 19 (6.5.1927)
Date
1927-05-06
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 mmmmtummmmmaammm^ Barmizwahfeier. Samstag, den 30. April, fand im Pazraanitentempel die Barmizwahfeier des Studenten Hugo Stern, Sohn des Herrn Willi Stern und seiner Gattin Bertha geb. Karpfen statt. Zur schönen Feier hatten sich die Verwandten und Freunde der Familien Stern und Karpfen eingefunden und waren sehr befriedigt über die Art, in welcher der Barmizwoh die Haftorah zum Vortrage brachte. Rabbiner Dr. S. Funk hielt an dem zum ersten Male vor der Thora Erschienenen eine herzliche Ansprache, in welcher er ihm die etilen Bestrebungen seiner Eltern als leuchtendes Vorbild vor Augen hielt und nahelegte, denselben mit allen Kräften nachzueifern. Nachmittags vereinigten sich in Rudolf freiwirths Cafe Arkaden die Familienmitglieder und die Freunde des Hauses Stern zu einer intimen Feier, bei welcher der junge Hugo seinen Eltern für die ihm entgegengebrachten Beweise der Liebe dankte und die Pflichten als Jude, welche er am heutigen Tage übernommen hat, treu zu erfüllen gelobte. Obmann Adolf Reich überbrachte sodann im Namen des Vereines „Nächstenliebe" dem langjährigen Vorstandsmitgliede Herrn Willi Stern, sowie dem Barmizwoh die aufrichtigsten Glückwünsche des Vereines. Als langjähriger Freund der Familie verdolmetschte Herr Karl Fuchs die Gefühle der zahlreichen Freunde der Familie Stern, während Herr Erich Hirschfeld die Bedeutung des Tages in selbstverfaßten Versen würdigte. Leichenbegängnis des Rabbiners Simon Goldstein in Neunkirchen. Dienstag, den 26. d. J. wurde in Neunkirchen ein Mann zu Grabe getragen, für dessen Beliebtheit am besten die Tatsache zeugt, daß an seinem Leichenbegängnisse beinahe die ganze Stadt ohne Unterschied der Konfession tief ergriffen teilgenommen hat. Im Alter von kaum 50 Jahren ist Rabbiner Goldstein, nachdem er noch am letzten Pessachtage seine Funktionen im Gotteshause in gewohnter Weise versehen hatte, plötzlich vom Tode ereilt und seiner Gemeinde für immer entrissen worden. Die Trauerfeier für diesen selbstlosen Seelenhirten und ausgezeichneten Jugendbildner fand in der Neunkirchner Synagoge, die bis auf das letzte Plätzchen gefüllt war, statt. Die Rabbiner der Gemeinde Mattersdorf und Wiener-Neustadt hielten ergreifende Trauerreden und nach Beendigung der Zeremonien im Gotteshause setzte sich der Trauerzug, dem sich Hunderte der Ortsbewohner angeschlossen hatten, nach dem Friedhofe in Bewegung. Außer den lokalen Behörden hatten auch die Gemeinden von Mattersdorf, Wiener-Neustadt und Baden Vertreter entsendet. Die Wiener israelitische Kultusgemeinde war durch Herrn Inspektor Oehler vertreten, der sowohl dem Gemeindevorstande als auch der Familie des Verblichenen namens des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde die innigste Teilnahme zum Ausdrucke brachte. Ebenso hat die Organisation der Angestelltenschaft der Wiener Kultusgemeinde durch Entsendung des Amtsleiters F e r s t e r dem Verblichenen, der viele Jahre hindurch Obmann des Verbandes der österreichischen Kultusangestellten war, die letzte Ehre erwiesen. Pessach in der „Einheit". Wie alljährlich, war die „Einheit" auch heuer in den Pessachtagen in vollster Tätigkeit Die Zahl der Gäste ist am Pessach immer größer als zu gewöhnlichen Zeiten. Viele, die es sonst mit den Speäsevorschriften nicht genau nehmen, suchen zu Pessach wegen koscheren Essens die „Einheit" auf, auch die Zahl jener, die auf Gratisessen angewiesen sind, ist am Pessach viel größer, weil auch jene verschämten Armen kommen, die sich zu gewöhnlichen Zeiten lieber mit dem kümmerlichsten Essen begnügen, ehe sie Hilfe in Anspruch nehmen. Weiters hat die „Einheit", wie in den vergangenen Jahren, auf Veranlassung des Wiener Kultusvorstandes täglich 140 Personen, für welche die Behörden Pessachessen verlangten, verköstigt. Während der ganzen Feiertage wurde Mittag- und Nachtmahl in< die Gerichte und an sonstige Stellen geschickt. Auch der Mensa academica ritualis, welcher die „Einheit" das Essen ständig liefert, wurde das Pessachessen zugeschickt. In den Lokalitäten der „Einheit" wurde sowohl in der allgemeinen Ausspeisung als auch in beiden Mittelstandssälen (Mezzanin) der Seder abgehalten. Es erfüllte sich das Wort der Schrift „Kol dichfin jesseh w'jeechaul". Insgesamt wurden 4000 Personen ausgespeist, darunter 260 Personen unentgeltlich. Das den Gästen gebotene Essen war anerkannt gut und die Preise waren sehr niedrig. Zum Seder erhielten die Gäste den Wein unentgeltlich. Die niedrigen Preise und die Gratisausspeisungen verursachten uns ein bedeutendes Defizit. Wir hoffen aber, daß die edlen Gönner uns auch weiterhin bei unserem den Armen gewidmeten Wirken helfen werden. iiHimuiiiiuiuiiuiuiuituiiDniiiiiiuHiuiiiuiimiiiiiiiuuiiiiiiHiiuuiiit die Wahrheit Mitteilung der Bethausverwaltung der IsraelischenKultusgemeindeWien. Bei Zusammenstellung der Gebetstunden für die Bethäuser der Kultusgemeinde ist folgender Irrtum richtigzustellen. Der Gottesdienst am Wochentag beginnt: Von Sonntag, den 15., bis Donnerstag, den 19. Mai, um 8 Uhr; von Sonntag, den 22., bis Donnerstag, den 26. Mai, um 8.10 Uhr. Personalnachricht. Samstag, den 9. d. M., feiert der städtische Oberlehrer, Herr Isidor Faltdtscheb, seinen 70. Geburtstag. Herrn Faltitschek, der sich in weitesten Kreisen allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung erfreut, stehen zahlreiche Ehrungen bevor. E. Kundmachung. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre der Niederösterreichischen Escompte-Gesellschaft werden hiermit zu der am 16. Mai 1927, um 4 Uhr nachmittags, im Gebäude der Gesellschaft, Wien, I., Am Hof Nr. 2, stattfindenden 74. ordentlichen Generalversammlung eingeladen, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen werden: 1. Rechenschaftsbericht und Bilanz für das Geschäftsjahr 1926. 2. Bericht des Revisionsausschusses. 3. Antrag des Verwaltungsrates auf Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahl von Mitgliedern des Verwaltungsrates. 5. Wahl von vier Mitgliedern des Revisionsausschusses (§ 52 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche als solche drei Monate vor dem Zusammentritte der Versammlung in den Aktienbüchern der Gesellschaft eingetragen waren und an der Generalversammlung teilzunehmen beabsichtigen, werden hiermit eingeladen, ihre Aktien vom 30. April 1927 angefangen bis längstens 7. Mai 1927, mittags 12 Uhr, bei der Liquidatur der Niederösterreichischen Escompte-Gesellschaft in Wien oder bei der Böhmischen Escompte-Bank und Credit-Anstalt in Prag und deren Filialen oder bei der Berliner Handels-Gesellschaft in Berlin oder bei der Lloyds Bank Ltd. in London oder bei der Hambros Bank Ltd. in London oder bei der Union Europ6enne Industrielle et Financiere in Paris oder bei der Banque de Bruxelles in Brüssel oder bei der Banque Liegeoise in Lüttich oder beim Comptoir d'Escompte de Geneve in Genf oder bei W. A. Harriman & Co., Inc, New York, zu erlegen. Die Aktien sind arithmetisch geordnet mittels einer einfachen Konsignation einzureichen; dem Einreicher wird hierüber eine Empfangsbestätigung erfolgt, gegen welche nach abgehaltener Generalversammlung die Aktien rückgestellt werden. Je zehn Aktien geben das Recht auf eine Stimme. Wünscht ein Aktionär sein Stimmrecht durch einen anderen stimmberechtigten Aktionär auszuüben, so hat er die betreffende, auf den Namen des gewählten Vertreters lautende Vollmacht auf der Rückseite der Legitimationskarte auszustellen. Wien, am 29. April 1927. Niederösterreichische Escompte-Gesellschaft. Wiener Bank-Verein. Die 57. ordentliche Generalversammlung des Wiener Bank-Verein findet am 19. Mai 1927 um 11 Uhr vormittags im Anstaltsgebäude statt. Gegenstände der Tagesordnung: Jahresbericht des Administrationsrates, Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß für das Jahr 1926, Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses, Beschlußfassung übe die Erhöhung des Aktienkapitales von S 40,000.000 auf S 55,000.000. Beschlußfassung über Statutenänderungen, statutenmäßige Wahlen. Je 5 Aktien ä Nominale S 20.— (15 alte Aktien ä Nominale K 3000.—) geben das Recht auf eine Stimme. Die Deponierung der Aktien hat bis spätestens 13. Mai 1927 zu erfolgen. E. Wiener Bank-Verein. Die 57. ordentliche Generalver- Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Soeben erschienen a g „Handwörterbuch für Polffih I and Wirtschaft «er Gegenwart" | Pill Horten, Porträts and Tabellen jj Von Regierungsrat J. Kreppel fH Lieferung I.: Aachen - Arabien Ij Das „Handwörterbuch" erscheint in 18 Lieferungen zu Ü je 64 Seiten Quart, bezw. in zwei Leinenbänden zu je gs 576 Quartseiten. — Subskriptionspreis für das Gesamtwerk 35 Mark. — Preis per Lieferung 3 Mark. m Verlag „Das Buch", Wien, I., Postamt 9, Postfach 22

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