Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 17 (22.4.1927)
- Date
- 1927-04-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 pifflM» DIE WAHRHEIT . •Q Kalender-, Sldra-. Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel. Nissan 5687 | April 1927 abds Nissan 20. 4. Tag Chale Maud 6 45 . 21. Seaewil tobet Pessaci 7 35 „ 22. Cfcaraai ,, ,, 7 35 ■atklr Neielinus „ 23. Isre cbag bis . 25. 7 30 äet>8tstuaden In den Gemeinde-Tempeln abds Freitag, 22. April. 4. Halbfeiertag 6 4^ 8amstai, 23. April, 7. Tag Pettacb 7 35 Sonata«, 24. April, 8. Tag Pessacb ■ (Maskir) 7 351 Meatag, 25. April bis Oonoerstag, ■ 28. April 7 30| An Wochentagen 7 00 früh I An Samstagen u. Festtageu 8 30 frfib fl Die demokratischen Juden aller Berufe verspüren aber auch den harten Druck des Wiener Steuersystems, den zu beseitigen oder wenigstens zu mildern sie sehnlichst bestrebt sind. Sie sehen, wohin die fiskalischen Tendenzen des Wiener Finanzreferenten letzten Endes führen und bekämpfen deshalb aus wirtschaftlichen Gründen die Sozialdemokraten. Die jüdischen Demokraten müssen aber auch Gegner ihrer national gesinnten Glaubensgenossen sein, die für die Juden Minderheitsgesetze und Minderheitsrechte fordern. Die jüdischen Demokraten sind im Gegensatze zu den Zionisten von der Anschauung der vollen Gleichberechtigung aller Bürger unserer Republik erfüllt, sie verwerfen aus Gründen der Demokratie unbedingt die sogenannten Minderheitsrechte und wollen lieber Trutzjuden als Schutzjuden sein. Die jüdischen Demokraten stehen auf dem Boden der Staatsgrundgesetz e. Sie sind Gegner des Klassenkampfes und arbeiten für die friedliche Verständigung aller Bewohner unserer Republik. Sie können daher nur jener Partei ihre Stimmen geben, die für geistige Freiheit, soziale Gerechtigkeit und menschliche Würde eintritt. Die Wahlwerber der „Demokratischen Liste'* haben sich verpflichtet, diese Grundsätze zu vertreten und diesen J^Lännern sollen die jüdischen Demokraten ihr Vertrauen schenken. LeopoldstädterTentpelvereln Aeschel Awrohom 11.» Pazmanltengasie 6t Tel, 47»8»63 G«betstunden 20. bis 26. Nissan — 22. bis 28. April Die Oebetstnnden wie an der Kalendertafel. Am 8. Pessacbtage Predigt Rabbiner Dr. S.Punk. Am 8. Pessachtage (22 Nissan, Sonntag, den 24. April) bei beiden Gottesdiensten Maskirandacht Bannlzwavorbe-eltuflgen für Unbemittelte unentgeltlich. ftbsewlor: „Die Wahrheit", Wien, Ii., Heinestrasse Nr. 13 'i-^niv.rsitäts- . ciolaotr-ilen I.^iv^Iit:^ Der Vorgang bei der Wahl. 1. Das Wahllokal ist aus einer im Wohnhaus jedes Wählers angeschlagenen Kundmachung des Magistrates ersichtlich. In demselben hat sich der Wähler, versehen mit dem Stimmzettel der Demokratischen Liste und einem Personaldokument (Qeburts- oder Trauschein, Heimatsschein. Staatsbürgerschafts-Erklärung. Anstellungsdekret, Paß oder amtliche Legitimation ieder Art) einzufinden. 2. Die Wahl findet Sonntag, den 24. April 1927. von 7 Uhr früh bis 5 Uhr abends statt, doch empfiehlt es sich, möglichst zeitlich wählen zu gehen, weil erfahrungsgemäß in den Mittagsstunden ein großer Andrang in den Wohllokalen herrscht. 3. Der Wähler tritt vor die Wahlbehörde hin, nennt seinen Namen, bezeichnet seine Wohnung und legt eine Urkunde oder eine der oben angeführten amtlichen Bescheinigungen vor, aus der seine Identität ersichtlich ist. Hat der Wähler sich entsprechend ausgewiesen, so erhält er von dem Wahlleiter das undurchsichtige leere Wahlkuvert. 4. Der Wähler begibt sich sodann in die Wahlzelle, faltet den Stimmzettel der Demokratischen Liste zusammen und legt ihn in das Wahlkuvert, das er sodann dem Vorsitzenden der Wahlbehörde übergibt. Irgendwelche Veränderungen am Stimmzettel der Demokratischen Liste dürfen nicht vorgenommen werden. Jede schriftliche Bemerkung auf dem Stimmzettel, wie Unterschrift usw., macht denselben ungültig. Die Wahl ist geheim. Es herrscht für jeden freisinnigen Wähler moralische Wahlpflicht. Jeder aufrechte Jude muß seine Stimme für die Demokratische Liste abgeben. _ tmmBmnmjmmmmmmammmamm^Bammaaammm^e^mmmammmmmm^mmm^mmmmmmmm Maskir-Andachten am Passahfeste. Zur Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetempeln zur „Haskarah" veranstaltet der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Passahfeste, Sonntag, den 24. April, um 6 Uhr früh, im Stadttempel. I., Seitenstettengasse 4, und im Leopoldstädter Tempel, II.. Tempelgasse 5, sowie um 9 Uhr vormittags im Olympiasaale, I., Rothgasse 5. anläßlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste._ tmm^tmmBBBnamfaaammmmamtmmmmtnammmmmmmmmfWmanmBaamaxBm^aamamm^aamwm Predigten in den israelitischen Gemeindetempeln. Samstag, den 23. April 1927 (7. Pessach-Tag), finden bei dem um %9 Uhr beginnenden Morgengottesdienste in nachbenannten Gemeindetempeln Predigten statt, und zwar: I. Seitenstettengasse 4 (Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes), XVL, Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. I. M. Bach). Sonntag, den 24. April 1927 (8. Pessach-Tag). finden bei dem um K>9 Uhr beginnenden Morgengottesdienste in nachbenannten Gemeindetempeln Predigten statt: IL, Tempelgasse 5 (Rabbiner Doktor M. Grunwa 1 d), XV.. Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht). XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Doktor D. Feuchtwang), XXI., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). lllllilfflllllilfflBHlSSSIiilSias: An unsere lesen H > Da die vorliegende WohlnDmuier der „Wahrheit bereits vor den Feiertagen redigiert wurde, werden die bemerkenswerten Ereignisse im jüdischen Leben erst in der nächsten, Freitag, den 29.April erscheinenden Nummer ausführlich zur Besprechung gelangen Eigu-tlcH a, HeiaiiSgetei und Verleger: Ludwig H irschfeld, H., Hsinestraße 13. — Veraalwoitlichar Schitftlelier: Oskar Hirsch leid, 11., Prater. Straße — Druck: Ignaz Spitz & Söhne, Wien 11, Robettgasse 2.