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Die Wahrheit · 1927-03-04 · Heft 10 (4.3.1927) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 10 (4.3.1927)
Date
1927-03-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 MEM^ DIE WAHRHEIT dann ein solches Jahrbuch zu einem Bedürfnis werden, das man mit jedem Jahresbeginn erwartet. Mögen auch diese Zeilen dazu beitragen, daß das Jahrbuch wieder erscheint und überall gern begrüßt und gern gelesen wird! Rabbiner Dr. A. P o s n e r, Kiel. Die Erste jüdische Buchgemeinde. (Der Heine-Bund, eine jüdische Buchgemeinde, Berlin W. 9, Linkstraße 39.) Soeben ist der Heine-Bund mit seiner ersten Veröffentlichung, dem Roman „Sabbatai Zewi" des russisch-jüdischen Dichters S. Poljakorf auf dem Büchermarkt erschienen und damit hat diese jüdische Buchgemeinde ihre Tätigkeit eingeleitet Neben David Reubeni und dem Jud Süß ist Sabbatai Zewi wohl die rätselhafteste Figur an der Grenze zwischen jüdischem Mittelalter und Neuzeit. Schon von mehr als einem Dichter gestaltet, hat sie in Poljakoffs Roman eine originelle Deutung gefunden. Um 1625 etwa in Smyrna geboren, hat Sabbatai Zewi sich früh der Kabbalah ergeben. Die Zeit war unruhig. Die heiligen Texte schienen die nahe Ankunft des Messias anzuzeigen. Wie in vielen Gemeinden, bildete sich auch in Smyrna ein Kabbalistenkreis, ein Kreis ungeduldiger Messiasforscher, zu dem der junge Sabbatai Zewi gehörte. Sabbatais Geistesgaben, seine Glaubensglut, seine Stimme, seine Gestalt, der ganze Zauber seiner Persönlichkeit ließen sehne Genossen Ungewöhnliches in ihm ahnen. Die Ahnungen wurden allmählich zum Glauben, zur Gewißheit: Sabbatai ist ausersehen, die Erlösung zu bringen. In einer kleinen Synagoge wird er eines Tages zum Messias aussei ufen. Die Gemeinde erkennt aber den Sohn des Eierhändlers nicht an. Die Behörde wird auf ihn aufmerksam. Sabbatai muß Smyima verlassen. Mit einigen Anhängern zieht er nun von Stadt zu Stadt, predigend und das Volk aufrufend, "Begeisterung ergreift die Juden in Ost und West, die sich zum Taumel steigert, als er an der Spitze eines mächtigen Gefolges und von seiner Gefährtin Sarah, der „sündigen Buhlerin". geleitet wieder in seiner Heimatstadt erscheint. Hier erreicht ihn die Aufforderung des Sultans Mahomet IV., nach Adrianopel zu kommen, um sein Wirken zu (rechtfertigen. Und Sabbatai folgt dem Befehl. Er wird sich mit dem „großen Drachen" messen. Und jetzt wird Sabbatais geheime Tragödie offenbar. Denn während Sarah KONKURS In der Isr. Kultusgemeinde Sombor (Jugoslawien), ist die Stelle eines erstklassigen Baal-Tefilah, Schochet, Ubodek, Vekoveh zu besetzen. Reflektanten müssen im Besitze verläßlicher Kaboles sein. Gehalt laut Vereinbarung. Reisespesen werden nur dem zur Probe Berufenen vergütet Die Stelle ist sofort zu besetzen. Sombor, 27. Februar 1927. Samuel TÖrök Andor Wämosdier Sekräter. Präsident. uitugiHHfliutiwiHiuHiiMnntHfiiititiiiuiimiiiiiHifmttun PHOTO-KUNSr-SfllON W EITZMANN. WIEN IL TABORSTRASSE 36 :: TEL. 46658 II. PRATERSTRASSE 9 :: TEL. 46766 2L, KeplerpUts 13 XDL, Hütteldoiferstr. 109 XXL, Sculoflhoferstr.20 WERKSTXTTE FÜR MODERNE PHOTO¬ GRAPHIE. MALEREI, VERGROS- SERUNGEN, KLISCHEES USW. AUCH AN SONN« UND FEIERTAGEN OEN GANZEN TAG GEÖFFNET ganz Glaube und Zielsicherheit ist, nagen .an Sabbatais Seele Zwiespalt und Zweifel. Grübelnd, schwankend, zwischen Inbricht die auf eine breite epische Basis gestellte Erzählung dramatisch ab, ein großes Kulturgemälde, das -die Judenheit in einem Augenblick höchster Spannung zeigt, zur Zeit der letzten großen Messiasbewegung. Julius Epstein: „Das Nichts" (Preis geb. Mk. 3.50). Stephan Zweig, der das Manuskript dieser Novelle vor Drucklegung las, urteilte darüber: „Ich finde die Erzählung außerordentlich im Menschlichen, in der Ehrlichkeit, Geradlinigkeit des Stils, in der Abseitigkeit von allem Konventionellen. Es ist das Buch einer unbedingten Jugend, die wissend ist ohne durch dieses Wissen in den Impulsen gehemmt zu sein. Es ist aufrichtig bis zur Leidenschaft und darum außerordentlich wichtig. Es wird gerade den jungen Leuten sehr viel bedeuten." Die hier besprochenen Bücher sind durch die Buchhandlung Otto Hugo Weinberg, II., Taborstraße 17 (Hirschenhaus) zu beziehen. FLEISCH HAUEREI^ WIEN lX.f BERGGASSE NR. 19 FILIALE ■ XVI21., VUÄHRIN GEB STRASSE NR. 97 Telephon Nr. 17-3-99 und 16-9-34 Lieferant für Hellanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., BBPggasse IS und XV11I., RähriiigerströGß S7 unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Isr. Kullusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen wird viermal hintereinander kostenlos zur Probe an die Adressen geschickt, die uns Freunde des Blattes aufgeben. Mit 1inte ausfüllen Aussdineiden and auf einer Postkarte an den Verlag der Wahrheit (Wien II., Heinestraße 13) senden! Nr. Name Adresse 1 2 3 4 5 6 7 (Ort und Datum) (Name und Adresse)

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