Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 9 (25.2.1927)
- Date
- 1927-02-25
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 i!il!!!l!!!!!tliill!!ilii!H^^ DIE WAHRHEIT gung gegen einen solchen jungen Mann hervorhoben und mit aller Entschiedenheit betonten, daß es sich hier nur um einen Irrtum handeln könne, war Frau Gelber und ihre nächste Umgebung, trotzdem das Täschchen schon gefunden war, durch nichts zu beruhigen, ja sie trieben die Angelegenheit so auf die Spitze, daß die Polizei zum Einschreiten veranlaßt wurde. War es nötig, die Beschuldigung weiter aufrecht zu erhalten, und einem jungen Mann, dem ganz Fünfhaus und Rudolfsheim nur das allerbeste Zeugnis ausstellen konnte, in Verzweiflung zu treiben? Ernst Metzger hatte so viel Ehrgefühl, ein so reines und empfindsames Gemüt, daß ihm schon die bloße Beschuldigung des Diebstahls zu dem furchtbaren Entschlüsse drängen mußte, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Bezeichnend ist auch die Tatsache, daß Vorstandsmitglieder des genannten Vereines, wiewohl sie von ailen Seiten bestürmt wurden, der bedauerlichen Angelegenheit durch ein klares und entschiedenes Auftreten ein Ende zu bereiten, sich dennoch nicht veranlaßt fühlten, auch nur einen Finger für den jungen Mann zu rühren. Trotzdem die Sache äußerst dringend war und bei dem Seelenzustand, in welchem sich der junge Metzger befand, das Aergste befürchtet werden mußte, schoben die Herren die Angelegenheit auf die lange Bank und sagten bloß zu, sie würden bei der nächsten Vorstandssitzung dieselbe zur Sprache bringen. Ja man will sogar wissen, daß sich einige Herren des Vorstandes abfällig über Ernst Metzger geäußert haben. Ihre Pflicht als Menschen und Juden wäre es jedoch gewesen, sofort und mit allen Kräften allen verleumderischen Ausstreuungen entgegenzutreten. Wie man hört, hätten sogar einige Herren die Unverschämtheit besessen, Ernst Metzger auch noch nach seinem Tode zu verleumden und zu beschimpfen. Markus W e i ß, Wien XV. Hauptlehrer Maximilian Weißmandl gestorben. Am 20. Februar 1927 starb im Alter von 57 Jahren nach langem, schweren Leiden der Hauptlehrer am Wiener israelitischen Taubstummeninstitut i. R., Herr Maximilian Weißmandl, und wurde am 23. d. M. bestattet. Mit ihm verloren die taubstummen Zöglinge einen gütigen Freund. Weißmandl war einer der besten Taubstummenlehrer und sein Wirken war durch Hingabe, Takt und Verständnis für das Wesen des Taubstummen ausgezeichnet. Der Tod seines einzigen Sohnes war der härteste Schlag, der den biederen Mann treffen konnte. Er hat diesen Verlust nie überwunden. Dann kamen die traurigen Ereignisse im Taubstummeninstitut. So hat er Die Wahrh wird viermal hintereinander kostenlos zur Probe an die Adressen geschickt, die uns Freunde des Blattes aufgeben. Mit Tinte ausfüllen Aassdtntidtn und auf einer Postkarte an den Verlag der Wahrheit (Wien IL, Heinestraße 13) senden! Nr.j Name Adresse 1 j 2i 3 j i «1 5! 6 7| (Ort und Datum) (Name und Adresse) ausgerungen. Sein Andenken wird aber bei seinen Mitarbeitern und Vorgesetzten stets erhalten sein. Weißmandl war am 13. Juli 1870 in Kanitz in Mähren geboren und war seit 3. September 1890 Lehrer an unserem Institut. Am 1. September 1924 trat er in den dauernden Ruhestand. Dir. Dr. Sal. Krenberge r. Die älteste Frau von Wien — gestorben. Freitag, den 18. d. M., starb in der Versorgungsanstalt der israelitischen Kultusgemeinde in der Seegasse Frau Deborah Löwenthal im Alter von 104 Jahren. Die Verstorbene, welche laut Aufnahmsdokumenten im Jahre 1823 in Z 1 o z o w in Galizien geboren war und seit 214 Jahren in genannter Anstalt lebte, war bis vor einem halben Jahre geistig und körperlich frisch, was nicht zuletzt auf die vorzügliche Pflege zurückzuführen ist, welche unsere alten Leute in der trefflich geleiteten Anstalt genießen. Es war noch vor kurzem eine Herzensfreunde, Frau Löwenthal, der man ihr Alter nicht ansah, wohlgepflegt und äußerst nett in der Anstalt herumgehen zu sehen. Sie war stets liebenswürdig, immer gut aufgelegt und nahm an allen Geschehnissen regsten Anteil. Erst in der letzten Zeit verfiel sie körperlich und geistig. Das Leichenbegängnis der Verstorbenen fand Montag, den 21. d. M. auf dem neuen Friedhofe statt. I PHOTO-KUNST-SALON W EITZMANN. WIEN II. TABORSTRASSE 36 :: TEL. 46658!!. PRATERSTRASSE 9 :: TEL. 46766 X., Keplerplatz 13 Xm., Hütteldoiferstr. 109 XXI., Schloßhoferstr. 20 WERKSTKTTE FÜR MODERNE PHOTO¬ GRAPHIE, MALEREI, V ER GROS¬ SERUNGEN, KLISCHEES U SW. AUCH AN SONN* UND FEIERTAGEN ZEH TAG GEÖFFNET Man achte auf die gas. seseh. Marke ,Hygien. Königslicht' und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon 83-1-87