Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 1 (1.1.1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 DIE WAHRHEIT Orn st ein. Terner waren anwesend der Bethausvorstand mit dem Obmann Sigmund Weiler an der Spitze, die Vorstandsmitglieder des Vereines „Chewra Kadischa1', dessen Präses der Brautvater ist, unter Führung des Vizepräses Ottomar Katz, der Obmann der Bezirkskommission Herr Leopold Sitz mann, sowie Vertreter der humanitären Vereine des Bezirkes. Die Trauung vollzog Herr Rabbiner Dr. I. M. Bach, der an das Brautpaar eine sehr herzliche Ansprache hielt und besonders auf die hohe Wertschätzung hinwies, die sowohl den Brauteltern, als auch dem Bräutigam von weiten Kreisen gezollt wird. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Kogan mit Chor- und Harmoniumbegleitung in vorzüglicher Weise. Todesfälle. Am 18. Dezember 1926 fand auf dem Zentralfriedhof unter großer Beteiligung das Begräbnis des Herrn Sigmund Löwy statt. Herr Löwy war durch viele Jahre Besitzer des Hotel Europe in der Praterstraße, die letzten Jahre Direktor des Hotel Bristol. In beiden Stellungen erfreute er sich infolge seiner Tüchtigkeit großen Ansehens und viele Jahre wirkte er als Vorstandsmitglied des Gremiums der Hotelbesitzer, dessen Obmann ihm an der Bahre einen warmen Nachruf hielt. Der Verstorbene war ein guter, edler Mensch, dem alle Hilfsbedürftigen sich mit Vertrauen zuwenden konnten und der jeden, der sich an ihn wandte, immer hilfsbereit mit Rat und Tat zur Seite stand. Diese seine Herzenseigenschaften wurden von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald in einer warmen Grabrede besonders gewürdigt. Oberkantor Kaufmann versah die kantoralen Funktionen in ergreifender Weise. Eine Abordnung des Verbandes jüdischer Gastwirte und Hoteliers unter Führung des Obmannes Oskar T o n e 11 o trug den Sarg an die letzte Ruhestätte. — Freitag, den 24. Dezember 1926 wurde Herr Leopold Weinwurm zu Grabe getragen, der am 22. Dezember nach fast 49jähriger glücklicher Ehe im 79. Jahre seines dem Wohle seiner Familie gewidmeten Lebens nach schwerem Leiden aus dem Leben geschieden war. An seiner Bahre trauern gramgebeugt seine Gattin Berta Weinwurra, geborene Siegel (Gründerin und Vizepräsidentin des Vereines zu Unterstützung und Bekleidung armer alter Frauen), die Söhne Rudolf, Ludwig, Otto. Alfred, die Schwiegertöchter Irma, Grete, Nelly, seine Schwester Antonia Schild sowie sämtliche Enkelkinder. Neffen und Nichten. Die große Beteiligung an dem Begräbnisse zeigte, daß der \ erstorbene, welcher der Begründer der Vereinigung jüdischer Fleischhauer, langjähriges Mitglied der Bezirkskommission II der israelitischen Kultusgemeinde und Delegierter der Chewra Kadischa war, sich durch seinen lauteren Charakter und sein vornehmes Wesen zahlreiche Freunde erworben hatte. An der. Bahre betonte Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald die hohen Verdienste des Heimgegangenen für die Allgemeinheit und hob sodann das vorbildliche Familienleben des Verblichenen hervor. In Vertretung der Chewra Kadischa widmete Herr Josef Dohan, für den Verein „Montefiore" Kultusvorsteher Bezirksrat Edmund Hof mann und für den Verband der Fleischhauer Herr Gottlieb Hermann dem Dahingeschiedenen herzliche Worte des Abschiedes. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Heinrich Fischer mit großer Assistenz. Michaeierbad. Wir lenken die Aufmerksamkeit auf das Inserat dieses mit allem modernen Komfort ausgestatteten erstklassigen Bades, woselbst unsere Leser Badekarten zu ermäßigten Preisen beziehen können. Die vorgeschrittene Saison veranlaßt die bestbekannte Werkstätte für feine Pelzkonfektion O. I. Pipersberg, II., Praterstraße 9—11, ihr Lager zu konkurrenzlosen Preisen abzusetzen. Da bekanntlich die Firma Pipersberg stets nur Qualitätsware auf den Markt brachte, bietet sich hier eine nicht wiederkehrende Gelegenheit für das Publikum, seinen Bedarf an Pelzwaren günstig einzudecken. Geschäitsübernahme. 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