Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 52 (27.12.1929)
- Date
- 1929-12-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 JMffiHUiHiitfflfiflTOfflliBillliii DIE WAHRHEIT 'kund und Literatur Vortrag. In seinem leitzten, im Rahmen der vom Maimonide-Institut abgehaltenen Vorträge, besprach Herr Rabbiner Dr. K a m i n k a die ältesten Bibelübersetzungen. O n k e 1 o s, A q u i 1 a. ein bekehrter Heide, soll ein Neffe des Kaisers Hadriangewesen sei«. Nach einer hübschen Erzählung erhielt er vor Antritt seiner Reise in den Orient den wohlgemeinten Rat, daselbst billig Waren einzukaufen, von welchen er voraussetzen könne, daß sie später einen viel höheren Wert haben werden: als er als Proselyt des Judentums zurückgekehrt war, gab er den darob Erstaunten die Antwort, er habe eben den Rat getreulich damit befolgt, daß er diesen wertvollen Glauben angenommen habe. Es gibt noch 7 Targumin. Redner kritisiert die Legenden, die um die Entstehung der „SeptuagtHita" gewotben wnunden, die Ablehnung, welche sie von Seiten der damaligen Frommen erfahren, die Fehler, welche sie enthält, zu deren Aufdeckung ein spezielles, schwieriges Studium nötig ist. dem er selbst sich gewidmet. Noch andere drei griechische Uebersetzungen verdanken Proselyten ihre Abfassung. Med.-Rat Dr. H. Haase. Festschrift für P. W. Schmidt, herausgegeben von W. Koppers. Wien 1928 (St. Gabriel. Mödling bei Wien). Dieser mächtige Band gibt mit seinen 76 Abhandlungen schon äußerlich einen Begriff von dem gewaltigen Lebenswerk, auf das der nunmehr 60jährige Gefeierte mit Genugtuung zurückblicken darf. Für die Leser dieser Zeitschrift von Belang ist vor allem der Aufsatz ..Leichennagelung in Altspanien" von Professor Obermaier (Madrid), der die bei prähistorischen Leichen längst bekannte Nagelung auch als Sitte der spanischen Juden nachweisen zu können glaubt. Dem ausgezeichneten Gelehrten gegenüber könnte ich persönlich das Bedenken geltend machen, daß das Judentum jede Verstümmelung des Leichnams streng verbietet. Es scheint dort, wo unzweifelhaft jüdische Skelette vorliegen, von Judenfeinden diese Leichenschändung vollzogen worden zu sein. Man erinnert sich der Schändungen jüdischer Friedhöfe in Spanien und wie das Grab des Rabbiners Ascher ben Jechiel in Toledo von den Seinen unter Weinen und Wagen dem Erdboden gleichgemacht wurde, um es vor Schändung zu bewahren. Das von O. zitierte Volkswort „clavado come judio" (vernagelt wie ein Jude) braucht flmtbcke Q^ixlcuidKumu^ detlmielituih& Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 27. Dezember 1929 werden bei dem ausnahmsweise um 4 Uhr beginnenden Abendgottesdienste in naebbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar- II., Tcmpelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. G r u n w a 1 d); V.. Siebenbrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. M. G Mehrer); VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. M. Bauer); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Ur. A. Z. Schwarz); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. T a g 1 i c h t); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). Samstag, den 28. Dezember 1929 findet beim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) im Tempel XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang) ein exegetischer Vortrag statt. Feierliche Chanukka-Gottesdienste in Verbindung mit Festpredigt finden statt: Samstag, den 28. Dezem- , i?2?rum 5 Uhr »achmittags im Gemeindetempel XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. reuchtwang); Sonntag, den 29. Dezember 1929 um 4 Uhr nachmittags im Gemeindetempel XXI., riolzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenm an n). nicht für einen jüdischen Brauch zu sprechen. — Sehr ins Auge fällt S. 460, eine Darstellung des Pflügens aus einem angelsächsischen Manuskript, in der der Bauer einen Hut trägt, den wir als „Judenhut" kennen, ebenso S. 298 aus Nord- Westafrika das in jüdischen Schriften geläufige magische Quadrat mit der Zahl 15 (u. a. auch auf Dürers „Melancholie"), das Sprichwort (S. 296) „5 Araber können einen algerischen Juden, 5 Juden einen M'zabiten hintergehen", das Erscheinen des Neumondes zur Bestimmung der Feste (S. 287), die koreanische Erzählung aus dem Kreis „Die dankbaren Tiere" (S. 224), die Unterscheidung von Person und Nichtperson in hamitischen Sprachen, woraus später die von männlich und weiblich geworden (S. 49), wie im Hebräischen, der Jude im tunesischen Schattentheater (S. 70), ganz besonders Christians Beitrag „Sprach- und Kulturpsychologisches", der über die Religion der Primitiven wertvolle Aufschlüsse erteilt G. R. Michels, Sittlichkeit in Ziffern? (Dunsker und Humblot, Leipzig, 1928. 7.50 Mark.) Dieses dankenswerte Buch erinnert an die Vorführungen, in denen seinerzeit Homes und Fey Okkultismus, Telepathie usw. angeblich öffentlich widerlegen wollten. In Wirklichkeit brachten sie selbst so gelungene okkultistische Experimente, daß sie eher als Propagandisten denn als Opponenten wirkten. So will Michels die Unmöglichkeit, Sittlichkeit in Ziffern zu erfassen, dartun. Es gelingt ihm auch. Auf dem Wege zu diesem Ziele bringt er aber so eindrucksvolle Mahnungen der Statistik, daß man schon dieser Einzelheiten wegen sein Buch warm empfehlen darf, zumal es spannend geschrieben ist und, wie zu erwarten, an verschiedenen Stellen sich auch mit jüdischen Beziehungen befaßt. G. Henssea. Neue Sagen aus Berg und Mark. Elberfeld 1927, A. Martini und Qrüttefien. Mk. 3.80. Das Heftchen enthält außer brauchbarem folkioristischen. Stoff manches speziell für jüdische Leser Belangreiche, so S. 86 den Hinweis auf die Bedeutung, die auch im deutschen Volksglauben das Buch Jezirah spielt, ferner was dort vom 6. und 7. Buch Moses, S. 70, vom „Judt" gesaigt wird. Wie bestimmte Persönlichkeiten in kurzem Gegenstand der Sage werden können, zeigt besonders deutlich das Beispiel des Pater Clementinus, S. 97 ff. naaicnisdics KönißslicM Seit vielen Jahren das anerkannt beste W^TIDW Man achte auf die ges. gesch. Marke „Hyglen. Könlgsllcht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braun hlrschengasse S Telephon R 33-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Ii y gieni s c <h * s Königslicht" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitlicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt. Si