Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1929-12-13 · Heft 50 (13.12.1929) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 50 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3062972-3064197-3064245--17682-3087805
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

DIE WAHRHEIT Seite 13 //mtlicke T^Aauikirimgm, TSmWsS^ZuWhc^ Trauerkundgebung für Rabbiner Prof. Dr. A L. Mandel s. A. Konhursaus§chr«ilian^. Im Spitale der israelitischen Kultusgemeinde Wien XVIII., Währinger Gürtel 97, gelangt an der urologischen Abteilung die Stelle eines Abteilungsassistenten, ferner an der I. medizinischen Abteilung und an der chirurgischen und gynäkologischen Abteilung sowie am Röntgeninstitute je eine Sekundararztensstelle zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: Die österreichische Staatsbürgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der österreichischen Republik, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch ein amtsärztliches Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle ist nebst dem in der Besoldungsordnung für die Abteilungsärzte des Spitales der israelitischen Kultusgemeinde fixierten Barbezuges die Benützung einer möblierten Naturalwohnung samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die letztere werden die Eigenkosten von den Monatsbezügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimatschein, Diplom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentume, Zeugnisse über die bisherige fachliche Verwendung) belegte Gesuche sind an den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 4, bis längstens 15. Jänner 1930, mittags, zu überreichen. Wien, am 2. Dezember 1929. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. * * * Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 14. Dezember 1929 findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. * * * * Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. Freitag, den 13. Dezember 1929 werden bei dem um 4 Uhr 10 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks-Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: JJ., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); V., Siebenbrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. M. G, Mehrer); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). Samstag, den 14. Dezember 1929 findet beim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) im Tempel XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang) ein exegetischer Vortrag statt. Sonntag, den 8. Dezember, fand um 6 Uhr abends im Tempel, X., Humboldtgasse 27, ein vom Israelitischen Tempel- und Schulverein für den 10. Gemeindebezirk veranstalteter Trauergottesdienst nach dem verstorbenen Rabbiner Prof. Dr. A. L. M a n d e 1 s. A. statt. Zu der Trauerfeier hatten sich die Familienmitglieder des Dahingeschiedenen, eine große Anzahl offizieller Persönlichkeiten, der Gesamtvorstand des Tempelvereines mit Obmann Max B e r g e r an der Spitze, sowie zahlreiche Verehrer und Schüler des Verstorbenen eingefunden. Man sah unter anderen: In Vertretung der Wiener israelitischen Kultusgenieinde Vizepräsidenten Dr. J. Ornstein, vom Rabbinerverband die Herren Dr. A b e 1 e s, Dr. B a u e r, Dr. M e h r e r, Doktor Kaminka, Dr. Kupfer, Dr. Schwarz; Hotrat Doktor Frankfurter, Prof. Dr. S. Krausz; in Vertretung des Oesterreichischen Kantorenverbandes die Herren Fischer, Frankel, Funke, Katz, Mar gulies, Müller, Post olov, Schidlo unter Führung des Präsidenten I. Löwit: Delegationen sämtlicher Wiener Tempelvereine mit Verbandspräsidenten Börserat I. Glück an der Spitze, zahlreiche Abordnungen humanitärer und Frauenvereine. Nachdem Oberkantor S. Weiß, begleitet von dem Tempelchor, den „Psalm 49" sowie den Trauerpsalm „Schiwissi" ergreifend zum Vortrage gebracht, betrat unter tiefer Stille Rabbiner Dr. I. Taglicht die Kanzel, um dem Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf zu halten, der auf die Anwesenden einen mächtigen Eindruck machte. Er schilderte das Elternhaus und den Lebenslauf des Dahingeschiedenen, sein Familienleben und gedachte des hingebungsvollen, aufopferungsvollen Wirkens dieses ausgezeichneten Menschen, das nebst dem Wohle seiner engeren Gemeinde der Jugend und der Judenschaft überhaupt gewidmet war. Mannigfache Pflichten hatte der Verstorbene auf sich genommen und alle hat er treulich erfüllt, denn er war ein Verkünder der Wahrheit. Sodann sprach Rabbiner Dr. I. Tag Ii cht das „Menuchoh-Neschaumoh" und das „Kadischgebet". Ein von Oberkantor S. Weiß rezitiertes „El Molerachamim" bildete den Abschluß der imposanten Trauerkundgebung. Auf viele an uns gerichteten Anfragen betreffs des Tages der beabsichtigten Feier anläßlich des 70. Geburtstages des Herrn Schulrates Prof. Doktor P o 11 a k teilen wir mit, daß derselbe rechtzeitig verlautbart und bekanntgegeben werden wird. Generalversammlung der ..Union demokratischer Juden Polnisch-Schlesiens" in Bielitz. Im stark gefüllten großen Saale der israelitischen Kultusgemeinde in Bielitz fand letztens die zweite Generalversammlung der liberal-demokratischen „Union" in Bielitz statt. Die Versammlung erhielt diesmal durch die bevorstehenden Gemeinderatswahlen und das gerade an jenem Tage in zwölfter Stunde abgeschlossene Kompromiß der einzelnen jüdischen Parteien eine besondere Note. Der I. Vorsitzende. Herr Heinrich Braun, eröffnete die Versammlung und gab eine aufschlußreiche Uebersicht über den Hergang der Gründung dieser Vereinigung und ihre Leistungen im ersten Jahre. Die „Union" ist bekanntlich ursprünglich, so führte der Redner aus, aus der Abwehrbewegung gegen die immer höher ansteigende Weile des jüdischen Nationalismus und politischen Zionismus hervorgegangen und hatte die schwere Aufgabe zu erfüllen, diese Flut, die alle traditionellen Errungenschaften der Bielitzer Gemeinde hinwegzuschwemmen drohte, wirksam aufzuhalten. Als erstes sichtbares Zeichen für die Lebensstärke der liberal-demokratischen Judenschaft stellte sich der überwältigende Sieg bei den letzten Kultusgemeindewahlen ein. Nun galt es später, aus der rein negativen Abwehrstellung zur positiven Arbeit überzugehen, für die jetzt ein umfassendes, schon in allernächster Zeit zu verwirklichendes Programm bereits vorliegt. Die „Union" hat, wie der Erste Vorsitzende ausführte, im ersten Jahre nicht weniger als 61 Vereinsversammlungen und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.