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Die Wahrheit · 1929-11-01 · Heft 44 (1.11.1929) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 44 (1.11.1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 nwuiiMuinumiwniniiiuumin^ J.Müller und Chor vorgetragen wurden, bewegte sich der Zug durch den Mittelgang des Tempels der geöffneten Bundeslade zu, in die nun auch die neue Thorarolle, die Sifre Thora, eingestellt wurde. Nach üer schönen Simchath-Thorafeier, an der sich auch die Schuljugend beteiligte, hat Obmann Oskar Schramek Herrn Leopold Weinstein nochmals den Dank des Tempelvereines abgestattet. Die Feier übte auf das überaus zahlreiche Publikum einen ergreifenden Eindruck aus. Predigten in den israelitischen Gemeindetempeln. Freitag, den 1. November 1929 wird im Gemeindetempel, XVI., Huber- K.HSse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach), bei dem um 4 Uhr 45 Minuten beginnenden Abendgottesdienste eine Predigt abgehalten. Samstag, den 2. November 1929 findet beim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) im Gemeindetempel, XVIII.. Schopenhauersrraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtw a n ff) ein exegetischer Vortrag statt. Maimonides-Institut Wintersemester 1929/1930. Das Rektorat der Universität hat für die Vorlesungen des beginnenden Studienjahres den Hörsaal 37 der philosophischen Fakultät zur Verfügung gestellt. Herr Dr. Kaminka wird seine Vorträge ieden Mittwoch, Vul abends, halten, beginnend am 6. November („Einführung in den Talmud". „Geschichte der Bibelexegese" und „Ethik des Judentums"). Im Institut, Darwingasse 21, werden die Vorträge der Dozenten, beginnend am 28. Oktober, wie folgt stattfinden: Dr. Kaminka, Montag von 6 bis 8 Uhr (Sprüche Salomos und Saadia Gaon, Emunoth we-Deoth). Donnerstag, von 6 bis 7 und Samstag von 3 bis 4 Uhr (Pentateuch-Erklärung). Dr. N. Goldstein, Donnerstag von 7 bis 8 Uhr (Traktat Sanhedrin). Rabbiner M. Morowitz, Dienst2g von 6 bis 8 Uhr (Midrasch und Maimonides Jad Chasaka). Barmizwahfeier. Samstag, den 19. Oktober, am ersten Sukkotb-Tage, fand die Barmizwahfeier des Studenten Fritz Schönmann, Sohn des Ehepaares Philipp und Gisela Schönmann (M e i d 1 i n g), in der Storchenschul „Emunas Aves" statt. Zu der schönen Feier hatten sich Delegierte verschiedener humanitärer Vereinigungen, die Verwandten und Freunde der Familie Schön mann, sowie viele Vertreter der jüdischen Kaufmannschaft von Meidling eingefunden. Der kleine Fritz trug die Paraschah wie den Pronhetenabschnirt mit viel Verständnis vor. Seiner Ehrwürden Herr Rabbiner Weiss hielt eine warmempfundene Ansprache an den Barmizwanten, sprach von der allgemeinen Wertschätzung seiner Eltern und seiner verstorbenen Großeltern und ermahnte den Jungen, stets für den Glauben seiner Väter einzutreten und das feierliche Gelöbnis, das er heute vor der ganzen Gemeinde abgelegt, stets zu befolgen, sowie die alten Traditionen, wie er sie in seinem Vaterhause gesehen, hochzuhalten. Herr Philipp Schönmann und seine vielen Freunde benützten die Gelegenheit größere Beträge für die Erhaltung des Bethauses, sowie für verschiedene Wohlfahrtsinstitutionen zu widmen. Am zweiten Sukkoth-Tage (Sonntag) nachmittags vereinigten sich die Freunde der Familie Schönmann im C?fe ..Schwenderhof" zu einer gemütlichen Jause, bei welchem Anl?sse Herr Rabbiner Weiss eine mit großem Beifall aufgenommene Rede hielt. Der junge Schönmann hielt eine innige Ansprache an seine Eltern und Verwandten, in welcher er ersteren für alles, was sie bisher für ihn getan, dankte und das feierliche Versprechen gab, der guten Lehren stets eingedenk zu bleiben, die er im Elternhause empfangen. Todesfall. Am 22. Oktober d. J. ist in Krakau Frau Ethel C h a j e s, die Witwe des in weiten Ge- )ehrtenkrei?en bekannten Brodyer Oberrabbiners, Isaac C h a j e s, im Alter von 85 Jahren verschieden. Das Gelehrtenhaus C h a j e s, welches am Ende des vorigen Jahrhunderts ein Zentrum jüdischer Wissenschaft für nah und fern bildete, fand in der Verstorbenen eine fürsorgliche Vorsteherin und liebevolle Mutter. Aus ihrem edlen Hause ist auch ihr Neffe, der Wiener Oberrabbiner Chajes s. A. hervorgegangen, wo er die Grundlagen talmudiseher Bildung, gepaart mit jüdischer Tugend, schöpfte. Die WerhäJlbcimmtenfäi^Vk fflnhthtit! innmiBraRüiuinnniJiiuiiminiiinjuiiuinininuHiiHUNniniiiniiin! die WAHRHEIT Verblichene ist die Mutter des Archivars der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, Saul Chajes. Richtigstellung. In der in der vorigen Nummer gebrachten Notiz über die Bethausvorsteherbestellung für den XVIII. und XIX. Bezirk soll richtig der Name des zweiten von der Kultusgemeinde neu bestellten Bethausvorstehers Jacques K a t z heißen, der der bekannte Besitzer des Cafe Kolosseum ist! Der Mädchen- und Frauen-Verein „Krankenbesuch" Bikur-Chaulini (I., Seitenstettengasse 4) veranstaltet Sonntag, den 3. November, nachm. präzise 4 Uhr, im Festsaale des Hotel Continental seine erste Wohltätigkeits-Jause in dieser Saison. Conference Herr Hugo Wiener und erstklassige Kunstkräfte. — In Anbetracht der großen Anforderungen der schweren Zeit bittet die Vereinsleitung um zahlreiche Beteiligung. Der Israelitische Frauen-Wohltätigkeitsverein für den 16. und 17. Bezirk in Wien (Sitz XVI., Hubergasse 8), dessen Tätigkeit auf karitativem Gebiete eine umfassende ist. feiert heuer das Jubiläum seines 30jährigen Bestandes. Zu Stärkung seines Fonds veranstaltet der Verein Samstag, den 2. November 1929, 8 Uhr abends, in den Sälen des Restaurant „Volksgarten" eine Jubiläums-Akademie mit Vorträgen erstklassiger Kunstkräfte und anschließendem Tanz. Der Vorstand bittet um zahlreichen Besuch. Kammersänger Jadlowker, Oberkantor in Berlin? Kammersänger Hermann Jadlowker, der lange Jahre hindurch eine der größten Zierden der Berliner Oper war, hatte, wie wir seinerzeit meldeten, die Absicht, sich ganz von der Bühne zurückzuziehen und seine Gesangskunst fürderhin nur noch in den Dienst religiöser Andacht und Erbauung zu stellen- Es hieß damals, daß Jadlowker mit der großen Synagoge in Riga einen Vertrag abgeschlossen habe, die ihn verpflichtet, als O b e rkantor der dortigen Gemeinde zu wirken. Anscheinend hat Kammersänger Jadlowker sein Vorhaben wieder aufgegeben. Der Grund hierfür dürfte nach dem „Berliner Tageblatt" darin zu suchen sein, daß sich die Berliner jüdische Gemeinde den berühmten Sänger als Oberkantor zu sichern gedenkt. Zwar haben offizielle Verhandlungen zwischen der Gemeinde und Herrn Jadlowker noch nicht stattgefunden, wohl aber eine inoffizielle und unverbindliche Fühlungnahme. Freudige Feiertage in Subotica. Schriftsteller Michael Brody teilt uns mit, daß der neugewählte Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde Subotica (Jugoslawien). Herr Ferdinand Jura, den Gottesdienst an den hohen Feiertagen in solch feierlicher Weise versah, daß ihm zahlreiche Gratulationen zuteil wurden. Besonders ergreifend sang der neue Oberkantor „Kol Nidre" am Vorabend des Jomkippurfestes und seine schöne Rpritonstimme drang tief in die Herzen der andächtigen Zuhörer. Die ältesten Gemeindemitelieder erinnern sich nichts jemals in Subotica einen solch künstlerischen Vortrag gehört und selch angenehme Feiertage verbracht zu haben. Kantor Kriegsmann. An den vergangenen hohen Feiertagen wurde dem zahlreichen Publikum, das dem Festgottesdienste im Hotel Münchnerhof beiwohnte, durch die ausgezeichneten, zu Gemüte gehenden Vorträge des Kantors S. Kriegsmann innigste Andacht vermittelt. Herr K r i e g s m a n n, ein Schüler des Professors Wolf, bewies, daß in ihm bedeutendes Talent und großes Können vereinigt sind, die durch meisterhafte Ausbildung der Vollendung entsegen^eführt werden. Israel. Privatlehrer ist infolge Notlage gezwungen, um 80 g pro Stunde Unterricht zu erteilen. R. Rosen, Wien II., Gr. Schiffgasse 4 bei Frankl, II. Stiege, I. Stock T. 20.

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