Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 39 (27.9.1929)
- Date
- 1929-09-27
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT shaihiHnniifflimunrnnrnmi mniRniRiHmiifn(H«ui utth Seite 13 Wahrhäkis, vemlaga Der antisemitische Hintergrund der Bomben-Verschwörung. Die Verhaftung der Urheber der zahlreichen politischen Sprengstoffattentate in Deutschland, u. a. des Bombenattentats gegen das Haus des Rechtsanwalts und Notars Dr. S t r a u s in Lüneburg, Vorsitzenden der dortigen Ortsgruppe des Centrai- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, hat u. a. ergeben, daß die Bombenverschwörung auch einen starken antisemitischen Hintergrund hat. Die Verhafteten, zu denen auch die wegen Mitschuld au der Ermordung Walter Rathenaus seinerzeit verurteilten von Salomoti und Tcchow gehörten, sind fast alle Mitglieder der Organisation „Corisul", aus deren Kreisen der Rathenau-Mord seinerzeit organisiert wurde. Der schleswig-holsteinsche Bauernführer Hamkens und. der Diplomlandwirt Muthmann wurde verhaftet, kurz nachdem sie an einer antisemitischen Versammlung in Neumarkt bei Breslau teilgenommen hatten. In dieser Versammlung bezeichnete es Dr. Goebbels als das Zie« des Nationalsozialismus: Enteignung der Juden. Hamkens selbst erklärte, die Reichsmark sei eine jüdische Angelegenheit, auch Justiz und Polizei seien von den Juden beherrscht. Endgültige Unterrichtsbefreiung in Sachsen am Sabbat. Das sächsische Unterrichtsministerium übersandte dem Leipziger Rabbiner Dr. Carlebach die folgende endgültige Verfügung, die es auf dessen Vorstellung hin erlassen hat. Die Verordnung lautet: „Die früheren Gesetze über den Schulbesuch an staatlich nicht anerkannten Feiertagen werden hinsichtlich der Israeliten unter Anpassung an die Regelung in anderen deutschen Ländern aufgehoben." Nach den nun geltenden Bestimmungen werden die jüdischen Kinder auf Autrag vom Schulbesuch an Sonnabenden und Feiertagen gänzlich befreit. Ebenso sind sie, auf Wunsch, vom Schreiben, Zeichnen und Handarbeiten zu dispensieren. Der Minister ersuchte Dr. Carlebach in seinem Begleitschreiben, den Wortlaut der Verfügung dem Schomre-Schabbos-Verband, welcher in Gemeinschaft mit Dr. Carlebach petitionierte, mitzuteilen. Mit dieser Regelung hat ein vieljähriger Streit zwischen den sächsischen jüdischen Gemeinden und der sächsischen Regierung seine Beilegung gefunden, Gemäß einer Verordnung des emstigen sächsischen Ministerpräsidenten Fleißner wurden jüdische Eltern in Sachsen, die ihre Kinder an Sabbat- und jüdischen Feiertagen nicht in die Schule schicktm, bestraft. Ein nationalsozialistischer Abgeordneter beschimpft Ludwig Holländer. Der Direktor des Centrai-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Dr. Ludwig Holländer, war von dem 1 andtagsabgeordneten Groh, Braunschweig, der als verantwortlicher Redakteur des in Hannover erscheinenden „Niedersächsichen Beobachters" zeichnete, beschimpft worden. Der Angeklagte Gtoh wurde in einem von Dr. Holländer gegen ihn angestrengten Bcleidigungsprozeß vor dem Amtsgericht Hannover wegen öffentlicher Beleidigung zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Die palästinensische Untersuchungskommission. Der Staatssekretär für die Kolonien hat die folgenden Mitglieder des britischen Parlaments für die Kommission ernannt, die sich unter der Führung von Sir Walter Shaw nach Palästina zur Untersuchung der dortigen Ereignisse begibt: Sir Henry B. Bett er ton, R. Hopkin, Morris Henry Stiel 1; Sekretär der Kommission wird Herr Lloyd vom Kolonialamt sein. Aufgaben der Kommission sind, die Ursachen, die unmittelbar zu dem jüngsten Aufruhr in \ Palästina den Anstoß gaben, zu untersuchen, Vorschläge zu machen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um eine Wiederholung ähnlicher Unruhen zu vermeiden. Der Zeitpunkt der Abreise der Kommission steht noch nicht definitiv fest, doch hofit man, daß sie sich Ende September oder Anfang Oktober an ihren Bestimmungsort begeben wird. Ein Jude ungarischer Senatspräsident. Dr. Tibor Low wurde zum Senatspräsidenten an der Bndapester Königlichen Tafel (Oberstes Gericht) ernannt Die Familie Dr. Tibor Löws führt ihren Ursprung auf den „Hohen Rabbi Low" in Prag zurück. Der neue Senatspräsident ist ein gläubiger Jude und spielt im Landeskomitee der Pester Kultusgemeinde eine führende Rolle. ftmSbJke utdauweum^^ cktlnxiditkAatk^ ZI 5981/1929 Verzeichnis jener Kosclierfleischbänke, welche unter Aufsicht des elirw. Rabbinates der israelitischen Kultus- Gemeinde Wien stehen. Gültig ab 1. September 1929 bis auf weiteres. 1. Bezirk, Schwarzbrod Josef, Seiienstetteng. 3. 2. Fellner Julius, Haidgasse 7. 2. „ Gerstl Ignatz, Malzgasse 5. 2. „ Gerstler Leib, Schiffamtsgasse 14. 2. „ Hirschler Josef, Wolfgang Schmälzig. 4. 2. „ Kronland Michael, Herminengasse 12. 2. „ Kuzrock Osias, Große Sperlgasse 28. 2. „ Lustig Nathan, Leopoldsgasse 49. 2. „ Lubczer Kaiman, Rueppgasse 27. 2. „ Rüber Markus, Schiffamtsgasse 19. 2. ,. Schönfeld Israel, Krummbaumgasse 1. 2. Schönfeld Hirsch, Große Sperlgasse 31. 2. „ Täuber Michael, Haidgasse 3. 2. „ Walfisch Moses, Förstergasse 5. 2. Wlach Viktor, Im Werd 3. 2. „ Winter Moritz, Heinestraße 9. 3. „ Hacker Paula, Dianagasse 8. 9. „ Kornmehl Sigmund, Berggasse 15. 10. „ Spuller Emil, Planetengassc 3. 14. „ Loheit Froim, Rauchfangkehrerg. 22. 15. „ Margules Josef Leib, Oesterleingasse 4. 16. „ Melzer Simon, Friedmanngasse 29. 16. „ Piontkewitz Wolf, Hofferplatz 10. is. „ Kornmeh! Siegmund, Währingerstr. 97. 20. „ Eichner Heinrich, Rauscherstraße 3. 20. Hirschl Eugen, Treustraße 1. 20. „ Hornung Leopold, Jägerstraße 26. 20. „ Kurzrock Osias, Mortaraplatz 4. 20. „ Lederer Josef, Jägerstraße 24 (Heinzelmanngasse 16). 20. ,. Lempert Moriz, Klosterncuburgerstr. 1. 20. „ Petyan Wilhelm, Klosterneuburgerstraße 10. 20. „ Rottenstreich Hermann, Hannoverg. 12. Unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Rabbiner Dr. M. Rosenmann: 21. Bezirk, Kauler Aron, Schloßhoferstraße 6. Wien, im September 1929. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. 1fBrW?fffräfimWR^^ AlBFuBM Sie nicnt> sofort ^re Neujahrs- W SL^fltw^&SSL^^3^C9flL^iw Gratulation an uns aufzugeben