Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 25 (21.6.1929)
- Date
- 1929-06-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 DIE WAHRHEIT 15 Juden im neuen britischen Parlament. Im neugewählten englischen Parlament werden fünfzehn Juden sitzen: Von der 3liberalen Partei Sir Herbert Samuel, James de Rothschild und Major fi L. Nathan, die neuge wählt wurden, sowie, die früheren liberalen Unterhausmitglieder Major Hore-Belisha und Perey H. Harris. Ferner alle bfcberigeii Jüdischen Konservativen, und zwar Sir Philip Sassoon, M. A. Samuel. Major Isidore SaJmon, Major J. Brunnel-Gohen, Sir Walter de Frece und Samuel Samuel mit Ausnahme, von Samuel Finburgh, der nicht wieder kandidiert hat. Zu den beiden bisherigen jüdischen Mitgliedern der Fraktion deo Arbeiterpartei, Emanuel Shinwiell und Colonel Harry Day, kam jetzt ein drittes jüdisches Mitgifed hfazu: Dr. G. E. Sper. Schließlich wurde noch ein jüdischer Rechtsanwalt aus Edinburg, MichaeJ Marcus, gewählt. Aus der jüdischen Gelehrtenwelt. In der Jahresversammlung der österreichischen Akademie der Wissenschaften wurde der berühmte jüdische Archäologe Professor Dr. Emanuel L ö w y, ehemaliger Professor der Archäologie an der Universität in Rom, zum wirklichen Mitglied der Akademie ernannt. Der Lieben-Preis für Physik wurde Professor Karl Przibram zuerkannt Enthüllung einer Gedenktafel im Döblinger Tempel. Mittwoch, den 12. Juni, fand im Gotteshause des XIX. Bezirkes die Enthüllung einer Gedenktafel für Frau Berta Königfest statt. Die Verewigte, eine edle und hochgesinnte Dame, war die Frau des Herrn Rubin Königfest, des Vorstehers des Israel. Tempelvereines und der Chewra Kadischa für den XIX. Bezirk. Zur Feier hatten sich die Familienangehörigen, alle Mitglieder des Vorstandes des Tempelvereines und der Chewra Kadischa eingefunden. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Frankfurter sprach über die Bedeutung der Gedenktafel an sich und namentlich über deren Errichtung im Gotteshause und schloß die eindrucksvolle Rede mit den Worten: „Dieser Stein sei ein sichtbares Zeugnis für die Pietät, für die religiöse Gesinnung und für die Opferfreudigkeit der in der Döblinger Gemeinde so geachteten Familie K ö n i g f e s t. Herr Rabbiner Dr. Frankfurter weihte die Tafel, indem er an ihr das Seelenlicht entzündete und das Gebet für das Seelenheil für die Verewigte verrichtete. Herr Oberkantor BohomHny schloß mit dem Vortrage des Schiwisi sehr stimmungsvoll die Feier. Herr Vorsteher Bela F r ä n k e 1 nahm hierauf die Gedenktafel, .ein herrliches Kunstwerk, entworfen vom Erbauer des Tempels, Herrn Architekten Wohlmut, mit innigen Dankesworten an die Familie Königfest für ihre Widmung, im die Obhut der' Gemeinde. Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden. Die vor kurzem neugewählte Leitung des Verbandes der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden in Wien, die sich aus angesehenen Kaufleuten und Gewerbetreibenden zusammensetzt, bietet die Gewähr dafür, daß das Programm, welches auf eine Vertretung der Interessen der selbständig erwerbenden Juden abzielt, einer gedeihlichen Lösung zugeführt wird. Die Aktion zur Gewinnung neuer Mitglieder hat ber friedigende Resultate gezeitigt. Die Vertretung der Interessen der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden wird durch den Verband würdig erfolgen. Die; Ausgestaltung der Verbindungen mit dem Auslande, wodurch den Mitgliedern Vorteile erwachsen können, nimmt eine erfreuliche Entwicklung. Mit Sachlichkeit wird die schwierige Frage der Kredithilfe einer gründlichen Behandlung unterzogen. Verschiedenartige Begünstigungen werden den Verbandsmitgliedern zuteil. Dank dem mit der Lebensversicherungsgesellschaft ..Phönix" geschlossenen Vertrage erhalten die Verbandsmitgliedier bei Abschluß von Versicherungen weitgehende Begünstigungen. Beitrittsanmeldungen sind an den Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden, Wien VI., Mariahilferstraße Nr. 113, zu richten. Einen Hochgenuß und eine dauernde Freude bereiten die künstlerischen Aufnahmen der Märsche und Tänze des Gewerbefestzuges 1929, vor allem der „Jubiläumsfestmarsch4\ von Gössing, dann der Glockenchoral von Bruno Granichstaedten, hervorragend ein Walzer von Julius Bittner sowie drei andere Stücke, die während des Festzuges aufgeführt wurden. Jeder glückliche Besitzer einer Sprechmaschine kann sich diese Schallplatten im Musikhaus E x c e I s i o n, I., Adlergasse 5, besorgen. Wie leicht man aber zu einer guten Sprechmaschine kommt, sagt das Inserat auf Seite 7. Das Sanitätshaus Fischer. Wien IL, Taborstraße 24 a, erklärt sich bereit, an unbemittelte Patienten Bandagen, besonders gewissenhaft gearbeitet, zum Gestehungspreise zu liefern. Jlmliiche Tidcudtcumigen, d&lftaidiUüi^K Wien L. D. Königsbergsche Stiftung — Lele Bondi-Heim, Wien, II., Böcklinstraße 59. Kundmadiung. Im oben bezeichneten Heime gelangen drei Freiplätze zur Besetzung. Aufnahme finden jüdische Mädchen aus Mittelstandskreisen im Alter von 10 bis 14 Jahren; bevorzugt werden musikalisch begabte Kinder. Außerdem gelangen einige Plätze gegen Bezahlung des Selbstkostenpreises (derzeit S 150.—) zur Besetzung. Gesuche, belegt mit Geburtsschein, Impfschein, Gesundheitszeugnis und auch mit den Nachweisen über gute Unterrichtserfolge (Schulzeugnisse) sind bis 30. Juni 1929 in der Amtsdirektion der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, zu überreichen. Wien, 16. Juni 1929. ItfÜlenlMties HÖBll>Sll(ll( Seit vielen Jahren das anerkannt beste s Ulli M^TTDOT Man achte auf die ges. gesch. Marke »Hygien. Königslicht1 und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braun- ■ hirschengasse 3 ■ Telephon P 33-1-87 ■