Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 24 (14.6.1929)
- Date
- 1929-06-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 DIE WAHRHEIT taaltvolle Ansprache. Nach vollendetem Gottesdienst versammelten sich die Teilnehmer im Zeremonfensaal, wo Vizepräsident Dir. Jakob O r n s t e i n das Ehepaar namens der KuJtusgemeinde auf das herzlichste beglückwünschte und Obmann Oskar Schramiek die Glückwünsche des Tempelvereines verdolmetschte. Freitag, den 7. Juni, waren In der Wohnung des Jubelpaares Funktionäre der Gemeinde Wien und der Kultusgemeind© erschienen und überbrachten Gratulationsadressen sowie Ehrengeschenke des Bürgermeisters und des KuKusvorstandes. Vermählung. Sonntag, den 16. Juni 1929, findet die Trauung des Fräuleins Trude Bloch, Tochter des Herrn Dr. Sigmund Bloch* XX., Gaußplatz 11, und der Frau Berta Bloch, geb. Klein aus Linz, mit Herrn Ernst Rosenstein, XVI., Hasnerstraße 98, statt. Talmudthoraschule im XVIII. Bezirke. Die heurige ScWüßprüfung und Zeugnisverteilung fand am Mittwoch, den 5. Juni, ih feierlicher Weise statt. Diese Schule war im abgelaufenen Jahre von 80 Kindern, Knaben und Mädchen, besucht, die in vier Kursen eingeteilt waren. Als Vertreter der Kultusgemeinde wohnte, wie alljährlich, Herr Inspektor Wiesner der Feier bei. der auch selbst einige Fragen an die Kinder stellte. Zum Schlüsse nahm er das Wort, um sowohl der Vereiiislieitung als auch den beiden Lehrern A n t s c h e :r 1 und Gollerstepper für ihre aufopfernde Tätigkeit zu danken insbesondere aber galt sein Dank dem Leiter dieser Schule. Rabbiner Dr. David Feuchtwang. Herr Inspektor WJesner hob den Umtand hervor, daß die Währinger Talmudfhoraschuie nicht nur die größte ahrer Art in Wien sei, sondern auch die einzige, die sich aus eigenen Mitteln, ohne iede Subventionierung seitens der Kufltu»gemeinde, erhält. Daß des ermöglicht war. beweist die hervorragende Wirksamkeit des Veren'nsvorstandes, dem er namens des Präsidiums der Kultusgemetinde den herzlichsten Dank aussprach. Der Obmann des Vereines zur Erhaltung einer Talmudthoraschule im XVIII. Bezirke. Herr Medizinalrat Dr. Ignaz Winter, dankte dem Vorredner für seine anerkennenden Worte- und versprach auch künftighin im Interesse dieser eminent wichtigen Sache tätig zu sein. Nunmehr' richtete der Ehrenpräsident des Vereines. Rabbiner Doktor Feuchtwang einige herzliche Worte an die Anwesenden. Den Kindern dankte er für den braven Schulbesuch, der gerade im letzten Winter große Anfofderungen an ihre Energie stellte, den Eltern sprach er den Dank dafür aus. daß säe ihre Kinder in Jüdischem Geiste erziehen: den beiden Lehrern rief er ein herzliches Schekauach für ihre liebevolle Arbeit zu und den Vorständen dieses Viereines dankte er schüre Blich von ganzem Herzen, daß sie die Mittel aufbringen, zu diesem segensreichen Zwecke'. — Nachdem alle anwesenden Kinder seitens des Vorstandes mit einem schönen Andenken beschenkt wuTden, schloß die überaus schöne Feier. Verein „Oestereichisches Seehospiz-'. Das Kuratorium des „Oesterreichischen Seehospiz in Grado" (Präsidentin Sofie Grünfeld) hat im Juni seine erste Kolonie vorschulpflichtiger Kinder in das ihm gehörige Heim in das Seebad Grado (Italien) entsendet. Der Verein ..Oesterreichisches Seehospiz" hat füir seine Kolonien für zarte, erholungsbedürftige, doch organisch gesunde Kinder eine Anzahl von Freiplätzen und Halbfreiplätzen geschaffen, die ausnahmslos auch schon, für die Monate Juli und) August zur Besetzung gelangten, da die Not des Kleinmittelstandes von Tag zu Tag wächst. Doch sind für die August-Serie noch eine Anzahl von Zahlplätzen frei (S 6.— pro Tag für Wohnung, Verpflegung, Bad, pädagogische und ärztliche Beaufsichtigung), die mit israelitischen Knaben oder Mädchen im Alter von 7 bis 12 Jahren besetzt werden. Anmeldungen an das Büro des ,.Ocsterreichischen Seehospitz", IX.. Türkenstraße 17, Telephon A 11.163. Ein jüdisches synagogales Konzert der Radio-Station Beosrad. Wie wir erfahren, veranstaltet die Radio-Station Beograd am 19. d. M., um 9 Uhr abends, ein Konzert jüdischer synagogaler Gesänge» Zu diesem Zwecke hat die Leitung der Radio-Station den Oberkantor der Aschkenazischen Gemeinde in Beograd Arnold G r u s s m a n n mit seinem Chor engagiert. Für genanntes Konzert herrscht bereits in Beograd großes Interesse, da Oberkantor H. Grussmann als einer der besten Interpreten des jüdischen Synagogalgesanges gilt. Zum Vortrage gelangen Sabbatgesänge, vorwiegend von Sulzer und Lewandowski mit Chor und OrgeÜbegleitung vom ersten Dirigenten des Beograder Natibnaltheaters Bresowschek. Dem Konzert werden Einleitungsworte über jüdische Synagogal» nrasifc vom Musikprofessor Herrn Rikard Schwarz vorangehen. Das Sanitätshaus Fischer, Wien IL, Taborstraße 24 a, erklärt sich bereit, an unbemittelte Patienten Bandagen, besonders gewissenhaft gearbeitet, zum Gestehungsprelse w liefern. Einen Hochgenuß und eine dauernde Freude bereiten die künstlerischen Aufnahmen der Märsche und Tänze des Gewieirbefestzuges 1929. vor allem der „JubiHäumsfestmarsch", von Gossling, -dann der Glockenchoral von Bruno Granichstaedten, hervorragend ein Walzer von Julius Bittner sowie drei andere Stücke, die während des Festzuges aufgeführt wurden. Jeder glückliche Besitzer einer Sprechmaschine kann sich diese Schallplatten im Musikhaus Excelsior, I., Adlergasse 5, besorgen. Wie leicht man aber zu einer guten Sprechmaschine kommt, sagt das Inserat auf Seite1 7. Linzer Brief. Am 2. Juni 1. J. fanden die Neuwahlen in den Kultusvorstand statt, die sang- und klanglos verliefen, da ein Kompromiß auf Grund der bestehenden Mandatsverhältnisse zustande kam. Vorher wurde eine Wählerversamtnlluiig abgehalten, die schlecht besucht war (wahrscheinlich des schönen Sonntags wegens), die aber auch bewies, welch' geringes Interesse bei der Mehrzahl der Wählern für den Kultus obwaltet. Gewählt wurden nachfolgende Herren: Albrecht Leo, Postamtsdirektor i. R.; Bloch Eduard, Dr.. Medizina-Lrat; Bruder Emil, Kaufmann; Glaser Huigo, Kaufmann; Kafka Rudolif, Fabrikant; Klein Theodor, Kaufmann; Lehrer Friedrich, Kaufmann; Morgenstern Gustav, Dr., Rechtsanwalt; Pick Adolf. Kaufmann; Pisinger Fritz, Kaufmann: Piskaty Erwin, Kaufmann; Sand Emanuel, Kaufmann; Schiller CamSllo, Kaufmann; Schubert Simon, Prokurist i. R.: Schwager Benedikt. Fabrikant; Smetana Heinrich, Kaufmann in Gmunden; Spira Siegmund, Geschäftsleiter; Späte Alexander. Kaufmann; Taussig Viktor, Fabrikant; Unger Ernst, Kaufmann. In der Generalversammlung des „Jüdischen Frauenvereines" am 29. April 1. J.. wurde die bisherige Präsidentin Frau Ida Tandler wiedergewählt, Frau LeontSne Klauber zur Stellvertreterin und in den Ausschuß die Damen: Franzi Breth, Hilde Bruder, Marie Gans. Th. Glaser, Martha May, Clara Kafka, Rosa Klein, Minna Sand, Josefine Spitz. Giuliette Weinstein. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, der verstorbenen Präsidentin des Vereines Frau Marie Heller 'einen würdigen Grabstein zu setzen. Großes Interesse erregte das Schauturnen des „Jüdischen Turn- und Sportvereines in Linz", das anläßlich des zehnjährigen Vereinsbestandes am 30. Mai 1. J. im hiesigen Redoutensaale stattfand und bei dem der Vereinsobmann Herr Oberbaurat Ing. Isidor Pollak besonders geehrt wurde. Es würde zu weit führen, die Leistungen eines jeden Einzelnen anzuführen, besonderen Beifall ernteten die von der Mädchenriege vorgeführten Tänze. Jedenfalls leistet der Linzer jüdische Turnverein Hervorragendes und gehört viel Freude, Opfermut und Sportbegeisterung dazu, denselben' auf entsprechender Höhe zu halten. Zum Schlüsse müssen wir der Linzer „Chewra-Kadischa" gedenken, deren Generalversammlung unter Vorsitz des verdienstvollen Obmannes Herrn Adolf Pick am 2. Juni 1. J. stattfand, zu der der emsige Kassier Herr Siegmund Sprrä infolge Erkrankung nicht erscheinen konnte. Wir würden es sehr begrüßen, wenn der Antrag des Herrn Emil Bruder, der nächsten Generalversammlung Entwürfe und Kostenvoranschläge zum Neubau einer Friiedhofshalle vorzulegen, endlich auch in absehbarer Zeit zum Baue derselben führen wHirde, herrscht doch bef Beerdigungen in der jetzigen Zeremonienhällle,, die den modernen Anforderungen' nicht mehr entspricht, zuweilen ein beängstigendes Gedränge.