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Die Wahrheit · 1929-03-22 · Heft 12 (22.3.1929) · page 18

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 12 (22.3.1929)
Date
1929-03-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 lIIIIIilillllllM DIE WAHRHEIT Döblinger Tempelverein. Am 3. März d. J. fand unter dem Vorsitze des Herrn Kommerzialrates Philipp K o h n die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. Der Vorsitzende begrüßte die erschienenen Mitglieder und Gäste, insbesondere Herrn Börserat Ignatz Glück, der als Vertreter der Kultusgemeinde und der Wiener Tempelvereine erschienen war, die Herren Rabbiner Dr. Feuchtwang und Dr. Frankfurter, die Damen des Frauenvereines und die Herren der „Chewra Kadischa". Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes hielt Herr Kommerzialrat Philipp Kohn den im abgelaufenen Jahre verstorbenen Mitgliedern einen warmempfundenen Nachruf. Dem Vorstande wurde das Absolutorium einstimmig erteilt und für die ersprießliche Tätigkeit der Dank der Generalversammlung ausgesprochen. Bei den hierauf stattgefundenen Wahlen wurden die im Sinne der Statuten ausscheidenden Herren Moritz Gal, Dr. Emil Neu spiel, Gustav Oesterreich er, Sigmund Parnes, Ludwig Pekarek und Jakob Weigl wiedergewählt und die Herren Isidor Blatt, David Kleiner, Rubin Königsfest, Hans K o t ä n y i und Dr. Viktor Ncubru n n neugewähli. In der am 14. März d. J. stattgefundenen konstituierenden Sitzung wurde Herr Kommerzialrat Philipp Kohn als Obmann, Herr Gustav Oesterreicher und Herr B61a F r ä n k e 1 als Obmannstellvertreter, Herr Michael Tauber als Tempelvorsteher, Herr Leo Löwy als dessen Stellvertreter, Herr Wilhelm Löwy als Kasseverwalter, Herr Moritz Gal als dessen Stellvertreter, Herr Ludwig Tausky als Hausverwalter, Herr Dr. Emil N e u s p i e 1 als Schriftführer und " Herr Dr. Viktor Neubrunn als dessen Stellvertreter gewählt. Ida Berliner. Eine ganz besondere Auszeichnung ist Frau Ida Berliner, der Schriftführerin des Verbandes weibliche Fürsorge und Ehrenmitglied und Schriftführerin des Vereins zur Ausspeisung für den 12. bis 15. Bezirk, zu ihrem 25jährigen Jubiläum in diesem segensreichen Vereine verliehen worden. Sie wurde vom Bundespräsidenten zum Bundesstaat- Ii c h e n Fürsorgerat ernannt, ein Titel, der bis nun sehr wenigen Frauen verliehen worden ist. Die Ausgezeichnete hat sich die größten Verdienste um die gesamte jüdische Bevölkerung der westlichen Bezirke erworben, so daß ihre Auszeichnung in weiten Kreisen freudigen Widerhall erweckt. 25jähriges Dienstjubiläum. Der Amtsleiter der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien im 21. Bezirke, Holzmeistergasse 12, Herr Jonas.Eibenschütz, begeht in diesem Monate sein 25jähriges Dienstjubiläum. Im Jahre 1904 wurde er aus Ungarn vom Vorstande der Kultusgemeinde Floridsdorf als Kantor und Religionslehrer berufen, in welcher Eigenschaft er bis auf den heutigen Tag in treuer Pflichterfüllung und ausgezeichneter Korrektheit wirkt. Infolge seiner bewährten Vielseitigkeit wurde ihm auch nach dem Tode des seligen Amtsleiters Ignaz Low die Leitung der Gemeindekanzlei Floridsdorf übertragen. Wie wir erfahren, werden dem Jubilar anläßlich seines 25jährigen Dienstjubiläums mannigfache Ehrungen zuteil. Das zweite diesjährige Konzert des Wiener jüdischen Gesangvereines unter der Leitung des Chormeisters A. D z i m i t r o w s k y, findet Samstag, den 23. März d. J., im Festsaale des Industrienauses, Wien I., Schwarzenbergplatz 4, statt. Mitwirkende: Die Vereinsmitglieder Gisa Blüh (Sopran), Grete Körner (Mezzosopran), Simon Weiß (Tenor), Ing. Fritz Kohn (Baß), Isidor Glück (Bariton), Rudolf Beck (Klavier). Ferner: Hans L e w i t u s (Klarinette), Else Stein und Israel Brandmann (Violine), Dr. Georg Stein (Bratsche) und Joachim Stutschewsky (Cello). Zur Aufführung gelangen: Mendelssohn-Psalm 115, Millner-Psalm XIIL, Mussorgsky- „Josua" (Erstaufführdng in Wien), Chöre von Engel und „Esquises Hebräique" für Klarinette und Streichquartett, von Alex. Krein. Restliche Karten von S 1.50 bis S 3.— an der Abendkassa. Purim-Fest-Gottesdienst Unter Leitung des Oberkantors Max S c h i d 1 o findet im Simmeringer Tempelverein Sonntag, den 24. März, um 6 Uhr abends (XL, Braunhubergasse 7), ein Purim-Fest-Gottesdienst unter gefälliger Mitwirkung des Oberkantors des Stadttempels Heinrich Fischer sowie des Oberkantors Jechiel Rosenberg und des Chores des Brigittenauer Tempelvereines unter Leitung des Dirigenten David Reisen mann statt. Restliche Karten an der Abendkassa ab 5 Uhr. Der israelitische Frauen-Wohltätigkeitsverein im 18. Bezirk, Schopenhauerstraße 39, veranstaltet zugunsten notleidender Familien am 26. d. M. im großen Saale „zum Auge Gottes". IX., Nußdorferstraße 73, einen Vergnügungsabend (Purimfest) mit Tanz, unter Mitwirkung prominenter Kunstkräfte und einer erstklassigen Jazzkapelle. Mit Rücksicht auf die gegenwärtig herrschende furchtbare Not, welche an den Verein die größten Anforderungen stellt, bittet derselbe um recht zahlreichen Zuspruch. Eintrittskarten sind bei allen Vorstandsdamen (Tel. A 29-209) zu S 2.— an der Kasse zu S 3.— erhältlich. Neues jüdisches Theater (Praterstraße 60). Wochenspielplan: Ab Freitag bis Sonntag-: „Die gezwungene Chaseue": Montag und Dienstag: „Die Purim Sude"; Mittwoch: „Mojsche wie krichste?"; Donnerstag: „Anständige Menschen". Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe veranstaltet Montag, den 25. d. M., V*9 Uhr abends, im Festsaale des HotelPost, I., Fleischmarkt 24 (Eingang!., Drachengasse 3) einen P u r i m- Abend, der dank den Bemühungen des Vorstandes sehr gelungen zu werden verspricht. Restliche Karten sind im Lokale der Jugendgruppe (II., Floßgasse 1, Tel. R. 45-7-i7) und an der Abendkassa erhältlich. Einzelexemplare der „Wahrheit" sind in der Großtrafik Lloydhof, Wien IL, Praterstraße 11, erhältlich. Vereine „Ferienheim" und „Oesterreichisches Seehospiz in Grado" (Präsidentin Sofie G r ü n f e 1 d). Der Verein „Ferienheim", entsendet ab 20. Mai in sein eigenes Heim Vöslau (Mühlhof) erholungsbedürftige israelitische vorschulpflichtige Kinder im Alter von 4 bis 7 Jahren und ab 1. Juli schulpflichtige Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren, gegen abgestufte Beitragsleistuug der Eltern. Das „Ocsterreichische Seehospiz in Grado" nimmt zur Tuberkulose neigende israelitische Kinder zur Entsendung in das Seebad Grado (Italien), ebenfalls gegen abgestufte Beitragsleistung der Eltern auf. Anmeldungen an Wochentagen, außer Samstag, von 10 bis 12 Uhr (Tel. A 11-1-63) im Vereinsbüro, IX., Türkenstraße 17. Geschäftsübernahme. Herr Simon R a a b, Schwiegersohn des bestbekannten Restaurateurs Josef Nagel s. A., eröffnet im Mai das von ihm übernommene altbewährte R estaurant „Goldener Schlüssel" in M a r i e u b a d. Es steht zu erwarten, daß das renommierte Restaurant unter der zielbewußten Leitung des Herrn S. Raab, der auch das Grand Restaurant „F ii r s t e n h o f in F r a n z c n s- b a d führt, regen Zuspruch des Kurpublikums in Marie nb a d finden wird. Für vorzügliche streng orthodoxe Küche bürgt der Name des neuen Pächters. Mit großer Begeisterung spricht Sc. Ehrwürden Herr Rabbiner Sehe n k, Raw der „Talmud Thor a" in Wien, von seinem Besuch, bei der „Grand M o 1 i n o P a I e s t i n e". Herr Rabbiner Schenk wurde über Veranlassung des Herrn Nathan Brodetzky, Generalrepräsentant für Oesterreich der Mazzothfabrik in Palästina, zur Besichtigung der palästinensischen Mazzothfabrik eingeladen, ist diesem Rufe gerne gefolgt und .ist von dem dort Geschauten ungemein befriedigt. Herr Rabbiner Schenk hebt neben der Großartigkeit des mit den modernsten maschinellen Neuerungen und Verbesserungen in hygienischer Beziehung ausgestatteten Riesenbetriebes insbesondere die unbedingte Verläßlichkeit der den strengsten Anforderungen an das Kaschr u t h vollauf genügenden r i t u e 11 e n V o r k e h r u ng e n hervor. Es ist daher mit Bestimmtheit zu erwarten, daß die Palästina-Mazzoth zu ihren zahlreichen Freunden in Wien jetzt viele neue gewinnen und die M a z z o t h aus E r e z Israel, welche sich auch durch vorzüglichen Geschmack auszeichnen, bald in jedem jüdischen Heim zu finden sein werden. AI Jolson, der weltberühmte Jazzsänger, dessen Lebensgeschichte, von ihm selbst dargestellt, derzeit in den Wiener Vorstadtkinos als Film zu sehen ist und vom jüdischen Publikum mit begeistertem Interesse verfolgt wird, ist auf erstklassigen, nebengeräuschfreien Sprechplatten zu hören. Auch das Gesangsrepertoire des Oberkantors Josef Rosenb 1 a 11, insbesondere das Lied „J a h r z e i t", findet allgemeinen Beifall. Alle diese Schallplatten sind im Musikhaus „E x c e 1 s i o r", Inh. Richard Herzog, IL, Kleine Pfarrgasse 28, und I., Adlergasse 5 (Tel. R 23-4-90), erhältlich. Daselbst Propagandaverkauf erstklassiger jüdischer und hebräischer Schallplatten sowie der neuesten englischen Schlager zu besonders ermäßigten Preisen. Die rührige Firma unterhält auch Schaufenster in der Passage IL, Taborstraße 46.

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