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Die Wahrheit · 1929-02-22 · Heft 8 (22.2.1929) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1929
Issue
Heft 8 (22.2.1929)
Date
1929-02-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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-«dfc 14 ■ DIE WAHRHEIT Vollendung seiner 25jährigen Tätigkeit im Dienste der Oeffent- Iichkeit als Schularzt an einer Schule, die im Brennpunkt des jüdischen Lebens in Wien steht, benutzt, um diesen verdienstvollen Arzt und guten Menschen zur wohlverdienten Auszeichnung vorzuschlagen. Dr. Reiniger betätigt sich aber nicht nur als Arzt auf philanthropischem Gebiete, sondern er trägt einen Löwenanteil von den mannigfachen Arbeiten der Wiener Orthodoxie. So gehört er seit dem Jahre 1908 dem Vorstande der Adas Jisroel (Schiffschul) an und fungiert seit dem Jahre 1911 ununterbrochen als Vizepräsident derselben. Auch ist er Vorstandsmitglied der A g u d a s Jisroel, der er seit ihrer Gründung angehört Die Ernennung des Herrn Dr. Reiniger zum Medizinalrat wird aber nicht nur im Kreise der Orthodoxie, sondern von allen jüdischen Schichten Wiens, welche Gelegenheit hatten, die ausgedehnte und segensreiche Wirksamkeit des Herrn Dr. Reiniger kennen zu lernen, mit aufrichtiger Freude und Sympathie aufgenommen werden. Rat Josef Popper feierte jüngst im engsten Familienkreise seinen 70. Geburtstag und gleichzeitig sein 55jähriges Berufsjubiläum. Oer Israel. Bethausvereln „Emunas Aves" hält Sonntag, den 24. Februar, um 9 Uhr vormittags, im Vereinshause, Wien XIV., Storchengasse 21, seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Budapest. Vorigen Samstag fand im schönen Gotteshause des Jüdischen Mädchengvmnasiums (VL Munkäcsy-utca 5—7) die Barmizwahfeier des Studenten Stefan Wirth, Sohn des Direktors dieser Anstalt Herrn Prof. Koloman Wirth, statt, die sich angesichts der besonderen Wertschätzung, welcher sich das Ehepaar Wirth erfreut, zu einem wahren Festgottesdienste gestaltete. Nachdem der kleine Stephan die Paraschah wie den Prophetenabschnitt mit viel Verständnis zum Vortrage gebracht, rezitierte Oberkantor Immanuel Abraham s o h n vom Tabaktempel in ausgezeichneter Weise einen Segensspruch. Sodann hielt Herr Professor Dr. Samuel Mandl, Religionsprofessoi am Mädchengymnasium, an den Barmizwanten eine geistreiche Ansprache, in der er die besondere Bedeutung dieses Tages hervorhob, sowie auf die hohe Wertschätzung hinwies, die den Eltern des Barmizwanten, insbesonders Herrn Dir. Prof. Koloman Wirth von weiten Kreisen gezollt wird. Man schätzt bei ihm, hob Redner hervor, abgesehen von seinem großen Können als Pädagoge die vornehme Gesinnung und selbstlose Menschenliebe, die auch den schönsten Schmuck des jungen Wirth bilden mögen. Konzert Josef Heller. Das Samstag, den 16. Februar, im Kleinen Musikvereinssaal stattgehabte Konzert des Oberkantors und Chordirektors i. R. Josef Heller, emer. Direktor der Kantorenbildungsanstalt des israelitischen Seminars in Brünn, gestaltete sich zu einem Ehrenabend für den gefeierten Sänger, zugleich aber auch zu einem Ehrenabend für die zahlreich anwesenden Brünner, die die große Kunst ihres Landsmannes, der ihnen und ihren Eltern durch 35 Jahre in Leid und Freud beigestanden, wieder einmal genießen konnten. Obwohl das sorgfältig gewählte Programm liturgischer Gesänge einen erlesenen künstlerischen Genuß erwarten ließ, wurde diese Erwartung noch weit übertroffen. Man konnte das reiche edle Stimmenmaterial des Künstlers bewundern, der das Moderne mit dem Traditionellen verbindend, wirklich Vollendetes zu Gehör brachte. Aber auch die in meisterhafter Weise zum Vortrage gebrachten Arien und Lieder lohnte das zahlreich erschienene Publikum durch stürmischen Beifall. Der Begleitung des Orgelvirtuosen Prof. Walker sei gebührende Anerkennung ausgesprochen. Der genußreiche Abend wird den Zuhörern, die vielfach den Wunsch nach einer Wiederholung äußerten., gewiß noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Zehnjähriges Gründungsfest des Jüdischen Hilfsvereines Prater. Der Verein, der während seines zehnjährigen Bestandes insgesamt S 92.000 zur Verteilung an arme Hilfsbedürftige, an Kranke für Kurgebrauch etc. gebracht hat und verschiedene Aktionen, wie Mazzotverteilung für Ostern. Schuhbekleidungsaktion, Kindesbekleidung und Aussteuer für arme Bräute, durchgeführt hat, veranstaltet Sonntag, den 24. Februar in den Olympiasälen, Wien I., Rothgasse 5 (Cafe Arlon) sein 10. Gründungsfest verbunden mit Künstlerakademie und anschließendem Tanz. Tanzmusik besorgt das Andre Hummer-Orchester, Saaleröffnung 8 Uhr. Beginn präzise 8 Uhr 30 Minuten. Das Fürsorge-Komitee für die jüdischen Insassen des Lainzer Versorgungsheimes (V. Margaretengürtel Nr. 142, Tel. A 30-3-l£) veranstaltet Sonntag, den 3. März 1929, präzise HB Uhr abends im Mittleren Konzerthaussaal, III., Lothringerstraße 20, einen Wohltätigkeits-Abend unter Mitwirkung der hervorragendsten Kantoren und Chorsänger. Der eventuelle Reingewinn wird für außerordentliche Zuwendungen an die jüdischen Insassen des Versorgungsheimes Lainz verwendet. Entfall des Israelitischen Jugendgottesdienstes Infolge der Kälteferien. Mit Rücksicht au! die vom Stadtschulrate angeordneten Kälteferien entfällt der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend zunächst am Samstag, den 23. d. M. Nach Aufnahme des normalen Schulbetriebes findet auch der Jugendgottesdienst wieder wie gewöhnlich statt. Die Jazzsängerin. Was AI Jolson in Amerika, das ist die Sophie Tucker in London. Bei uns noch kaum bekannt, ist sie in London der viel umworbene Liebling der mondänen Gesellschaft. Das von ihr gewählte Genre ist auch ganz neuartig. Dem Grammophonfreund ist sie schon seit längerer Zeit durch die Schallplatten der englischen ColumbiageseHschaft bekannt. Insbesonders ihre letzten Aufnahmen „Some of these Days" in englischer und „My jyddis he Momme'" in jiddischer Sprache sind in ihrer rührenden Art unerreicht. Das Musikhaus „Excelsior", Wien I., Adlergasse 5 (Tel. R 23-4-90) und IL, Kleine Pfarrgasse 28 (Tel. A 41-6-24) hat diese nebengeräuschfreien Columbiaplatten schon auf Lager und erzielt mit ihnen große Umsätze, umsomehr als die Firma auch alle anderen jüdischen und hebräischen Gesänge sowie die modernsten Schlager vorrätig hat Neues jüdisches Theater, Praterstraße 60 (Künstlerkabarett). Von Freitag bis Montag gelangt das dreiaktige Lebensbild: „JüdischeGlücken.. .", von N. Kalmanowicz, Musik von F. Rumschynsky zur Erstaufführung. — Dienstag (anläßlich des 20jährigen Schauspielerjubiläums des Herrn L. Jungwirt) „Der Opernkönig". — Mittwoch „Mojsche, wie krichste?" — Donnerstag, „Stärker als die Liebe". Elnicieiei^ sind in der Großtrafik Lloydhof, _Wien II., Praterstraße 11, erhältlich. Union deutschösterreichischer Juden Wien IX., Berggasse 4 Tel. A 19-2-77 Der S. Sprediabend der „Union" findet Samstag, den 23. febrnar 1029, 8 Our abends, im Sonierralnlohale des Arkaden-Caie,!., Vnlversltais- Sfraße 3, statt, wozu hiemit die höfliche Einladung an aUe Freunde der „Union", sowie an die Mitglieder, insbesondere auch an die Damen ihres Familien- und Bekanntenkreises ergeht. Tagesordnung: Rabbiner Dr. ttorlfz Dauer: „Das Problem der Leiden in der Biber Anschließend Diskussion GÄSTE WILLKOMMEN/ Für die „UNION DEUTSCHÖSTERREICHISCHER JUDEN« Der Präsident: Dr. Jakob Ornstein m. p.

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