Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 6 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 iHnimmnniiifflnuimmimnimiHnminniniMimimmmnnni^ DIE WAHRHEIT „Das neue Europa" (Zürich-Wien-Berlin). Weltumfassend und allgemach alle ernsteren Widerstände bezwingend gestaltet sich die Bewegung, die künftighin die Reibungsflächen zwischen den Völkern ausschalten und diesen den dauernden Frieden sichern soll, ihren, ihrer hohen ethischen Mission sich vollbewußten Föhrern dankt es die Welt, daß das Werk der Völkerversöhnung und des wirtschaftlichen Wiederaufbaues unaufhaltsam seiner Vollendung entgegengeht. Staatsmänner, Politiker und in ihrer Gefolgschaft die bedeutendsten Geister beider Kontinente sind ihre unverdrossenen, tatkräftigen Mitarbeiter und finden an dem edlen Eifer einer nur der Völkerversöhnung dienenden Presse eine mächtige Stütze. In der vordersten Reihe derselben steht seit 15 Jahren die von Doktor Paul Hohenau herausgegebene Zeitschrift „Das neue E u ro p a". Auch ihre diesmalige erste Ausgabe für 1929 enthält wertvolle Aufsätze hervorragender Staatsmänner und Wirtschaftspolitiker, die ausnahmslos alle der Vertiefung des Friedensgedankens dienen. Man begreift die große Volkstümlichkeit, die der neugewählte Präsident der Vereinigten Staaten, Herbert Hoover, in seiner Heimat und in Europa genießt, wenn man sein von vollendetem staatsmännischen Geiste und echtem Menschlichkeitsempnnden erfülltes „Bekenntnis zum Friedenswillen" liest, das die Revue an ihrer Spitze veröffentlicht. Nach diesem Artikel begegnen wir jenen zweier Publizisten von internationalem Ruf: Sir Arthur Willert und Jules S a u e r w e i n, die die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der Großmächte zur Festigung der Grundlagen der VersöhnlichkeitspoMtik eindrucksvoll erörtern, weiters einem glänzenden Plädoyer des amerikanischen Botschafters H o u g h t o n für die Souveränität der Völker in der Frage des Kriegsentscheides. Mit Interesse und' Aufmerksamkeit wird man auch lesen, was Dr. Paul Hohenau über die voraussichtlichen Konstellationen der internationalen Politik in nächster Zeit schreibt, ebenso was der Chinesische Völkerbunddelegierte Wang-King-Ky über die Neugestaltung der auswärtigen Beziehungen Chinas zu berichten weiß. Von besonderer Bedeutung erscheint uns auch der Vorschlag des berühmten Nobelpreisträgers Prof. Dr. B a r a n y über die Errichtung einer internationalen Universität für Politik. Ungemein wertvoll sind die Aufklärungen des russischen Delegierten in Genf, Prof. Dr. Zagorsky, über die wahren Ursachen der gegenwärtigen politischen und ökonomischen Krise in Rußland. Außer diesen finden wir noch eine Reihe anderer Artikel von hervorragenden Autoren, die den gleichen Tendenzen dienen. Auslieferung: Wien IX., Türkenstraße 9. AI Jolson, der wdtberühmfce Jazzsänger, dessen Lebensgeschichte, von ihm selbst dargestellt, derzeit im „Central- K i n o" als Film zu sehen ist und vom jüdischen Publikum mit begeistertem Interesse verfolgt wird, ist auf erstklassigen, nebengeräuschfreien Sprechplatten zu hören. Auch das Gesangsrepertoire des Oberkantors Josef Rosenblatt, insbesondere das Lied „Jahrzeit", findet allgemeinen Beifall. Alle diese Schaliplatten sind im Musikhaus „Excelsior". Inh. Richard Herzog, IL. Kleine Pfarrgasse 28, und L. Adlergasse 5 (Tel. R 23-4-90). erhältlich. Daselbst Propagandaverkauf erstklassiger jüdischer und hebräischer Schallplatten, sowie der neuesten englischen Schlager zu besonders ermäßigten Preisen. Palästinaprodukte in Wien. Der „Jaffa-Orangen-Vertrieb"' in Wien hat heuer zum ersten Male versucht, Palästina- Orangen in Oesterreich einzuführen, nachdem sie seit vielen Jajgjeji. schilfsladungsweise nach England und nach anderen Lä^fjern gebracht werden. Dieser Versuch kann als g elüirgen angesehen werden. In wenigen Wochen haben in Wien drei Waggons Jaffa-Orangen glatte Aufnahme gefunden, für den rollenden vierten liegen bereits Bestellungen vor Unter der Marke „Hasharon-Gold" ist die sorg, faltig ausgewählte Jaffa-Orange, die an Geschmack und Aroma -alle anderen Orangen übertrifft, sehr bald zum gesuchtesten Artikel in den Wiener Delikatessenhandlungen geworden. (Nebenbei sei bemerkt, daß manche Aerzte — insbesondere in England — die Palästina-Orange als vorzügliches Schutzmittel gegen Grippe empfehlen!) Der erste Schritt zur Eroberung des österreichischen Marktes für palästinensische Produkte ist getan. Es zeigte sich, daß bei fachmännischer und sorgfältiger Vorbereitung auch Oesterreich zu einem bedeutenden Abnehmer palästinensischer Erzeugnisse werden kann. Daß dies von größter Bedeutung für die Entwicklung der jüdischen Siedlungen in Palästina werden kann, ist wohl jedermann begreiflich; und daß diese Aktion von den Juden aller Richtungen gefördert werden soll, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden: es handelt sich hier 1 edj glich um eine wirtschaftliche (und. nicht ewa iün eine politische) Aktion! Es werden weitere Er z e u g n i s $ e Palästinas in Oesterreich eingeführt. Werden; Mustersendungen der in ihrer Größe und Qualität •hervorragenden Tomaten, des bekannten Riesenbtume:nkohls und der in aller Welt beliebten palästinensischen Weine und von vorzüglichem Kognak sind bereits eingetroffen. Es wurden auch Anstalten getroffen, um die österreichische Judenschaft mit den unter besonderer Kaschrath- Aufsicht stehenden, unübertrefflichen M a z z o t h Palästinas für die herannahenden Pessachfeiertage zu versorgen. Mit Rücksicht auf die große Nachfrage, die schon jezt für die erwähnten Artikel aus Wien und der Provinz vorliegen, empfiehlt es sich, Bestellungen raschest und ausschließlich an die Adresse „Jaffa-Orangen-Vertrieb", Wien L, Kieeblattgasse 5, Telephon U 27-4-13, zu richten. Hervorgehoben sei noch, daß sämtliche Preise den jeweiligen Markttiotierungen entsprechen; z. B. kostet eine Origina'lkiste Orangen „Hasharön- Gold", 144—150 Stück Orangen enthaltend, 35—40' Kfloglrätnm schwer, inklusive Zustellung nur S 47.—- ein Kistchen mit 20 Orangen kostet zugestellt nur S 7.40, d. h. weniger als manche italienische Orangensorte, die an die palästinensische nicht heranreicht. E. Isr. Kinderbewahranstalt des Vereines Wohlfahrt (gegründet 1843, Wien II., Schiffamtsgasse 15). Der Vorstand der Isr. Kinderbewahranstalt veranstaltet Sonntag, den 17. Februar 1929, um 15.30 Uhr, eine Separatvorstellung im Deutschen Volkstheater. Zur Aufführung gelangt das Stück „Meine liebe dumme Mama" von Ludwig Nerz und Louise Maria Mayer mit normaler Abendbesetzung des Deutschen Volkstheaters und den Damen: Ida Stukerimg und Paula Wessels'. In Anbetracht des humanitären Zweckes dieser Veranstaltung erbittet der Vorstand eine gütige Unterstützung durch Bestellung von Theaterkarten, welche zu normalen Kassa-Preisen von S 3.— bis S 14.— im Vereinssekretariat IL, Schiff amtsgasse 15, Tel. R 42-2-51, an der Tageskassa des Volkstheaters, I., Museumstraße und bei den Vorstandsmitgliedern erhältlich sind. Linz. Goldeile Hochzeit Töpfer. Es muß schon ein ganz besonderes Ereignis sein, wenn im Linzer Tempel ein zahlreiches Publikum sich einfindet, wie dies am 26. Jänner der Fall war. Fand doch das Fest der Goldenen Hochzeit des Herrn Josef und der Frau Johanna Töpfer statt. Der Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde, mit dem Präsidenten Herrn Benedikt Schwager1 an der Spitze, die Chewra Kadischa und der Frauenverein waren vollzählig erschienen. Nachdem Herr Josef Töpfer und seine drei Söhne, Herr Dr. jur. Ludwig Töpfer, Dr. med. Arthur Töpfer, beide aus Wien, und Herr Ernst Töpfer zur Thora gerufen worden waren, würdigte Sr. Ehrw. Herr Rabb. Dr. Viktor, Kur1 rein in einer längeren Ansprache die Verdienste des Jubelpaares und segnete dasselbe. Sodann sprach Herr Präs. Schwager und überreichte Herrn Josef Töpfer ein Diplom, in welchem das Wirken desselben um die Gemeinde ausführlich geschildert wird. Herr Adolf Pick sprach für den Vorstand der Chewra Kadischa, Frau Ida T a n d 1 e r für den Frauenverein und überreichte dieselbe der Jubelbraut einen herrlichen Blumenkorb. Nachmittags fanden sich im Hause Töpfers zahlreiche Gratulanten ein, die die vielen Aufmerksamkeiten . bewundern konnten, mit denen das Jubelpaar beehrt wurde. Von nah und fern selbst aus Amerika, trafen . zahlreiche Glückwunschschreiben und Telegramme ein, wieder ein Beweis dalüir. wie ungemein beliebt und verehrt das Ehepaar Töpfer ist. Kl. Gmunden. Verlobung. Fräulein Ika Kormany, Tochter des Herrn Berthold Kormany, Kammerhofgasse 5, hat sich mit Herrn Hans Rold, Innsbruck, verlobt. Kranken-Unterstützungverein der Brodyer in Wien. (II. Novaragasse 41.) Zur feierlichen Einführung des von Archivar Saul C h a j e s zum Andenken an seinem verewigten Vater, Oberrabbiner der israelitischen Kultusgemeinde der Stadt Brody, Isak Chajes sei. A., gespendeten Sefer-Thora, veranstaltete der Vorstand obigen Vereines am Sonntag, den 3. Februar, dem 28. Todestage des Oberrabbiners, eine Feier im Restaurant Barschak, die einen schönen und würdigen Verlauf nahm. Die gespendete ThoraroMe wurde sodann feierlichst, ins Vereinslökal überführt, wo Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. D. Feuchtwang eine Gedenkrede hielt und das Maariwgebet von Oberkantor G. Margudies in ausgezeichneter Weise verrichtet wurde.