Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 5 (1.2.1929)
- Date
- 1929-02-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 mmm teiligten Partei, wirkt noch beschämender und bedrückender, der. Trauungsanzeige. Sonntag, den 3. Februar 1929, 3 Uhr nachmittags, findet im Tempel, IL, Leopoldsgasse 29, die Trauung des Fräulein Anny Kaphan mit Herrn Dr. Salo Mayersohn, Sohn Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner M. Mayersohn, statt. AI Jolson. Artur Rundt schreibt im „Tag" über diesen größten Komiker Amerikas zu seinem Auftreten im Film „Der Jazzsänger": AI Jolsons Beziehung zum „Jazzsänger" ist eine doppelte. Er ist nicht nur Hauptdarsteller, sondern er spielt im ..Jazzsänger" seine eigene Lebensgeschichte. AI Jolson ist ein Judenbub aus dem dunkelsten Ghetto, nach dem im Stück und im Film geschilderten Konflikt dem Elternhause davongelaufen, und, anstatt Tempelkantor zu werden, als Broadway-Star gelandet. Der „Jazzsänger" war, bevor er ein Film wurde, ein Theaterstück, das Europa amüsanterweise erst nach dem Film kennen lernen wird. In der Komödie spielte nicht AI Jolson die Hauptrolle, sondern ein ähnlich begabter Darsteller, George Jessel. Jolson trat inzwischen ein paar Straßenblocks weiter in einer seiner Revuen auf. Aber er kannte natürlich den Autor und den Hauptdarsteller, hörte von der Beziehung seines Lebensschicksals zu dem Stück und ließ sich überreden, an einem freien Nachmittag das Stück anzusehen. Er saß stumm im Parkett, war scheinbar wie alle anderen Zuschauer rings um ihn herum von den heiteren Stellen amüsiert, von den ernsten ergriffen. Aber in der großen Szene des dritten Aktes, in der der Held auf der Bühne sich zu entscheiden hat, ob er morgen Abend in der Revue-Premiere am Broadway auftreten oder anstatt seines Vaters in der Synagoge das Kol-Nidreh singen sollte, trugen die Diener des Theaters einen bewußtlosen Mann aus dem Zuschauerraum ins Foyer: AI Jolson war, während das Auditorium unabgelenkt auf die Bühne schaute, als er den schwersten Augenblick seines Lebens auf der Bühne dargestellt sah, ohnmächtig vom Sessel gesunken. Der neue Bürgermeister von Tel Awiw. Mayer Dizengoff. der Führer der Mittelstandsparteien in Tel Awiw, der schon einmal mehrere Jahre Bürgermeister von Tel Awiw gewesen war und sich als solcher große Verdienste um das Emporblühen der Stadt erworben hatte, ist von dem vor kurzem neu gewählten Stadtrat mit den Stimmen der bürgerlichen Stadtratsmitglieder gegen die Stimmen der Arbeitervertreter abermals zum Bürgermeister gewählt worden. Wie wir berichteten, haben sich die Arbeitersitze im Stadtrat von Tel Awiw von etwa der Hälfte auf ein Drittel verringert Predigten in den israelitischen Gemeindetempeln. Freitag, den 1. Februar 1929 werden bei dem um 4 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in folgenden Gemeindetempeln Predigten abgehalten, und zwar: L, Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Täglicht); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. B a c h). Im Gemeindetempel XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang) findet Samstag, den 2. Februar 1929 beim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) ein exegetischer Vortrag statt. „Neues jüdisches Theater** (Künstlerkabarett, II., Praterstraße 60). Freitag, den 1. Februar gelangt das dreiaktige Lebensbild „Die Bolschewiken Chasen e", von A. Wolf, Musik von B. Perlmutter, zur Aufführung. Die Novität wird bis Dienstag, den 5. Februar, wiederholt. — Mittwoch, den 6. Februar: „A Lebedige Welt". — Donnerstag, den 7. Februar: „Ubgenorte Kales". Statt teurer, billiger! Während der Inventur gelangen im Musikhaus „Excelsior" Richard Herzog, Wien I.. Adlergasse 5, jüdische und hebräische Schallplatten zu tief herabgesetzten Preisen zum Verkauf. Auch original englische Tanzschlagerplatten und beste Sprechapparate zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Leser unseres Blattes erhalten besondere Begünstigungen und Zahlungserleichterungen bis zu 18 Monatsraten. Lassen Sie diese günstige Gelegenheit nicht ungenützt vorübergeben! Der jüdische Frauenverein Leopoldstadt veranstaltete Sonntag, den 27. Jänner im Hotel Continental eine N a c h m i tt a g s u n t e r h a 11 u n g, die als äußerst gelungen bezeichnet werden kann, und machten sich um die Veranstaltung die Vorstandsdamen, voran Frau Marie Steiner, die die Zusammenstellung des Programms besorgte, überaus verdient. Die künstlerischen Darbietungen fanden alle den Beifall des Publikums und sind ganz besonders die vorzüglichen Gesangsvorträge der Konzertsängerin Frau Ing. Albert Steiner und des überaus talentierten jugendlichen Sängers Igo Grünberg, der gegenwärtig beim Film der „Jazzsänger" im Zentral-Kinodas„Kol-Nidre" rührend und äußerstwirkungsvoll zum Vortrage bringt, hervorzuheben. Igo G r ü n b e r g, ein Schüler Professor Viktor Fuchs, verfügt über einen umfangreichen lyrischen Bariton, den er meisterhaft beherrscht. Die von ihm vorgetragenen Opernarien wirkten durch Farbe, Klang und Schlagkraft bezaubernd auf die Zuhörer. Auch Herr Kurt Karsten erntete mit seinem selbstverfaßten Repertoire großen Beifall. Das Kindertrio Line brachte erstklassig und mit erstaunlicher Präzision klassische Musikstücke zum Vortrag. Großes Gefallen fanden auch die drei kleinen Zöglinge der Tanzschule Palme, besonders die reizende kleine Breuer, die sehr graziös moderne Tänze vorführte. Die jugendliche Vortragskünstlerin Janovsky hatte die Lacher auf ihrer Seite. jüdische ToynbeehaHe, XX., Denisgasse 33. Mittwoch, 6. Februar 1929, 19 Uhr, Vortrag von Dr. Hans B er mann: J. J. David. Konzert Josef Heller. Die Konzertdirektion M. Weiß veranstaltet Samstag, den 16. Februar 1929, H8 Uhr abends, im Kleinen Musikvereinssaal ein Konzert des Oberkantors und Chordirektors i. R. Josef Heller, emer. Direktor der Kantorenbildungsanstalt des israelitischen Seminars in Brünn. Mitwirkend Orgelvirtuose Geza von W e h n e r, Professor der kgl. Musikakademie in Budapest. Zum Vortrage gelangen althebräische Original-Sologesänge mit Orgelbegleitung, Lieder von Schubert, Rubinstein, Böhm und Heller. Karten von 1 bis 10 Schilling an der Musikvereinskassa, I., Karlsplatz 6 (Tel. U 41-3-46), Konzertkassa Gutmann, I., Kärntnerring 3 (Tel. R 32-0-54). nQgicnisdies Königsüchf Seit vielen Jahren das anerkannt beste ö^ynDW Man achte auf die ges. gesch. Harke ,Hyglen. Königslicht* und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon R 33-1-87