Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1929
- Issue
- Heft 3 (18.1.1929)
- Date
- 1929-01-18
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3064197-3064200--16877-3086955- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
DIE WAHRHEIT iiMtitamramwxomn« Seit» Ii wird in Bild und Ton gezeigt. Eine Frage, die auch bei uns die Gemüter jüdischer Familien stets heftig bewegt, der Gegensatz zwischen der Tradition, dem „Lied der Väter" und der von der andersgesinnten Umgebung geforderten Anpassung, bildet den fesselnden Inhalt des Films. Der Hauptdarsteller AI Jolson hat hier seinen eigenen Werdegang verfilmt: wie er als Sohn eines jüdischen Kantors in der „Schul"' singen lernt, wie ihn die Umgebung immer mehr aus dem reliliösen und feierlichen Milieu seiner Familie entziehen will, wie er den Verlockungen nachgibt und sich dann doch, als berühmter Sänger, auf die Pflichten seiner Religion und Tradition besinnt und am Versöhnungstage eine große Premiere in einem Broadway-Theater absagen läßt und es vorzieht, für den erkrankten Kantor, seinen Vater, in der kleinen Synagoge in East-Side, dem New Yorker Ghetto, das Kol-Nidre zu singen. Die Produzenten des „Jazzsängers", Warner Bros., haben, als dieser Film gemacht wurde, die besten Kenner des jüdischen Wesens und jüdischer Gebräuche zur Mitarbeit an diesem Film verpflichtet, und so ist ein Werk entstanden, das auf das Interesse aller Juden rechnen kann. Eine Ausstellung des jüdischen Museums im Zentralkino. Wie wir erfahren, hat sich das Kuratorium des Wiener jüdischen Museums entschlossen, für die Dauer der Aufführung des Films ..Der Jazzsänger", der bekanntlich den Aufstieg des Sohnes eines Kantors aus den Winkeln des New Yorker Ghettos zu den Revuebühnen des Broadway schildert, im Zentralkino unter der Leitung des derzeitigen Kustos, des bekannten Archäologen Prof. Dr. B r o n n e r eine Ausstellung der Altertümersammlung des jüdischen Museums zu veranstalten, in deren Rahmen sowohl Werke der jüdischen Kunst, wie auch Dokumente jüdischer Sitten und Gebräuche zur Schau gelangen werden. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien (II., Ferdinandstraße 23/8), ladet zu dem am Montag, den 21. Jänner 1929. im Klubsaale der ..Hakoah". I., Wirmlingerstraße 24—26 (Caf6 Altes Rathaus, Eingang durchs Haustor), stattfindenden Vortrage des Herrn Medizinalrates Dr. Heinrich Haase: ..Lessing und die Juden" (Zur Lessing-Gedenkfeier) ein. Nach dem Vortrage findet die Generalversammlung statt, an der teilzunehmen, nur Mitglieder beberrchtigt sind. Beginn %8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. „Juden und Judentum von heute". Von diesem, im Jahre 1925 erschienenen Handbuche von Regierungsrat J. K r e p p e 1 ist zur Zeit eine neue, vollständig umgearbeitete, vermehrte und auf Grund der neuesten Daten ergänzte Auflage in Vorbereitung, die im Frühjahre 1930 zur Ausgabe gelangen wird. Die jüdischen Gemeinden. Parteien, Organisationen. Institutionen, Vereine usw. werden ersucht, die neuesten Daten über ihre Tätigkeit, Leitung, Anstalten, Budgets, statistische Zahlen usw. ehestens dem Verfasser per Adresse: Regierungsrat J. K r e p p e I. Wien I., Postamt 9, Schließfach 22. zusenden zu wollen, zwecks Berücksichtigung In der neuen Ausgabe. Unlversitätsvorträge über hebräische Literatur und Geschichte des Judentums, im Hörsaal 34 der phil. Fakultät. Herr Dr. A. Kaminka: Mittwoch, den 16. Jänner 1929, Uhr, über „Saadja Gaons kritische Religionsphilosophie". Volksbildungshaus Wiener Urania. L, Uraniastraße 1. Jeden Mittwoch. Wl Uhr. Klubsaal. Dr. Leo Deutschländer: „Das Faustmotiv in der Dichtung der Völker". Mit besonderer Berücksichtigung Goethes. I. Die Wurzeln des Faustmotivcs in der Bibel: Koheleth als Urbild des faustischen Denkers. Hiob. der faustische Kämpfer. Auswirkung im nachbiblischen Schrifttum. — IL Die Faustsage im frühen Mittelalter: Der historische Faust und seine Einwirkung anf Volkssage und Dichtung. Die Volksbücher vom Doktor Faustus (1587 usw.). Die Dramen von Marlowe. Müller. Lessing. — HL und IV. Goethes Faust. Entstehungsgeschichte: Urfaust. Fragment, das vollendete Werk. Gang der Handlung unter Hervorhebung der Unnotive. „Faust" in der Gegenwart Teilnehmergebühr für sämtliche vier Vorträge S 4.70. Einzelkarten S 1.30. Mitglieder-Ermäßigung 25 Prozent — Kartenverkauf an der Tageskassa im Uraniagebäude von K>9 bis 1 und von 2 bis 5 Uhr. Telephon-Nummer R 48-2-46. tieblldete Frau mittlerer Jahre, im nanswesen und leichter Krankenpflege erfahren, in frauenlosem Wirkungskreis. Adr.: F.Wilhelm, IX.. Türkenstr?ße 31/5. sndil Stelle UontDocke znlDocke Dienstbefreiung an den hohen Jüdischen Feiertagen. Der deutsche Reichsminister des Innern gibt bekannt, daß für die Reichsbehörden die Anordnung getroffen worden ist, Anträge von Beamten. Angestellten und Arbeitern, sie zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse an den drei höchsten jüdischen Feiertagen ganz vom Dienste zu befreien, stattzugeben ist, sofern die Dienstverhältnisse es irgendwie gestatten. Ernennung. Herr Ludwig Medak. Vizepräsident des Josefstädter Tempelvereines, wurde vom Bundespräsidenten zum Bundesstaatlichen Fürsorgerat ernannt. Trauung. Sonntag, den 6. d. M., fand im festlich geschmückten und beleuchteten Seitenstettentempel die Trauung des Herrn Berthold Popper, Sohn des Herrn Komm.-Rates Josef Popper, mit Fräulein Margit Politzer aus H o r n as t u b n a, statt, die einen äußerst schönen Verlauf nahm. Unter den zahlreichen Anwesenden bemerkte man den Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Herrn Dr. Jakob Ornstein, Kultusvorsteher D. D o h a n, Obmann Gabriel Dukes, Amtsleiter F r e i s t a d t. die Kommerzialräte Kubie. Neuhut, Loewenson, Kammerrat Friedmann. Leopold Goldstein. H. Szmetana, Rosenthal und zahlreiche Mitglieder der Holzhalle, Dr. Josef Pastor (Budapest), Direktor Ludwig Pastor (Preßburg) sowie Delegierte verschiedener Vereine. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Armin A b e 1 e s. der .die jüdischen Tugenden der Elternhäuser in treffender Weise hervorhob. Die kantorale Funktion versah unter großer Chorassistenz Herr Oberkantor H. Fischer. Klosterneuburg. Anfangs Dezember verschied nach längerem Leiden der Präsident der Kultusgemeinde und Ehrenpräsident der. Chewra-Kadischa, Herr Hermann Erber in Klosterneuburg, und wurde unter sehr großer Beteiligung der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung Klosterneuburgs zu Grabe getragen. Vom Sterbehause aus wurde der Verstorbene in die Synagoge in Klosterneuburg überführt, woselbst ihm Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Adolf Schächter einen tiefempfundenen Nachruf hielt und seine Leistungen um die Führung und Erhaltung der Kultusgemeinde sowie seine Verdienste um die seinerzeitige Erbauung der Klosterneuburger Synagoge hervorhob. Im Namen des Kultusvorstandes nahm der Kultusrat Herr Ignaz Ehrenfest von dem Verblichenen innigen Abschied und dankte ihm für seine mustergültige Führung der Gemeinde, worauf dann rührende Worte des Abschiedes durch den Präses der Chewra-Kadischa. Herrn Rudolf Grünwald in Klosterneuburg, folgten. Ein Chor der Wiener israelitischen Kultusgemeinde trug die Trauergesänge bei dem Begräbnisse in ergreifender Weise vor. Seitens des Kultusausschusses in Klosterneuburg wurde eine Trauersitzung abgehalten, bei welcher der Vorsitzende Herr Alois F i s c h 1 noch einmal die Verdienste des Verstorbenen aufzählte und ihm einen warmen Nachruf hielt. * Bei der am 23. Dezember 1928 vorgenommenen Wahl des Kultuspräsidenten wurde der bisherige Vizepräsident der Kultusgemeinde. Herr Alois Fischl in Klosterneuburg, der schon in früherer Zeit die Präsidentenstelle erfolgreich bekleidete und während der schweren Kriegsjahre die Leitung der Kultusgemeinde innehatte, neuerlich zum Präsidenten der Kultusgemeinde und Herr Jakob Scheuer zum Vizepräsidenten gewählt. Henrik Sokolow gestorben. Am 6. Jänner verstarb in einem Berliner Sanatorium, an den Folgen einer Grippe, Herr Henrik Sokolow. der älteste Sohn des Präsidenten der Zionistischen Weltexekutive Nahum Sokolow. im Alter von 45 Jahren. Henrik Sokolow hatte bis 1927 seinen ständigen Wohnsitz in Berlin, seither wohnt er in London. Vor einigen Wochen kam er zu vorübergehendem Aufenthalt nach Berlin, erkrankte hier an einer Grippe, deren Folgen er nun erlag. Henrik Sokolow war ein vielgepchteter Kaufmann und besnß eine hohe allgemeine und speziell hebräische Bildung. Er war der Mitarbeiter und die rechte Hand seines Vaters bei dessen wissenschaftlichen hebräischen Forschungen. Nahum Sokolow. der sich in Berlin aufhält, weilte bis zuletzt am Kranken- und Totenbett seines Sohnes. Dem schweeeprüften Vater wenden sich die Sympathien und das Mitgefühl aller jüdischen Kreise zu. Berlin. Freitag, den 11. Jänner, verschied im 78. Lebensjahre nach langem Leiden Frau Rachel Stift, und wurde