Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1938
- Issue
- Heft 1 (7.1.1938)
- Date
- 1938-01-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 — 7. Januar 1938 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftoratt-Tafel G«b*tsmi>4*D SAebat 5698 Jänner 1938 frfcfc abdc. 7.15 Scbebst 5. 4.15 (ß»u(2.B. m.; 1 ___ 1 Haiton 1 8.30 „ 6.* HHowor «scher J5.05 1 diber I i Borcbi Uafschi ) 7.16 „ 7. bis 11. 4.40 abds. Freitag, 7. J&nner 4.15 Samsug, 8. 5.05 Sonntag, 8. bis Donnerstag, 13. 4.40 Fünf Jahre „Hilfe und Aufbau" der Juden in Deutschland. In diesen Tagen werden es fön* Jahre, seitdem der Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau der Juden in Deutschland gegründet wurde. Aus diesem Anlaß ist eine reich illustrierte Broschüre erschienen, in der Rechenschaft darüber abgegeben wird, was mit dem aus den verschiedenen Sammlungen eingegangenen Geld angefangen wurde. Der Zentralaussohuß half auf den Gebieten der Wanderung. Berufsumschichtung, des Schul- und Erziehungswesens, der Wirtschaftshilfe und Wohlfahrtspflege. In den fünf Jahren des Bestehens des „Hilfe und Aufbau'-Fonds sind Millionen Mark für Wanderung aufgewandt worden, durch die etwa 70.000 Menschen — ungefähr die Hälfte der jüdischen Gesamtauswanderung seit 1933 — zur Niederlassung in Palästina oder in anderen Ländern geholten werden konnte. Der Berufsumschichtung flössen drei Millionen Mark zu. durch die über 15.000 Menschen in die handarbeitenden Berufe übergeführt werden konnten. Gegenwärtig gibt es 65 Arbeits- und Ausbildungsstätten mit insgesamt 2100 Plätzen. Das jüdische Schulwerk erhielt aus dem Fonds 2,750.0000 Mark: über 170 iüdiscTie^Schulen mit etwa 1300 Lehrkräften konnten erhalten, bzw. gefördert werden. Der Wirtschaftshilfe wurden fast i Million Mark zugeführt: Tausenden von Menschen ist durch Darlehen und Kreditgewährung Hilfe geleistet worden. In die Wohüahrtsarbeit gingen 1.750.000 Mark, durch die mehr als 80.00!) Menschen vor schwerster Not bewahrt wurden. So sind z. B. zu 2000 Plätzen in jüdischen Altersheimen i. J. 1933 bis heute 1100 neue Plätze hinzugekommen. Insgesamt hat „Hilfe und Aufbau'* in diesen fünf Jahren etwa 13 Millionen Mark auf den erwähnten Aufgabengebieten ausgegeben. Zur Aufbringung dieser Summe haben das Joint Distribution Committee. der Central British Fund, der Council ior German Jewry und die ICA entscheidend beigetragen: aber auch die Juden in Deutschland haben durch regelmäßige Beitragsleistungen der Gemeinden und Landesverbände an die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, von der die Aktion ..Hilfe und Aufbau" ausgeht, und durch Zeichnung freiwilliger Spenden zum Gelingen des Hilfswerk« beigesteuert. „Oneg -~ Schabbath." Blütenlese alter hebräischer Tafeffieder. Selten hat mich eine mir zur Besprechung vorliegende Neuerscheinung so angeheimelt und befriedigt, als die vom Rev. H. Mayerowitseh, Chasan der Großen Synagoge in London, herausgegebene Sammlung von Semirot (Gesänge), mit dem Titel „Oneg — Schabath". (Verlag Edward Goldston, London, 25 Museum Street W. C. 1.) Für das jüdische Haus an Sabbath und Feiertagen und sonstigen feierlichen Anlässen im Familienkreise zu singen. Es ist ein echter „Oneg" (Vergnügen), diese Perlen wahrer jüdischer Hausmusik kennenzulernen. Ich BHanzabscniflsse SfeocrDehennuilsse Neaanlo&en, Revisionen, Dodinaditrfige sowie Stenereriedlgnngen teder Art übernimmt WSÄISSällil» DIR. GUSTAV ROLHIII Büro für Buchhaltung, Bilanz und Steuerberatong «2 Telephon B 45-3-30 sage mit Absicht kennenzulernen, denn für mich selbst sind viele dieser gemütsvollen Gesänge neu, da mir auch das Milieu, in der diese Gesänge entstanden, fremd ist. Ich kenne einen großen Teil dieser Melodien vom Anhören der hier studierenden oder durchreisenden Bocherim oder Chasonim. und habe mich schon in meiner Jugend dafür begeistern können. Somit ist es für mich eine Freude festzustellen, daß sich der verehrte Herausgeber, Rev. Mayerowitseh, ein großes Verdienst erworben hat, diese, das jüdische Haus und jüdische Wesen charakterisierenden Gesänge der Mit- und Nachwelt erhalten und übermittelt zu haben, ledes einzelne Stück dieses so nett ausgestatteten, mit dem Bilde des Verfassers gezierten Werkes atmet echt jüdische Seele, Gemüt und Empfinden. Die Melodien sind dem herrlichen Texten so angepaßt, daß sie ineinander aufgehen und nur gemeinsam gedacht sein können. Es ist schwer, einzelne Stücke besonders hervorzuheben, da alle, gut verstanden, einzig in ihrer Art sind. Es wäre nur zu wünschen, daß diese Sammlung in allen jüdischen Häusern Eingang finden möge und womöglich in den jüdischen Schulen den Kindern und Jugend eingeprägt würden, und daß dieselben sich daran so begeistern könnten, wie der Schreiber dieser Zeilen. J. Löwit, Präsident des Kantorenvereines. Der Verein Krankenbesuch Bikur Chaulim. I., Seitenstettengasse 4, ladet höfl. zu einer am Samstag, den 9. d. M., nachmittags, 5 Uhr, im Hotel Metropole, /., Franz Josefs-Kai 33, stattfindenden Wohltätigkeits-Jause mit Akademie ein. Erstklassige Künstler, abwechslungsreiches Programm. In Hinblick auf unsere Kohlen-Aktion bitten wir um recht zahlreichen Besuch. Entree inkl. lause S 3.—, S 2.60 und S 2.40. Telephonische Bestellungen A 19-7-54. Der Verein Jüdisches Kulturtheater, der zur Förderung jüdisch-kultureller Angelegenheiten, in erster Linie aber des Jüdischen Knlturtheaters (1., Franz Josefs-Kai 3) gegründet wurde, Irat sich im Vorstand wie folgt konstituiert: Obmann: Simon Advokat, 1. Obmann-Stellvertreter: Direktor Eduard W i d r i - h, 2. Obmann-Stellvertreter: Frau Margit Buchbinder, Schriftführer: Oskar Hirse Ilfeld und Dr. Heinrich Kojcem, Kassier: Dr. Otto Lewiii, 1. Kassier-Stellvertreter: Heinrich Bases, 2. Kassier-Stellvertreter: Börserat Richard P a p p e n h c i in; Vorstandsmitglieder: Börserat Heinrich Popper. Professor Dr. Wilhelm S t e i ii. Dr. Fritz E h r e n t e i 1, Dr. Siegfried F r ä n k e 1 und Dr. Jakob Ros e n t h a 1. Offizielle Würdigung eines jüdischen Pädagogen. Das Unterrichtsministerium hat die ..Tönebas i e 1"-Spezialmethpde für Violine des Violinpädagogen Sigmund AI a r k für musikbegabte Kinder als hervorragend begrüßenswert bezeichnet. Im Gutachten heißt es u. a. ..Der Verfasser ist sicherlich ein hervorragender Geigenlehrer und erkennt richtig die Mängel der derzeitigen Musikerziehung." — „Er sieht In der Violine ,das Spielzeug', mittels dessen die kindliche Aktivität Töne erzeugen. Töne basteln, bauen kann. Tn kindertütnlicher Form, vorläufig unter Auslassung des Notensystems, zunächst nur die einfache Instrumentalbeherrschung beachtend, das aber unter größter fachlicher Sorgfalt, setzt der Verfasser das Geigenspiel als natürliche Betätigung und Ausdrucksform zum Ziel." Durch diese offizielle Würdigung ist der bereits internationale Ruf des Wiener Pädagogen, auch durch die berufenste österreichische Stelle anerkannt worden. Phönix-Kalender für Stadt und Land 1938. Verlag der Allgemeinen Versieherungs-Gesellschait Phönix, Wien. 208 Seiten. Ein vornehm ausgestattetes Volksbuch, reich und geschmackvoll illustriert, mit Beiträgen bekannter Dichter und Schriftsteller. Schöne Kalendariumverse von Josef Wein heb er, eine heitere Geschichte von Karl Schönherr. der von dem Wiener Literarhistoriker Edwin Zellweker gewürdigt wird, eine dichterisch verklärte Ostsee-Idylle von Josef Went er. Dazu eine starke Wiener Note: Alfred Orel über I0O Jahre Wiener Tanzmusik, eine heitere Pensionistengesehichte von Heinrich Rienössä. ein Aufsatz über das Alt-Wiener Sündenbabel, den Spittelberg, von Otto Morgenstern. Raimund- und Nestroy-Anekdoten von Gustav Pich! er und anderes. Außerdem seien noch die beachtenswerten Beiträge über Anton Wildgans. Karl May. eine Einführung in das Wesen der Luftschiffahrt, eine Schilderung einer Aktion der k. u. k. Flotte hervorgerufen. Der sehr diskret für den Versichenmgsgedanken werbende, 'bei Leykam in Graz gedruckte Kalender wird seinen vielen Lesern bestimmt viel Anregung. Belehrung und Freude bieten. Amtliche Vexlaut&amngeH den. JsHutitisc/len Jlidtusqemeiude Wien Predigten in den Synagogen. Freitag, den 7. Jänner, bei dem um 4 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in der Gemeindesynagoge. 18. Bez., Schopenhauerstr. 39, Rabb. Dr. A. Z. Schwarz. Samstag, den 8. Jänner, beim Vormittagsgottesdienste Schrifterklänmg: 21. Bez., Holzmeisterg. 12, Rabb. Dr. M. Rosenmann. leopoiüstädler Tempeiveretn Aesihel Awrohom II., PazmoMtengasse 6, Tel. R 4T-8-63 Anmeldungen v. Aulgeboten, Trauungen (auch uni. ireiem Himmel) u. Barmlzit aus Gebetstunden Scheba»8698 I Bau (5 . I Hlftor Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-innen). Samstag, den 8. Jänner, um 3 Uhr nachmittags in /* allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. \ 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen der Unterklassen im II., IX. und XX Bezirke. : Samstag, den 8. |änner 1938, um >A5 Uhr nachmittags, im Leopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse 5, {s und in den Bezirkssynagogen, IX., Müllnergasse 21 und V XX., Kluckygasse 11. ' 3. Gottesdienst für die reifere Miltelschuljugend. \- Freitag, den 7. Jänner 1938, um K>7 Uhr abends, ' im Stadttempel, 1., Seitenstettengasse 4. * Beerdigungen. 29. Dezember 1937: Jonas Grünberg, 79 |ahre 2.- Bez., JV. Tor. — Regine Blumenfeld, 65 Jahre, 13. Bez.. IV. Tor. _ Charlotte Strassheim, 68 Jahre, 13 Bez IV. Tor. — Jakob Rudel, 49 Jahre, 7. Bez. JV. Tor -- Adele Raphael, 68 Jahre, 8. Bez., IV. Tor. — Isidor Müller, 76 Jahre, 6. Bez., IV. Tor. — Isidor Bleiberg, 64 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — August Knepler, 72 Jahre, 6. Bez., I. Tor. — Ludwig Bukowitz, 94 Jahre, I. Tor 30. Dezember 1937: Anna Brodsky, 53 Jahre 2. Bez., IV. Tor. — Philipp Flaschner, 67 |ahre, 16. Bez,-» IV. Tor. - Heinrich Treitler, 41 |ahre, 20. Bez. IV Toi^ — Moriz Leo Katz, 72 Jahre, 3. Bez., IV. Tor. — Frimm?41 Heim Schulberg, 66 Jahre, 11. Bez., IV. Tor. — Fanny Simon, 58 Jahre, 7. Bez., IV. Tor. 31. Dezember 1937: Samuel Kornhauser, 65 Jahre,- 9. Bez., IV. Tor. — Liehe SchwammenthaL 65 |ahre 2* Bez., IV. Tor. — Chaim Feuerstein, 74 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Dr. Wflhelm Rittermann, 58 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Leopoldine Horetzky, 64 Jahre 2. Bez. IV. Tor. — Ernestine Stern, 32 Jahre, 2. Bez.' IV. Tor — Henriette Prager, 64 Jahre, 7. Bez., 1. Tor. 2. Jänner 1938: Rosa Szilagyi, 85 Jahre 2. Bez., 1. Tor. — Friederike Röffler, 63 Jahre, 8. Bez. I Tor — Rosa Ivelson, 85 Jahre, 18. Bez., I. Tor. — Deborah Tennenbaum. 79 Jahre, 20 .Bez., IV. Tor. — Elise Glas, 78 Jahre, 6. Bez., IV. Tor. — Ing. Egon Kulka, 45 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Isak Openheim, 20. Bez., IV. Tor. — Friederike Kuhner, 85 Jahre, 2. Bez. IV. Tor. — Juda Ber Seidmann, 9. Bez., IV. Tor. — Hofrat Siegfried Gerstmann, 81 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Otto Salus, 7. Bez., IV. Tor. — Rebekka Wendel, 80 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. 3. Jänner 1938: Moriz Steinfeld, 62 |ahre, 2 Bez, 1. Tor. — Anna Gall, 94 Jahre, 1. Bez., I. Tor. — Moriz Chlamtatsch, 54 Jahre, 20. Bez., I. Tor. — Anna Hauser, 72 Jahre, 20. Bez., IV. Tor. — Josef Werner, 64 Jahre, 8. Bez., IV. Tor. 4. Jänner 1938: Simon Borger, 59 |ahre, 2. Bez., IV. Tor. — Setty Fuhrmann, 58 Jahre, 20. Bez., IV. Tor. — Sofie Unger, 68 Jahre, 10. Bez., IV. Tor. _ Fanny Graswald, 8. Bez., IV. Tor. — Moses Saul Horn, 46 Jahre 2. Bez., IV. Tor. — Olga Guttmann, 23 |ahre 7 Bez \ IV. Tor. — Eugen Benda, 2. Bez., I. Tor. Austritte aus dem Judentum. / Moritz Grünwald, Bankbeamter, geb. 11. Juni 1892 in Wien, led., XXI., Schloßhoferstraße 27. — Fritz , Becker, Vertreter, geh. 26. August 1901 in Berlin verh , VI., Mollardgasse 25. — Gertrud Becker, geb. 7 No-i< vniber 1895 in Wien, verh., VI. Mollardgasse 25. August Stier, Kaufmann, geb. 6. Juli 1888 in Wien, ger^ getrenn',, V., Arbeitergasse 11. — Katharina Jellinek, geb. 28. Dezember in Wien, led., XVIII., Schulgasse 32. — Gisela Kuhner geb. Turmann, geb. 23. September 1892 in Wien, verh., II., Rueppgasse 16. — Melanie Haber, Bedienerin, geb. 7. Februar 1897 in Wien, led., IX., Nußdorferstraße 40. — Walter Skutsch, Prokurist, geb. 12. Jänner 1887 in Kolin, ger. getrennt, XIII.. Lainzerstraße 54. _ Helga Ekstein, Verkäuferin, geb. 31. Juli 1911 in Pardubitz, led.. IX. Wilhelm Exnerstraße 30. — Hans Berthold Schwitzer, geb. 2. Juni 1912 in Wien. — , Emil Fürth, Papierindustrieller, geb. 5. April 1860 in Schüttenhofen, verh., HL, Schwarzenbergplatz 7. — Dr. Hans Geiger, Rechtsanwalt, geb. 20. Dezember 1901 in Wien, led., III., Neulinggasse 26. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschf.eld, Wien IL, Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne. Wien II. Robertgasae 2.