Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1938
- Issue
- Heft 1 (7.1.1938)
- Date
- 1938-01-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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J» I1 L udisdie 1)!«, Wahrheit V. b. b. Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedle par r&fiteor" mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer Juden" 2H^%^\ / ms> Redaktion und Administration: Wien 11., Heinestraße TäT^^Te^e^^ — Postsparkassenkonto WjenT^OaÖlS 'LT Bradieint jeden Freitag Preis 40 Groschen 54. Jahrgang Wien, 7. Jänner 1938 Nummer 1 jniitiwKOtfk, Am 19. Jännei, & "U/kr aoends, Vortragsabend der „Union gemeinsam müder ..JTugemd-'tfnion" im f.» *«fto**emrfntf 25. faofdes „Union", Jferr dr. JaftoA Crnsäein über &ic Juden und die JUarannen in Spanien im 15. Jafkrnundertf. Sdste ivillftommen? Wahre Toleranz. Nunmehr ist also auch in Rumänien nach deutschem Muster der nationale Gedanke zum regierenden Staatsprinzip geworden. Die einzige Abweichung vom deutschen Schema scheint nur die Erweiterung der nationalen Phrase durch den angeblich christlichen Charakter der neuen rumänischen Regierung zu sein. Aber auch in dieser Hinsicht ergeben sich Uebereinstimmungen. Den einzelnen christlichen Kirchen, der katholischen wie der evangelischen, wird im Dritten Reiche systematisch der Roden, entzogen, aber das Schlagwort vom „positiven Christentum" ist dort beliebt und man versteht ganz dasselbe darunter wie in Rumänien unter dem ..christlich-nationalen" Kurs, nämlich Entrechtung. Enteignung und Verjagung de? .lüde n. Diese Harmonie in Wort und Tat zwischen dem einstigen Lande der Dichter und Denker und jenem östlichen Staate, den Bismarck geformt und v der sich dafür erkenntlich gezeigt hat, indem er .das politische Leben Deutschlands mit dem Symbftl und der Gesinnung des Hakenkreuzes — beide bei der jetzt in Rumänien ans Ruder gellangten Goga-Partei bereits seit vielen Dezennien im Gebrauch — befruchtet hat, ist kein Wunder. Ueberrä'schend waren nur die äußeren Umstände, unter denen die jetzige Regierung in Rumänien an die Macht kam. Es ist bisher noch nie vorgekommen, diß eine Regierungspartei bei Wahlen unterlegen wäre. Jetzt hat sich dieser Fall zum ersten Male ereignet und Goga ist zur Macht gekommen. .-Si Sein ganzes Programm ist in den zwei Worten zusammenzufassen: uden h i n a u s!" Aber das allein gibt noch keinen eindeutigen Hinweis auf die wahren Hintermänner des Herrn Goga. Es werden heute eine Menge Staaten „positiv christlich", „christlichnational" oder so ähnlich regiert, die bei allen sonstigen Gegensätzen in der Auffassung einig sind, daß der .lud au allem schuld ist. Diese Tendenz an sich verrät also noch nicht den geheimen spiritus rector, wohl. aJber die dialektische Einkleidung der Tendenz: Herr Goga hat in seinem ersten Eifer aus der ihm gelieferten Vorlage drei Wö r tc h e n zu viel übernommen und dadurch Leibbinden, wie der Am SieverlaniH H : Corpufront-Stützmieder, leicht, kein scHieben, jedem Fallsorgfältigst angepaflt,beiScnwa~ sebaft, Magensenkung, Hängebancb, Operationen e' / R 42-5-4 den Lieferanten verraten. Er hat erklärt, daß Rumänien bisher „e rniedrigt und gedemütigt" war. Das hat Hitler unzählige Male i:i bezug auf Deutschland gesagt und in diesem Zusammenhang stimmt die Saohe auch. Deutschland ist durch den Friedensvertrag von Versailles wirklich erniedrigt und gedeinütigt worden und die daraus resultierende Seelenverfassung der Deutschen hat die Saat des Hakenkreuzes zum Keimen gebiaeht. Wer aber hat R u in ä 11 i e n erniedrigt und gedeinütigt? Rumänien erlebte am Kriegsende die freudige Ueberraschung, sich im Lager der Sieger zu finden. Es hat bei der Aufteilung der Beute einen sehr guten Appetit verraten und sich diesen auch durch die Tatsache nicht verderben lassen, daß die von ihm geschluckten Territorien ieichlich von Juden bewohnt waren. Im ersten Heißhunger hat es sogar Miene gemacht, sich diese Juden richtig zu assimilieren. Die deutschen, ungarischen, polnischen und russischen Juden in Neurumäiiien wurden gezwungen, ihre Kinder in rumänische Schulen zu schicken, während für die christlichen Ungarn. Polen usw. Minderheitensehuien in der Muttersprache der Eltern geführt wurden. Herr Goga bringt a I s o j e t z t die Schulpolitik seiner eigenen Nation um ihre Früchte, wenn er die g e w a 11 s a in, meist gegen den Willen ihrer deutschen, ungarischen oder polnischen Eltern rumänisch erzogenen Judenkinder uns dem ihnen aufoktroyierten Sprachbereich plötzlich wieder hinausdrängt, indem er ihnen das Mitarbeiten an rumänischen Zeitungen verbietet, ja. ihnen sogar das Lesen rumänischer Zeitungen verekelt, da er alle kultivierten Blatter einstellte und fast nur antisemitische Radanblätter bestehen läßt. Diese weise Politik nennt er ..Zurüekdrängung des jüdischen Einflusses". Zuerst wurde also der ..Einfluß" der jüdischen Eltern zurückgedrängt, indem man ihnen verwehrte, ihre Kinder in der eigenen Muttersprache zu erziehen, und jetzt wird der ..Einfluß" der herangewachsenen jüdischen Jugend zurückgedrängt, indem man sie Lindert, die aufgezwungenen Kenntnisse der rumänischen Sprache und Kultur sich und dem Lande nutzbar zu machen. Die Juden sollen - die gegenteiligen letzten Meldungen siiH^nfemv - kontrollierbar - systematisch aus -allen Berufen entfernt und durch Vollbluti umänen ersetzt werden. Den (Joga hält es für seine Pflicht, „allen Erscheinungen des nationalen Lebens den Stempel der führenden Rolle der rumänischen Rasse aufzudrücken". Aber diese Pflicht beschränkt er nicht etwa auf die grob materialistische Aufgabe, den Juden das Brot wegzunehmen, um es Rasserumänen zuzuschanzen, sondern er will auch die seit 1922 erfolgten Einbürgerungen von Juden in Rumänien rückgängig machen. Hier wird die Grausamkeit, die bei der Berufsentwurzelung der Juden nur als eine unvermeidliche Begleiterscheinung der Liebe (iogas zu seinen rumänischen Konnationalen erschien, ztiiri sinnlosen Selbstzweck. Denn es ist nicht einzusehen, wem durch diese Maßregel auch nur der geringste Nutzen erwachsen kann. Fritjof Nansen war über die Absurdität, daß Menschen mit dem Brandmal der Heimatlosigkeit behaftet, zum Spielball behördlicher Willkür erniedrigt sein sollen, aufs heftigste empört und saun auf Abhilfe dieses, wie er glaubte, nur vorübergehend möglichen Zustands. Pamenhonfehtions= KOHLE'KOKS A N T H R A Z 1 T Tbree siars" Mri'-Ll Buihenholz BÄSCH IV., ArgentbüerBtrafie 22 ♦ Tel. D 47-5-40 modellhaus ,JZuc feschen Wietteeut" fllerius Sa^er. & Co. Wien IX/2., Währinger str. 63 Telephon A 23-249 Gründungsjahr 1897 Dornebmes modellbaus für Damenbekleidung e Mäntel, Kleider. Kostüme, Blusen TllafcHteliet im fjaufe a Sond«r-R»b*tt von 5»/a.