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Die Wahrheit · 1937-11-12 · Heft 45 (12.11.1937) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 45 (12.11.1937)
Date
1937-11-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 45 — 12. November 1937. DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidras Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel Oabatstnnd äs Klslew 5698 November 1937 früh abds. 7.15 Eislew 6 4.16 ( Wajere (1. B. M.) j «-30 9wÄhJ^uw 605 1 Borchi Nafschi j 7.15 „ 10. bis 14. 4.30 abds. Freitag, 12. 4.15 Samstag, 13. 5.05 Sonntag, 14. bis Donnerstag, 18. Nov. 4.10 Jubiläumsfeier. Sonntag, den 7. November, 4 Uhr nachmittags fand im überfüllten Floridsdorfer Tempel der feierliche Gottesdienst aus Anlaß der 40jährigen Amtszeit und des 70. Geburtstages des Herrn Doktor M. Rosenmann statt. Der Hauptpunkt der Feier war die Ueberreichung einer kostbar geschmückten neuen Thorarolle zu Ehren des Gefeierten, um deren Beschaffung sich die ganze Floridsdorfer Gemeinde, namentlich aber der Bethausvorstand mit Herrn Dr. Max Tic ho, an der Spitze bemüht hatten. Der Jubilar und Oberrabbiner Dr. Taglicht wurden unter einen kunstvollen Baldachin geführt, den Frau Dr. Babette Rosenmann selbst gestickt und gespendet hat Die kantoralen1 Funktionen versah trefflich Herr Oberkantor Teig, der Knabenchor wurde vom Chordirigenten Braunwald gut geleitet. Die Festrede hielt Oberrabbiner Dr. Taglicht, der in geistvoller Weise den Jubilar mit dem guten Hirten, dem Patriarchen Jakob, verglich. Hierauf sprach ergreifend Rabbiner Dr. Rosen mann selbst, der seiner großen Vorgänger im Rabbinate der Muttergemeinde und des Heros des österreichischen Judentums, Herrn Rabb. Dr. Bloch, seines Vorgängers in Floridsdorf gedachte. Nach dem Gottesdienst fand eine Begrüssungsfeier in der Kanzlei statt, bei der zunächst Kultuspräsddent Dr. Desider Friedmann däe Verdienste des Jubilars würdigte: Dr. Max Ticho sprach für die Gemeinde Floridsdorf, General Emil Sommer namens des „Reichsverbandes jüdischer Legitimisten". Frau Vizepräsident Egger überreichte namens des Floridsdorfer Frauenvereines eine kostbare „Jad", Altvizepräsident Dr. J. Ornstein sprach in gewohnter tiefgründiger Weise für das Beth Hamidrasch, Herr Czuczka für die Chewra von Floridsdorf, Dr. Morgenstern besonders rührend im Namen der gewesenen Schüler des Floridsdorfer Gymnasiums, dessen Rehgionslehrer der Jubilar durch drei Jahrzehnte war, schließlich Herr Hahn namens derjenigen, die bei der Installation vor 40 Jahren zugegen gewesen waren, wie sich auch Frau Laura Grünwald im Publikum befand, in deren gastlichen Hause der damals noch unverheiratete junge Rabbiner den ersten Abend nach seiner Einführungspredigt mit den Floridsdorfer Honoratioren zugebracht hat. Der Gefeierte erwiderte jedem Redner besonders geistvoll. Unter den Anwesenden bemerkte man noch Vizepräsident Dr. Josef Ticho, die Rabbiner Dr. Kaminka, Dr. Mehrer und S ch w aTz, die Vertreterinnen der Weiblichen Fürsorge .und vieler Frauenvereine, Frau Oberrabbiner Taglicht, starke Abordnungen der „Union österreichischer Juden" und zahlreicher Tempelvereine, die Gesamtvorstände isämtlicher Floridsdorfer Vereine und fast die gesamte jüdische Gemeinde von Floridsdorf. Kommerzialrat Alfred Landesberger zum 60. Geburtstag. So oft ich an meine Wiener Jahre zurückdenke, steht unter allen, mit denen ich mich in ungetrübter Herzlichkeit verbunden fühle, in vorderster Reihe Alfred Landesberger. Seine Bekanntschaft machte ich in dem Komitee, das sich dem Wiederaufbau unseres Tempels widmete. Wer sich der Schwierigkeiten erinnert, mit denen unser Unternehmen zu kämpfen hatte, wird mit mir in seinem Gelingen ein wahres Wunder sehen. Wie von der Vorsehung gesandt, kam uns damals Alfred Landesberger. Aus eigenen Mitteln brachte er Opfer, wie ich sie nie einem einzelnen zugemutet hätte. Von anderen Beiträgen abgesehen, hat er dem Tempel die Beleuchtung, ein wertvolles Porauches, im wesentlichen die 'Beheizung — und alles selbstlos und in solchen Zeiten! — ganz allein beigestellt. Leopoidstädier Tempeiverein Aestbei Awrobom II., Pazman Itciigasse 6, Tel. ß 47-8-63 Anuieiaunften v. Aufgeboten, Trauungen (audi unf. freiem Himmel in. Darmizwaus Partelanvarkahr an Werktag«! tob 2 Ms 'M Uhi nach- . mittags, an Sonntagen von 10 bis 12 Uhr vormittags früh 6.45 Gebets tunden Klslew S698 Wajexe (l.B.M.) Htftora Wajiwrach Jaakauw Borchi Nafschi abds 4.15 Das war aber nur ein Teil seiner Leistung. Unverdrossen gab er mit vollen Händen, so oft wir dringend Mittel brauchten, sollte das Werk nicht ins Stocken geraten. Und wie er gabJ Man sah es ihm an, daß es ihm am Herzen lag, einer Sache zu dienen, die Gott und dem jüdischen Namen zur Ehre getan werden mußte. Doch mit allen Geldopfern nicht genug, legte er selbst überall Hand an, um Verhandlungen mit den verschiedensten Stellen sachkundig durchzuführen. Wenn ich nur an diese seine Verdienste denke, freue ich mich, daß ich sie heute, wenn auch nur mit wenigen dürftigen Worten aus der Verborgenheit hervorzuziehen eine Gelegenheit finde. Auf einem andern Blatte steht, was er indirekt für die Hebung des jüdischen Ansehens als Förderer von Kunst und Wissenschaft geleistet hat. Im Verein mit seiner Gattin pflegte er feine Geselligkeit, die sein Haus zu einem Treffpunkt klangvoller Namen machte und an die besten Zeiten Wiener Geistigkeit erinnerte. Auch diese Verbindungen stellte er in den Dienst unseres Tempelbaues. Unvergeßlich sind allen noch lebenden Teilnehmern der Chanukka-Abend im Sofiensaal, das Konzert mit Alfred G r ü n f e 1 d. Selma Kurz u. a. im Konzerthaus. Und bei alledem diese Bescheidenheit seines Auftretens, diese wirkliche Liebenswürdigkeit. Denn wer ist mehr als er würdig, wirklich geliebt und zum Freunde erwählt zu werden? Keine bittere Erinnerung vergällt darum die Freunde und Dankbarkeit, mit der ich ihm auch im Namen aller seiner Freunde heut im Geiste die Hand drücke. Ebenso im Sinne derer, die nicht mehr unter uns weilen. Wie mancher unter ihnen, dessen liebe Züge, während ich dies schreibe, wieder herzerwärmend in meiner Erinnerung aufleuchten! Nach unserem menschlichen Ermessen verdient es Alfred Landesberger wie wenige, daß ihm auf seinem Lebenswege die Sonne ungetrübter Freude scheine. Die reinste und höchste darf ihm das Bewußtsein geben, daß er sie sich um Gott und Menschen redlich verdient hat. Dr. G r u n w a 1 d. Verlobung. Fräulein Liizzy Löwit, Tochter des Herrn Oberkantors Isidor Löwit, hat sich mit Herrn S. Grüner verlobt. Wir gratulieren herzlichst. Amtsjubiläum. Herr Robert Tichy, Amtsgehilfe der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, begeht am 15. November sein 25jätiriges Amtsfufoiläum und wird dieser pflichtbewußte, allseits beliebte Beamte aus dießem Anlasse Gegenstand von Ehrungen sein. Theater und Kunst. Im Jüdischen Kulturtheater (I., Franz Josefskai 3) wird mit unvermindert großem Erfolge S. Gronemanns „Jakob und Christian" gegeben. Diese lustspielhafte Abrechnung mit der Rassentheorie ist wirklich gediegen, das Rätselraten um die währe Abstammung der beiden Helden ist eine heitere Folie für eine heute leider sehr ernste Angelegenheit. Erstklassig, wie immer, die Darstellung, aus der niemand herausgegriffen sei, denn alle sind mit Eifer und Talent bei der Sache. Die Regie führt wieder Rudolf Weiss, dessen erstklassige Leistungen "in dieser Hinsicht den Besuchern des kleinen Theaters heute schon ebenso bekannt sind wie seine ausgezeichneten schauspielerischen. Hier wird gute Kunst geboten, der jeder Wiener Jude helfen muß. „Rassisches und Klassisches" nennt sich eine Revue von Weiser und Schlesinger, Musik von D i c k s t e i n, die am 6. d. M. im Offenbachsaal Premiere feierte. Die beiden Autoren haben bisher ihr Talent mehr parteiischer „Kunst" gewidmet, nun beweisen; sie erfreulicherweise, daß es ihnen auch möglich ist, in launiger Weise gesamtjüdisches Geschehen zu betrachten und behandeln. Von solch höherer Warte ist ihnen eine geistreiche Sache gelungen, an der das Publikum viel Gefallen fand. Insbesondere einzelne Bilder, in denen es auch nicht an saftigen Ausfällen gegen zionistische Parteipolitik in Oesterreich und aller Welt fehlte, erheiterten sehr. Zu dem schönen Erfolge trug die gute Darstellung, mit den Autoren an der Spitze, bei. Der Vortrag „Die Jüdische Sünde" (Sind die Juden gescheit?) von Anton Kuh, der im Offenbachsaal stattfindet, wurde auf Donnerstag, den 18. November verschoben. Beginn: 20 Uhr. Karten bei der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai .3, R 28-2-36, bei der Konzertdirektiön Hohenberg (im Operngebäude) und bei der Kartenzentrale Gronner, I.r Graben 28. 9. Woche „Jidl mit'n Fidl". Die Sensation der Saison, der Mali P i c o n - F i 1 m1 „Jidl m i t'n F i d 1", läuft nach wie vor mit unvermindertem Erfolg. ■ Ueber 30.000 begeisterte Zuschauer haben in dieser kurzen Zeit diesen erfolgreichen Film im Augarten -Kino gesehen. AmtUche VextaiUßaiungeH den. J&iaetUischen JCuttusgemeinde Wien Predigten in den Synagogen. Freitag, den 12. November werden bei den um 4 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachfoenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; XVIII.. Schopenhauerstraße 39, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XXL, Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschülertinnen). Samstag, den 13. November 1937, um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler- und -Schülerinnen der Unterklassen im II.. IX. und XX. Bezirk. Samstag, den 13. November 1937, um Ü5 Uhr nachmittags im Leoipoldstädter-Tempel, IL. Tempelgasse 5 und in den Bezirkssynagogen IX., Müllnergasse 21 und XX., KJuckygasse 11. 3. Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend. Freitag, den 12. November 1937. um 'AI Uhr abends für die reifere Mittelschuljugend (IV.—VIII. Klasse) im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4. Kundmachung. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt bekannt, daß die Gebühr für das Schachten von Enten im Geflügelschlachtlokale der israelitischen Kultusgemeinde Wien. IL. Im Werd 1. von S —.15 auf S —.20 mit der Wirksamkeit ab 10. November 1937 erhöht wird. Beerdigungen. 3. November 1937: Karl Sommernitz, 77 Jahre 3. Bez., I. Tor. — Emma Sternfeld, 65 Jahre, 9. Bez., I. Tor. — Dr. Albert Eisler, 72 Jahre, 19'. Bez. I Tor. — Meier Moses Weimann, 74 Jahre, 20. Bez. IV Tor — Lilly Baruch, 32 Jahre, 20. Bez., IV. Tor. — Charlotte Morgenstern, 68 Jahre, 12. Bez., IV. Tor. 4. November: Heimann Josefovits, 3 lahre, 2. Bez., IV. Tor. — Samuel Ferda, 84 Jahre, 13. Bez., IV Tor.. — Fanny Reitler, 77 Jahre, 4. Bez., JV. Tor. — Hermann Ebenspanger, 68 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Moses Rubinstein, 70 Jahre, 4. Bez., IV. Tor. — Julius Wittenberg, 69 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Marie Handl, 87 Jahre, 7. Bez., IV. Tor. — Ignatz Ferda, 84 Jahre 18. Bez., I. Tor. — Katharina Berger, 84 Jahre, 9. Bez., I. Tor. — Adele Spitzer, 89 Jahre, 1. Bez., I. Tor. 5. November: Flora Alt, 65 Jahre, 7. Bez., I. Tor. — Carl Engel, 73 Jahre, 3. Bez., I. Tor. — Therese Frankenstein, 74 Jahre, 13. Bez., I. Tor. — Heinrieb Schermann, 55 Jahre, 18. Bez., IV. Tor. — Johanna Braun, 85 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Karl Horowitz, 62 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Josef Paneth, 75 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Rosalia Fischer, 84 Jahre, 8. Bez., IV. Tor. — Edmund Zuckermandl, 62 Jahre, 7. Bez., IV. Tor. — Scheindel Isler, 74 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. 7. November: Amalie Neuspiel, 82 Jahre, 17. Bez., I. Tor. — Sosie Meiseis, 23 Jahre, Teleti (Polen), IV. Tor. — Hermann Geier, 75 Jahre, 13. Bez. IV. Tor — Bernhard Kohn, 67 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Rafael Hehn, 55 Jahre, Bukarest, IV. Tor. — Meier Engelberg,. 60 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Olga Steiner, 53 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Jakob Kleinfeld, 70 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Sofie Aptowitzer, 69 Jahre, 18. Bez., IV. Tor. 8. November: Rosa Ziffer, 74 lahre, 1. Bez., I. Tor. — Markus Adler, 73 Jahre, 1. Bez., I. Tor. — Sofie Adler, 74 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Cäzilie Freud, 78' Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Mordche Westfried, 77 Jahre, 13. Bez., IV. .Tor. 9. November: Rudolf Berger, 63 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Malka Berger, 85 Jahre, 3. Bez., IV. Tor. — Leontine Honig, 59 Jahre, 5. Bez., IV. Tor. — Berti Liebermann, 67 Jahre, 3. Bez., IV. Tor. — Hugo Mondschein, 15 Jahre, 3. Bez., IV. Tor. — Dr. Otto Herzka,. 51 Jahre, 1. Bez., IV. Tor. — Otto Hohenberg, 64 Jahre, 18. Bez., I. Tor. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar H i r s c h f e 1 d, Wien II... Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhnen Wien II. Robertgasse 2.

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