Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 43 (29.10.1937)
- Date
- 1937-10-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IDoch cns V. b. b. Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedle par l'edrtear" dirifl Die UUrheir mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer Juden" Preis 40 Groschen Erscheint jeden Freitag mmsmmmmwmwmmmmmm Redaktion und Administration: Wien II., Heinestraße 13 — Telephon R 44-1-40 — Postsparkassenkonto Wien; A 100.918 53. Jahrgang Wien, 29. Oktober 1937 Nummer 43 TR Donnerstag, den 4. November, 5 Wir abends, Undet im Saal der „Union" I., Schoftenrlng 25, Mezzanin, eine AUER-YERS API PIEUMG der „Union ösferrelfhlsdier Jaden" für Herrn ft\\\ WARDORG, NCW-YOlIf Präsident des American Joint Distribution Committe, statt. Die GedenhredC hält Präsident Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim. Wir rechnen mit dem bestimmten pünktlichen Erscheinen der Mitglieder und Freunde der „Union" bei dieser der Ehrung eines edlen iMenschen und aufrechten Juden gewidmeten Feier Hochachtungsvoll Der Zentralvorstand der „UNION ÖSTERREICHISCHER JUDEN' „An einem Xanzlemowt darf man nidti drehen und nicht deuteln." Dieses unantastbare Prinzip, das besonders unserem Bundeskanzler Dr. Kurt v. Schuschnigg gegenüber wegen seiner Gerechtigkeit und Zielstrebigkeit und seiner absoluten Loyalität angewendet werden muß, wird seitens der jüdischnationalen Presse, deren Märchen durch das ofiene Wort des Kanzlers in Nichts zerstoben sind, nicht beachtet. Die jüdischnationale Presse ist eitrigst bemüht, das klare Wasser zu trüben und die restlose Anerkennung der Richtigkeit des Standpunktes der Assimilation und der Stellung der assimilierten Juden in Oesterreich durch den Kanzler zu verdunkeln und in ihr Gegenteil zu verkehren. Dabei geht „Die Neue Welt" in ihrer gewohnten Art — wir haben ihr das schon wiederholt nachgewiesen — so weit, Aeußerungen dem Bundeskanzler in den Mund zu legen, die er nicht getan hat oder die tatsächlich erfolgten Aeußerungen willkürlich abzuändern. Wir haben die von uns zitierte Aeußerung des Bundeskanzlers aus der „Independance Beige" so wiedergegeben, wie sie m dem von den Jüdischnationalen öfters mißbrauchten „Tag" enthalten war. Der „Tag" sagt dazu: „Wir publizieren nun im folgenden denvollen Wortlaut (gesperrt von der Redaktion) der bedeutungsvollen Aeußerung des Bundeskanzlers." Danach hat der Bundeskanzler ausdrücklich, so wie wir publizierten, gesagt: „Es gibt viele Israeliten in Wien, das ist richtig, und wenn man mir vorhielte, daß es eine jüdische Frage gebe, so wurde ich auf der Stelle antworten, daß man einen Unterschied machen muß zwischen den unserem Volk seit Generationen as- HILFE für KRANKE! O Höhensonnen Bestrahiungsls mpen Zimmerklosette LEIHWEISE! Medizin! sehe Leihanstalt Hnnrinpen-lHiholnsth Taboistr. similierten Juden (gesperrt von der Redaktion), die ausgezeichnete Oesterreicher sind und bloß eine von der meinen verschiedene Konfession haben, und zwischen den neueingewanderten Juden .... Die letzteren bilden ein Problem, aber ein nationales Problem, keineswegs ein rassisches oder konfessionelles . . ." Die „Neue Welt" will es einfach nicht wahr haben, daß der Herr Bundeskanzler von den „unserem Volk seit Generationen assimilierten Juden" gesprochen hat Sie will ihren Lesern einreden, weil es ihr so paßt, daß der Herr Bundeskanzler nur „von den seit Generationen in Wien lebenden Juden" gesprochen hat. Wiewohl tatsächlich und ■sinngemäß kein großer Unterschied ist, will die ..Neue Welt" ihren Lesern doch vorspiegeln, daß der Herr Bundeskanzler nicht von „assimilierten" Juden gesprochen und sie als „ausgezeichnete Oesterreicher" gelobt hat. Für einen Herrn Stricker, den Eigentümer und Herausgeber der ..Neuen Welt", kann das Wort „Assimilation" und ..assimiliert" nur als die größte Beschimpfung eines Juden ausgesprochen werden. Und er möchte wer weiß was darum geben, wenn der Herr Bundeskanzler die Assimilation nicht gelobt hätte und nicht gesagt hätte, „daß man einen Unterschied machen muß zwischen den unserem Volk seit Generationen assimilierten Juden, die ausgezeichnete Oesterreicher sind und bloß eine von der meinen verschiedene Konfession haben" und den Juden anderer Nationalität, demnach auch den Juden, die sich zur jüdischen Nation bekennen. In seiner Blindheit übersieht Herr Oberbaurat Stricker sogar, daß die „kollegiale" „Stimme" auch die Worte des Bundeskanzlers, wie sie ausdrücklich sagt, aus dem französischen Original — besser wäre, belgisches Original — ebenso zitiert, wie wir, nämlich „den im Volke seit Generationen assimilierten Juden", wobei auch eine kleine Ungenauigkeit vorliegt, weil der Herr Bundeskanzler nach dem vorliegenden Interview ausdrücklich von „den, unserem Volke seit Generationen assimilierten Juden gesprochen hat". Es verdient festgehalten zu werden, daß die beiden jüdischnationalen Organe Wien, „Die Stimme" und „Die Neue Welt", die sonst immer mit dem jüdischen Nationalismus aufwarten, u. zw. nicht nur in Palästina, sondern in Oesterreich, und die sogenannte Landespolitik der österreichischen Juden in diese Richtung führen wollen, an den jüdischen Nationalismus plötzlich scheinbar vollständig vergessen haben. Der Kanzler hat ganz deutlich gesagt, daß die in Oesterreich neueingewanderten Juden noch nicht Wurzel gefaßt haben und daß sie ein Problem bilden, aber ein nationales und keineswegs ein rassisches oder konfessionelles. Plötzlich gibt es keinen jüdischen Nationalismus für die Presseorgane der Jüdischnationalen. „Die Stimme" bemerkt: „Leider sagt der Bundeskanzler nichts darüber, inwieferne die Anwesenheit von iremdnationalen Personen ein Problem sein soll. Es leben hier in Wien Tschechen, Magyaren, Bulgaren, Griechen u. s. w. und sie bilden wahrscheinlich kein Problem." Und die Jüdischnationalen, von denen der „Stimme" Höflichkeit plötzlich schweigt, die sonst als das Wichtigste natürlich und selbstverständlich in die erste Reihe geschoben werden, sie werden plötzlich mit dem „u. s. w." abgefunden? Sollten nicht gerade die jüdischnationalen Juden in Oesterreich für den Führer des österreichischen Volkes in erster Linie das „nationale Problem" bilden? Und erst „Die Neue Welt"; die Fachleute für Nationalismus der „Neuen Welt", der österreichischen Judenstaatspartei, verstehen auf einmal das Wort „national" nicht, weil es aus dem Kanzlermunde kommt. „Was allerdings", so schreibt sie, „die Wendung .ein Problem der Nationalität' (wieder falsch, der Kanzler hat gesagt, daß die neueingewanderten Juden ein .nationales Problem' bilden und hat nicht von dem ,Problem der Nationalität' gesprochen) anlangt, so hat sie zweifellos zu mißverständlichen Deutungen Anlaß gegeben. Unter Nationalität der zugewanderten, das ist nicht .bodenständigen' Juden kann der Bundeskanzler wohl nur eine Lebensart gemeint haben, die sich von der mitteleuropäischen merklich unterscheidet, eine Lebensart, die eben nicht wienerisch ist." (Von der Red. gesperrt.) Also der jüdischnationale Oberbaurat Stricker findet plötzlich das Kriterium des Nationalen in Damenhonfehtionsfflodellbaus „Zuz feschen Wienerin" Hlerms Saber & Co. 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