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Die Wahrheit · 1937-10-15 · Heft 41 (15.10.1937) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 41 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite S Nr. 41 — 15. Okiober 1937 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafe! GebstiCTtnden Marcbeschwaun 5698 Oktober 1937 früh abds. 7.15 Marcbeschwaun 10. 5.G0 o on |l.ecb lecto (1. B. M.) I °ra „mar U.50 wann 11 |L°m0 saumar i wann 11. Borchi Najscbi 1 7.15 Marcbeschwaun 12. bis 16. 5.15 abds. Freitag, 15. 5.00 Samstag, IG. 5.50 Sonntag, 17. bis Donnerstag, 21. 5.15 Für das Bethaus AcTass-Jeschurun. IX., Pfluggasse 5, wurde von den Brüdern Jenö und Mcr Rabinek ein Sefer-Thora gespendet, nachdem der verdienstvolle Obmann des Vereines, Herr S. Weiss, kurz vorher anläßlich der Barmizwah-Feier seines Sohnes ebenfalls eine Thorarolle schreiben ließ. Die um die Erhaltung des Bethauses verdienten und allseits geschätzten Brüder Rabinek haben damit neuerlich ihren Sinn für die Ausgestaltung der Synagoge bekundet. Von der Wohnung des Herrn Mor Rabinek. dessen Sohn Paul cm darauffolgenden Sonntag seine Hochzeit feierte, wurde das prächtige Sefer-Thora Erew Schabbath-Bereschith in die Schul gebracht. Im Anschlüsse fand eine Seudah statt bei welcher Herr Rabbiner Benjamin Benedikt in Vertretung seines erkrankten Vaters eine mit Beifall aufgenommene Ansprache hielt. Die kantoralen Funktionen versah in gewohnt ausgezeichneter Weise Oberkantor Schiffmann. Den Mittelpunkt des zweiten Betens bildete die Barmizwah-Feier des Solines des Obmannes S. Weiss. Herbert, der in wahrhaft erhebender Weise sowohl Maftir als Haitora vortrug. Am Nachmittag fand in der Wohnung des Herrn W e i ss ein Empfang statt, wobei der Barmizwah eine gelungene Rede hielt, die großen Beifall erntete, worauf Rabb. Prof. Doktor A. Frankfurter und Rabb. B. Benedikt geistreiche Reden hielten. Theater und Kunst. Im Jüdischen Kulturtheater, I., Franz Josefskai Nr. 3 sieht man jetzt die amüsante Komödie von Sammy Gronemann „Jakob und Christ i a n", ein heiteres Spiel rund um die Rassenfrage, die hier blendend ad absurdum geführt wird. Unter der Regie von Rudolf Weiß wird ausgezeichnet gespielt. Das reizende Bühnenbild schuf Friedl Gerber. Ueber Stück und Aufführung nächstens mehr. Für heute nur: Beides ist sehenswert und die Wiener Juden sollten es sich ansehen. ,Der polnische Purez." Die wiederholt angekündigte Sensationspremiere von A. Kazizners „Der polnische Purez'" in den Jüdischen Künstlerspielen findet nunmehr Freitag, den 15. d. M., um halb 9 Uhr abends, statt. Das berühmte Werk des erfolgreichen jüdischen Dichters von „Tag und Nacht" wird hier in einer vollkommen neuen Inszenierung durch M. L i p m a n zur Auf führung kommen und wird durch Kompositionen von M. L ab e t z k y musikalisch illustriert werden. In den Hauptrollen werden die prominenten Mitglieder des Morris Schwartz-Ensembles Moris L i pm a n. Eny L i t o n. Natalja Lipman und Jizchok Grudberg zu sehen sein. „Der polnische Purez'' %var auf sämtlichen jüdischen Bühnen ein ganz großer PubÜkumseriolg. Er vi d in den „Jüdischen Künstlerspijleü". IL. Praicrstraße 34, Tel. R 45-4-94, täglich halb 9 Uhr abends, mit Ausnahme von Dienstag, den 19. (an diesem Tag geht „Esterke"), gespielt, überdies auch Sonntag, den 17. Oktober, halb 4 Uhr, bei kleinen Preisen. BHanzaDscMflsse und sieoerDeKenntmsse Neoanlagen, Renstonen, Büdinoditräge sowie steuererieatguiigeii iedcr Art übernimmt BisalMSHer DIR. GOSTAU KOLHIN Büro lär Buchhaltung, Bilanz und Steuerberatung Wien Kl., Toibors<roOe *S2 Teleohon R 45-3-30 itopttStistädtcr leinpeivereü? Aeschel Awronom II., PamtaBiteiiitasse e, Tel. R 47-0-G3 anmetaungen t. Auigetmten, Trauungen (autiiunt. freiem Himmel) u. Barmtzwaus p£rt«lenverkt>hr an Weiktagen von 2 bis >/i4 Übt nachmittles, in Sonoiogeii von 10 bis 12 Uhr rornjitlaci Gebetstandeo früh Marcbeschwaun S698 ' abds 6.30 Marchescbwaun 10. 5.00 Lech lecho (l.B.M.) Haftora Lomu sauraar Borcbi Kafschi 6.30 Marchescbwa Prof. Juliusz Wolfsohn hat die Leitung seines privaten Instituts für moderne Pianistik mit Staatsprüfungskurs übe:nommen. Unterricht von den ersten Anfängen bis zur künstlerischen Ausbildung durch erstklassige Lehrkräfte. Konzertklassen: Prof. Juliusz Wo 1 fsohn, Prof. Ludwig Czaczkes. Auskünfte und Anmeldungen im Sekretariat, I., Goldschmiedgasse 10, Telephon U 22-9-57. LITERATUR. Iwan Heilbut. Die öffentlichen Verleumder: Die „Protokolle der Weisen von Zion" und ihre Anwendung in der heutigen Weltpolitik. 140 Selten. Kart. Fros.3.50. Leinen Frcs. 5.50. En ropa-Verlag, Zürich. Endlich geht hier ein öffentlicher .Ankläger zum Angrifi gegen die öffentlichen Verleumder vor, die selber (gerade die Taten begehen, die sie ihren Opfern zum Vorwurf machen. Geradlinig und scharfsichtig, leidenschaftlich in seiner GetüJüswänme wie in seiner Ironie, zeigt Iwan Heilbut auf, wie die deutschen Nationalsozialisten die Lüge von den „Protokollen der Weisen von Zion" aufgenommen, gleichzeitig aber sich die angeblichen Weltherrsahaftspläne der Juden selbst zu eisen gemacht haben. Der Kampf tritt in ein neues Stadium. Das ist die völlige Wendung, die dieses Buch hervorbringt: Im historischen Prozeß um die „Protokolle" sitzen dlie deutschen Nationalsozialisten auf der Anklagebank. Bevor er diesen Angriff beginnt, schreibt Iwan Heilbut die Geschichte der Fälschung und ihrer Enflarvung. In knapper, historisch getreuer Darstellung trägt er das gesamte Material vor. Das ist kein trockener Prozeßbericht, sondern das ist die packende Darstellung eines Betruges, der seinesgleichen in der Geschichte 'sucht. Mit schlagender Beweiskraft zertrümmert das Buch die Lüge von dreie'mnaJb Jahrzehnten, die Ströme von Blut verschuldet hat Bs wendet sich mit überzeugender Wahrheit an alle, an Juden wie 'an Judengegner, an die Freunde der Joiden wie an Gleichgültige. Herbstnovitäten des Verlages Oprecht Zürich und des Europa-Verlages Zürich, kn Belletristik 'bringt der Verlag Oprecht. Zürich: Walter Mehring „Die Nacht des Tyrannen", ein Roman mit starken ParaHelen zur 'heutigen Zeit Alired Pol gar „Handbuch des Kritikers" — ein neuer Band des bekannten Essayisten. Auf dem Gebiete der bildenden Kunst erscheinen: Max O pp en Ii eim er (Mopp) „Wie ich sie malte". Der bekannte Maler erzählt in Wort und Bild die Geschichte seiner Portraits. Ferner ein umfassendes Werk von Wilhelm Uli d e ..Von Bismarck bis Picasso — Erinnerungen und Bekenntnisse". Zur Wirtschaftskrise spricht Adolf S türmt h al in seinem Buch ..Die Große Krise" — ein umfassendes Bild der Wirtschaffskatastrophe. die seit dem ..schwarzen Freitag" der New Yorker Börse im Jahre 1929 über die Welt hereinbrach. Dramen und Lustspiele finden sich im „Dramatischen Skizzenbuch". von Fritz J e 11 i n e k, mit dem Untertitel „Aus alter, aus neuer, aus neuester Zeit". Im Europa-Verla ig Zürich bringt Erich Kahler mit seinem umfassenden Werk ..Der Deutsche Charakter in der Geschichte Europas' einen grundlegenden Beitrag zur systematischen und historischen Darstellung des Deutschtums. Herrmann Steinhausen schreibt in einer blendend formulierten Abhandlung über ..Die Zukunft der Freiheit". Friedrich Hertz, der bekannte Soziologe und Historiker, legt unter dem Titel „Staatstradition und Nationalismus" den ersten Band seines Gesamtwerkes ..Nationalgeist und Politik — Beiträge zur Erforschung der tieferen Ursachen des Wellkrieges" 'vor. Band II erscheint im Frühjahr 193S. Ueber das frühere Leben der Frauen in den östlichen Staaten berichtet Fannina Halle in ..Frauen des Ostens — Vom Matriarchat bis zu den Fliegerinnen von Baku". m*mm*ammmmmmiBmmmmmim»uMwumLmLvu*mxMiLi-rrjiwj&nw!wm'tm Erweiterung des Trainingsbetriebes des Schwimmklubs Hakoah. Am 1. Oktober begann im Dianabad der vergrößerte Trainingsbetrieb des Schwimmklubs Hakoah, und zwar Diensiag, von KV bis 8 Uhr, und Donnerstag, von 'AI bis y.<ä Uhr, verbunden mit einer großen Werbeaktion. Es braucht wohl nicht erst darauf hingewiesen zu werden, wie schön und gesund der Schwimmsport ist, wie der Körper durch die gleichmäßige Inanspruchnahme sämtlicher Muskelpartien harmonisch ausgebildet und gekräftigt wird. Erwähnt sei, daß jedes neue Mitglied sofort nach Anmeldung einem Trainer zugewiesen wird, der für die Ausbildung seiner Schüler im Rennschwimmen sorgt. Auch eine Seniorengruppe wurde geschaffen, wo ältere Mitglieder vollkommenes Training und gründliche Ausbildung erhalten. Es ist allgemein bekannt, wie viele österreichische Meisterschaften häufig unter den widrigsten Umständen und oft gegen offene Feindschaft von der „Hakoah"" gewonnen wurden. Jüdisches Erziehaagswesen in Amerika. Eine großzügige Auiklärungs- und Propagandaaktion im Rahmen des „Erziehungsmonats", der für die Zeit vom 16. September bis zum 15. Oktober in ganz Amerika proklamiert wurde, hat ihren Höhepunkt in der „jüdischen E r z i ehungswoc h e" vom 9.—15. Oktober erreicht. In einer der JTA übergebenen Erklärung weist der Vorsitzende des Laien-Komitees im Landesrat . für jüdische Erziehung und Ehrensekretär der Gesellschaft für jüdische Erziehung in New York, Bernard Samel, auf die Ziele der in diesem Monat durchgeführten Aktion hin, die eine Verbreiterung und Vertiefung des gesamten jüdischen Erziehungswesens in Amerika anstrebt. Durch systematische jüdische Erziehung soll es ermöglicht werden, daß die jüdische Jugend zu guten Amerikanern und guten Juden heranwachse. Das eine bedinge das andere. Zwischen jüdischer Qlaubenstreue und jüdischem Qeschichlsbewußtsein einerseits und vollständiger Anpassung an das amerikanische Leben andererseits dürfe es keine Trennungsmauer geb e n. Es gelte sich von der grundlosen Befürchtung frei zu machen, daß Amerika von seinen jüdischen Bürgern verlange, daß sie ihr Judentum opfern. Vielmehr hätten die bedeutendsten Männer Amerikas, wie Charles W. Eliot, John Dewey, Theodor Roosevelt, Woodrow Wilson, Calvin Coolidge, Herbert Hoover, Franklin D. Roosevelt u. v. a. die amerikanischen Juden aufgefordert, ihren Glauben und ihre Kultur zu bewahren. Erst vor kurzem Irabe Präsident Roosevelt die Kultur des jüdischen Volkes als die Kraft bezeichnet, die „die Menschheit durch die Jahrhunderte hindurch aufrecht erhalten und genährt" habe. AmtSkhe Vex£autBamngen xlei J&iaeiitiscfien JCuCtusqemeiftde Wien Predigten in den Synagogen. Freitag, den 15. Oktober, werden bei den um 5 Uhr beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: 6. Bez., Schmalzhcfgasse 3. Rabb. Dr. J. Drobinsky; 18. Bez., Schopenhauerstr. 39, Rabb. Dr. A. Z. Schwarz. Samstag, den 16. Oktober, beim Vormittagsgottesdienste Schrifterklärung: 21. Bez., Holzmeistergasse 12. Rabb. Dr. M. Rosenmann. Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittel- . 'schüler(innen). Samstag, den 19. Oktober, um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. 1'. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler- und -Schülerinnen der Unterklassen im IL, IX. und XX. Bezirk. Samstag, den 16. Oktober, um K5 Uhr nachmittags, im Leopoldstädter Tempel. IL, Tempelgasse 5, und in den Bezirkssynagogen. IX.. Müllnerga9sc 21 und XX., Kluckygasse Iii'. Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend. Freitag, den 15. Oktober, um halb 7 Uhr abends, findet ein Gottesdienst für die reifere Mittel'schuljugend (IV—VIII. Klasse) im Stadttempel, L. Seitenstcttengasse 4, statt. Die Ansprache hält Herr Oberrabbiner Dr. Taglicht. Infolge eines technischen Versehens entfällt diesmal die Liste der Beerdigungen. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien II., Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne, Wien IL Robertgasse 2.

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