Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 41 (15.10.1937)
- Date
- 1937-10-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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¥„ b. b. Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedie par Tediteur" Die tÜahrheit mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer Juden" Erscheint jeden Freitag Redaktion und Administration: Preis 40 Groschen littsaiBSiK^^ Wien II., Heinestraße 13 — Telephon R 44-1-40 — Postsparkassenkonto Wien: A 100.918 53. Jahrgang Wien, 15. Oktober 1937 Nummer 41 Die tBvzicksocyanisatiwi £eopo£dstadt der llnioPi Hstetteichisch.ee Jaden veranstaltet Donnerstag, den 21. Oktober, 8 Uhr abends, im Klnbsaal des Cafe FREIWIRTH, II, PRA TERSTRASSE 11, eine TJUtytiedec ^Vecsammiung, Es sprechen: Dr. Ernst Feldsberg: Die $Udischnati<XHa£eil Mtld SJOXC. Komm.-RatiAtexius Saizer: Die JudenfaaQe im!Beennpunkt .eucopäiscAen Jjttecesses. Unuwisten ^scheinet zahlceich! e s t © w v 1 c e r f Wieder ruie ich Euch au£ zum Kampf gegen Hunger und Kälte. Beteiligt Euch alle, Mann für Mann, jung und alt an der i I I und spendet nach besten Kräften, wie es Eurem Stande, Eurem Einkommen und Vermögen entspricht. Allen, die in den vergangenen Jahren die Winterhille gefördert haben, sei hiemit öffentlich gedankt. Mit ihrer Unterstützung ist die österreichische WinterhÜfe zu einem beispielgebenden und beachtlichen Erfolg im Interesse ihres Zweckes geworden. An jene, die bisher wenig oder nichts gegeben haben, trotzdem sie in der Lage hiezu gewesen wären, richte ich meinen besonderen Mahnruf: Erkennet endlich Eure Pflicht; die Augen Eurer Mitbürger sind auf Euch gerichtet! Wir wollen allen, die in Not sind, Familienvätern, ihren Frauen und Kindern sowie der arbeitslosen Jugend wirksame Hilfe bringen. Dazu müssen alle, die es vermögen, ohne Ausnahme, entsprechend beitragen. Wien, im Oktober 1937. Der Bundeskanzler: Dr. Kurt Schuschnigg. Die Sperre der Mitgliederaufnahme bei der Vaterländischen Front beweist die deutliche Absicht der maßgebenden Führer der österreichischen Politik, alle subversiven Elemente von der Mitbestimmung dieser Politik auszuschließen, damit die loyale Bevölkerung sich ungestört von den Umtrieben ränkeschmiedender Staatsfeinde umso freudiger dem Aufhauwerke der Heimat hingeben kann. Obwohl diese an und für sich eindeutige Maßregel durch eindrucksvolle Versammlungsreden noch besonders hervorgehoben und erläutert wurde, Die richtige senhfnseiniage sorgfaltigst angepaßt, hochelastisch, federleicht für jeden Schuh. Marke „PEDIFRI T'\ -V. fiVma Hnndnqen-rällknlBSch Taborstr. 21 / Tel. R 42-5-40 Gratisbroschüre macht sich in unserem öffentlichen Leben ein erstaunlicher und verhängnisvoller Hang bemerkbar, die klaren Parolen der Regierung und Frontführung mißzuverstehen,. ja im gerade entgegengesetzten Sinne zu interpretieren. ,.Niemand soll diffamiert werden!" sagte Bundeskanzler Dr. Schuschnigg ausdrücklich und meinte damit jene illoyalen Zauderer, die bis zum Tage der Aufnahmssperre am 1. November den Weg zur Vaterländischen Front noch immer nicht gefunden haben werden. Was sehen wir aber? Eine kräftige Diffamierung macht sich geltend, aber nicht etwa gegen die wirklichen Feinde der österreichischen Unabhängigkeit und Eigenentwicklung. sondern just gegen jenen Bevölkerungsteil, der als Objekt der Hitlerschen Rassengesetzgebung schon durch den primitivsten Selbsterhaltungstrieb zum natürlichen Bundesgenossen der patriotischen Kämpfer für Oesterreichs Selbständigkeit prädestiniert erscheint. Im selben Grade, in dein das loyale und schafrensireudige jüdische Element systematisch aus zahlreichen Erwerbszweigen verdrängt wird, behauptet eine verleumderische Hetzkampagne, daß die .luden im hemmungslosen Aufstieg zur wirtschaftlichen und politischen Macht begriffen sind. Wie kann man eine so absurde, den Tatsachen sichtlich ins Gesieht schlagende These beweisen? Man höre und staune: Die Klagenfurter Wochenschrift „Alpenländische Rundschau" teilt ihren Lesern in großer Aufmachung mit, die Jüdische Telegraphen-Agentur hätte im Juli 1920 (!) eine Rede des Großrabbiners von Jerusalem verbreitet, der gesagt haben soll: „Die Juden erscheinen schon heute als die wirklichen Beherrscher der Welt, heute herrschen sie über Rußland, Oesterreich und Deutschland, bald wird die Herrschaft über andere Länder folgen und so wird das Judentum die Flagge über die ganze Welt entfalten." Das Blatt fügt hinzu: „Ein Blick auf die h c u t i g e Weit zeigt, daß das Judentum mit bolschewistischer Unterstützung ein gutes Stück v o r- \v ä r t s gekommen ist." Das stimmt höchstens in jenem Sinne, in dem Herr Kunschak den jüdischen Beamten der Oesterreichischen Kreditanstalt, deren Entlassung er durchgesetzt hat, ein „gutes Fortkommen" wünschte .. . Was an der ganzen Sache dran ist, erhellt schon aus der Tatsache, daß die Jüdische Telegraphen-Agentur im Jahre llJ20 noch gar nicht existiert hat! Jedenfalls ein charakteristisches Symptom für die Seriosität antisemitischer Quellenforschung und ein höchst bezeichnender Hinweis, von weicher Seite die vom Chef des österreichischen Bundespressedienstes. Oberst Adam, auf dem jüngst in Wien abgehalteneu internationalen Journaiistonkongreß beklagte Zerrüttung der politischen Moral durch tendenziöse Lügenmekhmgen eigentlich bewirkt wird. Auf derselben moralischen und geistigen Höhe wie die judenteindiiehe Journalistik steht die antisemitische V e r s a m m I u n g s p r o p a g a nda. Der Antisemitenbund des Dr. Jerzabek veget:ert. wie man jüngst erfuhr, noch immer und hat jetzt offenbar nur den Wilikommengniß des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg an alle loyalen Damenkonfektion __modellbaus „Zoe leschen Wienerin" Hlejius Sa 13er & Co. Wien IX 2., Währinfierstr. 63 Telephon A 23-249 Gründungsjahr 1897 Dornebmes modellbaus für. Damenbekleidung wie Mäntel, Kleider, Kostüme. Blusen TTlafcfltelier. im fjaufe Trauerwaren stets lagernd oder Anfertigung binnen 24 Stunden Mitglieder der ..Union" erhalten bei Vorweis dieser Annonce oder Mitgliedskarte einen Sondcr-Rabatt von ,vJ;o.