Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 38 (24.9.1937)
- Date
- 1937-09-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b. b. Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedte par r&ffleoT Jüdische üöodicnsdirift Di« Wahrkeir mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer Juden44 Erscheint jeden Freitag Preis 40 Grosdien WMIIIHlMIIIIHIIIIIIimilM^ Redaktion und Administration: Wien 11., Heinestraße 13 — Telephon R 44-1-40 — Postsparkassenkonto Wien: A 100.918 53. Jahrgang Wien, 24. September 1937__ Nummer 38 Simdias Tauroh. Abschiedsstimmung. Es ist das letzte in der Reihe unserer vielen Herbstfeiertage. Da lesen wir in der Haftoroh (auch das Wort Haftoroh wird erklärt als Verabschiedung, Entlassung): Mose ist am Ende. Das Amt Josuas hat begonnen. Gott spricht zu ihm: er soll das Volk führen und soll es seinen Zielen entgegenführen: Gott verspricht ihm seinen Beistand: „nur hüte die Thora, es soll nicht weichen dieses Buch der Thora aus deinem Mund und du sollst dich damit beschäftigen Tag und Nacht, dann wirst du Glück und Erfolg haben auf all deinen Wegen". Und dieses Buch der Thora tragen wir zum Abschied am Simchas Tauroh durch unser Gotteshaus, immer noch die gleiche Thora, immer noch die alte Thora, mit der unser Volk durch. Jahrtausende gewandert ist, um derentwillen es so viel gelitten und die. es dennoch in beispielloser Treue und Innigkeit gehütet hat. „Dies ist die Thora, die einst Mose den Kindern Israel nach dem Ausspruch Gottes gegeben hat", wir zeigen sie stolz und froh unseren Kindern, daß auch sie sie weitertragen durch die Zeit. Wir singen die alten Lieder voll Glaubenstreue und Glaubensinnigkeit. „Freut euch und jubelt an Simchas Tauroh, am Freudenfest der Thora, denn sie war uns und bleibt uns Burg und Licht, Zuflucht und Trost im Leid, eine Leuchte' voll Glanz und Helligkeit für alle unsere Wege." Abschiedsstimmung. Wir lesen den letzten Abschnitt der Thora. Mose nimmt Abschied von seinem Volk. Er segnet noch einmal alle Stämme Israels. „Und dies ist der Segen." Unsere Lehrer künden: so war es in Israel zu allen Zeiten, jedes Geschlecht begann da, wo das voraufgegangene aufgehört, Schluß und Anfang, Abschied und neues Beginnen — es war wie eine goldene Kette, die Generation mit Generation verband in der Wahrung der alten Heiligtümer. So hatte einst Jakob seine Söhne gesegnet, die Väter der zwölf Stämme Israels „und dies ist es, was Jakob zu ihnen redete", so rief Mose alle Stämme Israels und segnete sie in der Stunde des Abschieds ,*,und dies ist der Segen, mit dem Mose sein Volk segnete". Wie der Ahnherr, so der Enkel — immer der gleiche Segen und immer die gleiche Treue. Und unsere Lehrer künden weiter: „und dies ist der Segen, mit dem Mose sein Volk segnete" — ..und dies ist die Thora, die Mose dem Volk ge¬ Reben nach dem Ausspruch Gottes", beide haben das gleiche Wort und beide haben den gleichen Sinn, denn dies ist eben der Segen, mit dem Mose sein Volk für alle Zeiten gesegnet hat, die Thora, die er (ihm verkündet, die er ihm zur BRENNHOLZ, KOHLE, KOKS SPEZIALHOIZ für DAUERBRANDÖFEN EN GROS EN DETAIL LIEFERT INS DAUS KULANTEST, ZU BILLIGSTEN PREISEN TELEFON R 60-9-31 SAMUEL KELLNER A 34-345 XIII., HACKINGERSTRASSE 1 Richtschnur seines Lebens und zur Basis seines Lebens bestimmt hat für die Ewigkeit. Und diese Thora tragen wir an Simchas Tauroh durch unsere Gotteshäuser und schmieden von neuem den Ring, der uns zusammenschließt mit unseren Vätern. Das ist der Segen, der von unserem Fest ausgeht, wie er auf dem letzten Blatt der Thora zu uns spricht. Abschiedsstimmung und zugleich ein neuer Anfang. Wir lesen den letzten Abschnitt der Thora und schlagen alsbald den ersten Abschnitt der Thora auf und lesen darin: am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Breischis, „am Anfang". Anfang neuen Hoffens, Anfang neuen Strebens, Anfang neuen Festhaltens an unserer Thora. In all unsere Sorgen schreiben wir Am Dienstag, den 14. September wurde im Völkerbundsrat in Genf über das Schicksal Palästinas und des künftigen jüdischen Staates verhandelt. Eingeleitet wurde die Sitzung durch eine große Rede des britischen Außenministers Sir Anthony Eden, mit der wir uns bereits in unserer letzten Nummer beschäftigt haben. Eden führte aus: Das Palästina-Problem geilt nicht nur die Juden und die Araber, sondern den ganzen Völkerbund an. Die Mandatarmacht kann ohne die Autorisation seitens des Völkerbundes keinerlei Abänderung des Mandatsregimes vornehmen. Daher kann auch die britische Regierung in der Ausarbeitung der Einzelheiten ejines Teilungsplanes, wie er von der Kgl. Kommission z. B. vorgeschlagen wird, nicht fortfahren, solange sie der prinzipiellen Genehmigung hierzu nicht sicher ist; um eben diese Genehmigung bitte er heute den Rat. Es wird Sache des Rates sein, darauf zu achten, daß bis zu seinem neuerlichen Zusammentritt keine endgültigen Beschlüsse hinsichtlich des Teilungsplanes gefaßt werden. Er, Eden, erbitte heute also nichts anderes, als daß der britischen Regierung die generelle Ermächtigung erteilt werde, in Zusammenarbeit mit Vertretern sowohl der Juden als auch der Araber Einzelheiten eines Teilungsplanes auszuarbeiten. Dabei soll klar verstanden werden, daß ohne neuerliche Befragung des Rates und definitive Bestätigung durch diesen kein Plan in die Wirklichkeit umgesetzt werden kann. Es wird sich eine spezielle Kommission nach Palästina begeben, mit Juden und Arabern verhandeln und der britischen Regierung Vorschläge für einen detaillierten Teilungsplan unterbreiten. Die Kommission wird vorläufige Empfehlungen hinsichtlich der zu ziehenden Grenzen des geplanten arabischen und jüdischen Staates, sowie des neuen britischen Mandatsgebietes machen und die finanziellen und anderen Fragen untersuchen. In einem spätedas Wort Breischis, in alle unsere Arbeit das Wort Breischis, über unsere Häuser und Familien das Wort Breischis, schreiben es über die Welt und über unsere jüdische Welt, im Vertrauen auf das ewige Wunderwerk Gottes. .,Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde", schuf sie aus dem Chaos durch sein ordnendes und belebendes Wort — wir hoffen auf ein neues Breischis, das in das Chaos der Gegenwart das Licht des göttlichen Heils bringt, auf einen neuen Anfang auf den alten Wegen des Friedens, der Wahrheit und Gerechtigkeit für die Welt und für unsere vielgeprüfte jüdische Gemeinschaft. Abschiedsstimmung an Simchas Tauroh. Ende und neuer Anfang schließen sich aneinander. Die Stimmen der Vergangenheit mahnen und trösten, die Stimmen der Zukunft fordern und verheißen. Ueber allem aber steht das Wort Gottes, die Thora. die wir durch unsere Gotteshäuser tragen „und dies ist der Segen". L. ren Stadium werde man dann eine Kommission zur endgültigen und detaillierten Grenzziehung einsetzen; bis dahin jedoch wird noch viel Zeit vergehen. Noch einem Punkt müsse man Aufmerksamkeit widmen: das ist die wichtige Frage der jüdischen Einwanderung gemäß Artikel 6 des Mandates. Die Permanente Mandatskommission schlägt eine Einschränkung der jüdischen Einwanderung auf insgesamt 8000 Personen vom August 1937 bis März 1938 vor. Das ist eine reine Uebergangsmaßnähme. Sie wird als ein Abgehen von jenem Grundsatz genannt, den der Rat bei früheren Anlässen sanktioniert hat; der Rat darf aber nicht die besonderen Umstände außer acht lassen, unter denen dieser Beschluß gefaßt worden ist. Was nach dieser achtmonatigen Periode hinsichtlich der jüdischen Einwanderung beschlossen werden wird, hängt davon ab, welche Fortschritte der Damenhonfehtions=_ ^f^^JTTodcUbaus ^^^^^^"1 „Zoe feschen Wienerin" fUepus Sa 15er. & Co. Wien IX/2., Währingerstr. 63 Telephon A 23-249 Gründungsjahr 1897 Domehmes TTlodeUbaus für Damenbekleidung wie Mäntel, Kleider, Kostüme, Blusen TTlafcfltelier. im fiaufe Trauerwaren stets lagernd oder Anfertigung binnen 24 Stunden Mitglieder der „Union" erhalten bei Vorweis dieser Annonce oder Mitgliedskarte einen Sonder-Rabatt von 5°/o. Palästina-Beschluß des Völkerbundrates.