Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 35-36 (5.9.1937)
- Date
- 1937-09-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Nr. 35/36 — 5. September 1937 Seite 9 Die jüdische Religion in Rußland. Ein russischer Jude, dem es vor kurzem gelungen ist, aus Rußland in Palästina einzuwandern, schreibt im „Dawar": Nach der Errichtung der bolschewistischen Herrschaft spürten die Juden anfangs keine Bedrückung in Sachen der Religion. Die Freigeister unter ihnen konnten ungehindert leben, aber, auch der Ueberzeugung der Orthodoxen wurde kein Zwang angetan. Offiziell waren die jüdischen Religionsschulen freilich verboten, aber insgeheim hielten sich Cheder und Talmud Thora, ohne daß man sie störte. Synagogen, Jeschiwoth, rituelle Tauchbäder und das Schächten wurden ganz offiziell aufrechterhalten. Aber die Regierungspropaganda gegen die Religion setzte schon ein. Zuerst abonnierten die Juden die Regierungszeitungen in jiddischer Sprache einfach nicht, später aber wurden sie dazu gezwungen. Die Propaganda erschütterte vielfach die Gläubigkeit, aber die Gewohnheit der religiösen Lebensführung war stärker als sie. Die Talmudhochschulen hielten sich bis ins Jahr 1932 und standen zum Teil auf einem beachtlichen Niveau. Dann hörten sie freilich ganz auf. Auch die Tauchbäder bestanden damals noch. Die Juden aber begannen mehr und mehr zu fürchten, sich durch Festhalten an ihren religiösen Einrichtungen zu gefährden. Sie begannen auch gegen Mischehen, die sich damals auszubreiten begannen, duldsamer zu werden. Auch auf die Beschneidung begann man in immer weiteren Kreisen zu verzichten. Im Jahre 1929 wurden Schächten und Beschneiden verboten. Damals gelang es schon nicht mehr, in einer Stadt mit jüdischer Mehrheit, wie Minsk, mehr als 200 Unterschriften für eine Petition um Aufhebung dieses Verbotes zu bekommen. Die Regierung bediente sich wiederum dieser Tatsache und sagte den Petenten, es bestünde augenblicklich kein Bedürfnis für diese Einrichtungen. Auch Rabbiner ließen sich einschüchtern und veröffentlichten in der Presse Erklärungen, in denen sie ihren früheren religiösen Anschauungen abschworen. Auch zwischen sich und den verfolgten Zionisten bemühten sich die Rabbiner, einen Trennungsstrich zu ziehen. Und dies alles, obgleich die eigentliche Verfolgung der Rabbiner noch gar nicht begonnen hatte. Erst später wurden viele von ihnen verhaftet und blieben auch in Haft. Die größte Widerstandskraft bewiesen die Chassidim. IIIIIUIUIIHUI Anläßlich des Roschhaschono-Festes entbieten hiermit Ihren Verwandten und Freunden die herzlichsten Gluckwünsche mi& nzrnm n^ro Rabbiner Josef Babad Rosch Beth Din und Frau I., Franz Josefskai 17 Rabbiner Dr. Josef Babad und Frau Rabbiner Prof. Dr. J. M. Bach und Familie Klagenfurt [ XVII., Ottakringerstr. 40 Dem löbl. Kultusvorstand sowie den Verehrern meines verewigten Gatten Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang s. A., als auch allen Freunden und Bekannten wünscht nöTnl ("DTD Jeanette Feuchtwang-Dünner Rotterdam, Beatrysstr. 34b Rabbiner Prof. Dr. A. Frankfurter und Familie IX., Latschkagasse 7 Rabbiner Dr. Moritz Bauer und Frau VII., Neubaugasse 49 Professor Dr. Ph. Goldberger VI., Mariahilferstr. 47 Professor Dr. Jakob Bronner und Frau IX., Liechtensteinstr. 130 Chiefrabbi Hertz London Oberrabbiner Universitätsprofessor Dr. David Herzog und Familie Graz Rabbiner Dr. Armand Kaminka und Frau III., Ob. Weißgerberstr. 24 Professor Dr. Samuel Krausz und Familie IL, Ferdinandstr. 27 Rabbiner Prof. Dr. Karl Kupfer und Frau VIII., Albertgasse 26 Rabbiner Dr. Viktor Kurrein und Frau Linz Rabbiner Dr. M. Lewin und Frau XIII., Penzingerstraße 97 Studienrat Professor Dr. Heinrich Redisch und Frau III., Reisnerstraße 25 Frau Anna Mandel Rabbinerswitwe und Familie X.. Gudrunstr. 142 Rabbiner Dr. M. Rosenmann und Familie XXL, Holzmeisterg. 12 Rabbiner Dr. S. Margules und Frau Salzburg Rabbiner Dr. M. G. Mehrer und Frau IV., Seisgasse 7 Rabbiner Professor Dr. Manfred Papo und Frau Wien — St. Pötten II., Zirkusgasse 41 Oberrabbiner d. Isr. Kultusgemeinde Wien Dr. Israel Taglicht und Frau IL, Ferdinandstraße 23 Oberrabbiner Dr. Heiniich Weiß und Familie Wiener-Neustadt 5 Oberkantor Salomon Einhorn und Frau XIII., Jenuligasse 1/17 Chordirigent Beruh. Hirschmann und Frau IL, Pazmanitengasse 3 Chordirektor Kurt Fuchsgelb und Familie L, Schottenring 25 Oberkantor Rudolf Kogan und Frau IL, Nestroygasse 10/7 Oberkantor I. Löwit Präsident des Oesterr. Kantorenvereines und Familie Oberkantor Leo Funke und Familie IL, Tempelgasse .3 Oberkantor D. Grünbaum XX., Klucky-Tempel Die besten Glückwünsche zum neuen Jahre entbieten dem Vorstande des Tempels, HL, Untere Viaduktgasse 11 S. Kriegsmann und Frau Chordirigent Rudolf Heimann und Frau IL, Praterstraße 43 Oberkantor " Artur Lewin g und Frau J VI., Hugo Wolfgasse 1 5 IL, Weintraubengasse 7 Oberkantor Gerson Margulies und Frau IL, Tempelgasse 3 Oberkantor M. Matyas und Familie L, Seitenstettengasse 2 Oberkantor J. Müller und Familie IL, Im Werd 4 Oberkantor S. Postolow und Frau IX., Liechtensteinstr. 78 I. Kantor und Sekretär Armin Stift und Familie IL, Am Tabor 8 Oberkantor Samuel Teig und Frau XXL, Holzmeisterg. 12 Oberkantor Simon Weiß und Familie IV., Favoritenstraße 20 Josef Zellnik Chordirektor der Isr. Kultuszemeinde i. R. und Frau IL, Nestroygasse 8