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Die Wahrheit · 1937-08-27 · Heft 34 (27.8.1937) · page 1

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 34 (27.8.1937)
Date
1937-08-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Jüdische (Dockens V. b. b. Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedie par l'edtteur** dirift Die tÜahrheit mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer luden" Erscheint jeden Freitag Preis 40 Groschen Redaktion und Administration: Wien II., Heinestraße 13 — Telephon R 44-1-40 — Postsparkassenkonto Wien: A 100.918 53. Jahrgang Wien, 27. August 1937 Nummer 34 Der Bericht der Mandatskommission. Der T e i I u n g Palästinas wird im Prinzip zugestimmt, aber provisorische Kantonisierung oder Aufrechterhaltung zweier getrennter Mandate vorgeschlagen, bis sich der jüdische oder der arabische Staat selbst regieren können. — Das Mandat wurde erst in dem Augenblick undurchführbar, in dem es von der Royal Kommission und der britischen Regierung als undurchführbar erklärt worden ist. Ueber die letzte außerordentliche Palästinategüng der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes wurde am 24. August in Genf das folgende offizielle Kommunique herausgegeben: ': „Der Bericht der Mandatskommission enthält 1. die vorläufige Meinung dei Kommission über das Palästinaprob1 ein; 2. 'allgemeine Bemerkungen über die Unruhen des Jahres 1936 und die von der Mandatarmacht ergriffenen Schritte; 3. detallierte Bemerkungen über die Verwaltung des Landes.- Was die Unruhen betrifft, so erkennt die Mandatskammission die Schwierigkeiten anr, die ihrer Vorbeugung im Wege standen, ist aber dennoch nicht überzeugt, daß es unmöglich war, rechtzeitig energische Schritte zur Brechung des bewaffneten Widerstandes zu ergreifen. Andererseits entstand durch die Unruhen eine gespannte politische Situation, durch die die Schwierigkeit, die Unruhen zu unterdrücken, erhöht wurde. In ihrer vorläufigen Meinung über die Zukunft Palästinas gibt die Kommission auf Grund der ihr gegebenen Information und des Statement of Policy der Mandiatarmacht eine kurze Zusammenfassung der Vorteile und Nachteile aller möglichen Lösungen des Problems. Die Kommission erklärt, daß das Ueberhandnehmen des Antisemitismus auf der einen Seite und des arabischen Nationalismus auf der anderen Seite zur Erhöhung der Schwierigkeiten, mit denen die Mandatarmacht in der Erhaltung des Gleichgewichtes zu kämpfen hatte, beitrug. Gleichzeitig hat eine gewisse Tendenz in der Politik der Palästina-Administration die Ueberzeugung unter den Arabern gestärkt, daß sie die jüdische Einwanderung durch reine Gewalt , würden stoppen können. Die Kommission erklärt es als ihre Meinung, : daß das jetzt' geltende Mandat an genau dem Tage undurchführbar wurde, an welchem es von ■ der Kgi. Kommission und der englischen Regierung als undurchführbar erkannt wurde. Es müssen daher neue Wege gefunden werden. Die"Kommission bringt der Idee, die Heiligen Stätten einem Sonderregime zu unterstellen, so lange dies mit § 28 des Mandates (der eine mögliche Beendigung des Mandats erwägt) übereinstimmt, Sympathie entgegen. Sollte der Plan der Teilung durchgeführt werden, so wird der Erfolg des Planes nach Ansicht der Kommission mehr von den gegenseitigen Beziehungen zwischen den Juden und den Arabern als von der, vereinbarten territorialen Lösung abhängen. Wie klug und fair immer auch die schließ- 'liche Ziehung der Grenzen ausfallen mag, sie wird den gleichen miteinander in Konflikt stehenden Tendenzen begegnen, die die Mandatarmacht als die, Hauptursachen ■ der„ Undurchführbarkeit des Mandates erachtet. . Indem die Kommission dem Prinzip der Teilung geneigt ist, ist sie nicht der Ansicht, daß die beiden Staaten sofort geschaffen werden sollen, da ein solcher Schritt zu vielen inneren und äußeren Schwierigkeiten führen könnte. Die Kommission glaubt vielmehr, daß es notwendig sein wird, die Periode der politischen Lehrzeit für beide Staaten zu'verlängern. Eine solche Lehrzeit könnte durch eine der folgenden beiden Möglichkeiten realisiert werden: 1. Provisorische Kantonisierung, wobei die beiden- Staaten eine weitreichende innere Autonomie und Freiheit zur Regelung der Einwanderung genießen würden, aber in Fragen,-dffe-sieh auf nationale Verteidigung, auswärtige Beziehungen, Zölle usw. beziehen, unter der: Aufsicht der Mandatarmacht bleiben. 2. Aufrechterhaltung getrennter Mandate für jeden der beiden Staaten bis zu einem Zeitpunkt, 'an welchem der eine oder der andere von ihnen seine Fähigkeit beweisen wird, sieb selbst zu regieren. Die Auflösung der Mandate muß nicht gleichzeitig für beide Staaten erfolgen. Zum Schluß zollt die Mandatskommission der Mandatarmacht Anerkennung für ihre in.den ver- Rasiere DHU gnt und billig OesterreicMsclics QQalltöts-ralnrllraf Ueberau erhältlich gangenen zwanzig Jahren gemachten Anstrengungen, die gegeneinander kämpfenden Leidenschaften in Palästina zu besänftigen. Mögen die J uden, die so oft in unfaire Ungeduld über die Schwankungen der Mandatarmacht bei der Errichtung des Nationalheims geraten sind, sich fragen, ob es irgendwie in der Welt ein zweites Volk gibt, von dem sie eine so gute Behandlung erfahren haben und welches sich viele Generationen lang so sehr um sie verdient gemacht hat. Mögen die Araber, deren Opposition verständlich ist, sich ihrerseits des Beginns ihrer nationalen Emanzipation erinnern. Ohne die britschen Anstrengungen gäbe es bei Beginn des 20. Jahrhunderts weder ein jüdisches Nationalheim noch einen freien arabischen Staat.'* Heilung durch Peilung? Es ist wohl eine in der ganzen Geschichte' unerhörte Tatsache, daß das mächtigste Imperium der Welt, vorbildlich in der Bewältigung der schwierigsten Kolonisationsprobleme in allen Weltteilen und zugleich der bewährteste Verbreiter europäischer Kultur in allen Zonen, plötzlich öffentlich das Fiasko seiner politischen Weisheit verkündet und erklärt, eine freiwillig übernommene Aufgabe kolonisatorischer und kulturschöpferischer Natur nicht durchführen zu können. Das Land Disraelis, das unsäglichen Schwierigkeiten zum Trotz seine Herrschaft über Indien zum beiderseitigen Heile ausgebaut hat, England, das die in.blutigem Kriege unterworfenen Buren durch seine Staatskunst zu den treuesten Stützen seiner Herrschaft zu bekehren vermocht hat, dieser Neid aller Mächtigen und Hort aller Schwachen, Meisten.auf allen politischen Schachbrettern der Welt, will das Mandat über Palästina niederlegen, weil die Araber sich nicht mit den Juden vertragen können! Diese sensationelle Bankrotterklärung britischer Staatskunst hat natürlich in der ganzen Welt Staunen und in den anmittelbar interessierten Kreisen Befremden und Erregung hervorgerufen. Die Mandatskommission des Völkerbundes hat nach langwierigen Beratungen, bei denen es bekanntlich nicht an Kritik an Englands Mandatsverwaltung fehlte, den von ihren Mitgliedern einstimmig angenommenen Bericht an den im September zusammentretenden Völkerb u n d r a t abgesandt. Ueberraschenderweise wurde bereits vor Beginn dieser Tagung eine offizielle Mitteilung über den Inhalt des Berichtes der Kommission veröffentlicht, die wir an der Spitze der heutigen Nummer publizieren. Das Kernstück des Berichtes ist nach diesem offiziellen Kommunique die Feststellung, daß das Mandat erst an dem Tage undurchführbar wurde, an dem es von der Kgl. Kommission PamenkonfehtionsmodellftousI ,JZue le&duui WietueUt ' fttefius Satter & Co. 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