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Die Wahrheit · 1937-08-13 · Heft 32 (13.8.1937) · page 1

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 32 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V. b. b. Zeitung vom Verleger versendet „Journal exp^die par l'&Ütettr" Jüdische IDodicnsdirift ■sf ~~iaar ' > * DI«UUrU mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer Juden" Erscheint jeden Freitag Preis 40 Groschen Redaktion und Administration: Wien IL, Heinestraße 13 — Telephon R 44-1-40 — Postsparkassenkonto Wien; A 100.918 53. Jahrgang Wien, 13. August 1937 Nummer 32 &ie Üntsdheidung von Zürich: (Teitun£sntan unannehmbar - Zionistische Exekutive zu Tferfkandfungen ermäcfkfigf. Rasiere Didifijnl and billig In der. öffentlichen Sitzung des Zionistenkongresses vom 11. August wurden nach Erklärungen der Vertreter der Mehrheits- und der Minderheitsresolution der im Verlaufe der politischen Debatte eingesetzten 48gliedrigen Resolutionskommission die Abstimmungen vorgenommen. Von der Gesamtzahl von 485 Delegierten stimmten 300 für die Mehrheits-Resolution und 158 für die Minderheits-Resoluiion, während sieben Delegierte sich der Stimme enthielten und 20 abwesend waren. (Es bestand ursprünglich sogar die von Ussischkin verhinderte Absicht der „Nein'%Sager, den Kojtgr.eß-Saal. demonstrativ zu verlassen, wenn die von ihnen beantragte Entschließung zu Fall gebracht wird.) Die von der Mehrheit des Kongresses angenommene politische Entschließung lehnt die Behauptung der Königlichen Kommission, daß das Mandat und seine vollständige Verwirklichung sich als undurchführbar erwiesen habe, ab. Der Kongreß beauftragt die Exekutive, sich jeder Verletzung der Rechte des jüdischen Volkes, die durch die Balfour-Deklaration und durch das Mandat international garantiert sind, zu widersetzen. Für die Schlußerklärung der Kommission, daß die nationalen Bestrebungei: des jüdischen Volkes und der Araber in Palästina nicht zu vereinen seien, sei keinerlei Grundlage vorbanden. Eines der Hindernisse für die Zusammenarbeit und die Erreichung eines Uebereinkommens zwischen den beiden Völkern war die im Bericht der Königlichen Kommission festgestellte Unwissenheit hinsichtlich der endgültigen Absichten der Mandatsregierung und die zögernde Haltung des politischen Systems Palästinas, die zu mangelndem Vertrauen in die Kraft und den Willen der Regierung, das Mandat zu verwirklichen, geführt habe. Der Kongreß bestätigt bei dieser Gelegenheit die Erklärungen der früheren Kongresse über die Bereitschaft des jüdischen Volkes, mit der arabischen Bevölkerung Palästinas zu einer friedlichen Verständigung zu gelangen. Der Kongreß lehnt die von der Kommission vorgeschlagenen Palliativmittel zur Durchführung des Mandats, und zwar: Einschränkung der Ali ja, Festsetzung eines politischen Maximums für die verschiedenen Gebiete des Landes für die jüdische Kolonisation, Beschränkung des Bodenverkaufes usw. ab. Der Kongreß protestiert gegen den Beschluß der britischen Regierung, ein politisches Maximum für die jüdische Einwanderung aller Kategorien für die nächsten acht Monate festzusetzen. Schließlich erklärt der Kongreß den von der Königlichen Kommission eingebrachten Teilungsplan für unannehmbar. Der Kongreß bevollmächtigt die Exekutive, in Verhandlungen einzutreten, um die genauen Bedingungen der britischen Regierung für die vorgeschlagene Errichtung ' des Judenstaates festzustellen. In diesen Verhandlungen darf die Exekutive weder sich selbst noch die zionistische Organisation binden, sondern muß, falls sich ein endgültiger Plan für die Errichtung eines Judenstaates ergeben sollte, diesen Plan einem neugewählten Kongreß zur Beratung und Entscheidung vorlegen. In dem von den „Nein"-Sagern, zu denen die Delegierten der Judenstaatspartei, des Haschomer Hazair, des Misrachi, die Mehrheit der Vertreter der Allgemeinen Zionisten Gruppe B, eine kleine Zahl der Allgemeinen Zionisten Gruppe A, unter ihnen Dr. Stephen S. Wise, Rabbi Abba Hillel Silver und Robert Szold, sowie 14 Delegierte der Hadassa gehörten, eingebrachten'Min der he tten-Entschließungsantrag. wird die Behauptung der Königlichen Kommission, das Mandat sei undurchführbar, als ein Trugschluß bezeichnet und erklärt, die Verwaltung, nicht Ocsferrelclilsclres Qaalltäts Fabrikat Ueberau erhältlich das Mandat, habe versagt Die beiden Alternativvorschläge der Königlichen Kommission, Teilung oder einschränkende Palliativmaßnahmen, Werden zurückgewiesen. Die Resolution stellt fest, daß der Plan der Teilung Palästinas eine flagrante Verletzung der dem jüdischen Volk vor der ganzen Welt gegebenen Versprechungen bedeutet. Der Kongreß wird aufgefordert, sich der Zerstückelung Palästinas mit alle» Mitteln zu widersetzen, und die Exekutive wird beauftragt, „auf dem festen Grund der jüdischen Rechte und Leistungen" zu fußen und den Kampf um die Durchführung einer konstruktiven Politik, zur Verwirklichung des Mandats aufzunehmen. Das fünfte Rad am Wagen. Der 20. Zionistenkongreß, schon äußerlich durch die Suggestion der runden Zahl zu einem Jubiläumskongreß prädestiniert, müßte umso mehr auch innerlich auf den Akkord der Freude und des Triumphes abgestimmt gewesen sein, als gerade ihm als einziger Punkt der Tagesordnung die Diskussion über die Erreichung dessen beschieden war, was vor 40 Jahren der Oründer des politischen Zionismus als kühnes Projekt einer mehr erstaunten als überzeugten Welt darbot. Der „Judenstaat", damals Titel einer kleinen, von erleuchteten jüdischen Geistern wie Artur Schnitzler mit Ironie aufgenommenen Broschüre, war jetzt bereit, dem zionistischen Weltparlament als reife Frucht in den Schoß zu fallen. Die Herren brauchten nur Ja und Amen zu sagen und konnten sich mit dem stolzen Siegeslorbeer der erfolgreich abgeschlossenen politischen Arbeit eines Menschenalters krönen. Müßte man nicht annehmen, daß sie sich dieser Schlußsteinlegung an einem realen Gebäude, das noch vor kurzer Zeit ein Luftschloß zu sein schien, mit dem rauschenden Pathos belohnter Zielbewußtheit und konsequenter Ausdauer hingaben? Aber gerade das Gegenteil war zu sehen: Statt Freude herrschte allgemeine Niedergeschlagenheit, statt lauten Jubels gab es nur stille (hinter verschlossenen Türen versuchte) Tröstungen, statt Siegesrausch konstatierte man nur Katzenjammer. lieber die sachlichen Gründe dieser Stimmung haben wir unsere Leser bereits hinlänglich iiiformiert: Einer jüdischen Generation, die vor allem Immigrationsraum für entwurzelte und entrechtete Massen von Glaubensgenossen sucht, wird das enge Gemäuer eines „Judenstaats" geboten, der nach den kühnsten Hoffnungen der größten Optimisten vielleicht zwei MüÜonen Menschen fassen wird, darunter einen sehr erheblichen Prozentsatz von Arabern. Dieser „Judenstaat" soll auf Jerusalem verzichten, so daß dem real politisch wertlosen Machwerk auch noch die ideologische Rechtfertigung, die in der religiösen Verbundenheit der jüdischen Seele mit dem Zion unserer Gebete läge, fehlt Dieser doppelte Versager: physisch durch den ungestillten Landhunger der massenhaften Juden ohne Lebensraum, psychisch durch das groteske Bild, das ein Zionismus ohne Zion bietet erklärt zur Genüge die tiefe Depression, die die jetzt zur Diskussion stehenden Versuche Englands, sich von der Durchführungdes mit der Balfour-Deklaration verbundenen Pa- Dqmenfronfehtions= TTIodeUfrqus „Zoe jesdlen Wienau*" aiejius Sabec & Co. Wien K/Z, WShringeratr. & Telephon A 23-249 Gründungsjahr 1897 Dornefcmes ITlodeUhaus für Damenbekleidung : Mäntel, Kleider, Kostüme, Blusen rnafcatelier im fiaufe

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