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Die Wahrheit · 1937-08-06 · Heft 31 (6.8.1937) · page 1

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 31 (6.8.1937)
Date
1937-08-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedie' par Feciiteur" Jüdische IDodicnsdirift Die Wahrheit mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer luden" Erscheint jeden Freitag Preis 40 Grosdien Redaktion und Administration: Wien IL, Heinestraße 13 ■ Telephon R 44-1-40 — Postsparkassenkonto Wien: A 100.918 Nummer 31 53. Jahrgang Wien, 6. August 1937 Eröffnung des Zionistenkongresses. Weizmann und die Majoritätsredner prinzipiell für die Teilung. Rasiere Didi gm und billig Am Dienstag, den 3. August, kurz nach S Uhr abends, wurde in der Züricher Tonhalle im Beisein von etwa 500 Delegierten und Virilisten, von Vertretern der schweizerischen Eidgenossenschaft, der Stadt Zürich, der schweizerischen Judenheit und einer Reihe diplomatischer Vertreter verschiedener Staaten sowie einigen tausend Gästen aus allen Teilen der Welt der XX. Zionistenkongreß feierlich eröffnet. Den Vorsitz führte der Präsident des XIX. Kongresses M. M. Ussischkin, der von Exekutive und Aktions-Komitee der Zionistischen Organisation als Präsident des XX. Kongresses, und zwar für die gesamte Kongreßperiode, gewählt wurde. Die Wahl Ussischkins zum Kongreßpräsidenten wurde von Dr. Chaim Weizmann persönlich vorgeschlagen, was im Hinblick darauf, daß Weizmann und Ussischkin in der Frage der Behandlung des Planes der Teilung Palästinas stark auseinander gehen, viel beachtet worden ist. M. M. Ussischkin eröffnete den Kongreß und erteilte das Wort dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim Weizmann, der von dem gesamten Kongreß stürmisch akklamiert wurde. Weizmann gab zu Beginn seiner Eröffnungsrede eine Analyse der Lage der Juden in den verschiedenen Ländern Europas und in Palästina und kam zu dem Schluß, daß sich die jüdische Situation seit dem XIX. Kongreß noch verschlimmert hat. Die Situation ist nicht allein für den Jischuw in Palästina, sondern auch für die ganze Weltjudenheit sehr ernst geworden. Die Judenfrage ist im wahrsten Sinne des Wortes eine internationale Frage geworden. Weizmann kam sodann auf die gegenwärtige Lage in Palästina zu sprechen und übte scharfe Kritik an der Palästina-Administration, die nicht alles Erforderliche unternommen habe, um die arabischen Unruhen zu unterdrükken. VornJCongreß verlangte Weizmann, daß dieser in Irauer der zahlreichen jüdischen Opfer der Unruhen gedenke, gleichzeitig aber auch dem gesamten Jischuw für seine heroische Haltung während der Unruhen Anerkennung und Bewunderung zolle und sich zum Zeichen dessen von den Sitzen erhebe. Der gesamte Kongreß erhob sich von den Sitzen und verharrte einige Zeit in Schweigen. Jetzt kam Weizmann auf den Plan der Peel-Kommission betreffend Teilung Palästinas zu sprechen und führte hiezu ungefähr aus: Viele unter euch wollen wahrscheinlich wissen, was ich zum Teilungsplan zu sagen habe. Darüber werde ich in einer späteren Sitzung ausführlich sprechen. Heute will ich nur feststellen, daß man mit vielen Punkten im Peel-Bericht nicht übereinstimmen müsse und auch nicht übereinstimmen könne. Unbeschadet aller seiner Fehler jedoch stellt der Bericht 'ein wichtiges Dokument dar, über welches man sich nicht hinwegsetzen kann und soll. Der Bericht bringt den jüdischen Idealen Sympathie in einer Art und in einem Maße entgegen, wie dies bisher in einem amtlichen Dokument noch nie geschehen ist. Dennoch enthält er einen grundlegenden Fehler, man könne dies eine fundamentale Miß-Konzeption nennen: Ich meine die These, daß das Mandat sich als undurchführbar herausgestellt hat. Wir leugnen dies entschieden. Der Fehler liegt nicht am Mandat; die Schwierigkeiten entstanden dadurch, daß die Palästina-Administration nicht nur keinen Versuch gemacht hat, das Mandat seiner Erfüllung näherzubringen, sondern daß sie sogar die Durchführung des Mandates störte. Weizmann stellte weiter fest, daß zwischen der Darstellung des Paiästinaproblems im Peei-Bericht und den Empfehlungen in diesem selben Bericht ein gewaltiger Widerspruch klafft, da der Bericht der jüdischen Sache gerecht zu werden versucht, die Empfehlungen aber die jüdischen Möglichkeiten nach allen Richtungen Inn begrenzen und einengen. Nach einem weitereu Hinweis, daß er zu dem Bericht und zur Teilungsfrage in einer späteren Sitzung des Kongresses eingehend Stellung nehmen werde, erklärte Weizmann: Der Kongreß muß schon jetzt gegen die Erklärung der englischen Regierung in ihrem Statement of policy protestieren, wonach während der nächsten acht Monate im ganzen nur SOriO jüdische Menschen nach Palästina hereingelassen werden sollen. Diese Beschrän- Union öslerrelrfiisdier Juden" I., Schollenring 23, Mezzanin, veranstalte! zu den hohen Feierlagen in ihren Sälen einen PiS?<Mfiri§i>DEIN!§? Kartenbestellungen irn Sekretariat der „UNION", Wien I., Schottenring 25, Telephon Ä 19-2-77, in der Zelt von 9-1 Uhr vormittags und 3—6 Uhr nachmittags OesterreicMsclics QnalMäts f aDrIKal Ueberau erhältlich kung der Einwanderung lediglich aus politischen Gründen widerspricht dem Prinzip des Mandats. Zum Schluß erklärte Weizmann: Ungeachtet dessen, daß man mit vielen Punkten im Peel-Bericht sich durchaus nicht einverstanden erklären könne, stellen dieser Bericht und seine Empfehlungen dennoch einen konstruktiven Versuch zur Lösung des Palästina- Problems dar. Welche Haltung immer der Kongreß einnehmen möge, eines steht fest: Der Bericht bringt eine neue Note in unsere Gegenwart hinein, die an die ersten Prinzipien des Zionismus, an Herzls großen Traum vor 40 Jahren von der Schaffung eines Judenstaates anklingt. Weizmanns Ausführungen wurden unterstützt von Prof. Brodetzkv (London) und Dr. Nahum ü o 1 d m a n n (Genf). Dr. Goldmann, der die zionistische Organisation beim Völkerbund vertritt, erklärte, das jüdische Volk dürfe die historische Chance, die vielleicht niemals wiederkehren werde, nicht ungenützt lassen. Der Kongreß solle vLimehr Richtlinien abstecken, nach denen die Exekutive Verhandlungen führen möge, um eine genügende Bodenreserve und eine günstigere Grenzziehung des jüdischen Staates zu erreichen. Brodetzky sagte, die Stimmung der englischen Ocffentüchkeit sei jetzt der Frrichtun eines jüdischen Staates sehr günstig, es könnte aber ein einschneidender Stimmiings- Damenhonfeht!orts= JTtodeUbaus „Zuc feschen Wienecitt" ütepus Salier & Co. Wien K/2., Währingerstr. 63 Telephon A 23-249 Gründungsjahr 1897 Domefymes TTTodellbaus für Damenbekleidung wie Mäntel, Kk-ider, Kostüme, Blusen ITlafcHtelier. im fiaufe lagernd oder Anfertiguni; binnen 24 Stunden Mitglieder d

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