Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1937-07-23 · Heft 29 (23.7.1937) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 29 (23.7.1937)
Date
1937-07-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3062972-3064663-3064691--21235-3086568
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 8 Nr. 29 — 23. Juli 1937 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafe! Ctobttstnnden Aw 6697 Juli 1937 früh , abdf. 7.00 Aw 15. Chamischo osor beaw 7.30 f Woeschanon (5.B.M.K I Scbabos Ciasann 1 8.00 „ 16.{ Hsftora, Nachamu «8.30 1 Nachamu ami 1 ' 4. Perek ' 7.00 „ 17. bis 21. 7.00 abds. Freitag, 23. Juli 7.30 Samstag, 24.Jnli 8.30 Sonntag, 25. bis Donnerstag, 29. Juli 7.00 Jüdischer Jugend Kreis Bericht aus dem Sommerlager der Jüngsten der „Union". Das diesjährige Lager des „Jüdischer Jugend- Kreis" haben wir im Lavanttal in der Nähe von Wolisberg aufgeschlagen. Durch das breite Tal sieht man •weithin über das Land. Gleich hinter unserem Haus beginnt das Vorgebirge der Saualpe und von unseren Fenstern aus sehen wir auf die Koralpe hin. Wir bewohnen zwei geräumige Zimmer auf einem großen Gutshof. Unsere Leute haben dadurch auch Gelegenheit, das Leben und die Arbeit des österreichischen Bauern kennen zu lernen, um so mehr, als ihnen Möglichkeit gegeben ist, ab und zu auch bei der Feldarbeit zu helfen. Wir haben einige schöne Ausflüge gemacht, einmal nach St Andrä im Lavanttal, dann nach Lavamünd, einem entzückenden kleinen Dorf am Zusammenfluß der Lavant und der Drau. Diesen Ausflug unternahmen wir in Abteilungen zu vier mit einem Auto, das unserem Hausherrn gehört. Eine Photographie der Umgebung und zwei Gruppenaufnahmen legen wir zur Ansicht vor. Unsere den Speisegesetzen entsprechende Verpflegung ist ganz ausgezeichnet Ich glaube nicht daß noch in iTgend einem Sommerlager drei Gänge zu Mittag auf den Tisch kommen. Donnerstag und Samstag hatten wir zu Mittag Geflügel*) Unsere Beschäftigung ist folgende: In der ersten Woche haben wir unsere Zimmer in Ordnung gebracht und geschmückt; in der zweiten Woche begannen wir uns Hütten im Wald 2u errichten. Auch ein großes „Volksbad" ist am Bache im Bau. Jeden Freitag abends feiern wir den Sabbath-Eingang ganz besonders. Am SabbatMfVormittag wird der jeweilige Wochenabschnitt aus der Thora gelesen und besprochen. An Regentagen finden theoretische Kurse statt. Uns allen geht es hier sehr gut. Der Gesundheitszustand unserer Leute läßt nichts zu wünschen übrig. Die Kinder wurden bereits zweimal gewogen und bei den meisten waren Gewichtszunahmen zu verzeichnen. Wir schreiben, wie es die Eltern wünschen, häufig nach Hause. Wir grüßen alle Kameradinnen und Kameraden, welche in Wien den Sommer verbringen müssen und nicht mit uns sein können, auf das herzlichste In Treue Ullrich Pick, Lagerleitung. *) Unsere Köchin „kocht" sich ins Herz der GEMEENDECHRPMK. Dollfuß^Trauergedenkfeier der Israel: Kultusgemeinde Wien. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien veranstaltet anläßlich der dritten Wiederkehr des Todestages des verewigten Bundeskanzlers Dr. Engelbert D o 11 f u ß, am Freitag, den 23. Juli d. J., um 7 Uhr abends im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4, einen Trauergottesdienst Zum Zeichen der Trauer werden alle Gebäude der Kultusgemeinde mit Trauerfahnen beflaggt In sämtlichen Synagogen wird beim Abendgottesdienste am Freitag, den 23. d. M. für den verewigten Bundeskanzler das vorgeschriebene Gebet für das Seelenheü des Verstorbenen verrichtet werden. Dollfuß-Gedenkgottesdient des Bund Jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs. Am 24. d. M., präzise 20 Uhr 40 Min., findet in dem vom Präsidium der türkisch-israelitischen Gemeinde zur Verfügung gestellten Tempel, Wien II., Zirkusgasse 22, anläßlich des Volkstrauertages, der vom „Bund jüdischer Leopoiüstaüler Tempelvereiii Aeschel /twrohom Ii., Pazmanltengasse 6, Tel. R 47-8-63 Anmeldungen v. Aufgeboten, Trauungen (audi unt. lretem Himmel) n. Darmlzwans Partelenvorfcebr an Weiktigen von 2 bi« »/i4 Ohl nachmittags, an Sonntagen von 10 bis 12 "Uni vormittag! Oabetstonden früh Aw 6697 abd* 6.30 Aw 15. Chamischo osor beaw 7.30 IWoeschanon (5.B.M.) Schabos Nachamu Haftora, Nachamu Nachamu ami 4. Perek 6.30 „ 17 bis 21. Frontsoldaten Oesterreichs" veranstaltete Trauergottesdienst für weiland Bundeskanzler Dr. Engelbert D o 11 f u ß statt. Das Präsidium der türkischisraelitischen Gemeinde in Wien hat sich als Eigentümerin des Tempels dieser Gedenkfeier angeschlossen. An die ehemaligen Schülerinnen des Mädchen- Unterstützungsvereines! Anläßlich des 90. Geburtstages der hochverdienten ehemaligen Direktorin Regine Ulmann werden die gewesenen Schülerinnen, der Lehrkörper der Schulen des Vereins, sowie sonstige Verehrer und Verehrerinnen der zu Feiernden gebeten, sich Mittwoch, den 28. Juli um 6 Uhr abends im Krügerheim, II., Malzgasse 7 einzufinden. Eventuelle Zuschriften erbeten an Frau Natalie Beran (I., Burgring 1). Feierliche Ueberreichung des Joachim und Emma Tschiassny-Qedenkpreises im Rothschildspital. Am 12. Juii d. J. fand im Rothschildspital die feierliche Ueberreichung des Joachim und Emma Tschiassny-Gedenkpreises an Herrn Dr. Alois Groß für seine Arbeit „die Krampus-Neurose im neuen Lichte" statt. Dieser Preis wird alljährlich -in der Höhe von S 500.— für die beste im Laufe eines Jahres erschienene wissenschaftliche Publikation eines Hilfsarztes des Spitals verliehen. Todesfälle. Am 15. d. M. wurde das in weitesten Kreisen bekannte und geschätzte langjährige Vorstandsmitglied des Josefstädtef Tempelvereines, Herr Max Rotholz, unter überaus großer Beteiligung zu Grabe getragen. In gehaltvollen Trauerreden würdigten Rabbiner Dr. M. G. Mehrer und der Obmann des Tempelvereines Komm.-Rat Sigmund Feldtmann die großen Verdienste, die sich der Heimgegangene, ein bewußter Jude, um den Tempelverein erworben hat und gaben der Anteilnahme Ausdruck, die sich allgemein der Familie des allzu früh .Heimgegangenen zuwendet. Die kantoralen Funktionen versah innig Oberkantor Braun. — Nach kurzem schwerem Leiden ist der langjährige Obmann des Vereines ^Meches Jesohuah — Rasche Hilfe". 11., Josefinengasse 7, Samuel Sperling, gestorben. Jahrzehnte lang widmete er seine freie Zeit der Förderung des Bethauses, das sich heute eines großen Ansehens und Zuspruches erfreut. Aber nicht nur auf religiösem Gebiete betätigte er sich, er wirkte auch ersprießlich als Vorstandsmitglied in den karitativen Vereinen „Kurfürsorge", „Hachnusas Kalu" und „Ferienheim für erholungsbedürftige arme Kinder". Auch gehörte er vielen humanitären Vereinen als Mitglied an und überall hat er sich nicht nur als verdienstvolles Mitglied, sondern auch wegen seines geraden, ehrenhaften und kollegialen Wesens des größten Ansehens und Wertschätzung erfreut. Zu seinem Begräbnisse, das Sonntag, den 18. d. M., stattfand, hatte sich eine große Trauergemeinde eingefunden, und die vielen Nachrufe, die dem Verblichenen vom Rabb. Dr. Mehr er. Med.-Rat Dr. J. L. Braun. Rabb. Hager und Cafetier B.uchsbaum gehalten wurden, zeigten, wie er allseits beliebt war und welchen unersetzbaren Verlust die Vereine durch sein frühzeitiges Hinscheiden erlitten haben. Die kantorale Funktion versah in hervorragender Weise Oberkantor Müller. 70. Geburtstag. Am 23. Juli wird der hervorragende Gelehrte und in seiner Gemeinde überaus beliebte Reichenberger Rabbiner Prof. Dr. Emil Hoff mann siebzig Jahre alt. Der illustre Jubilar stammt aus Keczkemet, absolvierte das ungarländische Rabbinerseminar, wo er zu Füßen Moses Blochs, Wilhelm Bachers, Goldziehers und David Kaufmanns, die man die Lehrer des theologischen Judentums bezeichnet, gesessen ist. Aus der Feder des Jubilars rühren eine ganze Reihe wertvoller Schriften, u. a.: „Eine brennende Frage des gegenwärtigen Israel", „Der moderne Lebensschmerz" — beide vor vier Jahrzehnten erschienen — „Mendelssohn als Religionsphilosoph", „Wallensteins Stellung zum Judentum", „Geschichte der Juden in Reichenberg" u. v. a. Rabbiner Hoffmann zählte zu den Mitarbeitern der „Bloch's Wochenschrift". Anläßlich seines Freudentages gab die Monatsschrift „Die jüdische Gemeinschaft" eine Festnummer heraus, mit Aufsätzen vom Präsidenten des Böhmischen Rabbinerverbandes Dr. S. Arje, Rabbiner Dr. Ziegler-Karlsbad u. v. a. Um sich den Ehrungen in seiner Gemeinde zu entziehen, flüchtete Rabbiner Hoffmann nach Franzensbad, und es ist mir. vergönnt, mit dem namhaften Gelehrten vergnügte Stunden zu verbringen. B. Verein „Ferienheim für arme, erholungsbedürftige- Kinder" (Obmann Chefarzt Dr. Maximilian Tabak und Rechtsanwalt Dr. Max Jacobsohn). Seit 17 Jahren schickt der Verein alljährlich arme, unterernährte und erholungsbedürftige Schulkinder aufs Land' hinaus. Auch heuer wurde eine Kinderferienaktion1 durchgeführt und eine größere Anzahl rekonvaleszenter und unterernährter Kinder in Neulengbach untergebracht. Dank der gütigen Mitarbeit der Mitglieder und Förderung durch Gönner und Spender konnten die Mittel aufgebracht werden. Besondere Anerkennung gebührt Frau Gisela Wertheimer, die rastlos zum. Wohle der notleidenden Kinder sich betätigt. Allen, die zur Förderung des Vereines beigetragen haben, wird Dank ausgesprochen. Amtliche Vexiaut&wutHQeH de* J^iaetUischen JCuttusgemeinde Wien Ausbildung der Krankenpflegerinnen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien hat beschlossen, zwei jüdische, die österreichische Staatsbürgerschaft besitzende Mädchen zu diplomierten Krankenpflegerinnen ausbilden zu lassen. Die Ausbildung wird an der staatlichen Krankenpflegeschule des Allgemeinen Krankenhauses1 erfolgen. Der Lehrgang beträgt drei Jahre und bezweckt die planmäßige, praktische und theoretische Schulung in allen Zweigen der Krankenpflege auf wissenschaftlicher Grundlage, sowie die berufliche Erziehung. Ueber die endgültige -Aufnahme entscheidet ausschließlich eine kurz vor Schulbeginn tagende staatliche Auinahmskommission. Die Schülerinnen aller drei Jahrgänge erhalten im Schülerinnen-Internat der Krankenpflegeschule die unentgeltliche Verköstigung die Beistellung der Berufskierdung und kostenlos Reinigung derselben. Die Bewerberinnen haben sich schriftlich zu verpflichten, nach Vollendung ihrer Ausbildung über Verlangen des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien für die Dauer von drei Jahren in den Dienst des Spitales oder des Altersheimes der Israelitischen Kultusgemeinde zu treten. Ein Anspruch auf eine solche Anstellung wird jedoch durch Absolvierung der Krankenpflegeschule nicht erworben. Die eigenfoändhr geschriebenen Aufnahmsgesuchesind bis spätestens 1. August 1937 in der Amtsdirektion der Israelitischen Kultusgerneinde Wien. I., Seitenstettengasse 4. III. Stock, abzugeben. . Die Gesuche sind zu belegen mit :; a) Geburtsschein, b) Heimatschein, c) behördlichem Zeugnis über unbescholtenen Lebenswandel. d) bei außerhalb Wiens wohnenden Bewerberinnen vom Amtsarzte der zuständigen Bezirkshauptmannschaft ausgestelltem Zeugnis über die volle physische Eignung für den Krankenpflegeberuf, e) Bestätigung über die Impfung innerhalb der letzten- 2 Jahre, i) letztem Schulzeugnis, g) Zeugnissen über allfällige bisherige berufliche Tätigkeit, Ii) selbstverfaßter und eigenhändig geschriebener Schilderung des Lebenslaufes. Beerdigungen. 14. Juli 1937: Jakob Plaschkes. 55 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Josef Reiss, 31 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Siegfried Landau. 46 Jahre. 15. Bez. (IV. Tor). 15. Juli: Taube Bassie Segall. 13. Bez. (I. Tor). — Frieda Pineles, 80 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Siegmund Silberstein, 64 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). — Alfred Weiss, 27 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Karoline Fischer, 81 Jahre. 20. Bez. <IV. Tor). — Max Rotholz, 64 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Bertha Löwy. 42 Jahre. 7. Bez.. (IV. Tor). 16. Juli: Sidonie Turteltaub, 71 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Alfred Kohn, 61 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor).. — Hilda Reisfeld, 41 Jahre. 16. Bez. (IV. Tor). — Dr. Chann David Feier, 49 Jahre, Polen (IV. Tor). — Wilhelmine Haas, 54 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Emanuel Tersch. 77 Jahre. 10. Bez. (IV. Tor). — Henriette Klein, 63 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Emanuel Braun, 71 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Max Löwensohn, 90 Jahre, 18. Bez. (I. Tor). 18. Juli: Mathilde Kohn, 86 Jahre, 18. Bez. (I. Tor). — Erwin Honig. 34 Jahre. 6. Bez. (I. Tor). — Helene HoIIitscher. 28 Jahre, 18. Bez. (I. Tor). — Siegmund Zilz, 73 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Josef Spitzer, 70 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Ernst Rechiiitzer, 47 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Jakob Feiler, 47 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Marie Koppelmann, 82 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — JoseHne Pohriüe, 65 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Malvine Pisk. 50 Jahre, 16. Bez. (IV. Tod. — Margarethe Tuschak, 14 Jahrer 20. Bez. (IV. Tor). — Sarah Ronderis, 38 Jahre, Kowno (IV. Tor). — isak Kafowi, 72 Jahre. 10. Bez: (IV. Tor). — Samuel Sperling. 70 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Josef Babad. 61 Jahre, Lodz (I. Tor)._ Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirsch fei d, Wien II.. Praterstraße 29. — Druck r Ignaz Spitz- & Söhne; Wien II. Robertgasse 2.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.