Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 27 (9.7.1937)
- Date
- 1937-07-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 27 — 9. Juli 1937 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel Oebststonden Aw 6697 Juli 1937 früh abdf. 7.00 Aw 1. Rausch chaudesch 7.S0 fMataus mase k I (4. B. M.) | » *• SSSfta« U» 1 äschern 1 '2. Perek 1 7.00 „ 3. bis 7. 7.00 Freitag, 9. JcH 750 Samstag, 10. Juli 8.50 Sonntag, 11. Juli bis Donnerstag 15. Juli 7.00 leopoidsfädfer Tempelverein Aescnel Awrohom n.,i»azmanltenqasse 6, Tel. R 47-8-63 Anmeldungen v. Aufgeboten, Trauungen (aucnuni. freiem nimmeDu. Barmizwaus r md WerkUgen vi -megen von 10 * QebetBtundan Aw 5697 1. Rausch chaudesch (blataus mase (4.B.M.) ' Haftora Schimu dewar äschern 2. Perek Inzwischen wurde in Kaunas schon „Jud Süss" von Lion Feuchtwanger mit dem gleichen Erfolg wie „Die Grenze" gegeben und die Truppe setzt jetzt das Gastspiel in der litauischen Provinz fort. Das Arrangement dieser Tournee besorgt die Wiener Konzertdirektion Hohenberg gemeinsam mit einem litauischen Manager. Dem unermüdlichen künstlerischen LeiteT des Theaters, Herrn Direktor J u b a 1, sind auf Grund des großartigen Erfolges in Litauen Anträge für Gastspiele in Estland, Lettland und Polen zugekommen. Voraussichtlich wird das Jüdische Kulturtheater als einziges Wiener Theater während der gesamten Sommerszeit im Auslande spielen und erst im September wieder in die Heimat zurückkehren. Nomis T a k o v d a. Gememdedkronifc. Maimonidcs-Institut. Samstag, den 3. Juli, fand der SchlußvortTag für das Lehrjahr 1936/37 statt Herr Rabbiner Dr. Kaminka besprach drei besondere Hauptlehren aus dem Thoraabschnitt „Pinchas". Aus seinen reichen Kenntnissen, seinem profunden Wissen erklärte er das Wunderbare der heiligen Schrift und mit großer Aufmerksamkeit lauschten die trotz des heißen Sommertages zahlreich Erschienenen seinen Ausführungen. Am Schlüsse seines Vortrages verabschiedete sich der Redner von seinen Zuhörern, dankte den drei Dozenten'des Institutes. Studienrat Rabb. Dr. B a u e r, Rabb. Zikier und Prot. Dr. Rappaport, welche ebenfalls in der Zeit vom September bis Juni wissenschaftliche Vorträge gehalten haben. Besonderen Dank zollte er dem leitenden Kurator, Herrn Hirsch Intrater. dem Initiator des Institutes, der sich seit dem Bestände desselben — 13 Jahre — in uneigennütziger Weise um alle administrativen Anforderungen, wie um das Herschaffen aller Mittel für die Erhaltung des Institutes kümmert. Vor wenigen Tagen ist zu Ehren des Herrn Dr. Kaminka eine Festschrift erschienen, welche zahlreiche wissenschaftliche Artikel prominenter Gelehrter enthält Um das Gelingen derselben haben sich die Herren Rabbiner Zikier und Prof. Dr. Rappaport und ganz hervorragend Herr Intrater bemüht — wofür demselben Herr Doktor Kaminka ganz ^besonderen Dank sagte. Anschließend sprach Dr. Leo'Landau eis Vizepräsident des Kuratoriums und als Vorstandsmitglied der israelitischen Kultusgemeinde, welche dem Maimonides-Institut eine ansehnliche Subvention zuwendet. Er berichtete, daß vor zirka 2 Monaten der Präsident des Kuratoriums. Herr Karl Alt mann, gestorben sei und widmete demselben herzliche Worte treuen Gedenkens. Sodann sprach er dem geistigen Leiter des Institutes. Herrn Dr. Kaminka für seine großartigen wissenschaftlichen Vorträge Anerkennung und Dank im eigenem Namen und namens der Kuratoren, der Mitglieder und der Hörer aus; ebenso dankte er den drei Dozenten, die durch ihre lehrreichen Vorträge ihre Hörer befriedigt haben. Auch Herr Dr. Landau hob das selbstlose, vielseitige Wirken des Herrn Intrater hervor und bat im Einvernehmen mit den Mitgliedern und Zuhörern denselben, seine außerordentlich lobenswerten und vielseitigen Leistungen bis zu dem Zeitpunkte dem Institute zu widmen, wo dann ihm die ihm gebührende Ehrenstelle im Kuratorium verliehen werden soll. Im Herbst soll ein neues Kuratorium in einer Generalversammlung gewählt werden. Rudolf Kraus. Promotion. Dieser Tage fand die Promotion des Herrn Georg Bauer, Sohn des Obmannes der Gilde der Antiquitätenhändler Rudolf Berger, zum Doktor der Philosophie statt. Todesfall. In dem kürzlich verstorbenen Beamten der Israelitischen 'Kultusgemeinde Siegfried Aibeles muß man einen Fürsorger von besonderer Qualität betrauern, denn er iaßte seine Stellung nicht bürokratisch auf, brachte vielmehr in diese schwierige und aufreibende Tätigkeit Herz und Gemüt, viel Verständnis für die Leiden der Hilfesuchenden sowie eine hohe Intelligenz mit Als Begeher der Gefängnisse tat er einen tiefen Blick in die seelische Verfassung der Inhaftierten und wußte duTch taktvolles Auftreten viel zur Milderung der oft unverschuldet herbeigeführten Anhaliüngen beizutragen. Insbesondere versuchte er das Los der jüdischen Emigranten aus Deutschland, vornehmlich der staatenlos Gewordenen, durch Interventionen und Gesuche, wie ich aus zahllosen Fällen, die er mit; mir besprach, weiß, zu erleichtern. Ihm sei ein ehrendes Andenken gewidmet. Dr. H. H—ek. LITERATUR. Oesterreichisches Sport-Jahrbuch 1937. Das soeben erschienene amtliche Sport-Jahrbuch der Oesterreichischen Sport- und Turnfrontist sowohl seiner Ausstattung als auch seinem Inhalte nach als ganz hervorragend anzusprechen. Dieses umfangreiche, lückenlose Standardwerk, welches auch den verwöhntesten Ansprüchen gerecht wird und einen ausgezeichneten sportwissenschaftlichen Wegweiser darstellt, ist nicht nur für jeden Sportler unentbehrlich, sondern auch über die Sportwelt hinaus hoch interessant. Die Zusammenstellung des Sport-Jahrbuches, die an Mühe und Arbeit sehr reich gewesen sein muß, stellt der Schriftleitung der Oesterreichischen Sport- und Turnfront — Hauptschriftleiter Othmar Hassenberger — ein glänzendes Zeugnis aus. Wir können dieses mit zahlreichen, prachtvollen künstlerischen Tiefdruckbildern ausgestattete Jahrbuch, das nebst vielen sportlichen Daten und Abhandlungen einen vollständig genauen Bericht über die olympischen Spiele 1936 enthält, allen jüdischen Sportfreunden bestens empfehlen. Das Werk ist durch die Oesterreichische Sport- und Turnfront, Wien IV., Prinz Eugenstraße 12, zu beziehen. Von Sonnenfels bis Lueger. Beiträge zur Geschichte des österreichischen Versicherungswesens. Von Otto Morgenstern. Verlag „Das Versicherungsarchiv", Wien I., Eßlinggasse 9. 128 Seiten. Kart S 4.50. Ein,Kenner der Geschichte des österreichischen Versicherungswesens faßt in diesem Buche eine Reihe von Aufsätzen zusammen, die dem gebildeten interessierten Leser viel Anregung und Belehrung bieten. Ist der erste Teil des Buches Pionieren des österreichischen Versicherungswesens. Anstalten, Personen und Publikationen gewidmet, so gilt der zweite, mitunter geradezu aktuelle Teil den dem freien Wettbewerb in der Assekuranz erwachsenden Gegenkräften, die zum Versicherurrgsregulativ von 1880 und zu Monopolisierungs-, Verstaatlichungs- und Verlängerungstendenzen führten. Treffend sind in knappen Zügen die sich mit der Versicherungsfrage in den öffentlichen Körperschaften auseinandersetzenden Politiker charakterisiert. Das flott geschriebene Buch füllt eine empfindliche Lücke der österreichischen Versicherungsliteratur, es stellt eine echt österreichische Publikation dar. Aus den Kurorten. Kurort Sauerbrunn. Mit Recht wird Sauerbrunn die Perle des Burgenlandes genannt. Am Fuße des Rosaliengebirges, von Fichtenwäldern, Obstgärten und saftigen Feldern eingeschlossen, bietet Sauerbrunn den zahlreichen Sommergästen einen angenehmen Landaufenthalt Aber auch als Kurort bildet es mit seinen natürlichen Fichten- und Kohlensäurebädern einen Anziehungspunkt für zahlreiche Kurgäste. Zum größten Teil verdankt Sauerbrunn se'inem „Säuerling", der, von der Quelle weg getrunken, ein gesundes Mineralwasser darstellt, seinen guten Ruf; der Wiener jüdische Mittelstand sucht diesen lieblichen Luft- und Kurort gerne auf. um einige Wochen Ruhe und Erholung zu finden. Während der Sommermonate herrscht in Sauenbrunn ein reges jüdisches Leben. An Wochentagen, morgens und abends,. finden in mehreren Bethäusern Gottesdienste statt. Am Sabbath glaubt man sich in eine burgenländische Judengemeinde versetzt Mehrere jüdische Gasthäuser, darunter das streng orthodoxe Restaurant Alt in der Blumengasse, sorgen für gute ungarische und Wiener Küche. Die 0rts7 bevölkerung kommt den Sommergästen in jeder Weise entgegen. Besondere Anerkennung verdient der Bürgermeister Buchinger, der alles aufbietet, um. den Kurgästen den Aufenthalt so angenehm als möglich zu gestalten. Kur-, Bahn- und Postverwaltung funktionieren tadellos. Der alte Kurpark mit seinen schattigen Alleen bietet älteren Leuten Ruhemöglichkeiten, während die Jugend reichlich Gelegenheit hat, in die nähere und weitere Umgebung' herrliche Ausflüge zu unternehmen. Die „Einsiedlerin". Schloß Forchtenstein, der Neusiedlersee, sind sehr beliebte Ausflugstationen. Zu erwähnen wäre noch das Strandbad, eine weit ausgedehnte Badeanlage mit landschaftlich schöner Umgebung, in welchem jung und alt sich vergnügt. Meh-, rere tüchtige Aerzte wachen über die Gesundheit der Sommergäste. Markus Pick; Kurgast Bad Luhacovice, Tschechoslowakei. Im Herzen der tschechoslowakischen Republik, in einem Tal, von grünen Wäldern umgeben, liegt am Fußeder Kleinen Karpathen der mährische Badeort Luhacovice, ein Schmuck der Naturreichtümer und ein Zufluchtsort der Kranken. Das wunderschöne Tal mit Promenaden auf flachem Lande und Hanggelände ermöglicht eine Terrainkur, Spaziergänge und Ausflüge in milder oder stärker steigende Berge und tiefe Wälder, also eine. Mannigfaltigkeit, die allen Ansprüchen Genüge leisten kann. Die ärztlich vielfach bewiesene Heilkraft desalkalisch-muriatischen säurehaltigen Wassers der Luhacovicer-Quellen, bestimmt die Heilindikation. Es ist daher kein Wunder, daß die von der Natur in reichem Maße, gebotenen Vorbedingungen die erfolgreiche Behandlung einer ganzen Reihe von Krankheiten ermöglichen, von welchen wir die folgenden anführen: D!e Krankheit der Atmungsorgane, die chronischen Hals-, Nasen-, Kehlkopf-, der Verdauungsorgane, Frauenkrankheiten, Leber-, Harn-, Bronchialkatarrhe. Asthma (Atemnot), die Krankheiten Gallensteine und Nierensand, Herzkrankheiten des Blutkreislaufes, des Stoffwechsels. Rheumatismus. Gicht und andere. Die Fortschritte, welche in den letzten Jahren in der Badeorttherapie gemacht worden sind, verpflichten; auch den Badeunternehmer, mit dem Geist der Zeit Schritt zu halten. Im Jahre 1935/36 wurde in Luhacovice der Bau des modernst ausgestatteten Gesellschaftshauses beendet, das Restaurations-. Kaffee-, Lese-, Bibliotheks-, Musik-, Klub- und Spielräume, die Bar usw. beherbergt. Das Luhacovicer Inhalatorium mit pneumatischen Kammern ist weltberühmt. Der Badeort Luhacovice ist nit Badeeinrichtungen ausgestattet, die die Verabreichung von natürlicher. Kohlenstoff-, Sauerstoff-, Schwefel-. Schaum-, aromatischen Torf-und Gaskohlenstoffbädern ermöglichen, weiters mit der bewährten Wasserheilanstalt, mit zwei Schwimmbassins mit fließendem Wasser und Sprungtürmen für Wettbewerbe, mit Trinkkureneinrichtung, Physikaltherapie und' Elektrotherapie. Die Frauenliga für Frieden und Freiheit der Völker mit dem Sitz in Genf wählte im heurigen Jahre als Zusammenkunftsstätte für ihren internationalen Arbeitskongreß den beliebten Kurort Luhacovice. Dieser Kongreß findet unter Teilnahme von- 300 Delegierten aus der ganzen Welt in den Tagen vom 25. Juli bis 5. August d. J. statt. Beerdigungen. 30. Juni 1937: Rudolf Steiner, 70 Jahre, 14. Bez. (I. Tor). — Hermine Fuchs, 64 Jahre. 6. Bez. (IV. Tor). — Therese Weiss, 65 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Josef Justh. 65 Jahre. 15. Bez. (IV. Tor). — Felix Ticho, 15 Jahre, 21. Bez. (IV. Tor). 1. Juli 1937: Amalie Fürst, 46 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Univ.-Prof. Dr. Max Adler, 65 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Friederike Schreyer. 17 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Leopoldine Kisch, 83 Jahre. 13. Bez. (I. Tor). — Karl Kohn. 39 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Paul Glück, 15 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Hugo Zuckermann, 54 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Jakob Engel, 66 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Prof. Dr. Oskar Bachrach, 46 Jahre, Bratislava. (IV. Tor).. 2. Juli 1937: Fanny Götzl, 71 Jahre, 17. Bez. (I. Tor). — Katharina Friedmann, 80 Jahre. 20. Bez. (I Tor) — Karl Kohn, 46 Jahre, 3. Bez. (1. Tor). — Markus Stein, 74 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Isidor Lunzer, 75 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Ignaz BalL 67 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Samuel Moriz Losch, 73 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Markus Schmer,. 80 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Fanny Frank, 65 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Hersch Leib Dukatenzeiler, 72 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). 4. Juli 1937: Malvine Schiitner. 52 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Heinrich Thiersfeld, 69 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Salamon Steiner, 68 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor).. — Bertha Kriwatschek, 72 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Albin Weinberger, 68 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Amalie Münz, 74 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Johanna Schlesinger, 85 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). — Lydia Felber, 37 Jahre. 3. Bez. (IV. Tor). — Siegfried Abeles, 9. Bez. (IV. Tor). — Anna-Roms. 73 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Franziska Fleischer, 5 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Oskar Dukes, 42 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 5. Juli 1937: Lotte Hamburger, 1. Bez. (I. Tor). — Dr. Gustav Lazarus. 42 Jahre, Jerusalem, (IV. Tor). — Rosa Stiassny, 69 Jahre, 17. Bez. (I. Tor). — Rudolf Kaiman. 68 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Freida Akner, 74 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Aron Schulmann, 69 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Regine Braun, 81 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Jenny Kulka, 65 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar H i r s c h f e 1 d, Wien IU Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhnev Wien II. Robertgasse 2.