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Die Wahrheit · 1937-07-02 · Heft 26 (2.7.1937) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 26 (2.7.1937)
Date
1937-07-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 26 — 2. Juli 1937 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Hafftorah-Taffel Ctobatstuiideii Ttmu 6697 Juli 1937 früh abds. 7.00 Tamm 23. 7.30 /Pinchas (4.B.M.) \ I Baf torab 1 ___ „. luiwre jirmeinbn 1 „ 8.00 „ 24. iMeworinim J8 55 I Hachaudescb 1 Ii. Perek 1 7.00 „ 25, bis 29. (Jamn tipnr totaun) 7.00 Freitag, 2. Juli 7.30 Samstag, 3. Juli 8.55 Sonntag, 4. Juli bis Donnerstag 8. Juli 7.00 Eingesendet. L€opolüsi&üler Tempelverein Aeschel üwrohom II., Pazmanltengasse 6, Tel, D 41-8-63 Anmeldungen v. Aufgeboten, Trauungen (anchuni.ireiem Himmel) u. Barmlzwaus Partalenvarfcehr an Werktagen ron 2 bis </<4 Ubr nachmitUES, an Sonntagen von 10 bis 12 Uhi vormittag! Oabetatunden früh Tamua 5697 abdi 6.30 Tamus 23. 7.30 Pinchas (4.B.M.) \ Haftorah I Diwre jirmejnbn I g Hacbandescb I Wir erhalten folgende Zuschrift: Im „Grazer Volksblatt", dem Organ der Katholiken •'.n der Steiermark, veröffentlichte Dr. Max ...KössJjer, MirteJschullehrer in Graz, unter dem Titel: „Das Grazer Ghetto und seine Insassen. Ein kulturgeschichtliches Bild aus dem Altgrazer Judentum" einen Aufsatz, dessen Tenor vielleicht am besten damit gekennzeichnet wird, daß darin unter anderem auch die These aufgestellt wird: „Wo das Geld, dort ist der Jude. Die . Verquickung beider Begriffe geht ja in der Gegenwart so weit, daß sie in eins verschmelzen." Mit Bezug auf diesen Aufsatz r'chtete ich an die Schriftleitung folgendes Schreiben: Graz, am 6. Juni 1937. Sehr geehrte Schriftleitung! Den in Ihrem geschätzten Blatte vom 30. Mai 1. J-, Nr. 121, S. 10, erschienenen Aufsatz: Das Grazer Ghetto und seine Insassen, von Dr. Max Kössler, konnte ich infolge Krankheit erste heute lesen und ich möchte, (feschem ich;n letzter Zeit jedwede Polemik, die mir unfruchtbar erscheint, vermeide, in Anbetracht der mannigfachen sachlichen und geschichtlichen Irrtümer, aber dennoch ganz kurz folgende Randbemerkunggen hier anfügen. Erstens, härte der Herr Verfasser meine Arbeiten, ganz besonders meine letzte Arbeit: De jüdischen Friedhöfe in Graz (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in der Steiermark, Band II, 1. Teil), Graz 1937, gekannt, dann glaube ich, wäre seine Arbeit wohl anders ausgefallen. Zweitens, wenn der Herr Verfassermeint, daß die Jahre 1496—1783, also die judenlosen Jahre, die glückliche Zeit für Graz bedeuten, dann wolle er gefällig meine „Urkunden und Regesten zur Geschichte der Juden in der Steiermark" (Urk. u. Reg. usw., Bandl), Graz 1934, S. XXXIV, namentlich Anm.92, nachlesen und er dürfte vielleicht auch da sein Urteil stark revidieren. Der dort dargelegten Meinung stimmte übrigens mir gegenüber auch einmal Luschin, eine gewiß beachtenswerte Persönlichkeit, zu. Wenn dann der Herr Verfasser zum Schluß mejvt, „das Sturmjahr 1848 hat mit seinen übrigen bedauerlichen Ereignissen auch die Freizügigkeit für das Judentum (sie!, der Herr Verfasser scheint den Unterschied zwischen Juden und Judentum nicht zu kennen) gebracht", so stehen da allerdings unsere sittlichen und weltanschaulichen Gedankengänge so diametral gegeneinander, daß wir — das ist meine Meinung — das Urleil hierüber vielleicht doch der Geschichte, die ja über größere Zeitausmaße als w'r schaut und mißt und darum gewöhnlich auch sachlicher richtet, überlassen dürften. Indem ich nun die sehr geehrte Schriftleitung um die wörtliche Veröffentlichung dieser wenigen Zeilen höflichst ersuche, zeichne ich mit dem Ausdrucke der vorzüglichsten Hochachtung Univ.-Prof. Rabb. Dr. D. H e r z o g. Diese meine Zuschrift, in der ich doch wohl, wie ich ruhig sagen darf, weder in Ton, Takt, noch in bezug auf Sachlichkeit fehlgegriffen habe, wurde bis heute n'cht zum Abdruck gebracht, was ich hier feststeilen wollte. Zürich. Seit fast einem Jahre wirkt der trühere Rabbiner des Wiener Pazmaniten-Tempels, Herr Dr. Zwi Taubes, nun in der Synagoge in der Löwenstraße zu Zürich. In dieser-Zeit hat er es bereits verstanden, nicht . nur die Achtung, "sondern auch die Herzen seiner ganzen. Gemeinde zu gewinnen. Ein neuer religiöser Anlauf . -ist-genommen worden. Die Orgel wurde aus dem Gottes- .. Jiawse -entfernt. Es werden religiöse Sabbath-Nachmittags- Vorträge gehalten. Es hat sich ein Kreis junger Menschen gefunden, die regelmäßig einmal in der Woche zusammenkommen, um zu lernen. Die Züricher Gemeinde sieht in dem feinsinnigen Gelehrten und blendenden Kanzelredner einen ausgezeichneten Gewinn. Wir wünschen ihm von Herzen lange Jahre segensreicher Arbeit! L. E. Die deutsche Jugend wird „aufgeklärt". UnteTrichtsminister Dr. Rust hat in einem Erlaß den Lehrern der Volks- und Mittelschulen die Weisung gegeben, die Kinder dahin aufzuklären, daß bei Juden nicht gekauft werden darf. In dem Erlaß wird ausgeführt, daß eine solche Aufklärung den Erziehungsgrundsätzen des Nationalsozialismus entspreche. welche dieses schöne Resultat nicht erreicht hätte werden können. Hierauf zeigten die Kinder ihre wirklich hervorragenden Leistungen von der I. bis zur IV. Klasse. Herr Lehrer Dr. Gerstel hielt eine Ansprache an die Kinder, in welcher er auf die furchtbare Zeit, für das Judentum hinwies ' und die Kinder aufforderte, stets die Satzungen und Gebote der heiligen Religion einzuhalten, denn nur diese erhalte das Judentum. Zum Schlüsse hielt Herr Oberinspektor Engel eine zündende Ansprache an die Schüler und Schülerinnen, in der . er besonders betonte, daß die Freuden der Ferien um so" genußreicher seien, wenn man das beruh'gende Gefühl der steten Pflichterfüllung habe. Schlußfeier der Talmud-Thora der „Polnischen- Schul!" Dienstag, den 29. Juni, vormittags, fand in der festbeleuchteten Synagoge, fm Beisein des Vorstandes, vieler Eltern und Gäste die Entlassungsfeier der Schüler der Talmud-Thoraschule in erhebender feierlichster Form statt. Die Schüler, welche in dieser Talmud-Thora Gelegenheit hatten, alle Fächer, vom Alef-Beth bis zur Gemarrah, zu hören und zu lernen und die von sehr tüchtigen, ambitiösen Lehrern unterrichtet werden, füllten die Synagoge und lauschten respektvoll der Ansprache Rabbiner Frostigs, der die Kinder ermahnte, auch während der Ferien das Thorastudium nicht zu unterbrechen und sich einer würdigen jüdischen, religiösen Lebensweise zu bedienen. Es gebührt dem rührigen Vorstande des Bethauses Lob dafür, daß er;'m Interesse der Förderung der religiösen Erziehung der Kinder die Talmud-Thora-Schule so vollkommen ausgebaut und unter die Leitung bewährter Kräfte gestellt hat. „Kleines Bezirksgericht" im Theater Reklame. Die Popularität, die die Jüdischen Künstlerspiele durch die Gastspiele Leo R e u s s u. a. beim Wiener Theaterpublikum sich errungen haben, wird durch die Tatsache bestätigt, daß ab 1. Juli täglich halb 9 Uhr in diesem Theater die erfolgreiche Komödie des Theaters in der Joseistadt „Kleines Bezirksgericht" übersiedelt. Ein Ensemble prominenter Wiener Schauspieler der Burg, des Volkstheaters und der Kammerspiele bürgen auch hier für einen vollen Erfolg. Kleine Preise von 1 bis 4 Uhr. Sonntag auch Nachmittagsvorstellung um halb 4 Uhr. Qemeindeihwonik. Beerdigungen, Ueber „Die neuen Ausgrabungen in Samaria" hält am Samstag, den 3. Juli, um 20 Uhr, im Saale der B'ne ' B'rlth-Vereinigungen, - IX., Universitätsstraße 4, Herr Dr. E. L. S u k e n i k, Professor der Archäologie an der Universität Jerusalem, einen Lichtbildvortrag. Diese Ausgrabungen werden bekanntlich vom Herrn Vortragenden selbst geleitet. Gäste willkommen! Nach dem Vortrag zwangloses Beisammense'n im Cafe Arkaden. Todesfall. Sonntag, den 27. v. M. wurde unter großer Beteiligung Herr Markus L ö w y, Besitzer des Schuhhauses „Marko" in der Westbahnstraße, zu Grabe getragen. Das Hinscheiden dieses braven Menschen beklagen seine Gattin, sein minderjähriger Sohn, seine Familie, u. a. sein Schwager Herr Kultusvorsteher Geza Klinger, sowie die vielen Freunde, die er sich durch sein edles Wesen errungen hat. Denn der Heimgegangene besaß einen eminent wohltätigen Sinn, den er auch in seiner Funktion als Ausschußmitglied der Bezirksorganisation Neubau der „Union" bekundete. In diesem Kreise entwickelte er erstmalig den Gedanken einer Aktion „Nehmt hungernde jüdische Kinder Kinder zum Mittagstisch!", eine Idee, die sofort bei seinen unionistischen Kollegen am Neubau Anklang fand und auch in den anderen Bezirksorganisationen der „Union", in denen der Verblichene persönlich Propaganda für diese Fürsorgeaktion machte, zündete. Die „Union österreichischer Juden" betrauert deshalb aufs innigste den Heimgang ihres treuen Anhängers und das allgemeine Mitgefühl wendet sich den Hinterbliebenen zu. Zum Leichenbegängnisse waren u. a. erschienen: Präsident Staatsrat Dr. D. Friedmann, Vizepräsident Dr. J. Ticho, die Kultusvorsteher Dr. E. Felds her g, Friedrich Feuer, Dr. Leo Landau und Dr. L. Maier, in Vertretung der Bezirksorganisation Neubau der „Union" Obmannstellvertreter Otto Salus, Amtsleiter W. Freistadt, Chefredakteur Oskar H i r s c h f e I d, eine Abordnung des Brigittenauer Tempelvereines. Alle Trauersäste waren tief ergriffen von den warmen Worten, die Rabbiner Dr. B. Murmel stein dem Verewigten widmete, der dessen Sinn für Familie und Allgemeinheit rühmte. Die kantorale Funktion versah Kantor Roth. Schlußfeier der Talmud-Thoraschule des Tempelvereines Aeschel-Awrohom, II., Pazmanitengasse 6. Am 28. v. M. wurde im Giebelsaale des Tempelvereines Aeschel-Awrohom die Schlußfeier der Talmud-Thoraschule des genannten Vereines gefeiert. Um 3" Uhr versammelten sich d e Schüler sowie viele Eltern und Freunde derselben. Der Obmann der Schulsektion, Herr Professor Peczenik, eröffnete mit einer ergreifenden Ansprache an die Kinder die schöne Feier und wies in formvollendeter Ansprache auf das schöne Ergebnis hin, das einzig dem Fleiße der Schüler und Schülerinnen zu verdanken sei. Er dankte den beiden Lehrern Herrn R i: d o k i und Dr. Gerstel für ihre aufopfernde Tätigkeit und den Eltern für die Unterstützung,, ohne 20. Juni: Hermine Uprimy, 66 Jahre, 18. Bez. (I. Tor). — Helene Grün. 81 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Moriz Fischl. 75 Jahre, 5. Bez. (I. Tor). — Berta Schiff, 79 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Auguste Neuer, 64 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Marie Greipl, 91 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). " 21. Juni: Feige Klausner, 98 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Nathan Ziff. 74 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Auguste Brunn, 58 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). - 22. Juni: Adolf Klein. 69 Jahre, 17. Bez. (I. Tor). — Julius Kren. 78 Jahre, 9. Bez. (I. Tor), — Regine Kirz, 54 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). — Wilhelm Moscari, 76 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Arthur Fleck. 57 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 23. Juni 1937: Finny Mühlfeld, 61 Jahre. 13. Bez. (I. Tor). — Josef Kurz, 44 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). — Med.-Rat Dr. Josef Königstein, 71 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Sarah Alharas. 18. Bez. (IV. Tor). — Markus Grossmann, 57 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). 24. Juni: Martha Wiesenberg, 44 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Arpad Vogel, 51 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). — Feiwisch Rost. 76 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Heinrich Teller, 60 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Rosa Borowitz, 80 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Dr. Hedwig Klüger, 57 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). 25. Juni: Arthur Ohrenstein, 46 Jahre. 13. Bez. (I. Tor). — Ing. Karl Fanta, 70 Jaßre, 19. Bez. (I. Tor). — Josef Engel. 67 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Amalie Marie Roth. 63 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Maria Deiner, 46 Jahre, Polen (IV. Tor). — Richard Loewy. 61 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 27. Juni: Mathilde Pollak, 63 Jahre. 9. Bez. (I. Tor). — Henriette Fischer, 90 Jahre. 9. Bez. (I.Tor). — Anna Czeczowicka, 83 Jahre. 3. Bez. (I. Tor). — Fanny Glaser, 72 Jahre. 20. Bez. (I. Tor). — Amalie Grad, 71 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). — Anna Schmitz, 81 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). — Emanuel Schilf, 81 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Josef Liebe!, 78 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Clara Cenower, 52 Jahre, 9. Bez. IV. Tor). — Markus Löwy, 7. Bez. (IV. Tor). - Komm.-Rat Ludwig Weiss, 66 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Sarah Günzer, 63 Jahre. Czernowitz (fV. Tor). — Leontine Sträussler. 20. Bez. (IV. Tor). — Karl Stappier, 48 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). 28. Juni: Aloisia Gut, 75 Jahre. 18. Bez. (I. Tor). — Isak Tischler. 51 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Josei Speiser* 70 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Irma Feldmann, 66 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). 29. Juni: Rosa Katscher, 77 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Marie Wohunuth. 52 Jahre, 12. Bez. (I. Tor). —■ Rosa Fünkler, 12. Bez. (I. Tor). — Frieda Gold. 45 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). L — Irma Feldman«. 66 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Marie Stross, 82 Jahre. 7. Bez. (IV. Tor). — Adolf Neubauer, 82 Jahre. Percln toldsdorf (IV. Tor). — Salo Strenger, 41 Jahre, 9. Bez. (IV. Ter). — Ing. Gustav Wolf, 57 Jahre. 3. Bez. (IV. Tor). — Ada Färber, 49 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Bertha Weigier, 79 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). - Fanny Horn. 44 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien I! Praterstraße 29. — Druck: Ignaz. Spitz & ,Söhne ' Wien H. Robertgasse' 2. 'r ...

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