Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 24 (18.6.1937)
- Date
- 1937-06-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S Nr. 24 — 18. Juni 1937 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftor ah-Tafel Qeb«t»tanden Tamns 6697 Juni 1937 früh . abds. 7.00 Tamui 9. 7.30 fchukas (4.B.M.) | IHaftorah | 8.00 „ 10. {Wajihacn J 8.55 Hagilodi 1 (5. Pcrek | 7.00 „ 11. bis 15. 7.00 abds. Freitajr, 18. Jnni 7.30 Samstag, 19. Juni 8.55 Sonntag, 20. bis Donnerstag, 24. Juni 7.00 Heimgruppe IV und V. Die Heimgruppe IV, V, die über ein auch in der heißen Jahreszeit angenehmes Heim in der Lanrenzgasse verfügt, hat sich entschlossen, den normalen Heimbetrieb mit Vorträgen und Geselligkeit bis auf weiteres fortzusetzen. Montag, den 7. d. M., sprach vor einer überaus großen Besucherzahl Herr Dr. Ernst Abel es über das interessante und aktuelle Thema: „Für und gegen die Todesstrafe". Die sowohl vom rechtlichen als auch vom philosophischen Standpunkt ausgezeichneten Ausführungen des Referenten wurden von den anwesenden Zuhörern mit großem Beifall aufgenommen und waren Gegenstand einer sich anschließenden Diskussion. SemeindecfiroTiifz. Leopoidsiamer lempeiverein Aeschel Awrohom II., Pazmaniiengosse 6, Tel. R 47-9-63 Anmeldungen f. Aufgeboten, Trauungen (auch uni. freiem Himmel) u. Danntzwaus f Chukas (4.B.M.) Edmund Hof mann —75 Jahre. Die Wiener Judenschaft, insbesondere die der Leopoldtstadt, erhielt dieser Tage mit Freude die Kunde vom 75. Geburtstag eines ihrer eifrigsten und bravsten Glaubensgenossen, des Herrn Edmund liofmann. Es wird wenige dm Wiener Judentum geben, die diesen prächtigen Menschen nicht — wenigstens seinem guten Renommee nach — kennen. Denn der Jubilar hat seit frühen Jahren seine ausgezeichneten Kräfte dem Wohle der Allgemeinheit, namentlich der jüdischen, gewidmet. Fünfzehn Jahre war er, der durch eisernen Fleiß und größte Gewissenhaftigkeit es zu einem allseits geachteten Leopoldstädter Handwerker gebracht hat, durch das Vertrauen seiner Mitbürger Bezirksrat der Leopoldstadt. Acht Jahre gehörte er; entsandt von der „Union österreichischer Juden", in deren Reihen er sich als hingebungsvoller Mitarbeiter größter Beliebtheit erfreut, dem Wiener Kultusvorstand als von allen Parteien hoch geschätztes Mitglied an. Seit 11902 wirkt er gewissenhaft in der Bezirkskommission II deT Kultusgemeinde. Ueberaus groß ist die Zahl der Wohltätigkeitsvereine, in denen dieser edle Mensch und gute Jude inättätig ist Er ist Gründer und Obmann des „Vereines zur Bekleidung armer alter Männer", Obmann des Unterstützungsvereines „Montefiore" u. v. a. Größter Hochachtung erfreut er sich im Ersten Wiener Gewerbeverein, der ihm zu Ehren am letzten Montag abends unter dem Vorsitz des Präsidenten Paul Schwarzstein eine feierliche Festsitzung abhielt, bei der dem Jubilar in Würdigung seiner Verdienste um den Verein ein herrlich schöner Ring überreicht wurde. Auch die anderen Organisationen, denen Edmund Hofmann seine wertvollen Kräfte widmet, haben ihn an seinem Jubeltage herzlichst beglückwünscht, so die „Union", insbesondere deren Bezirksorganisation Leopoldstadt, die ihm für seine emsige Mitarbeit viel Dank schuldet. In der Bezirksorsanisation Leopoldstadt des „Bundes jüdischer Frontsoldaten" wurde ihm am Dienstag-Abend nach einem interessanten Vortrag des Herrn Dr. Ernst Feldsberg öffentlich gratuliert. An seinem Ehrentage sei auch der Mitarbeit seiner braven Gattin nicht vergessen, die ihm bei allen seinen Unternehmungen treu zur Seite gestanden ist. Alle, die ihn kennen und schätzen, wünschen ihm noch viele, viele Jahre Glück und Gesundheit und Fortsetzung seines emsigen Schaltens. o. h. Die „Weibliche Fürsorge, Verband von Wohlfahrtsvereinen, veranstaltet Montag, den 21. Juni, 4 Uhr nachm., eine gesellige Zusammenkunft mit Bridge auf der Terrasse des Cafe Kronprinz, IL, Aspernbrückengasse 4. Jeder Teilnehmer wird gebeten, für die charitatiyen Zwecke des Verbandes 1 S zu spenden. Promotion. Samstag, den 19. d., iindet die Promotion des Fräulein Edith Ditta Frankfurter, Tochter des Herrn Rabbiner Prof. Dr. Arnold Frankfurter, zum Doktor der Philosophie im Festsaale der Wiener Universität statt. Todesfall. Der langjährige Vizepräsident des Mariahilfer Tempelvereines, Herr Komm.-Rat Leopold Waller, ist am 7. d. M. unter außerordentlich großer Beteiligung weitester Kreise am Zentralfriedhofe, 1. Tor, zu Grabe getragen worden. Mit dem Verblichenen verliert das Wiener Judentum einen allseits geachteten Glaubensgenossen, der Tempelverein eines seiner aktivsten und opferbereitesten Vorstandsmitglieder, die „Union österreichischer Juden" einen treuen Anhänger. Komm.-Rat Waller war von seltener Bescheidenheit und Güte und blieb trotz seines gesteigerten geschäftlichen Ansehens und seiner Erfolge der einfache Mitarbeiter auf vielen Gebieten jüdischer und ethischer Betätigung. Mit Recht konnte Oberrabbiner Dr. T a g 1 i c h t in seinem Nachrufe diese Eigenschaften hervorheben, wie auch der greise Präsident des Tempelvereines, Dr. Jakob Engel, von seinem jahrzehntelangen Arbeitskollegen in den bewegtesten Worten schmerzlichen Abschied nahm. Für die B. B. Loge „Eintracht" sprach Min.-Rat Schläfrig, für die „Union österreichischer Juden" und namens der Bezirkskommission VI—VII Fürsorgerat Nathan Pollak. Der schmerzgebeugten Witwe, seinen Söhnen Konsul Max und Dr. Fritz Waller, dem Schwiegersohne Komm.-Rat Richard Bruchsteiner und den weiteren Familienmitgliedern wendet sich die allgemeine Teilnahme zu. Nebst dem Vorstand des Mariahilfer Tempelvereines waren Vertreter zahlreicher Tempel- und Wohlfahrtsvereine, darunter die Präsidentin Frau Ida Wolf für den Mariahilfer Frauenverein, erschienen. Die kantoralen Funktionen versah in ausgezeichneter Weise Oberkantor L e w i n mit großem Chor. Der Leopoldstädter Frauenverein veranstaltet jeden Mittwoch ab 4 Uhr nachm. im schönen schattigen Garten des Cafe Continental, IL, Praterstraße 3, seine beliebten Bridge- und Rummy-Zusammenkünfte. Gäste herzlichts willkommen. Döblinger Bibelschule. Montag, den 14. d. M., fand die Schlußprüfung der Döblinger Bibelschule 'im Beisein des Vorstandes des Döblinger Tempelverednes, der Chewra Kadischa und der Elternschaft statt. Nach einigen herzlichen Begrüßungsworten durch Herrn Rabbiner Dr. Frankfurter nahm die Lehrerin Frau Dr. Edith Frankfurter die Prüfung der Schüler und Schülerinnen vor. Die Kinder zeigten großes Interesse 'Und wetteiferten in der Beantwortung der an sie gerichteten Fragen. Sie lasen richtig das Hebräische, übersetzten fließend Gebete und Stücke aus dem Pentateuch. zeigten Kenntnis der Grundelemente der hebräischen Grammatik, der jüdischen Gebräuche und Feste, und erzählten gewandt die biblische Geschichte. Herr Rabbiner Dr. Frankfurter lobte in seinem Schlußworte die schönen Leistungen der Prüflinge, dankte dem Vorstande für das große Interesse um die Bibelschule und schloß mit herzlichem Danke an die Lehrerin Frau Dr. Edith Ditta Frankfurter. AmtÜdie V&daut&aiUHqeH d&t Jsitaelitiscfien JCuttusgeMeindc Wien Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler und -Schülerinnen. Samstag, den 19. Juni 1937, um 3 Uhr nachm., in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. 2. Besondere Jugendgottestfienste. für Mittelschüler, und -Schülerinnen der Unterklassen im II., IX. und XX. Bezirke. Samstag, den 19. Juni 1937, um V,5 Uhr nachm., im Leopoldstädter Tempel, IL. Tempelgasse 5. und in den Bezirkssynagogen, IX., Müllncrgasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Gedächtnisfeier für Oberrabbiner Dr. Feuchtwang. Die Gedächtnisfeier für den seligen Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang wird am Donnerstag, den 24. Juni 11937. anschließend an den um 7 Uhr abends stattfindenden Abendgottesdienst im Stadttempel. I., Seitenstettengasse 4, abgehalten werden. Die Gedenkrede wird Sr. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dokor Taglicht halten. KUNDMACHUNG. Die Mikwah sowohl für Männer als auch für Frauen ist täglich geöifnet. und zwar: Für Männer: täglich von K-6 bis 3410 Uhr vormittags, außerdem an Freitagen von 12 Uhr -mittags bis Sabbatheingang. Für Frauen: derzeit täglich von *A2 Uhr nachmittags bis K-10 Uhr abends (Kassaschluß 9 Uhr), Freitag bis zum Anbruche des Sabbath (Kassaschluß ©ine halbe Stunde früher). Badepreise: Für Männer: täglich und Freitag bis 'AiO Uhr vormittags . S —.20 Freitag nachmittags ohne Wäsche.....S —.50 Freitag nachmittags mit Wäsche .....S —.80 Für Frauen: 1. Klasse............ . . § 3.— 2. Klasse...............S 2.40 3. Klasse.............. . S 1.50 Die Kurverwaltung in Bad Piestany stellt Angehörigen des Mittelstandes einen Platz zweiter Klasse in der Heilanstalt Pro Patria zu dem besonders ermäßigten Preis von Kc 48.— pro Tag, zur Verfügung.. In diesem Betrage sind die Kosten für eine komplette Pauschalkur einschließlich Verpflegung <und Wohnung inbegriffen. Personen, welche für diese Kur Interesse haben, wollen ihre bezügliche Mitteilung an die Fürsorge- Zentrale der israelitischen Kultusgemeinde. Wien I., Seitenstettengasse 2. richten, woselbst auch nähere Auskünfte erteilt werden. Beerdigungen. Große Jeschiwa in Bagdad niedergebrannt. Ans Bagdad wird gemeldet, daß dort die jahrhundertealte große Jeschiwa „Midrasch Beth Salka" vollständig niedergebrannt ist Die Bibliothek, die die größte im ganzen Irak war, sowie eine Anzahl Manuskripte von großem literarischen und historischen Wert sind dem Brande zum Opfer gefallen. Der Schaden wird auf 40.000 Piund geschätzt. Die Thorarollen konnten gerettet werden. Die Entwicklung der Jeschiwa ist mit der Geschichte der Juden im Irak eng verbunden. Generationen von Rabbinern im Nahen Osten gehörten zu den Schülern der Jeschiwa. 9. Juni 1937: Karl Bischitzky, 81 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Moriz Szuran, 52 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). — Marie Spitzer, 70 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Elsa FiscW, 62 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 10. Juni: Klara Peczenik. 70 Jahre. 19. Bez. (I. Tor). — Rosa Stern. 30 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Frieda Schweitzer, 51 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Emma Teltscher, 62 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Regine Groag, 82 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Gertrude Elias, 31 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Regine Löwy, 79 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Rachel Rosa Schapira, 31 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 11. Juni: Anna Ungar, 67 Jahre. 1. Bez. (I. Tor). — Jakob Spitzer, 61 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Ernestine Goldarbeiter, 76 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Jose! Kaufmann. 71 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). — Samuel Schwarz, 71 Jahre, 9. Bez,. (IV. Tor). — Rosa Ehrlich, 65 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Mejer Mark Kronstein. 62 Jahre, Luck. Polen (IV. Tor). — Jakob Neuhauser, 68 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Richard Glückauf, 48 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Max Möstl, 62 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Nandor Flegmann, 48 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor), 13. Juni: Julie Billig, 84 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Martha Kaideck. 40 Jahre; 3. Bez. (I. Tor). — Regine Fleischer. 56 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). — Elsa Kovacs, 46 Jahre, I. Bez. (IV. Tor). — Netü Hirschl, 84 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Koloman Schacherl, 69 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Jakob Reichmann, 90 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Heinrich Müller, 59 Jahre. 10. Bez. (IV. Tor). — Cacilie Löwy, 65 Jahre. 19. Bez. (IV. Tor). — Helene Wipper, 50 Jahre. 3. Bez. (IV. Tor). — Minna Spitzer, 93 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Elsa Kollmann. 45 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Jakob Krämer, 47 Jahre. 15. Bez. (IV. Tor). — Paul Jekeles, 3K> Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien IL, Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne, Wien II. Robertgasse 2.