Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 23 (11.6.1937)
- Date
- 1937-06-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S Nr. 23—11. Juni 1937 PHLW^HEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Hafftorah-TafeS OebttKandcii T«mui 5687 Juni 1937 früh abd?. T.00 Tamm 2. 7.30 f Klurach (4.B.M.) j 8.00 „ 3.-{wajannier is.50 I Schemuel I U. Perek ) 7.00 „ 4. bis 8. 7.00 abds. Freitag, 11. Juni 7.30 Samstag, 12. Juni 8.50 Sonntag, 13. bis Donnerstag, 17. Juni 7.00 Leopoldsf&dter Tempe.vcrefn Aeschei Awrobom II., P&zmaßifena&sse 6, Tel. ß 47-8-63 Anmeldungen i. Aufgeboten, Trauungen (auai ddl tretem nimmei) u. Bannlzwous ( Kaoraci (4.B.U.) Gemeindeetkronifo. Personalnachricht. Dem Inspektionsarzte der Wiener Produktenbörse, Obermedizinalrat Doktor Heinrich Haase, wurde anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand, das Ritterkreuz des österreichischen Verdienstordens verliehen. Tempel-Konzert Donnerstag, den 17. Juni, S Uhr abends, findet im Tempel, II., Pazmanitengasse 6, ein großes Tempel-Konzert statt, bei welchem die Oberkantoren S. Postolow, J. L. Müller, erster Kantor A. Stift und ein verstärkter Chor unter der Leitung des Chordirigenten B. Herschmann mitwirken werden. Karten zu S 1.— bis S 2.— sind in der Tempelkanzlei zu haben. Chewra Kadiscba, Wien I. Im Genesungsheime in Baden bei Wien finden Kur- und Erholungsbedürftige unter gunstigen Bedingungen Aufnahme. Das Bankgeschäft Paul Bjehavy feierte dieser Tage das fünfzigjährige Jubiläum seines Bestandes. Dem allseits beliebten und geschätzten Firmeninhaber, Herrn Börserat Paul Bjehavy, Obmannstellvertreter des Josefstädter Tempelvereines, sind aus diesem Anlasse zahlreiche Gratulationen zugekommen. 60. Geburtstag. Am 2. Tamus (11. Juni 1937) vollendet Herr Sigmund Bondi, Obmann der Adas Jisroel, das sechzigste Lebensjahr. Er entstammt einer hochangesehenen Familie in Mainz. Vor etwa 50 Jahren übersiedelte sein Vater nach Wien. Seit 26 Jahren gehört Sigmund Bondi dem Vorstande der Adas Jisroel an und seit 1922 ist er Obmann derselben. Er ist ein Vertreter der strengsten Orthodoxie, die völlige Unabhängigkeit von der Kultusgemeinde anstrebt. In letzter Zeit wurden nun Verhandlungen eingeleitet, die ein einvernehmliches Verhältnis herstellen sollten, unter der Voraussetzung, daß die berechtigten Minimalforderungen bewilligt werden. Herr Bondi ist ein Mann von besonders liebenswürdigjem und entgegenkommenden* j Wesen. Durch seine Wohltätigkeit und stete Hilfsbereitschaft hat er sich die allgemeinste Wertschätzung erworben. Er bekleidet seit Jahren die Stelie eines Obmannes im Krankenhausverein und dem Talmud Thora Schulverein. Er gehörte durch Jahre dem Kultusvorstand als von der „Union" gewähltes Mitglied an. Mädchenkonfirmation. Sonntag, den 6. Juni, fand im großen Leopoldstädter Tempel die diesjährige Mädchenkonfirmation der Schülerinnen des II. und XX. Bezirkes statt. An der Hand des biblischen Abschnittes verwies Herr Oberrabbiner Dr. Taglicht auf die ersten Frauenrechtlerinnen, die Töchter Zelafchad, die nach dem Berichte der Bibel mutig für das Erbrecht einen siegreichen Kampf führten. In zu Herzen gehenden Worten ermahnte Herr Oberrabbiner Dr. Taglicht die Konfirmandinnen, jederzeit für das geistige Erbe unserer Religion einzutreten und in Treue und Gehorsam dieses kostbare Erbteil zu bewahren. Hierauf beantworteten alle 67 Konfirmandinnen in exakter Weise die an sie gerichteten Fragen. Den Höhepunkt der weihevollen Konfirmation bildete das von den Schülerinnen Reinhardt und Kohn getragene Glaubensbekenntnis, das auf alle Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck auslöste. Dank und Anerkennung gebührt den Religionslehrern Markus Pick und Prof. Weiskopf für d:e mustergültige Vorbereitung und Einstudierung der Fragen. Die kantoralen Funktionen versah Herr Oberkantor M a r g u 1 i e s. Trauungen. Am Sonntag, den 6. d. M., hatte der Vorstand des Pazmanitentempels zweimal Gelegenheit, an Trauungen von Kindern allgemein beliebter Vorstandsmitglieder des Tempelvereines herzlichen Anteil zu nehmen und durch Erscheinen des Gesamtvorstandes unter Führung des Obmannes Oskar Schramek dieser innigen Anteilnahme Ausdruck zu verleihen. Am Vormittag fand die Trauung des Fräuleins Grete Pisk, Tochter des Vorstandsmitgliedes Otto P i s k und seiner Gattin Gisela, mit Herrn Max Low y, Sohn des wegen seiner Frömmigkeit und Rechtschafienheit überall hochgeachteten Herrn Leopold Löwy und seiner Gattin Josefine, statt. Eine große Festgemeinde bewies die Sympathien, die Eltern und Brautpaar in weitesten Kreisen genießen. In seiner Ansprache verwies Rabbiner Dr. M. G. M e h r e r auf den frommen Sinn beider Familien, der im Hause des jungen Paares sicher ebenfalls obwalten wird. Eltern und Brautpaar waren Gegenstand allerherzlichster Gratulationen. Am Nachmittag fand die Hochzeit des Fräuleins Eila B r e i n d 1 e r, Tochter des Herrn und Frau Theodor Breindler, mit Herrn Maurice Appel, Sohn des langjährigen Vorstandsmitgliedes des Pazmanitentempels Peter Appel und seiner Gattin, statt. Die Beteiligung war eine kolossale und gab Beweis für die Wertschätzung, die die beiden Familien, insbesondere Herr Peter Appel überall genießen. Rabbiner Dr. M. G. M e h r e r verwies in seiner schönen Ansprache auf diese Sympathien und verdolmetschte den Dank des Pazmanitentempels, dessen Vorstand Herr Peter Appel seit fast 25 Jahren angehört. Bei der im Anschluß an die Trauung im Festsaal des Cafe Continental, IL, Praterstraße, stattgehabten Gratulationsjause wurden sehr herzliche Reden gehalten. Bei beiden Trauungen konnte man wieder einmal die große kantorale Kunst des Herrn Oberkantor J. L. Müller bewundern, der, unterstützt von dem ausgezeichneten Tempelchor, wirklich sein Bestes gab. Todesfall. Am 3. d. M. starb hier der prakt. Arzt Dr. Siegmund Beitsch, 39 Jahre alt, an den Folgen eines Gehirnschlages. Mit ihm ist ein guter Mensch seinem Wirkungskreis und seiner Familre allzufrüh entzogen worden. Dr. Beitsch war seit Gründung des Bundes jüdischer Frontsoldaten dessen eifriges Mitglied und hat für den Aufbau der Gruppe 6/7 des BJF., wo er Mitglied der Bezirksführung war, Großes geleistet. Unter massenhafter Beteiligung aus allen Gesellschaftskreisen fand am 6. d. M. das Leichenbegängnis statt. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Simon Weiss. Rabbiner Prof. Dr. Bach hielt einen ergreifenden Nachruf. Der BJF. hatte den Kondukt gestellt und war eine Ehrenkompagnie mit Fahne ausgerückt. Die Bundesführung und die Funktionäre des BJF., mit Bundesführer Hauptmann v. Friedmann an der Spitze, gaben dem in der Blüte seiner Jahre verstorbenen Kameraden das letzte Geleite. Bundesführerstellvertreter S t i a s s n y hielt für den BJF. den Nachruf. Den Familien Beitsch, Burian, Schächter und Wassermann, die durch diesen Todesfall in tiefe Trauer versetzt sind, wendet sich die allgemeine Teilnahme zu. Amtliche Vertaui&awHqen den. 2s*aetUischen Jüdtusqemeindz lüien Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-Schülerinnen). Samstag, den 12. Juni d. J., um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. Samstag, den 12. Juni d. J., um 'A5 Uhr nachmittags, im Leopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse 5, und in den Bezirks-Synagogen, IX., Müllnergasse 21 und XX., Kluckygasse II. Freitag, den 11. Juni d. J., um 6 abends, im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4. Kinderferienaktion der Kultusgemeinde Wien. Die Aktion der Wiener Kultusgemeinde „Kinder auf's Land" nimmt einen erfreulichen Fortgang. Besonders der an die höherbesteuerten Mitglieder gerichtete Appell, sozusagen als Ablöse statt der Mitnahme eines armen Kindes aufs Land, ganze oder halbe Freiplätze (S 90.— oder S 45.—) zu widmen, begegnet großem Verständnis. Eine ganze Reihe derartiger Widmungen ist bereits erfolgt und es ist zu hoffen, daß die Aktion nach dieser Richtung hin auch weiter schöne Eriolge zeitigen wird. Der Andrang von erholungsbedürftigen. Kindern ist größer denn je, so daß sich die Kultusgemeinde — wie bereits berichtet — entschließen mußte, außer ihrem eigenen Heime in Payerbach noch zwei weitere Heime zu mieten. Die Einrichtung und Führung dieser Heime erfordern bedeutende Mittel, deren Aufbringung aus der Sammelaktion „Kinder aufs Land'" erhotit wird. Es ist ein dringendes Gebot der Nächstenliebe, daß alle, die das Glück haben, sich und den ihrigen einen Landaufenthalt zu schaffen, auch der tausenden armen und so sehr erholungsbedürftigen Kinder gedenken. Konkursausschreibung. Im SpitaJe der israelitischen Kultusgemeinde, Wien XVI1L, Währinger Gürtel 97, gelangt die Sekundararztenstelle im R ö n t g e n - I n s t i t u t e zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: die österreichische Bundesbürgerschait, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde im österreichischen Bundesstaate, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch ein von einem Primarärzte des eigenen Spitals ausgestelltes Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle ist nebst dem in der Besoldungsordnung für die Abteilungsärzte des Spitales der Kultusgemeinde fixierten Barbezug über Wunsch die volle Verköstigung verbunden. Für die Letztere werden die Eigenkosten von den Monatsbezügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein. Heimatsschein, Doktordiplom, Nachweis des ledigen Standes und Zeugnisse über die bisherige fachliche Verwendung); belegte Gesuche sind in der Amtsdirektion der israelitischen Kultusgemeinde Wien I., Seitenstetteng. 4, III. St. bis längstens 1. November 1937, 12 Uhr mittags zu überreichen. Eine jüdische Familie in Ungarn (Ujszasz, Komitat Pest) sucht für ein fünfzehnjähriges Mädchen einen Aufenthalt in der Dauer von 30 Tagen bei einer religiösen Familie mit ritueller Verpflegung und wäre bereit, hiefür ein Wiener Mädchen tür dieselbe Zeit bei sich aufzunehmen. Das Schulamt der Kultusgemeinde ist bereit, eventuelle Anmeldungen entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Ein Religionsprofessor der Budapester Israelitischen Kultusgemeinde, der den Sommer über ein Internat für jüdische Mädchen im Schwabengebirge bei Budapest unterhält, sucht für seine zwanzigjährige Tochter ab September einen mehrmonatigen Aufenthalt in Wien und ist bereit, hiet'ür ein Mädchen in seinem Institut unentgeltlich aufzunehmen. Das Schulamt der Kultusgemeinde ist bereit. Mitteilungen hierüber weiterzuleiten. Beerdigungen. 2. Juni 1937: Siegfried Lindner, 49 Jahre, 2. Bez., I. Tor. — Emil Hirschler, 76 Jahre, 7. Bez., I. Tor. — Emma Sulzer, 80 Jahre, 3. Bez., III. Tor. — Komtn.-Rat Richard Lichtenstern, 1. Bez., Döbl. Friedhof. — Klara KnoII, 53 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Erich Lindenfeld, Kind, 2. Bez., IV. Tor. 3. Juni: Pauline Schwarzbart, 64 Jahre, 16. Bez., I .Tor. — Lotte Kirschen, 76 Jahre, 16. Bez., IV. Tor. — Leiser Mark, 68 Jahre, 20. Bez., IV. Tor. 4. Juni: Julie Oppenheim, 3. Bez., I. Tor. — Pauline Spitzer, 71 Jahre, 9. Bez., I. Tor. — Hermine Straka, 70 Jahre, 21. Bez., I. Tor. — Charlotte Berger, 69 Jahre, 18. Bez., I. Tor. — Sabine Rohr, 41 Jahre, 20. Bez., IV. Tor. — Chaim Leib Blau, 73 Jahre, 20. Bez., IV. Tor. — Jakob Sachsenhaus, 66 Jahre, 5. Bez., IV. Tor. 6. Juni: Friederike Klunberger, 68 Jahre. 20. Bez., I. Tor. — David Alt, 80 Jahre, 18. Bez., I. Tor. — Simon Hecht, 77 Jahre, 18. Bez., I. Tor. — Irma Wallisch, 50 Jahre, 18. Bez., 1. Tor. — Leopoldine Altmann, 44 Jahre, 20. Bez., IV. Tor. — Margit Hoffmann, 24 Jahre, 19. Bez., IV. Tor. — Elise Gröschler, 49 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Charlotte Raber, 57 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Dr. Siegmund Schick, 72 Jahre, 14. Bez., IV. Tor. — Dr. Siegmund Beitsch, 39 Jahre, 7. Bez., IV. Tor. — Adolfine Rubinfeld, 36 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. 7. Juni: Jakob Boskowitz, 42 Jahre, 17. Bez., I. Tor. — Jenny Najer, I. Bez., I. Tor. — Komm.-Rat Leopold Waller, 81 Jahre, 7. Bez., I. Tor. — Risa Eisenberg, 6. Bez., IV. Tor. 8. Juni: Lony Reinfeld, 82 Jahre, 9. Bez., I. Tor. — Otto Drucker, 75 Jahre, 9. Bez., I. Tor. — Rosa Wiesel, 64 Jahre, 8. Bez., I. Tor. — Ludwig Frankfurter, 66 Jahre, 12. Bez., I. Tor. — Mathilde Lampl, 81 Jahre, 8. Bez., I. Tor. — Leonore Zaloscer, 67 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Marie Zerkowitz, 69 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. Ludwig Gröger, 73 Jahre, 20. Bez., IV. Tor. — Walli Beer, 64 Jahre, 3. Bez.,. IV. Tor. — Mechel Beer, 76 Jahre, 5. Bez., IV. Tor. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien IL, Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne? Wien II. Robertgasse 2.