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Die Wahrheit · 1937-05-14 · Heft 19 (14.5.1937) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 19 (14.5.1937)
Date
1937-05-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite ö Nr. 19 — 14. Mai 1937 DIE WAHRHEIT -^ GROSS FLEISCH HAU ER El IIEGM, KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE HR. 19 FILIALE i XVIII., WAHRIHGERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten AbteilungenfürKoscherfleisch unter Aufsieht des ehrw. Rabbinates der Isp. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen res Zeugnis, und zwar des größten deutschen Dichters Johann Woligang von Goethe wollen wir verzeichnen: In den Frankfurter gelehrten Anzeigen veröffentlichte er (1723) eine Kritik über die Abhandlung „Liebe des Vaterlandes", von Josef von Sonneniels, unseres allerdings getauften Glaubensgenossen, welcher ein hervorragender Ratgeber Josef II. für das Toleranzpatent war. Goethe fügt zu der Ausführung, daß die Nation nicht durch den Boden allein, sondern auch durch diie Verhältnisse des auf demselben lebenden Volkes bestimmt werde, hinzu: „So haben die Juden Nation und Patriotismus mehr als hundert auf diesem Boden seßhafte Geschlechter." Und so wollen wir für dieses Vaterland arbeiten, wir wollen mithelfen und mitstreben zu seinem Wiederaufbau und seinem Gedeihen, und wir wollen diese Liebe zu diesem Lande, in welchem omsere Vorfahren schon, urkundlich beglaubigt, über tausend Jahre leben, aut unsere Nachkommen übertragen als unser teures Erbgut. Wir wollen es lieben, wie Gott es Hebt, nach den wunderbaren Worten unseres heimatlichen Dichters Anton W i 1 d g a n s, aus seiner Gedichtsammlung „Die österreichischen Lande im Gedicht": „Oesterreich heißt das Land, Da er's mit gnäd'ger Hand Schuf und so reich begabt, Gott hat es lieb gehabt" Und wir wollen diese Liebe ausklingen lassen in den weihevollen Klängen des Hohen Liedes Oesterreich, unseres Liedes der Lieder, unserer Bundeshymne. Der Chor des Jüdischen Gesangvereines stimmte nun die Hymne an, begleitet von dem herrlichen Orgelhannoniumspiele des Herrn Univ.-Prof. Dr. Hugo Stern. Nach diesem stimmungsvollen Gesänge schloß der Vorsitzende die Feier mit innigem Danke an die Anwesenden, die tief beeindruckt den Festsaal verließen. Der Nachmittag vereinigte in den schönen Klublokalitäten der „Union*' am Schottenring prominente Festgäste mit den Mitgliedern des Zentralvorstandes der „Union". Wieder führte Ehrenpräsident Doktor J. O r n s t e i n den Vorsitz, bei der Festtafel aber war eine andere Art seines sprühenden Geistes als vormittags zu bewundern: diesmal überbot er sich in eiiner launigen Begrüßung der Erschienenen, namentlich der Herren Vorsteher Nagy und Generalsekretär Epler aus Budapest, Bundeskulturrat Hofrat Dr. S. Frankfurt e r, der Rabbiner Dr. J. M. B a c h, Dr. A. F r a n kfurter und Dr. A, Kaminka, der Senioren der „Union" Prof. Dr. M. Hayek, Dr. 0. Hein und Komm.-Rat B. Schwager, der Herren vom „Frontbund" Hauptmann v. Friiedmann und Hauptmann May, Amtsvorstand Emil Engel, der Kantoren H. Fischer und S. Postolow, sowie der Frau BundesstaatMier Fürsorgerat Ottilie Politzer. Dr. J. Ornstein benützte die Gelegenheit, um unter lebhaften Kundgebungen der Anwesenden den Herren Dr. E. Widrich und Sekretär Oskar Hirschfeld für die hingebungsvolle Arbeit zu danken, die sie für das Arrangement des Jubelfestes geleistet haben und die in dem glänzenden Gelingen der Feier ihre verdiente Belohnung fand. Eine überaus gediegene Ansprache auf diie Frauen hielt Rabbiner Dr. J. M. Bach, der in humorvollen Worten die Tugenden der jüdischen Frau pries, insbesondere der Gattinnen jener Männer, die sich in den Dienst der jüdischen Sache stellen und für die es ein Glück bedeutet, durch ihre Frauen bei der Arbeit für die Allgemeinheit unterstützt zu werden. Geistreiche Reden hielten ferner Bundeskulturrat Hof rat Dr. S. Frankfurter, Altstadtrat Dr. O. Hein und Koinm.-Rat B. Schwager namens der Judenschaft der Bundesländer, die der „Union" für ihre auch zum Wohle der Proviinzjudenschaft geleistete, oft erfolgreiche Tätigkeit so überaus dankbar sei. Mit einer zündenden Ansprache des Vizepräsidenten Dr. J. Tdcho, der ausführte, daß in der „Union" das Alter der Jugend "die Hand reiche zu gemeinsamem Wirken für die Ideale Glaube und Heimat, schloß die schön verlaufene Zusammenkunft. Glückwünsche zum „Union"-Jubiläum .- Wir veröffentlichen im folgenden aus der Fülle der der „Union" anläßlich des 50jährigen Jubiläums von nah und fern zugekommenen Gratulationen die wesentlichsten Schreiben und Telegramme. Vaterländische Front, Bezirk Innere Stadt, Hauptgruppe I. Zum Jubiläum des 50jährigen Bestandes erlaube ich mir, der „Union" und ihrem Präsidenten die besten Glückwünsche zu übermitteln. Mögen die nächsten zehn Lustren der „Union" Gedeihen bedeuten! Mit unserem Gruße: Oesterreich! Hauptgruppenleiter Gilbert von Hossner. Radiogramm: Erhielten Einladung, übermitteln hiermit herzlichste Gratulation zur Feier Ihres fünfzigjährigen Bestehens und verbinden damit beste Wünsche für weiteres erfolgreiches Arbeiten für das Judentum. American Jewish Committee, New York. Joint Foreign Committee, London. Unser Committee dankt Ihnen bestens für die übermittelte Einladung, zu Ihrer fünfzigjährigen Feier unsere Vertreter zu entsenden. Zu unserem allergrößten Bedauern ist es leider nicht möglich, Ihrer Eiinladung Folge zu leisten, und zwar aus dem Grunde, weil am 9. Mai die Krönungsfeierlichkeiten beginnen und in dieser Zeit, beginnend am 9., in allen Synagogen unseres Landes Krönungsgottesdienste abgehalten werden. Unser Committee will aber diie Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen die allerwärmsten Glückwünsche auszusprechen und Ihnen den allerherzlichsten Dank zu sagen für die hervorragende und wertvolle Arbeit, die Ihre Organisation im Interesse des Judentums Ihres eigenen Landes und anderer Länder geleistet hat. Unser Committee dankt Ihnen besonders für diie in Ihrer Festschrift enthaltene wertvolle Anerkennung der Arbeit des verstorbenen Herrn Lucien Woli, der viele Jahre Sekretär unseres Committees war. Wir bitten Sie nochmals, unsere besten Glückwünsche für das Gelingen Ihrer Feier entgegenzunehmen. Mit vorzüglicher Hochachtung Brodman, Sekretär. Alliance Israelite Universelle, Paris. Wir erhielten Ihr wertes Schreiben vom 27. April, mit welchem Sie uns zum fünfzigjährigen Gründungsfeste der „Union österreichischer Juden" einladen. Wir beehren uns, Ihnen hiefür unseren (besten Dank zum Ausdruck zu bringen. Unglücklicherweise ist es uns nicht möglich, dem Feste beizuwohnen, aber wir fühlen uns verpflichtet, Ihnen zu sagen, daß wir aus Anlaß dieser Feierlichkeit mit Ihnen einig sind in der Erinnerung der fünfzigjährigen Tätigkeit der „Union", die in demselben Geiste entfaltet wurde, welcher auch die Alliance Israelite Unliverselle beseelt. War haben Ihre Anstrengungen seit der Gründung Ihrer Vereinigung verfolgt 'Und wir haben oft an Ihre bewährte Mitarbeit appelliert Die bemerkenswerte Festschrift, die Sie der Geschichte Ihrer „Union" gewidmet haben, erlaubt uns, noch mehr das Werk zu ermessen, das Säe vollendet haben. Möge Ihre Vereinigung noch viele Jahre der erfolgreichen Wirksamkeit zu verzeichnen halben und so trotz der Schwierigkeiten der Stunde beitragen können zum Triumph unseres gemeinsamen Ideals der Freiheit und der Gerechtigkeit! Der Vizepräsident: Keller. yPfetfd)qftKd)e |^ ffiecatungsftene in der „Union" unter Leitung des Obmannes des Organisations - Komitees der „Union österreichischer Juden". Herrn Kommerzialrat ALEXIUS SALZER: jeden Montag und Freitag von 10—12 Uhr vormittags im Sekretariat der „Union" I., Schottenring 25, Mezzanin, Tel. A 19-2-77. JedesMitglied der „Union" erhält in allen Angelegenheiten der Wirtschaft, wie in allen gewerberechtlichen u kaufmännischen ' Angelegenheiten, Steuerberatung Dollhommen unentgeltliche Auskunft. Dec[id)ecungsberatung in allen Zweigen der Elementarversicherung wie Feuer, Einbruch, Glas, Haftpflicht Unfall, Transport, Polizzenprüfung etc Die Mitglieder der „Union" erhalten eine namhmfte BegünMtlguns der Prämiensätze. FML. Weihs-Tihany v. Maynprugg. Vielen Dank für die freundliche Einladung zur Jubiläumsfeier des 9. d. M. und für die ausgezeichnete Festschrift. Leider bin ich für diesen Tag durch eine frühere Bindung, die ich nicht lösen kann, verhindert Ich wünsche also hiemit herzlich Glück zum halbhundertjähnigen Bestände der einem guten Zweck so erfolgreich dienenden „Union". Mit Ergriffenheit und Bewunderung habe ich die Festschrift gelesen; diesen meisterhaften Appell an menschliche Vernunft, Gerechtigkeit und Nächstenliebe; iür den Abbau des Rassenhasses; für den Aufbau des friedlichen Zusammenlebens in unserem alle Staatsbürger gleich schützenden, lieben, österreichischen Vaterlande, zu dem sich die „Union" als österreichische Juden offen bekennt. Ich fühle mich durch Ihre Erwähnung auf Seite 108 über Gebühr ausgezeichnet. Habe ich doch nichts geleistet als — aufgefordert — meine Ansicht gesagt, gradaus, aus meinem Herzen — wie sie zu einem alten k. u. k. Soldaten gehört und man es von ihm gewohnt ist: Ohne rechts und links zu schielen, ohne Nebengedanken, ohne Furcht vor Tadel und Nachteil! Gleichwohl nehme ich Ihre Anerkennung als Zeichen von freundschaftlicher Gesinnung mit Freude in Empfang, um so mehr, als ich es als Ausgleich mit anderen Erscheinungen buchen kann. Ich bitte, allen lieben Kriegskameraden, die sich meiner in Freundschaft erinnern, meine herzlichsten Soldatcngrüße zu bestellen und verbleibe mit unserem alten treuen Gott erhalte alle, diie sich österreichisch nennen, weil sie österreichisch fühlen. Oberrabbiner Dr. Simon Hevesi, Budapest. Ich danke herzlichst für Ihre ehrende freundliche Einladung zur Feier des fünfzigjährigen Bestandes der „Union". Mit tiefer Verehrung bringe ich dem verehrten Präsidium und der „Union" meine innigsten Glückwünsche dar. Ich danke Euch herzlichst für die Einsendung der Festschrift, welche ein großartiges und sehr belehrendes historisches Bild Ihrer segensreichen Wirksamkeit entwirft Diese Wirksamkeit ist auch hpute dazu berufen, das wahre Wohl der jüdischen Religionsgemeinschaft zu fördern und zu sichern. Sie haben einen wunderbaren Kampf zur Wahrung der Rechte der österreichischen Glaubensbrüder und Glaubensgemeinschaft geführt und dabei Ideen und Prinzipien entwickelt, welche in so manchen Ländern unseren Glaubensbrüdern zur Richtschnur dienen sollten. Ich muß leider darauf verzichten, meine Glückwünsche persönlich zu überreichen, was ich sehr tief und von ganzem Herzen 'bedauere, doch im Geiste begehe ich die schöne Feier mit Ihnen und 'bin in allen Tiiefen meiner Seele erfüllt von der Würdigung und Bewunderung Ihrer heroischen Arbeit, die Sie in der Zwei'Kinder im Alter von 5—10 Jahren werden für 1-3 Ferialmonate in gutjüdischer Familie, aufgenommen. Eigene Villa mit großem Garten. Erstklassige Küche. Unter „Nähe Wiens" an das Sekretariat der „Union". /., Schottenring 25

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