Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 16 (23.4.1937)
- Date
- 1937-04-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Nr. 16 — 23. April 1937 Wien lM Seitenstettengasse 2 XI.| Zentralfriedhof-neben dem L Tor Samstag geschlossen! •Wir bitten Sie höflichst, sich des anhängenden Formulars freundlichst bedienen zu wollen und zeichnen mit aller Hochachtung f. d. Keren Kajemeth Dr. Eduard Bloch, Adolf Böhm, Dr. Isidor Klaber, Dr. Chaim Tartakower. .......Hier durchschneiden...... Ich spende den Betrag von S........für den Keren Kajemeth („Erlösung des Qalil") und ermächtige die Liquidatur der Israelitischen Kultusgemeinde, mir obigen Betrag von meinen Bezügen per 1. Mai 1937 in Abzug zu bringen. Unterschrift:.......... Adresse: ........... Diese unter öffentlicher Kontrolle des Dienstsebers stehende Zwangsbesteuerung empfinden viele Angestellte als eine Vergewaltigung eines Privatvereines, dem die Kultusgemeinde ihren Apparat zur Verfügung stellt. Diesen Zwang für jüdisch nationale Parteizwecke lehnen wir entschieden ab. Ein Angestellter der Kultusgemeinde für viele. Ein Jude zum dritten Male Bürgermeister in Bombay. Zum dritten Male innerhalb von fünf Jahren ist in Bombay ein Jude zum Bürgermeister gewählt worden. Der neue Bürgermeister, Dr. E. Moses, ist gleichzeitig der erste Angehörige der Bne Israel, der zu diesem Ehrenamt berufen wird. Die früheren jüdischen Bürgermeister waren Sir David Sassoon und Dr. Meir N i s s i m. Die Bne Israel, zu denen der neue Bürgermeister gehört, gleichen äußerlich den indischen Eingeborenen. Sie sind von dunkelbrauner Hautfarbe und sprechen den Maharati-Dialekt. Ihren Ueberlieferungen zufolge sind sie Nachkommen von Juden, die nach doi Zerstörung des zweiten Tempels aus Palästina flüchteten. Nur sieben Männer und sieben Frauen sollen aber Indien erreicht haben, während die übrigen auf der Reise zugrunde gingen. Von diesen sieben Paaren leiten die Bne Israel ihre Herkunft ab. Bis vor wenigen Jahren lehnten sie eine engere Gemeinschaft mit anderen Juden ab und heirateten nur unter sich. Andererseits lehnten die weißen Juden Indiens, die sogenannten Bagdad-Juden, eine engere Gemeinschaft und Eheschließung mit den Bm- Israel ab, weil sie diese nicht als Volljuden ansahen. Das alles hat sich in den allerletzten Jahren geändert. Sport und Rowdytum. Die Tatsache, daß es für einen jüdischen Sportverein fast unmöglich ist, ein Wettspiel zu absolvieren, ohne dem wüstesten, antisemitischen Terror von Seiten des gegnerischen Publikums ausgesetzt zu sein, hat sich vergangenen Sonntag anläßlich des Fußball-Meisterschaftsspieles „Hasmonea-Makkabi" gegen Sportkln!) „Siemens" wieder einmal bewiesen. Die in der 2. Klasse D spielende „Hasmonea-Makkabi", welche sich aus kleinen Anfängen zu einem großen jüdischen Amateur-Verein emporgearbeitet hat, hat noch in jedem ihrer Wettspiele Gelegenheit geboten, sich von der Ambition und dem ehrlichen Kampfgeist ihrer Spieler zu überzeugen. Doch immer, wenn der Verein gezwungen ist, seine Meisterschaftsspiele auf fremden Plätzen auszutragen, sind seine Spieler infolge der seihst zu Tätlichkeiten geneigten radauantisemitischen Zuschauern körperlich gefährdet. Als nun der jüdishe Verein am Sonntag gegen den an der Spitze liegenden „S. K. Siemens" spielte und „Hasmonea-Makkabi" während der ganzen Spielzeit dem um seine Position ringenden Gegner nicht nur gleiciiwertig, sondern teilweise überlegen war, ereignete sicn knapp vor Spielende beim Stande von 1:1 ein Vorfall, der mit Sport nichts mehr zu tun hat und nur in Gangsterkreisen praktiziert wird. Durch das, wie bereits erwähnt, noch wenige Minuten vor Schluß stehende unentschiedene Wettspiele — „Siemens" hätte damit einen wichtigen Punkt verloren — sahen sich einige mehr als fanatische Anhänger des genannten Vereines veranlaßt, sich mit gezücktem Messer hinter das Goal der „Hasmonea" zu postieren und Tormann und Verteidiger durch entsprechende Zurufe und Bemerkungen von ihrem kriminellen Vorhaben bei einem eventuellen Unentschieden zu informieren. Daß naturgemäß angesichts eines solchen unerhörten Terrors — das jüdische Publikum war in verschwindender Minderheit — die jüdischen Spieler völlig eingeschüchtert wurden, ihre Nerven verloren und das Spie! letzten Endes für „Hasmonea-Makkabi" 2:1 verloren ging, ist weiter kein Wunder. Es wäre daher dringend angezeigt, daß die österreichische Sport- und Turn-Front den Wiener Fußball- Verband veranlassen würde, die Wettspiele dieses einzigen jüdischen Amateur-Vereines entsprechend zu überwachen, zumal es sich gezeigt hat, daß noch alle Spiele, die in Gegenwart von Organen des Ueberwachungsausschusses ausgetragen wurden, zur vollsten Zufriedenheit der Vereine zu Ende geführt wurden. Besonders erwünscht wäre es aber, wenn die bre:te jüdische Oeffentlichkeit ihr Interesse der „Hasmonea- Makkabi" angedeihen ließe, um dadurch diesen strammen jüdischen Verein moralisch zu unterstützen. S. Mitteilungen der Union. Mitglieder und Freunde der „Union österreichischer Juden"! Im Zuge der Aufbauarbeit der „Union österreichischer Juden" hat das Exekutiv-Koraitee den Beschluß gefaßt, die Bibliothek der „Union" zu erweitern. Die schönen Räume unseres Heimes bieten den Mitgliedern und Freunden der „Union", die den Wunsch, die Zeit und Muße haben, gute Bücher und Zeitschriften zu lesen, eine willkommene Gelegenheit, in einer Lesehalle die Bibliothek in Anspruch zu nehmen. Es ergeht daher an unsere Mitglieder und Freunde die Bitte, der „Union österreichischer Juden" Bücher und Zeitschriften zu spenden. Sie erfüllen dadurch namentlich für unsere heranwachsende Jugend eine lobenswerte Pflicht. Hauptsächlich erbitten wir für diese Bibliothek Bücher belehrenden, historischen, biographischen und jüdisch-wissenschaftlichen Inhalts in deutscher, aber auch in englischer, französischer, italienischer oder in einer anderen europäischen Sprache, zumal unserer heranwachsenden Jugend Gelegenheit gegeben werden soll, sich geistig weiterzubilden. Es ist auch schon eine große Anzahl von Bücherspenden eingelangt. Wir sind damit befaßt, den Katalog der Bibliothek fertigzustellen. Ueber Wunsch wird auch bei telephonischem Anruf (A 19-2-77) ein Bote die Bücher abholen. Wir hoifen zuversichtlich, daß unser Appell — in Würdigung der von uns angeführten Umstände und des guten Zweckes — den gewünschten Erfolg zeitigen wird. Union österreichischer Juden Der Präsident: Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim. Bezirksorganisation II. Im Monat Juni findet ein großes Gartenfest statt, welches von der Bezirksorganisation II der „Union österreichischer Juden" und der Heimgruppe IIXX der „Jugend-Union" veranstaltet wird. Zur Bildung des Jungdamen- und Junglierren-Komitecs werden Komiteesitzungen abgehalten, deren erste in gemütlichem! Rahmen bereits Dienstag, den 27. d., 8 Uhr, im großen Saal des Kaffee Freiwirth. II., Praterstraße 11, stattfindet. Die Töchter und Söhne unserer Mitglieder werden auf das herzlichste eingeladen, diese Komiteeabendo zu besuchen und dem Jungdatnen- und Jungherren- Komite© beizutreten. Mehrere Bezirksorganisationen der „Union" haben in den letzten Tasen ausgezeichnet besuchte und eindrucksvoll verlaufene Versammlungen abgehalten, in denen führende Mitglieder Am Donnerstag, den 29. April, 8 Uhr abends, sprechen Dr. Ernst Feldsberg und Prof. Dr. M. Papo im Cafe Kandlhof, VII., Kaiserstraße 61, in einer Versammlung der Bezirksorganisation VII der „Union". Gäste willkommen! SchmUchang von Grüften and Gräbern Leopold Qeutscli, Wien XI. einzige jüdische Gärtnerei beim Zentraliriedhoi I. Tor, Tel. U 13-0-40 Zentralfriedhof IV. Tor, Tel. U 17-0-08 Eigene Kaltaren des Zentralvorstandes der „Union" über aktuelle Fragen sprachen. Solche Versammlungen fanden in der rührigen Bezirksorganisation Ill'XI (Obmann: Ing. Hugo Koditschek), IV'V (Obmann: Desicter Wollner) und VII (Obmann: Dr. Oskar Gottfried), statt. Raummangel, der uns diesmal auch in der „G e m e i n d e c h r o n i k" Beschränkungen auferlegte und uns zur Rückstellung einiger lokaler Meldungen veranlaßte, zwingt uns, die Veröffentlichung der Versammlungsberichte erst in der nächsten Nummer unseres Blattes vorzunehmen. Semeindedkwonitk. Die österreichische Freilandliga (JTO) veranstaltet am Mittwoch, den 28. April 1937 im Saale des Kaffee „Altes Rathaus", I., Wipplingerstr. 24, 20 Uhr, unter Vorsitz des Herrn Alt-Stadtrat Dr. Oskar Mein eine Versammlung: „Die Ergebnisse des ersten Halbjahres JTO-Arbeit. Die ersten österreichischen JTO-Siedler". Referenten Dr. Hein, Dr. Wein ig, Ing. Klein. Im Eisernen Ring. Reichsverband jüdischer Legitimisten Oesterreichs. Die Bezirksgrnppen VI/VII, XII—XV veranstalten am Dienstag, den 27. April 1937, um 8 Uhr abends im großen Saale des Cafe M a r i a h i I f, Wien VI., Martahüferstr. Nr. 89a einen Kameradschaftsabend. Referenten: Reg.-Rat Dr. Max Lenk: „Juden im christlich-deutschen Ständestaat". Redakteur Hans Kandl: „Zusammenarbeit im Kampf um den Kaiser". Eingeführte Gäste willkommen! Chewra Kadischa Döbling. Die Doblinger Chewra hielt jüngst ihre 13. Generalversammlung ab. Obmann Direktor Brüll begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder und gedachte in einer tiefempfundenen Trauerkundgebung der verstorbenen Mitglieder. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes, der von den erschienenen Delegierten als vorbildlich gerühmt wurde, sprach Rabbiner Dr. F r a n k f ti r t e r in überaus fesselnder Weise über grundsätzliche Fragen der jüdischen Nächstenliebe, insbesondere in bezug auf die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Er setzt sich wie folgt zusammen: Obmann Josef Brüll; Obmannstellvertreter Gustav Ost reich er und Ing. Wilhelm Berg er; Kassiere Ob.-Off. J. Spiel holz und Mor. Gal; Schriftführer S. Frankfurter und Ed. E. Trnka; Armenreferat Dr. F.. Deutsch, S. Fröschel, Karl Gold und Leo Grünberger; Rechnungsprüfer Max Bergmann und Kurt Grünwald. Barmizwah-Feiern. Samstag, den 24. April, um 9 Uhr vormittags, findet im Tempel, II., Pazmanitengasse 6, d'e Barmizwah-Feier des stud. Joachim iVt ü 11 e r, Sohn des Oberkantor J. L. Müll e r, statt. Die Ansprache an den Barmizwah wird Herr Rabbiner Dr. M u r m e I s t e; n halten. — Samstag, den 24. April, y/J Uhr vormittags, findet im Seitenstettentempel die Barmizwahfeier von Josef E i s i n g e r, Sohn des Herrn und Frau Rudolf E i s i n- Starkes Rauchen verursacht Bildung gelber, brauner oder schwarzer Beläge auf den Zähnen. Für Raucher und Raucherinnen ist daher die regelmäßige, täglich mehrmalige Zahnpflege mit ODOL-Zahnpasta eine unbedingte Notwendigkeit, wenn sie der Verfärbung der Zähne vorbeugen wollen. ODOL-Zahnpasta reinigt die Zähne sicher, ohne den Zahnschmelz anzugreifen; sie beseitigt alle Unreinigkeiten, unangenehmen Gerüche und alle Farbstoffe, die etwa durch Rauchen, Speisen und Getränke an den Zähnen haften und ihre Verfärbung herbeiführen können. ODOL-Zahnpasta macht weiße Zähne und verleiht reinen Atem. ODOL-Zahnpasta wird erzeugt nach den von der W. V. der Zahnärzte Wiens approbierten Rezepten und unter ständiger Kontrolle der Zahnärztlichen und Pharmakognostischen Institute der Universität Wien.