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Die Wahrheit · 1937-04-02 · Heft 13 (2.4.1937) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 13 (2.4.1937)
Date
1937-04-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 13 — 2. April 1937 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah -Tafel e«b«una»Ae» Hi»»an S697 April 1937 früb abds. 8.00 Nissan 21. 7. Tag Pessach 6.20 6.00 u. t. „ 22. 8. Tag Pessach 1 - «r 8.00 ( (Maskir) 1 '10 7.00 „ 23. bis 2/. 6.50 Freitafr, 2. April 7. Tsb Pessach 6.20 Samstag, 3. April 8. Tag Pessach (Maskir) 7.15 Donnerstag 8. April 6.50 Semeindedkwomb. Professor Zapperf — 70 Jahre alt. Einer der prominentesten Wiener Kinderärzte, UniversitätspiOfessor Dr. Julius Zappert, begeht am 2. April seinen 70. Geburtstag. In Prag geboren, übersiedelte er als Kind nach Wien, wo er seine Schulbildung genoß. Er studierte an der Wiener Universität Medizin. Nach seiner Promotion war er an verschiedenen Kliniken und Abteilungen des Allgemeinen Krankenhauses tätig, so auch bei Dittel und Kaposi. Von 1893 bis 1895 war er, gemeinsam mit Knöpfelmacher, Assistent unter Primarius Dr. Hüttenbrenner am Karolinen-Kinderspital. Im Jahre 1895 etablierte sich Zappert als Kinderarzt Er arbeitete wissenschaftlich in verschiedenen Ambulatorien, insbesondere aber in den Instituten Weichselbaums und Obersteiners. Von 1895 bis 1903 war Zappert Konsiliarius für Kinder-Neurologie am ersten öffentlichen Kinderkrankeninstitut in der Steindlgasse, wo er auch eine Zeitlang Assistent des Dozenten Dr. Siegmund Freud war. Von 1903 bis 1918 leitete Zappert eine Kinderambulanz am Franz-Josefs- Ambulatorium in der Sandwirtgasse, wo der kürzlich verstorbene Kinderarzt Dr. Grünfeld sein langjähriger Assistent war. Im Jahre 1902 wurde Zappert Privatdozent an; der Wiener Universität, im Jahre 1915 außerordentlicher Universitätsprofessor. Im Jahre 1912 wurde Zappert zum Leiter eines zu errichtenden Kinderspitals der Israelitischen Kultusgemeinde ernannt. Widrige Umstände verhinderten den Bau dieses Spitals. Als im Jahre 1918 auf den Gründen dieses Spitals im Augarten von der Israelitischen Kultusgemjeinde ein Kinderambulatorium und ein Sonnentagesheim errichtet wurde, übernahm Professor Zappert die Leitung dieses Ambulatoriums, wo er, unterstützt von seiner Assistentin, Frau Doktor Olga Nußbaum, in mustergültiger Weise seine kleinen Schützlinge betreut Professor Zappert gilt als der bedeutendste Kinderneurologe der Welt. Anläßlich seines 70. Geburtstages haben sich hervorragende in- und ausländische Kinderärzte vereinigt urn in einer eigenen Festschrift der „Wiener medizinischen Wochenschrift" Professor Zappert zu ehren. Diesen Glückwünschen schließen sich das medizinische Wien und nicht zuletzt die zahlreichen armen jüdischen Kinder an, die Prof. Zappert, der auch in der Israelitischen Kinderbewahranstalt als Ehrenmitglied des Vereines „Wohlfahrt" segensreich wirkt, unermüdlich wie ein Vater befürsorgt und betreut. Todesfälle. Montag, den 29. März, abends, ist nach langem Leiden in seinem 82. Lebensjahre das Ehrenmitglied des Tempelvereines „Aeschel Awrohom", II., Pazmanitengasse, Herr S. Hoff mann gestorben. Die Trauerkunde verbreitete sich so rasch, daß beim Abholen der Leiche viele hundert Menschen dem Sarge folgten; der Sarg wurde in die Vorhalle des Tempels gebracht, woselbst Herr Oberkantor Müller ein Gebet verrichtete und der Obmann des Vereines. Herr Oskar S c h r am e k, tiefbewegt einen ehrenden, herzlichen Nachruf dem Verstorbenen widmete. Unter sehr großer Beteiligung fand Mittwoch das Begräbnis statt. Nebst dem gesamten Vereinsvorstande waren Abordnungen anderer Tempelvereine und viele Freunde des Verblichenen anwesend. Die Familienangehörigen nahmen auf der Estrade neben dem Sarge Platz. Herr Oberrabbiner Dr. Taglicht hielt eine Ansprache. Er zeichnete das Lebensbild des allgemein beliebten und hochgeachteten Mannes, sein vorbildliches Familienleben, sein anerkennenswertes Wirken im Tempelverein „Aeschel Awrohom", welchem er über 50 Jahre als Mitglied und seit mehreren Jahrzehnten als Vorsteher angehörte und dem er seine ganze Liebe und viele Arbeiten gewidmet hat. Durch sein tatkräftiges Wirken und Leopoldsfädfer Tempelverein Aeschel Awrohom Il.,Pazmaolfengäss€ 6, Tel. R 41-6-63 Anmeldungen v. Aulgeboten, Trauungen (aufflunt. freiem flimmenu. Bannizwaus Oabetstnnden Nlxan 6697 in 21. 7. Tag Pessach 22. 8. Tag Pessach (Mas 23. bis 27. KURZWELLEN KURANSTALT „HELIA", I.. das modernste Heilverfahren durch seine sympathische Persönlichkeit hat er sich bei allen, die ihn kannten und achteten, ein dauerndes, ehrendes Angedenken gesichert, einen „schem tauw" erworben. Namens des Tempelvereines sprach der Obmannstellvertreter Herr Dr. Leonhard M a i e r am Sarge Worte des Gedenkens, der Anerkennung und des Dankes. Die kantoralen Funktionen wurden von den Vereinsfunktionären Oberkantor Müller und Ersten Kantor Stift in ergreifender, würdiger Weise ausgeführt. Der im hohen Alter zurückgebliebenen Witwe, die über 55 Jahre mit dem nunmehr Verblichenen in glücklichster Ehe verbunden war, deren ehrenwerten Söhnen, Töchtern und Enkeln wendet sich allgemein aufrichtigste, herzliche Anteilnahme an dem schweren Verluste zu. Durch das Ableben des Herrn Hoffmann hat der Pazmanitentempel eines seiner treuesten und arbeitsamsten Vorstandsmitglieder verloren. Dauernder Dank, ehrendes Gedenken bleiben ihm gesichert. Secher Zadik livrocho! R.K. — Dieser Tage ist hier der langjährige Arzt der Rertungsgesellschaft, Dr. Max K r o n f e 1 d, im 61. Lebensjahre gestorben. Er war früher durch viele Jahre Röntgenologe im Stephanie- und im Rothschildspital, übernahm im Jahre 1918 den Dienst in der Rettungsgesellschaft, dem er bis kurz vor seinem Tode in der Mariahilfer Filiale auf das Gewissenhafteste oblag. Dr. Kronfeld war sowohl bei seinen Privatpatienten wie bei den Angehörigen der Krankenkasse, die er zu betreuen hatte, wegen seiner außerordentlichen Gewissenhaftigkeit und seiner einnehmenden Persönlichkeit sehr beliebt. Der Betbausverein „Beth Israel" (Polnischer Tempel), IL, Leopoldsgasse 29, gibt bekannt, daß er mit Beginn des Sommersemesters, welches sofort nach den Pessach-Feierragen anfängt, für einen Talmudkurs, von bewährter Kraft geleitet, Schüler zwischen 10 bis 18 Jahre aufnimmt. Auskünfte erteilt und Einschreibungen nimmt entgegen das Sekretariat, tägl. zwischen 4 bis 7 Uhr, IL, Leopoldsgasse 29. 10 Jahre „Jüdische Künstlerspiele" Wie wir bereits berichteten, feiern Dienstag, den 6. April im Rahmen einer Festvorstellung die Jüdischen Künstlerspiele das zehnjährige Bestandsjubiläum unter der Leitung von Direktor J. G o 1 d f I i e s. Diesem Festabend wurde eine besondere heitere Note gegeben, so hat Direktor J. Goldflies ein überaus originelles Lustspiel zur Aufführung ausgewählt, dessen Regie er selbst übernommen hat. Das Stück, das den Namen „Ein Chasen auf Weekend" trägt, wurde von dem Hausdramaturgen A. Meiseis vollständig neu bearbeitet und mit Schlagerrollen für die Stars Jenny L o v i c und Heimi L e w i n versehen. Den Chasen spielt Dolly Nachbar, seine Partnerin Lore Glücksmann. Die musikalische Untermalung hat der bewährte Kapellmeister und Komponist des Hauses M. Lubetzky beigestellt. Eine Anzahl prominenter jüdischer Künstler haben durch ihre Zusage ihre Verbundenheit mit den „Jüdischen Künstlerspielen" dokumentiert und werden an diesem Ehrenabend, dessen Arrangement in Händen von E. Hirschfeld liegt, mitwirken, so Otto Wallburg, Trude Roth, Josef B a a r, Hilde D u 1 i t z k a j a, Mundi Hausknecht und M. Schwartz. Auch Fritz Grünbaum und Franz Engel haben sich nach Maßgabe ihrer Zeit zur Verfügung gestellt. Der offizielle Teil des Abends wird von Dr. Oskar Rosenfeld („Zehn Jahre Jüdische Künstlerspiele") und Dr. Sem Wolf („Jüdische Künstler — Jüdisches Theater") bestritten. Daß für eine solche Veranstaltung sich reges Interesse kundtut, ist verständlich, wehalb es empfehlenswert ist, sich rechtzeitig Karten zu sichern, um so mehr als nur ein beschränkter Kartenverkauf stattfindet. Berühmte Bibelübersetzungen. Ueber dieses Thema sprach am 15. März 1937 zum Abschlüsse der vom Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Wien veranstalteten Vorträge Herr Dr. Josef L ö w y. Der Vortragende hatte sich, wie der Vorsitzende, Vizepräsident des Vereines für jüdische Geschichte und Literatur, Herr Rabbiner Dr. M. Rosen mann, in seiner Einleitung bemerkte, im Gegensatze zu seinem vorjährigen Vortrage über „Die Schönlaternschul — ein Wahrzeichen des jüdischen Alt-Wien" — einen weiten Aktionsradius gestellt. Ist doch das Kapitel der Bibelübersetzungen als Beispiel für die überragende religionsgeschichtliche Stellung des Buches der Bücher noch immer nicht abgeschlossen und erstreckt sich somit auf einen Zeitraum von nahezu zwei Jahrtausenden. Herr Dr. Josef Löwy machte seine Zuhörer, die atemlos seinen ungemein fesselnden Ausfüh- ((jlljM*^™^ Wien I., Seitenstettengasse 2 XI.f Zentralfriedhof neben dem I. Tor Samstag ge«cblo»sct) I rungen lauschten, mit den berühmten Bibelübersetzung gen, der Septuaginta, Targumim, Vulgata,: Peschitta, der arabischen Uebersetzung von Saa-; d y a h sowie der jüdisch-deutschen aus dem Mittelalter bekannt, besprach ihre Entstehung und ihren literarischen: Wert und auch ihre Bedeutung für die Kulturgeschichte ihrer Zeit. Ebenso wurden die deutschen Uebersetzungen, namentlich diejenigen von Luther und M e ndelssohn sowie die neueren des vorigen Jahrhundertseingehend behandelt. Besondere Aufmerksamkeit ver-. wendete der Vortragende, ein gründlicher Kenner der englischen Sprache und Literatur, auf die Besprechung und Entwicklung der englischen Bibelübersetzungen und führte dem Auditorium die großen Gestalten der englischen Reformatoren und Bibelübersetzer Wycliffe, Tyndale, Coverdale, Matthew bis zur Entstehung der berühmten Authorized-Version 1611 König Jakobs 1. vor. Zum Schlüsse seiner Ausführungen hob der Vortragende die epochale Bedeutung des vom Chiefrabbi von London Dr. J. H. Hertz herausgegebenen Pentateuch hervor, dessen Kommentar auch in der heiligen Schrift weniger bewanderten Lesern ein sicherer Führer ist, die Bibel in ihrer unsagbaren Schönheit und vielseitigen Bedeutung zu erforschen, — eine wissenschaftliche Großtat, welche nicht nur das englischsprechende Judentum zu besonderem Dank an. den Chiefrabbiner verpflichtet; es wäre auch für die der. deutschen Sprache mächtigen Juden wünschenswert, durch eine deutsche Uebersetzung der Segnungen dieses einzigartigen Werkes teilhaftig zu werden. Es sei noch erwähnt, daß Herr Dr. Josef Löwy zum Beginn seines Vortrages reiches statistisches Material über den gegenwärtigen Stand der Uebersetzung der heiligen Schrift in alle Sprachen der Erde und ihre Verbreitung auf der ganzen Welt auf Grund des letzten lahresberichtes der B r i-" tish and Foreign Bible Society unterbreitete. Der Vorsitzende, Herr Rabbiner Dr. M. Rosenmann drückte dem Vortragenden für seine glänzenden tiefschürfenden Ausführungen, die das Publikum weit über eine Stunde im Banne hielten, in herzlichen Worten seinen und den Dank der Zuhörerschaft, unter welcher man zahlreiche illustre Führer des geistigen jüdischen Wien bemerken konnte, aus und knüpfte dann an diesen hochinteressanten Vortrag noch einige erläuternde und ergänzende Bemerkungen an. h. h. Der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa acadeniica judaica veranstaltet am Samstag, den 10. April, dank dem freundlichen und uneigennützigen Entgegenkommen der Direktion und der Schauspieler im- Theater in der Josefstadt eine Nachtvorstellung, deren Reinerträgnis zur Gänze der notleidenden Mensa academica judaica zufließt. Zur Aufführung gelangt „Das Paradies", Komödie in drei Akten von Andre B i r a b e a u, deutsch von Robert Blum. Die Vorstellung beginnt um \0yt Uhr abends. Karten für die Vorstellung zum Preise von S 1.— bis S 15.— sind an der Kassa des Josefstädter Theaters, im Sekretariate der Mensa academica judaica, IX., Lazarettgasse 6, Telephon A 24-1-45-B, sowie in den Räumen der B'nai B'rith Vereinigungen, IX., Universitätsstraße 4, Telephon A 20-5-42 erhältlich. Beerdigungen. 24. März 1937: Nina Herzfeld, 62 Jahre, 13. Bez., 1. Tor. — Sofie Jeiteles, 82 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — David Gold, 78 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. 25. März: Elisabeth Schmflowitsch, 80 Jahre, .14. Bez., I. Tor. — Eduard Gross, 61 Jahre, 3. Bez., I. Tor. — Osias Flaum, 72 Jahre, 2. Bez., I. Tor. — Anna Kardemann, 78 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Rosa Schlesinger, 75 Jahre, 5. Bez., IV." Tor. 26. März: Franziska Stein, 84 Jahre. 5. Bez., I. Tor. — Klaudia Mayer, 62 Jahre, 3. Bez., I. Tor. — Selma Bachstez, 78 Jahre, 18. Bez., Döbl. Friedhof. — Anna' Kutscher, 71 Jahre, 20. Beiz., IV. Tor. — Regine Rubinstein, 67 Jahre, 10. Bez., IV. Tor. — Samuel Fleischmann, 71 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Helene Reich, 66 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Wolf Weissmann, 63 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Erich Schletter, 4 Jahre, 19. Bez., IV. Tor. — Erna Hoffer, 26 Jahre, 17. Bez., Floridsdorfer Friedhof. 29. März: Gustav Glaser, 52 Jahre, 2. Bez., I. Tor. — Josefine Engel, 82 Jahre, 10. Bez., I. Tor. — Leib Borgenicht, 58 Jahre, 11. Bez., IV. Tor. — Chane Weintraub, 58 Jahre, 14. Bez., IV. Tor. — Max Beckmann, 74 lahre, 2. Bez., IV. Tor. — Julie Fuchs, 60 Jahre, 3. Bez., IV. Tor. — Arnold Kohn. 77 Jahre, 14. Bez., IV. Tor. — Isak Fröhlich, 73 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Hedi Stippich, 29 Jahre, 1. Bez., IV. Tor. — Salonion LampJ, 74 Jahre, 18. Bez., IV. Tor. — Cäcilie Herzhaft, 58 Jahre, 2. Bez., IV. Tor. — Elise Wölfler, 65 jähre, 17. Bez., I. Tor. — Golde Stern, 77 Jahre, 9. Bez., I. Tor. — Ber Tovbin, 66 Jahre, Warschau, I. Tor. — Adele Bautzen 71 Jahre, 5. Bez., I. Tor. 30. März: Therese Brunn, 83 lahre, 9. Bez., I. Tor. — Katharina Böhm, 77 Jahre, 2. Bez., I. Tor. — Rosa; Geist, 81 Jahre, 9. Bez., IV. Tor. — Bina Weintraub,. 76 Jahre, 7. Bez., IV. Tor. — Rosa Jellinek, 88 Jahre, 10. Bez., IV. Tor. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien II.* Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Sflhnei Wien II. Robertgasse 2.

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