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Die Wahrheit · 1937-03-19 · Heft 11 (19.3.1937) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1937
Issue
Heft 11 (19.3.1937)
Date
1937-03-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite S DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Hafftorah-Taffel Ctetotataaden Hissan 6697 März 1937 fron abds. 7.16 Kissan 7. . 6.O0 (Zaw, (3. B. M.) - \ j Schtbos Hago&wl 1 8.30 1 Haftora lK5n NissanM Kau omar aschem ( bJM I Zawoans J l Hagada / 7.15 Niasan (Donnerstag abends, ß w 8. bis 18. Bedikas CUomej) 6du abds. Freitag, 19. Mär« 6.00 Samstag, 20. Marz 6.50 Sonntag, 21. bis Donnerst., 25. Man 6.30 (abds. Bedikas Chomez) Gemeindedfcwonifc. Hohe Auszeichnung für Oberrabbiner Fürst. Der Bundespräsident hat dem Oberrabbiner der Adass Jisroel Jesaja Fürst durch Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens ausgezeichnet. Die Ehrung des geistigen Oberhauptes der Wiener Orthodoxie ist eine verdiente Anerkennung seines langjährigen segensreichen Wirkens von Seite der höchsten staatlichen Stelle und hat darum in den jüdischen Kreisen allgemeine Genugtuung ausgelöst „Beispielgebendes bei den Juden, von einem Christen gesehen". Ueber dieses Thema spricht Pater Dr. Fiala auf Einladung der B. O. G. Prater des Bundes jüdischer Frontsoldaten am Mittwoch, den 24. März bei Kadermann, Prater. Beginn 8 Uhr abends. Regiebeitrag 30 g. Arbeitslose frei. Keine Konsumation. Der Schönlatern-Bethaus-Verein hält am Sonntag, den 21. März, um 10 Uhr vormittags, im Vereinslokale, 1., SchönlaterngaBise 6, die ordentliche Generalversammlung ab. Die Chewra Kadischa XIX hält Sonntag, den 21. d. M., VslO Uhr vorm., im Sitzungssaale, XIX., Do!- linengasse 3, ihre 13. ordentliche Generalversammlung ab. -. Begräbnis Rosa Schur. Mittwoch, den 10. März, füllten mehrere hundert Personen die Frieühofshaile am I. Tore des Zentratfriedhofes, als diese einmalige Persönlichkeit den letzten Frieden fand. Die Zusammensetzung der Trauepgemeinde bot ein Bild des Lebens der Verewigten: neben den Patriziern, Vornehmen und Reichen, mit denen sie in der Jugend gespielt und gesellschaftlich gelebt hatte, fanden sich die werktätigen Vorstände und Vorsteherinnen fast sämtlicher jüdischen Vereine ein, für die sie als Mitbegründerin, erste Schriftführerin und schließlich Ehrenmitglied der „Weitolichen Fürsorge" gearbeitet hat;" außerdem aber viele viele Männer und Frauen, die heute in angesehener Stellung sind, denen sie das Studium erleichtert hatte, darunter Sterne der Dicht- und bildenden Kunst, Aerztinnem, Advokatinnen usw. Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d war auf ausdrücklichen Wunsch der Verewigten aus Baden gekommen, um dieser eigenartigen Persönlichkeit Worte zu widmen, wie es nur ein gelehrter Freund tun konnte, der oft durch seine Besuche das Leiden der Kranken gemildert hatte. Auch hatte sie ihn gebeten, in ihrem Namen aMen Aerztinnen und Freundinnen zu danken, die sie in ihrem langjährigen Leiden aufgeheitert und aufgerichtet haben. Frau Dr. Else EhrHch-Fränkl sprach im Namen der Freunde, Frau Vizepräsidentin Hermine Kadisch tiefbewegt und tieibewegend für die „Weibliche Fürsorge", die das Lebenswerk von „Röschen Schur", deTen Name schon ein Programm der Nächstenliebe war, fortzusetzen gewillt ist Rechtsanwalt Dr. Lucian Dauber sprach für die unzähligen Armen, die mit ihren Gebeten diese fromme Seele heimgeleiten. „Alle menschlichen Gebrechen sühnet reine Menschlichkeit", dieses Wort ihrer Liebiingsgesralt in der Weltliteratur, der Iphigenie Goethes, war der wahrste Ausdruck des Wesens von Röschen Schur. Kosmetik als Beruf. Der hohe Prozentsatz der Schülerinnen, die sich im In- und Ausland selbständig machten oder Anstellungen fanden, spricht für die erstklassige Ausbildung in der staatl. autor. Lehranstalt für Schönheitspflege Anny Rottwin. Anmeldung: Aerztl. Kuranstalt „Helia", 1., Fleischmarkt 7. Da-, selbst behördl. bewilligte Ausbildung ärztl. Assistentinnen! (ßademeisterinnen, Masseurinnen, Bestrahlungsschwestern.) Tel. R 21-3-38, R »-7-35. LeopoldsfUdter Tempe.Ycrein Acschel Awrohom II. Pannflnllcngassc §, Tel. B 4T-8-63 «nuvi-uimui w. AuigeDolen, Tranunfien (andi traf.freiem Himmel) o. Darmlzwaus Osbetatnndeo 6.15 und 9.00 IZaw, (3. B. M.) Scbabos Bagodaul Kau omar aschem Zewoaua Hagada 6.45 Nissan 9. bis 13. (Donnerst, abends Bedikas Cbomez) 6.00 Sijumfeier im Bethaus „Adass Jeschurun". Sonntag, den 10. Adar fand im Bethaus „Adass Jeschurun", IX., Pfluggasse 5 im engen Kreise die Feier des Abschlusses des von Herrn Rabbiner S. Benedikt gelernten Traktates Gittin statt. Nach dem Schlußvortrag vereinigte ein von den Vorständen des Bethauses veranstaltetes Bankett die Gäste. Die Herren Rabbiner S. Benedikt und dessen Sohn Rabbiner Benjamin Benedikt sowie Herr M. Hönigsbeer hielten gelungene Ansprachen und namentlich die mit größtem Scharfsinn vorgetragene Charilus sowie die mit jugendlichem Schwung gehaltene Rede des Rabbiner Benedikt jr. hat besonderen Beifall geerhtet. Vereinskantor Schiffmann trug durch seine Gesangsvorträge zur Verschönerung des Abends bei. Atntsjubiläum. Am 20. Februar feierte der Kantor und Sekretär der Isr. Kultusgemeinde in Bielsko, .Herr Rudolf Fischer, sein.,25jähriges Dienstjubiläum, welches der dortige Kultusvorstand zum Anlaß nahm, den Jubilar, der sich in seiner Gemeinde größter Anerkennung und Sympathien erfreut, beim Sabbath-tiauptgottesdienst festlich zu feiern. Vom Gberkantor Goldman n zur Thora gerufen, brachte derselbe einen von ihm zu diesem Anlasse verfaßten Mischeberach zu Gehör, worauf Rabb. Dr. Steiner an den Gefeierten eine zu Herzen gehende Ansprache hielt, in welcher er den Jubilar als einen Fachmann besonderer Art pries, der in den chasonischen Traditionen seines als Kantor ebenfalls bekannten Vaters .wurzelt und den Tempelgesängen eine besonders warme, echt jüdische Prägung zu geben weiß. Der Kultuspräsident richtete sodann an den Jubilar das Wort, feierte lihn als vorzüglichen Kantor und herzensguten Menschen und überreichte ihm aus Anlaß dieses Festes eine goldene Uhr. Namens des Fr.auenvereines richtete sodann Frau Rabb. Dr. Steiner an den Jubilar eine herzliche Ansprache. Kantor Fischer erhielt auch aus auswärts zahlreiche Gratulationen, u. a. vom Vonstand des TempeWereines Wien IX, der ersten Wirkungsstätte des Jubilars, vom Oesterreichischen Kantorenvterband und vom Mährisch- Schlesischen Kantorenverein u. v. a. Seh. 25jähriges Künstler-Jubiläum. Im Festsaale des Hotel de France, fand am. 7. d. M. eine große Künstler- Akademie statt. Prominente haben ihr ganzes Können in den Dienst der guten Sache gestellt. Sie waren alle gekommen, um den Jubilar Leo Valberg zu ehren, und gaben ihr Bestes. Es war ein gelungener Abend mit hochkünstlerischem Niveau. Die illustre Künstlerschar wurde mit großem, nicht endenwollendem Beifall akklamiert. Da waren in erster Linie die famose Christi G i a m p i e t r o, die lustige Trude Roth und die fein pointierende Grete Weiler zu nennen. Die Conference, lag in den Händen der Herren Paul Siegner und Kurt Karsten, beide keine Unbekannten. Ernst Morgan vom Simpl-Kabaretr, glänzte als feinfühliger Begleiter und gewandter Schauspieler. Armin Springer im Sketch, Franz Engel und Eugen Hoffmann lösten durch ihre urwüchsige Komik wahre Lachsalven aus. Kurt Brie vom „Sechsten Himmel" vertrat, echte Kleinkunst aus eigener Feder und faszinierte mit seinen von ihm selbst begleiteten Chansons in hinreißender Art. Aber auch die klassische .Kunst kam zu -Wort. Das große Duett aus „Aidä" wurde in ganz meisterhafter Weise durch Frau Martha Popper (Amneris) und Frau Maria Schubert (Aida) interpretiert. (Beide Damen sind aus der Schule der Gesangsmeisterin Grete S t a u b e r - R a p p.) Min de Winter glänzte durch ihre hervorragende darstellende Tanzkunst. Der Jubilar selbst .war ■ an diesem Abend, in besonders gehobener Stimmung und brachte in seiner prägnanten Vortragsart mit herrlicher Stimme seine Weisen. Nicht zuletzt wären noch Dr. Leo Vole und Kapellmeister Leo Körner zu erwähnen, die in virtuoser Art für die Begleitung sorgten. Zusammenfassend kann nochmals betont werden, daß der Abend ein vollwertig Gelungener war. Auch wir beglückwünschen Herrn Leo Valberg aufs herzlichste und wünschen ihm für die weitere Zukunft das erdenklich Beste. Ihre Freunde und Verwandte erwarten Sie zu Ostern. Sie fähren billig und bequem mit dem bewährten Sonderzug „Francopol" des polnischen Verkehrsbüro, III., Schwaraenbergplatz 7, Tel. U 16-4-90. Europameister Max Krauser in Wien. Bei der gegenwärtig im Zirkus Renz stattfindenden internationalen Rinskampikonkurrenz.1937 hat man Gelegenheit, den. besten, jüdischen Berufsringer der Welt, Europameister Max Krause/,, an der „Arbeit'* zu sehen. Krauser', der in Wien kein Unbekannter ist — er debütierte liier vor vier Jahren und wurde damals trotz schärfster Konkurrenz dritter Sieger— wurde, zu dieser Veranstaltung ei,gens aus London mit dem Flugzeug geholt. Max,, der in Stanislau geboren wurde, stammt aus einer angesehenen jüdischen Familie und ist erst 27 Jahre alt. Als Hochschüler — er studierte Chemie — betätigte er sich fünf Jahre, als Amateurringer, bei welcher Gelegenheit er von dem bekannten jüdischen Sportsmann Dr. Guth entdeckt und zu dem inzwischen verstorbenen Weltmeister Stekker in die „Lehre" gegeben, wurde. Von dieser Zeit an war sein Aufstieg ein rapider. Seit vier Jahren unbesiegt,' gewann Krauser schon zum ifünftenmal die Europa-, meisterschaft und besiegte erst kürzlich — nachdem er knapp vorher in London zweiter Sieger in der Weltmeisterschaft wurde — in Göteborg ' den berühmten Olympia-Sieger R'ichthotf, bei welcher Konkurrenz er den „Goldenen Gürtel von Schweden" errang. Krauser tritt täglich im Zirkus Renz auf, wobei er sämtliche Teilnehmer im Freistilkämpf herausgefordert hat und bisher noch alle Gegner nach spannendem Kampf überlegen abgefertigt hat. Krauser, der ein eleganter Junge ist und trotz seiner 106 kg Körpergewicht gar* nicht plump aussieht, ist ganz besonders ein „schlagender" - Gegenbeweis für die von den Antisemiten mit Vorliebe gebrauchte Redewendimg von der körperlichen Minder- - Wertigkeit der Juden. Es ist bei dieser Konkurrenz das ' Hauptverdienst des hiesigen Pressechefs Robert Korale k, daß man von Anfang an dieser Veranstaltung nv.t weniger Mißtrauen gegenübergestanden, ist, zumal er mit einer besonderen Propaganda die breiteste Oeffentlichkeit auf diese Konkurrenz vorbereitet hat. S. Beerdigungen. 10. März 1937: Therese Philipp, 85 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Rosa Schur, 58 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Julie Infelder, 75 Jahre, 2. Bez. (I. Tor), y- Emma . Schaffa, 71 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Louise Reinlsch, ■ 69 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Alexander Markus, 75 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). 11. März: Arnold Friedmann, 73 Jahre, 3. Bez. : (1. Tor). — Bertha Schneid, 88 Jahre, 2. Bez.- (I. Tor). : — Erwin Fischl, 57 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Amalie. Strauss, 79 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Pauline Lederer, 66 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). 12. März: Wilhelm Pisk, 70 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Josef Grossberg, 67 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Isidor Wesel, 70 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Sarah Singer, 74 Jahre, 10. Bez. (I. Tor). — Therese Michatscn, , 78 Jahre, 20. Bez. (I. Tor). 14. März: Max Taubner, 81 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Salamon Czeczowiczka, 89 Jahre, 4. Bez. (I. Tor). — Bernhard Heller, 71 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Freide Baumöhl, 61 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Julius Gbell, 62 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Franziska Penttitschka, 94 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Rudolf Meiseis, 68 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Julius Feldsberg, 65 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Ernestine Finkelstein, 78 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Hilda Zilbermann, 59 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Rosalie Offner, 75 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Josef Schwätzer, 74 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Adoir Reich, 20. Bez. (IV. Tor). — Alexander Rosenberg, 67 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Johanna Theutnann, 60 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Löblowitz, 45 Jahre, 9. Bez. (IV.Tor). — Cham Beile Zoer, 77 Jatrre, 17. Bez. (IV. Tor). — Ludwig Grüner, 20. Bez. (IV. Tor). 15. März: Ernestine Steiner, 66 Jahre, 6. Bez. (1. Tor). — Bertha Schönbrunn, 85 Jahre, 2. Bez. (1. Tor). — Moritz Kahane, 80 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — August Löwenstein, 65 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). Rosalia Galitzenstein, 85 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Heinrich Löwy, 56 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Babette Weiss, 87 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 16. März: Hermine Hauser, 67 Jahre, 2. Bez. (I.Tor). — Fanny Baumgarten, 74 Jahre, 2. Bez. (I.Tor). — Franziska Cisar, 71 Jahre, 15. Bez. (IV. Tor). — Hedwig Berger, 32 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Clotilde Bäck, 78 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Franziska Marschik, 51 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Chane Baczeles, 35 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Laura Berlad, 64 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Beile Meiseis, 44 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). — Mase Distler, 50 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). Ciahrioer Chauffeur! Jude. verh.. unbescholten mit boten Referenzen, bittet um Posten in Wien. Proviiu oder Ausland. Derselbe i« auf allen Typen eingefahren, Mechaniker, und guter Wagenpfleger. Geht ev. -*- ^~"«--"---- Gefl. Zuschriften erbeten!( Geschäfudiener. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwort- . licher Schriftleiter: Oskar Hi.rschfeld, Wien II., Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhnei 1 Wien II. Robertgasse 2.

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