Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1937
- Issue
- Heft 1 (8.1.1937)
- Date
- 1937-01-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S Nr. 1 —8. Jänner 1937 Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel Oeb«t«tnndon Tebeth-Sohebath 6687 Jänner 1937 frtli abds. 7.15 Tebeth 25. 4.15 / Woero (2.B.M.) * J „ 26. Haftorah I o on J K»u omar l c 10 850 i Meworchim f 510 1 Bachaudesch 1 l Borcbi N&fschi 1 f .. 27. bis 1 „ ,K 1 „ 29. Jaumkipnrkotaunl . 45 '-16 »Schebathl. Rosch Cbaudeschj abds. Freitag, 8. Jan. 4.15 Samstag, 9. Jan. 5.10 Sonntag, 10.Jan.bi»l, .5 Donnerst-, H.Jan. J Zur Linderung der gräßlichsten Not und des Elends der schwer kranken Glaubensgenossen veranstaltet der Verein „Krankenbesuch", Bikur Chaulim, I-, Seitenstettengasse 4, am 10. d. M., 4 Uhr nachmittags, im Hotel Continental, II., Taborstraße 8, einen 5-Uhr-Tee mit Künstlerakademie. Mitwirkende: Conference: Emmy Wollner; Adolf Wollner, Charakterkomiker; Igo Guttmann, Opernsänger; Viktor Steinau, Chansons; Margot Freund, Koloratursängerin. Das Tanzpaar Iii und Adolf Brackl. Die 12jährige Edith Sigall. Mitglied der Volksoper und Edi Segal, hebräische Gesänge. Eintritt inkl. Jause S 2.60. Tel. A 19-7-54. Kinderbekleidungsfest der „Brüderlichkeit". Letzten Sonntag fand im Marmorsaal des Hotel National die Bekleidungsfeier des seit dem Jahre 1923 im Rembrandt- Sprengel so segensreich wirkenden Jüdischen Wohltätigkeitsvereines „Brüderlichkeit" statt, bei welcher in Anwesenheit des Vertreters des Städtischen Wohlfahrtsamtes und von Vertretern der meisten humanitären Vereine der Leopoldstadt 72 Kinder bekleidet, bewirtet und mit Lebensmittelpaketen beteilt wurden. — Der abwechslungsreiche künstlerische Teil des gelungenen Programmes wurde durch die Kleinen selbst und durch die Chorknaben Oberkantor Frankels bestritten, nachdem der zur 13. Jahreswende seiner Obmannsfunktion durch den Gründer des Vereines Herren J. Morgenstern begrüßte Herr M. Grünwald dem Vorstande, dem Damenkomitee und allen Spendern und Gönnern des Vereines, mit den Herren Nathan Brodetzky und Joachim Deutsch an der Spitze, namens der beteilten Kinder und der glücklichen Eltern den innigsten Dank verdolmetschte. Der humanitäre Verein der Lemberger in Wien, der seit 26 Jahren auf dem Gebiet der Fürsorge ganz Besonderes geleistet hat, veranstaltet am 16. ds. im Hotel Continental eine Akademie mit Tanz und ladet die Freunde und Gönner ein. an diesem Abend zahlreich teilzunehmen, Karten im Cafe Franz J 0 s e p h - K a i 45, Telephon U-25-303. Der Verein Greisenhilfe „Graubrüder" (Obmann S. Alt mann) veranstaltet am 16. Jänner, um 11 Uhr nachts, im H e 1 i 0 s - K i n 0, IL, Taborstraße 36, eine Wohltätigkeits-Kinovorstellung, deren Reinerträgnis dem Fonds der Unterstützung armer Greise zugeführt wird. Der Vorstand bittet mit Rücksicht auf den wohltatigen Zweck der Veranstaltung, sich rege an diesem Abend zu beteiligen und durch den Besuch zu unterstützen. — Gleiclrzeitig wird bekanntgegeben, daß die diesjährige Winterhilfsaktion am Montag, den 25. Jänner, um 4 Uhr nachmittags, im Vereinslokale im Cafe Nizza, II., Taborstraße 60 stattfindet. Allen Spendern, die zur Ermöglichung und Durchführung der Hilfsaktion beigetragen haben, wird der Dank ausgesprochen und sie werden zur Feier der Beteiligung höflichst eingeladen. Spenden wollen gütigst auf das Postsparkassen-Konto Nr. 117.707 überwiesen werden. Eine Spezialmethode für den Anfangsunterricht der Geige. Der bekannte Spezialist für den Kindermusikunterricht, Sigmund Mark, hat eine Methodik für den Anfangsunterricht der Violine ausgearbeitet, die unter dem Namen „Tönebasteln" fast in der ganzen Welt bekannt ist. Die Methode ermöglicht den Kindern, ohne eigenes Instrument und ohne quälendes Ueben, eine kindlich-leichte und dabei billige Erwerbung der Getgengrundtechnik. Die Methode steigert die Musikalität der Kinder und macht ihnen das Geigenspiel zu einer frohen Betätigung. Die „Internationale Gesellschaft für Musikerziehung" propagiert die Ideen des Wiener Pädagogen, der für jede Auskunft zur Verfügung steht. Adresse: IX., Löblichgasse 10/15, Tel. A 12-2-26 CA2—3 Uhr nachmittags). BilanzaDscniüsse und sicflcmchciinlntssc Nräaiüoflen, nertslonen, Bnöinaditrfige sowie Sleoereriedlöonöen teder Art übernimmt Irtalmflätttl DIR. GÜSTAU K0LH1H Büro flr Buchhaltung, Bilanz und Steuerberafamg Wien II.. TobontraAc * * Telephon R 45-3-30 Leopoidsmdter lempeivercin Aeschel Awroltom ll., Pazmasslienfiasse 6, Tel. ß 47-5-63 Anmesäunäen v. Aufgeboten, Trauungen f «odt unt. freiem nintmeDu. Darmlzwaus Ctebetstunden Tebeth-Schebath E697 Tebeth 25. Woero (2. B. M.) ., 26. Haftorah Kr JUDISCHE KULTURSTELLE I., KAI 3, R 28-2-36 Der Volksbildungsreferent der Stadt Wien teilt mit: Der Jüdischen Kulturstelle und Volkshochschule wurde als ersten und vorläufig einzigen jüdischen Institution die Führung des Titels einer „Volksbildungseinrichtung" im Sinne des neuerlassenen Gesetzes bewilligt. Gleichzeitig wurde die Bezeichnung der Leihbücherei als „Jüdische Volkshochschulbücherei" laut vorzitiertem Gesetz gestattet. Jüdisches Kulturtheater, I., Kai 3, R-28-2-36. Täglich 20 Uhr: Scholem Alejchems Komödie „Schwer zu sein ein Ju d", deutsch von Jakob R o s e n t h a 1, in der Regie von E. J u b a 1. Sonn- und Feiertags, 15 Uhr 30, Nachmittagsvorstellung „Die Grenze" bei kleinen Preisen. LITERATUR. Uebersetzer der zehnbändigen „Weltgeschichte", Dr. A. S t p i n b e r g bearbeitet worden, ähnlich wie seinerzeit Heinjich Graetz von seiner elfbändigen „Geschichte der ijuden" eine dreibändige gekürzte Ausgabe ausgegeben hat. Da kein bloßer mechanischer Auszug hergestellt werden sollte, sondern ein neues Werk, da» aber Dwohl in den Grundzügen wie in der Darstellung, : sowohl im Aufbau wie im Stil die Eigenart der zehnbändigen „Weltgeschichte" wahren sollte, nahm die Fer- . tigstelluhg sieben Jahre in Anspruch. Mit dem „Kleinen ■ Dubnow" wird einem seit langem geäußerten Wunsch . weiter Kreise Rechnung getragen. In ihrer Anlage, m ihrer Stoffgliederung, vor allem aber was die Herausarbeitung der inneren historischen Zusammenhänge anlange ist sie eine getreue Nachbildung des zehnbändigen Lebenswerkes Prof. Dubnows, dessen Umfang im Durchschnitt auf ein Drittel reduziert erscheint. Der nur bis Ende 1A36 geltende Subskriptionspreis für alle drei. Bände beträgt Mk. 19.50 für die kartonierte und' Mk. 28.50 für die Ganzleinen gebundene Ausgabe. PDILM» Das jüdische Landesmuseum in Nikolsburg hat soeben ein Gedenkbuch herausgegeben, das eine Anzahl wertvoller Beiträge enthält. Ueberraschend wirken die Innenansichten der Nikolshurger Altschul in der ihr von Dr. H. Blum, Brünn; gewidmeten Studie. Schon um diesen, J550 errichteten Prachtbau zu besichtigen, lohnte sich eine Reise in dje altberühmte Judengemeinde. Dr. W i 11 m a n n bietet - eine Auswahl Nikolsburger Grabschriften. Geistreich; tbeliandelt Dr. Levy (Brünn) die Bräuche, auf Gräber Steine zu legen und vor Verlassen des Friedhofes Gras zu pflücken und hinter sich zu werfen. Der erstere war vor wenigen Jahren Gegenstand einer judenfeindlichen Zeitungspolemik in der Schweiz. Man unterstellte den Juden, daß sie den Toten Steine brächten, damit diese im Jenseits den Stifter des Christentums damit bewerfen. Der Schweizer Jüdische Gemeindebund ersuchte den Referenten um ein Gutachten über diesen Brauch. In diesem Gutachten wurde unter anderem darauf hingewiesen, daß das Niederlegen solcher Steine vielleicht aus der Zeit stammt, da man mit Kieselsteinen die Graböffnung zu schließen pflegte (Mischna Ohaloth 15, 8 usw.) wahrscheinlich aber ebenso, wie das Bestecken der Gräber mit Knoblauch am Tischa beaw. bei den polnischen Juden, ursprünglich wohl den Zweck haben sollte, die vermeintlich dort hausenden Dämonen zu vertreiben (vgl. Sefer Matamim 132: über Steine werfen, siehe auch: Rosenmüller, Morgenland IV 154: Winer. Bibl. Realwörterbuch II 520; Marmorstein in: Jahrbuch für jüdische Volkskunde I 281 und Zeitschrift für alttestam. Wiss. 1925 S. 119, über das Grasausreißen: Lewysohn. Mekore Minhagim 134; etwas hinter sich werfen. Kraft des Knoblauchs und anderes bei Nichtjuden; Sartori, Sitte und Brauch, Index). Beachtliche Aufschlüsse über Nikolsburger Persönlichkeiten, insbesondere einige Landrabbiner, sowie über Gemeindeverhältnisse enthalten weitere Aufsätze vom Ingber, Glaser. Lemberger, Flesch, Feuchtwang, Moses, Hellmann, Kahan und dem Herausgeber Prof. Engel. Die würdig ausgestattete Schrift ist eine verdienstliche Leistung. Das Museums- Kuratorium hat sich mit ihr den Dank vieler verdient. G. Volksausgabe von Dubnows „Weltgeschichte des jüdischen Volkes". Der Jüdische Verlag, Berlin, kündigt das Erscheinen einer dreibändigen Ausgabe von Dubnows „Weltgeschichte des jüdischen Volkes" an. Sie ist zusammen mit dem Verfasser von dem Die Kulturfilm-Matineen der Urania. Die Urania nimmt Mitte Jänner ihre Kulturfilm-Matineen wieder auf, deren Programm ausschließlich aus Filmen der S e 1 e n op h o n - Produktion besteht. Die Matineen finden zweimal monatlich statt. „Maria Stuart" — deutsch. Im Auftrage der R. K. O. wird die Selen ophon von dem Film „Maria S t u a r t", dessen Hauptrollen mit Katherine Hepburn' und Frederic March besetzt sind, eine deutsche Fassung herstellen. Die Rollen werden von hervorragenden Mitgliedern des Burgtheaters und des Deutschen Volkstheaters deutsch nachgesprochen werden. Die Dialogbearbeitung besorgt Ing. K u 1 i s z, die Dialogregie wird Karl von Zieglmayer führen. Mit den Vorarbeitenwurde bereits begonnen. ^Beerdigungen. 30. Dezember 1936: Klara Leuchter, 44 Jahre 9- Bez. (I. Tor). — Pauline Lang, 64 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Helene Steiner, 74 Jahre, 20. Bez. (I. Tor).— Israel Brender, 79 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Katharina- Wiener, 83 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Antonie Benedikt, Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). _ Sigmund Kohn, 70 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). — Emmna Morgenstern, 46 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Josefine Herz, 35 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Julie Schatz, 72 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 31. Dezember: Josef Wagner, 83 Jahre, 2. Bez. (IV.Tor). — Hermine Bunzl, 69 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Siegfried Engl, 82 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). 1. Jänner 1937: Marie Holz, 69 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Ernestine Awin, 77 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Sandor, 86 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Rosa Wolloch, 76 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Wasservogel, 76 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Rudolf Kominik, 82 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Josefine Pessel, 74 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Dora Thenen, 64 |ahre, 2. Bez. (I. Tor). — Moriz Fanto, 83 Jahre, 5. Bez. (I. Tor). — Adolf Lüftschitz, 78 Jahre, 4. Bez. (I. Tor). 3. Jänner: Sofie Graf, 80 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Moritz Wiesenthal, 56 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Jakob Bosser, 63 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Charlotte Federbusch, 72 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Leo Heller, 47 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Rudolf Weitzmann, 49 Jahre, 9. Bez.(IV. Tor). — Karoline Fischer, 69 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Dr. Hugo Arnstein, 66 jähre, 13. Bez. (IV. Tor). — Ignatz Kaczur, 78 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Schaja Notkim, Rekawinkel. (IV. Tor). — Josef Bickel, 56 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Alois Schneck, 9. Bez. (IV. Tor). 4. Jänner: Bertha Lunzer, 72 Jahre, 3. Bez. (1. Tor). — Antonie Epstein, 91 Jahre, 12. Bez. (I. Tor). — Amalie Singer, 80 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Philipp Modern, 85 Jahre, 9. Bez. Döbl. Friedhof. — Hersch Perlmutter, 71 Jahre, (IV. Tor). — Elisabeth Zinner, 73 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Amalie Marchfeld, 77 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Moses Fingerhut, 82 Jahre, 17. Bez. (IV. Tor). Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien IL, Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne. Wien II. Robertgasse 2. BEAIRIIB AD I WICH AEIER« AD III., Unke Bahngasse 9, nächst Stadtpark | XVIII., Mlchaelcrstr. 18, nächst yolksoper Dampf-, Wannen-, §diwimmand Heilbäder Kuren gegen Rheuma, Gicht, Ischias, gegen Erkältungen, vorzeitige Alterserscheinungen usw.