Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 56 (25.12.1936)
- Date
- 1936-12-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Suite 6 Nr. 56 — 25. Dezember 1936 DIE WAHRHEIT" Kalender-, Sidra-, Perek-, 1 Omer- und Haftorah-Tafei Qebat* runden | Tebeth 6697 Dezember 1936 1 fron »bds. 7.15 Tebeth 11. <•<» ( Wajcni (l.B.M.) ) 1 „ 12. H&ttorab 1 8.30? Wajitrewu jeme }5.00 1 dowid 1 1 Borchi Nafscii f 7.15 ' „ 13. bis 17. 4.20 ab dB. 1 Freitag, 25. Dez. 4.00 J Samstag, 26. Dez. 5.00 | Sonntag,27.Dei.bijK | Donnerst., 31. Dei. f*'c I Chanukafeiern. Der Verein „Mathilde" hat wie alljährlich auch heuer anläßlich des Chanukafestes trotz der schweren Zeiten, unter mühevoller Arbeit des Gesamtvorstandes und dank der Opferwilligkeit seiner Gönner und Spender 150 arme Schulkinder vollständig bekleidet. Das Fest fand am 15. d. M. im Bayrischen Hof statt, wo die Kinder an drei großen gedeckten Tischen die Jause verabreicht erhielten, welche vom Ehepaar Cafetier Buchsbaum gespendet wurde. Zu dieser Feier hatten sich zahlreiche Gäste und Delegationen verschiedener Vereine eingefunden, darunter Oberrabbiner Dr. 1. Taglicht samt Gemahlin und Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Nach der Begrüßung durch den artistischen Leiter, Herrn Stapler, nahm Herr Oberkantor Funke in weihevoller Weise das Anzünden der Lichter vor, unter Begleitung seines Chores und unter Mitwirkung des Dirigenten Herrn Rudolf Heimann. Nun folgte die ausgezeichnete Festrede des Herrn Rabbiner Dr. Rosen mann, welche allgemeinen Beifall fand. Hierauf trugen die Kinder Trude Schnapp und Rosenblüh Gedichte vor; ferner hielt der 13jährige Sohn des Herrn Rabbiner Blech eine Ansprache an die Kinder. Nun wurden an die Kinder die Geschenke verabreicht, welche sie unter großem Jubel entgegennahmen. Die ganze Feier nahm einen erbaulichen Verlauf, der Vorstand wurde zu seinem schönen Erfolg beglückwünscht und seine Leistungen wurden als besonders anerkennenswert in Anbetracht der immer schwieriger werdenden Verhältnisse hervorgehoben. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk veranstaltete am Samstag, den 12. d. M. im Vereinshause, XVI., Wurlitzergasse 11 eine Chanukafeier. die einen sehr schönen Verlauf nahm. Der große Festsaal konnte die erschienenen Gäste kaum fassen. Herr Oberkanitor R. K o g a n entzündete in feierlicher Weise die Chanukalichter, worauf der unter Leitung des Chordirigenten S. Perl stehende Chor die rituellen Gesänge sehr wirkungsvoll vortrug. Herr Rabbiner Dr. |. M. Bach hielt die sehr beifällig aufgenommene Festrede. Die folgenden künstlerischen Darbietungen waren alle erstklassig. Um das Zustandekommen dieses sehr gelungenen Festabends hat sich das Vorstandsmitglied Herr S. K l a w i r besonders verdient gemacht. Die Vereinigung für soziale Fürsorge, die von dem verstorbenen Präsidenten M. Timvm bis zu seinem Ableben in so fürsorglicher Weise geführte Vereinigung, hat heuer, wie alljährlich zu Chanuka, unter der jetzigen Führung, Frau Präsidentin Lotte Königsfeld, arme Schulkinder mit Kleidungsstücken beteilt. Die Feier fand am 20. Dezember im Vereinslokale im Cafe Nizza, II., Heinestraße 2, statt. Eine größere Anzahl jüdischer Schulkinder wurde mit neuen Schuhen. Kleidern, Mänteln und Wäsche beschenkt. Ein jedes Kind bekam auch eine Liebesgabe. Dieser glänzende Erfolg war den rührigen Damen des Vorstandes zu verdanken. Der Verein dankt allen Spendern und auch den Cafetiers Herren Alfred und Gustav Paschkes für ihre gütige Unterstützung und bittet, auch in Zukunft dem Vereine, dessen einziger Zweck ist, armen Kindern zu helfen, das Wohlwollen zu bewahren und die Hilfe weiterhin angedeihen zu lassen. israelitischer Humanitäts-Verein Favoriten. Wie seit ungefähr 60 Jahren beteilte auch heuer zu Chanuka der Israelitische Humanitätsverein des 10. Bezirkes die ortsannen Juden mit Winterschuhen und Strümpfen. Heuer wurden zirka fünfzig Paar Stiefel und Strümpfe verteilt, an Erwachsene und Kinder. Der Humanitätsverein dankt herzlichst allen, die zu dieser Aktion ihr Scherflein beigetragen haben. Der JubHätrms-Franenverein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Frauen, II., Fischergasse 1, hat zu Chanuka 200 Frauen mit warmen Kleidern, Leibwäsche, Schuhe, Lebensmitteln, Kohle und Geld beschenkt. Dank seiner Gönner und Förderer konnte der Verein seine schöne Pflicht erfüllen. Aus Anlaß des 50jährigen Künstlerjubiläums Arnold Barkays, Artisten-Präsidenten a. D., findet Samstag, den 16. Jänner, 8 Uhr abends, im Festsaal des Hotel „Bayrischer Hof", II., Taborstraße 39, eine große Akademie statt. Prominente Künstler wirken mit. Gäste herzlichst willkommen! Leopoldstddfer Tempeivereln Aeschei Awrojnom 81., Pazmanüenqasse 0, Tel. R 47-8-63 Anmeldungen v. Aufgeboten, Trauungen (and) um. freiem nimmei) u. Dormizwons Partelsnvarkeiir an Werktagen von 2 bis W Übt nachmittags, an Sonmegen ven 10 bis 12 Ubi vormittags Irüh 6.45 Gebet standen Tebeth S697 Tebetb 11. Wajcbi (1. B.M.) „ 12. Haftorah Wajikrewu jeme dowid Borcbi Nafscbi „ 13. bis 17. ab da. 4.10 Kunst und Literatur. Der Verein Hachnusas Kalu (Obmann S. Buchsbaum), der seit 16 Jahren Ersprießliches auf dem Gebiete der jüdischen Wohlfahrt leistete, veranstaltet am 29. d.M. im Theater Reklame, IL, Praterstr. 34, einen Wohltätigkeits-Theaterabend, dessen Reinerträgnis zur Gänze dem wohltätigen Zwecke zugeführt wird. Da die Veranstaltungen dieses Vereines sich stets eines großen Zuspruches erfreuen, werden die Förderer, um der Vorstellung beiwohnen zu können, ersucht, im Cafe Buchsbaum, IL, Kleine Pfarrgasse 21, Telephon A 43-5-19, ihre Teilnahme bekannt zu geben, worauf Kartenreservierungen vorgenommen werden. Wohltätigkeitsvorstellung. Sonntag, den 27. Dezember, um 4 Uhr nachmittags, findet im Marmorsaal des Hotel National, IL, Taborstraße 18, eine Festvorstellung der „Jüdischen Kleinkunstbühne" „Der P o j a z" aus Anlaß der Bekleidung Bewirtung und Lebensmittelbeteilung von 60 jüdischen Waisenkindern des „Jüd. Wohltätigkeitsvereines Brüderlichkeit" mit erstklassigen künstlerischen Darbietungen statt. Geld-, Waren- und Sachspenden zugunsten der hungernden, frierenden Armen werden dankend entgegengenommen. Mor Neumann, Heimkehr. Ein Roman aus der Geschäftswelt. Fiba Verlag, Wien — Leipzig. Ein neuer Autor griff da zur Feder, ein Mann, der die Geschäftswelt, ihre Vorzüge und Schwächen gut kennt und sie anschaulich zu schildern weiß. Ein Einzelschicksal steht im Mittelpunkt der Handlung, doch darum ranken sich Geschehnisse und! Konflikte vieler Personen, die dem Helden auf seiner „Heimkehr" begegnen. Ihre Kämpfe werden uns plastisch vor Augen geführt, der hübsch ausgestattete Roman liest sich flüssig und wird gewiß großes Interesse finden. Man darf auf die weiteren Schöpfungen des Autors neugierig sein und ihn zu seinem Erstlingswerk beglückwünschen. Wodans Wiederkunft. Einen wirklich „lustigen Reisebericht aus einer traurigen Zeit" hat da der Jean- Christophe-Verlag, Zürich, unter dem Titel „Wodans Wiederkunft" veröffentlicht. Der Reisende nennt sich Urs Liechti, und was er auf seiner Fahrt durch das neudeutsche Heidentum erlebt, berichtet er nicht nur mit einem köstlichen Humor, sondern vor allem mit einer ganz überragenden Sachkenntnis der Materie, und zwar der neuheidnischen wie der deutschen. Und doch: bei allem Witz, bei allem Humor, ist das Buch ein absolut ernstes Werk, genau so ernst, wie man das heutige Deutschland nehmen kann. Diese Arbeit von 146 Seiten sollte' viel gelesen werden. Anton van Miller: Deutsche und Juden. Das Buch van Millers ist die fehlende und erwartete, objektive und wie ein Roman fesselnde, gewissenhafte und wissensreiche Darstellung des Verhältnisses zwischen den Deutschen und den Juden; aus ihr wird künftig jedermann an Stelle der vielen subjektiven Angriffs- und Verteidigungsschriften ungefärbten Aufschluß über die Voraussetzungen und Folgen der deutschen Maßnahmen gegen die Juden erhalten. Zum erstenmal werden nicht nur die Ursachen von deren wirtschaftlichem Einfluß und die Gründe des singulären deutschen Kampfes gegen den jüdischen Geist erklärt, sondern dies mit einer kritischen Würdigung des deutschen Rasseglaubens verbunden, dessen Wesen unter ständiger Benützung deutscher Quellen noch nirgends so vollständig herausgearbeitet wurde. Ein eingehender geschichtlicher, ganz neuartiger Ueberblick über die Charakterwandlung der Deutschen und der deutschen Juden seit der Mitte des 18. Jahrhunderts zeigt gleichfalls zum erstenmal die seelische Entwicklung und Konstitution beider Gemeinschaften und weist damit eine Hauptursache der gegenwärtigen beiderseitigen Erbitterung nach. Das letzte Kapitel gibt ein spannendes Bild der bisher noch von niemandem geschilderten, teils bereits eingetretenen, teils unvermeidlichen Konsequenzen für die deutsche Politik im Osten Europas und des künftigen jüdischen und deutschen Schicksals. (Soziologische Verlags anstalt G. m. b. H. Geb. RAI 4.—.) A. Heschel, Die Prophetie, Krakau 1936 (E. Reiss, Berlin W 15). In dieser von der Krakauer Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Studie vereinen sich Theologie, Philologie und Philosophie, um mit vorbildlicher Gründlichkeit eines der umstrittensten Probleme, das der Prophetie, sachgemäß zu behandeln. Soweit überhaupt darüber Auskunft zu ermitteln ist, ohne den Propheten selbst befragen zu können, und auch er konnte kaum mehr aussagen, als es die vorliegenden Urkunden tun, geschieht es hier. Mit modernstem Rüstzeug, an dem auch nicht ein Tüpfelchen fehlt, rückt hier die kritische Forschung vor die Seele der Propheten, eines Arnos, Hosea, Jesaja und Jeremia, um den Vorgang der Prophetie, fast möchte man sagen, „mit Blitzlicht und Büchse" zu belauern und zu belauschen. Eine Fülle von Hobelspänen aus den Gebieten der hier ins Treffen geführten Wissenschaften fällt, wie begreiflich, noch als Ueberprodukt denr Leser in den Schoß. Die Schrift bedeutet einen wertvollen Fortschritt auf einem schwer gangbaren Weg. G. JÜDISCHE KULTURSTELLE I., KAI 3, R 28-2-36 Jeder Wiener Jude zahlt als Stamm-Mitglied der Jüdischen Kulturstelle nur S 1.50 jährlich. Die Leihbücherei verleiht Neuerscheinungen der Schönen Literatur und Judaica gegen geringe Gebühren. Die Kunststelle: Neuanmeldungen ganztägig. Ermäßigte Karten für sämtliche Privat-, Bundestheater und Konzerte. Jüdisches Kulturtheater: Täglich 20 Uhr Scholem Alejchems Komödie „Schwer zu sein ein Jud", deutsch von Jakob Rosenthal. Regie: E. Jubal. An Sonn- und Feiertagen, nachmittags halb 4 Uhr: „Die Grenze" bei kleinen Preisen. Beerdigungen. 16. Dezember 1936: Dr. Julius Geiringer, 68 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — David Benedikt, 51 Jahre, 17. Bez. (1. Tor). — Elisabeth Fellner, 60 Jahre, 16. Bez. (I.Tor). — Kom.-Rat Karl Friedmann, 64 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Adolf Linz, 70 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Käthe Klein, 42 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Bernhard Heber, 90 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Ferdinand Berger, 75 Jahre, Leopoldsdorf-Marchfeld, (IV. Tor). _ Helga Riemer, 32 Jahre, Elberfeld, (IV. Tor). — Jente Bräuner, 61 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Elka Keller, 51 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Breindl Krochmal, 54 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). 17. Dezember: Isidor Schwertberg, 63 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Alois Weinberger, 81 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Siegfried Helfgott, 21 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Friedrich Altschul, 58 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Henriette Hirsch, 63 Jahre, Nytra, (IV. Tor). — Chaim Elias Karmel, 61 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Abraham Ehrenreich, 81 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). 18. Dezember: Karoline Körmendi, 82 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). — Ettel Kardasch, 64 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). _ Hermann FrankL 83 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Berisch Süsskind-Gallo, 65 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). -- Moritz Eisenhammer, 77 Jahre, 15. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Sucharipa, 56 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Otto Poüatschek. 35 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Marianne Goldschmidt, 34 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 20. Dezember: Heinrich Fritz, 74 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Oskar Schulz, 61 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Grete Rado. 36 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Sofie Eissler, 73 Jahre, Rekawinkel, (I. Tor). — Cädlie Sinzheimer, 79 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Rosa Mandelbaum, 70 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Julie ManueL 80 lahre, 7. Bez. (IV. Tor). _ Helene Wortsmann, 50 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Rudolf Martens, 54 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Henriette Zeisel, 53 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Mathilde Lackenbacher, 58 jähre, 9. Bez. (IV. Tor). — Rosa Müller, 67 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Dr. Richard Hesky, 59 Jahre, 17. Bez. (IV. Tor). — Irene Löw, 51 Jahre, 14. Bez. (IV, Tor). — Melanie Kohn, 35 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Fanny Hohenberg, 71 lahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Salomon Adler, 69 Jahre. 2. Bez. (IV, Tor). 21. Dezember: Rudolf Brandl, 71 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Netü Schlögel, 57 Jahre, 20- Bez. (I. Tor). _ Johanna Goldenberg, 86 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Salomon Wichs. 62 jähre. 5. Bez. (IV. Tor). — Adolf Politzer, 72 Jahre, 21. Bez. Floridsdorfer Friedhof. 22. Dezember: Therese Ungar, 74 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Anna Reiss, 54 Jahre, 14. Bez. (I. Tor). — Amalie Stern, 98 lahre, 4. Bez. (I. Tor). — Jenny Goldstein, 78 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Franziska Hohenberg, 71 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Martha Weinreb. 43 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Paula Schönmann, 56 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Sara Süsser, 32 Fahre. 20. Bez. (IV. Tor). — Marianne Elkan, 59 Jahre, 15. Bez. (IV. Tor). — Abraham Moses Bornstein, 72 Jahre. 7. Bez. (IV. Tor). _ Ida Kohn, 59 fahre. 5. Bez. (IV. Tor). Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien II., Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne-, Wien II. Robertgasse 2.