Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 55 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3062972-3064606-3064660--20964-3086268- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite S Nr. 55 — 18. Dezember 1936 DIE WAHRHEIT \: f i r-n '• P j i y Kalender-, Sldra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Taffel Oeb«tstnn4«n Tebath 5697 Dezember 1836 jrtlh abds. 7.15 Tebeth 4. 3.55 [ W»iiguch(l.B.E.)| „ 5. Haftorab 1 &S0 Wajbi dewar S4.55 ascbem elaj 1 [ Borcbi Hafecbi J \ „ 6. bis I 7.15 „ 10. Asoro betebelb 14.15 \ (Fatten) J abdt. Freitag. 18. Dei. 3.51 Samstag, 19. Du. 4.55 Sonntag, 20. Dez.bM} Mittwoch, 23. Des. \. 1K Donnerst.. 24. De«, f4,10 (Palten) ) Es ist logisch, daß man während der langen Winterabende mehr zu Hause bleibt und so das Bedürfnis hat, sich das Heim gemütlich und angenehm zu gestalten. Ein Großteil hiezu trägt ein guter Radioapparat bei. In dieser Beziehung ist die Technik derart vorgeschritten und bringt die Industrie ganz Hervorragendes in Kombination mit Schallplattenübertragung. Eine ganz besondere Auswahl finden Sie diesbezüglich im seriösen Fachgeschäft: Radiohaus am Rathausplatz. VORTRÄGE. Fritz links Bibeldrama „König Saul". Am 8. Dezember las der bekannte Charakterspieler der jüdischen Kulturbühne im „Theater der 49" das Vorspiel und zwei Akte eines von ihm verfaßten Versdramas „K ö n i g Sau 1", das der Vollendung entgegengeht. Das Hauptmotiv ist nicht wie in den meisten Sauldramen der Weltliteratur der Konflikt David—Saul, sondern Saul—Samuel, der Konflikt zwischen König und Priestertum um die Tötung des Königs von Amalek, getreu nach dem I. Buch Samuels. Der Rezitator Links stand auf so vollendeter Höhe, daß er mich an die besten Zeiten Lewinskys erinnerte. Es ist charakteristisch, daß sich bei dem furchtbaren äußern Druck Kreise, die in ihrer Jugend der Bibel und dem Judentum innerlich ferne standen, wieder zur Bibel finden. An Links schwungvollem Drama schien mir das Schönste die wunderbare Sprache. Besonders charakteristisch ist die Gestalt Abners herausgearbeitet, Samuel hat vielleicht mehr von einem mittelalterlichen kaisergegnerischen Papst als von einem jüdischen Priester. Sollten sich angesichts der schönen Dichtung eines Mitgliedes der jüdischen Kulturbühne jüdische Kulturkreise nicht moralisch verpflichtet fühlen, einiges zur Verbreitung und Drucklegung des Werkes beizutragen? „Das Leiden ist die Stärke eines Volkes", sagt hier Samuel, und von dieser Stärke, aus der das schöne Dichterwerk geboren wurde, hat Fritz Links, der Sprößling einer Wiener jüdischen Patrizierfamilie, der als Hitler-Opfer Deutschland verlassen mußte, wo er Oberregisseur in Königsberg war, genug erlebt. Cl. Benedikt. Gastvortrag LoukomskL Im dichtgefüllten Saal des Jüdischen Kulturtheaters zeigte Professor Loukomski, der bekannte Maler und Architekt Photo-Kopien eigener Zeichnungen und Photographien, die die Kunst des Synagogenbaues in Europa anschaulich erläuterten. Hugo Friedmann, der Kunstreferent der Jüdischen Kunststelle, hielt einen einführenden Vortrag und erklärte die ein- Bgenfle fOr Trannngen Unentbehrlich für Rabbiner und Kantoren (Die Gesänge mit Noten von S. Sulzer) Sinniges ErinDerungsgeschenk an Brautleute Zu beziehen beim Herausgeber: Max Schwager Wien Ii., Zlrkusga»* SO „Scnir Zlon* und „Wadak" bei mir zu haben! Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang s. A., Wien, Ober- »abbiner Dr. S. Hevesi, Budapest, Oberrabbiner Doktor D. Herzog, Graz, Musikdirektor A; Friedmann, Berlin, Präsident des Kantorenvereines J. Löwit, Oberkantor M. Mathyas, Oberkantor J. Müller, Oberkantor M. Löwy, Mähr.-Ostrau, Oberkantor A. Wilkowitsch. Eger, Oberkantor H. Mayerowitsch, London u. v. -a., haben sich über das obgenanute Werkchen in überaus anerkennender W^ise, sowohl durch, äse Presse,, als auch in freundlichen Zuschriften! aa den Herausgeber geäußert Leopoldsi&dter Iempetverein Aeschei AwrOhorn II, Pazmanitengasse 6, Tel, P 47-8-63 Anmeidaniten f. Aouteboten. Trauungen landi nnl. lreiem fllmmel) u. Bonnlzvraos Partolanvarfcahr an Wnkiafta tob 2 bb >/«4 Uhr nachmittag*, an Soantagea »ob 10 bis 12 Ubi vor minac* Oabetatnndaa froh T«b*th B687 abd«. 6.45 6.45 n. 9.00 j Tebeth 4. Wajigaich (1. B. M.) „ 5. Haftorab : Wajbi dewar ascbem elaj Borcbi Nafscbi 6. bis „ 10. Asoro betebetb (Fasten) Am Freitag! 18. Dezember, hält Herr Prof. Dr. Albert Weiflkopl beim Abendgotieadienste eine Predigt. zelnen Bilder. Er machte von einigen interessanten Theorien Mitteilung, die zeigen sollten, daß die Juden eine ursprüngliche Form und eine selbständige architektonische Haltung besessen hätten. Der Nichtjude Fürst Loukomski wies außerordentlich fesselnd nach, wie die ursprüngliche Eigenart Jüdischen Lebens im Bau der Synagoge dauerndes Dokument geworden war. b. Heinz Politzer. Der junge feine Dichter Heinz Politzer aus Prag, ein gebürtiger Wiener, las in der Jüdischen Kulturstelle aus eigenen Werken. In der Einleitung zeichnete Joseph Hans B u n z e 1 das Bild des schlichten stillen Humanisten, der mit seiner schönen Sprache und eindringlichen Vortragsart die Zuhörer überzeugte, daß eine reife Begabung zu Recht bekannt wurde. Heinz Politzer las auch Legenden, die er umgearbeitet hatte und die demnächst im Löwit-Verlag erscheinen werden. LITERATUR. Der Krieg geht weiter! Der neue S c h a 1 o m- Asch-Roman. (Alieft de Lange, Amsterdam.) Die deutschen emigrierenden Schriftsteller wenden sich dem historischen Roman zu, der jiddische Dichter Schalom Asch, dessen .Meisterwerk, der historische Roman „Der Trost des Volkes" noch immer in jedem nachwirkt, der dieses Werk verständnisvoll gelesen hat, hat einen modernen Zeitroman geschrieben, der als sehr Stattlicher Band von dem rührigen Amsterdamer Verlag herausgegeben wurde. „fPer Krieg geht weiter" spielt in seinen Hauptteilen im Jtfachkriegsdeutschland der Inflationszeit. Ein Ostjude, unter größten Gefahren der Ermordung durch die Russen aus der Ukraine geflohen, spekuliert in Danzig mit Erfolg in Valuten, wird wohlhabend, zieht nach, Berlin, um liier nach dem großen Vorbild des „Mannes mit dem schwarzen Bart" (Stinnes) durch weitere Spekulationen zum Inflationsgewinnler zu werden, kauft dabei einer alteingesessenen deutschen jüdischen Falnilie, die in dieser Zeit wirtschaftlich zugrunde geht, eine alte Hypothekenbank ab, scheint sich zu konsolidieren, wird aber dann doch von der letzten Inflationswelle wieder weggeschwemmt oder vielmehr von dem „großen Hai" — dem „Mann mit dem schwarzen Bart" — verschluckt, und fährt fast mittellos von Berlin weifer nach Paris. Das war das Jahr 1923 in Berlin. Asch fängt diese Atmosphäre des Milliardenrausches mit seinen todbringenden Konsequenzen für die soliden Elemente teilweise recht gut ein. Besonders geglückt sind ihm die Gestalten, welche die Nazikreise der damaligen Zeit zeichnen, als Hitler den Münchener Aufstand inszenierte, wie überhaupt die jungen Gestalten jüdischer und christlicher Abstammung besonders eindrucksvoll wirken. Zu den besten Kapiteln gehört die Beschreibung einer Münchener Bierkellerversammlung, da der „Prophet des Todes" spricht. Das Werk ist ein zum größten Teil gutgelungener, kulturhistorischer Beitrag zum Verständnis der Ereignisse, die Deutschland in „Nazidonien" verwandelt haben.;< R- Jüdisch-geschichtliche Stätten in Oesterreich. (Mit 44 Abbildungen.) In einem rm Selbstverlage erschienenen Leitfaden gibt Josef Pick (IL, Leopoldsgasse 2a) der jüdischen Jugend, aber auch ihrer nichtjüdischen Umwelt einen ausgezeichneten Ueberblick über die Geschichte des Judentums in Oesterreich seit dem 12. Jahrhundert. Die große' Anzahl der geschichtlichen Denkmäler legt ein beredtes Zeugnis dafürjlab, wie lieb und teuer der österreichischen Judenheit Mhre Heimat geworden ist. Von den ersten jüdischen Siedlungen bis zu den jüdischen geschichtlichen Stätten-in allen Bundesländern gibt das Büch einen ausgezeichneten Abriß. Schon im Interesse unseres Fremdenverkehrs ist dieser Führer durch die jüdischen Sehenswürdigkeiten. Oesterreichs, der von Dr. Max G r u n w al d1 eingeleitet ist, zu begrüßen. ^Beerdigungen. 9. Dezember 1936: Anna Ipper, 67 Jahre. 7. Bez (I. Tor). — Hanni Topf, 87 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). - — Elias Hausmann, 73 Jahre. Baden bei Wien (IV. Tor) — Sarah Meyer, 74 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 10. Dezember: Fanny Ellig, 56 Jahre, 2. Bez (f. Tor). — Hann! Topt 87 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Frieda Holzapfel, 66 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Me. schulim Stern, 86 Jahre. 20 Jahre (IV. Tor). — Doktor David Goldschmid, 84 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Karl Relss, 84 Jahre, 17. Bez. (IV. Tor). — Sara Hulda Brzezinska. 23 Jahre. Lodz (IV. TorjL — Charlotte Maier, 60 Jahre, Kaltenleutgeben (IV. Tor). — Leopold Gelb. 89 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — 11. Dezember: Joseiüie Diamant, 54 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Dr. Samuel Landau, 67 Jahre, 4. Bez. (I. Tor). — Charlotte Schuh, 79 Jahre, 16. Bez. (I. Tor). — Leopolo? Mosberger, 76 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Robert Singer, 33 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Max Rudolfer, 79 Jahre. 2. Bez. flV. Tor). — Leo Taussig, 19 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). 13. Dezember: Karl Pimper, 66 Jahre, 17. Bez. (1. Tor) — Josefine Donat, 71 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). — Stud.-Rat Prof. Dr. Emmerich Konn, 58 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Robert Herzog, 65 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Marie Kantor, 86 Jahre, 17. Bez. (I. Tor). — Ida Rauchinger. 38 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Gustav Zeilinger, 48 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Siegmund Perlmann, 79 Jahre. 7. Bez. (IV. Tor). — Therese Lustig. 79 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Rafael Kurzrock, 68 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Schaje Jan Klotz. 36 Jahre. Krakau (IV. Tor). — Ester Sternfeld. 89 Jahre. 19. Bez. (IV. Tor). — Moriz Frankl. 74 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Saul Thimann, 70 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Cnaim Orntner, 67 Jahre. Przemysl (IV. Tor). 14. Dezember: Ernestine Fischer, 81 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Julie Benedik, 73 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). - Hermine Rosenzweig. 47 Jahre, 3. Bez. (i. Tor). — Sabine Geller, 71 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Emilie Lederer, 76 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 15. Dezember: Sidonie Steiner, 70 Jahre. 21. Bez. (I. Tor). — Rosalia Erber, 78 Jahre, 20. Bez. (I. Tor). — Heinrich Schick, 34 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Salotnon Grätzer, 68 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Siegmund Kunstadt, 64 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Ernestine Taussig, 66 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). Austritte aus dem Judentum. Emil Wiltschek, geb. 22. Mai in Wien, ledig, Handelsangestellter, IL, Schreigasse 12. — Lilly Reichmann, geb. Dörfler, geb. 19. Dezember 1907 in Wien, verh., IX., Älserstraße 22,--Dr. Felix Reichmann. geb. 14. September 1899 in Wien. verh.. Buchhändler, IX., Älserstraße 22. — Edith Schönau, geb. 2. Oktober 1921 in Wien, ledig, Handelsschülerin, III., Obere Viaduktgasse 10. — Anna Rosenfeld, geb. 17. April 1895 in Wien, ledig, Kontoristin. III., Dianagasse 8/7. — Hans Rosenberg, geb. 2. Jänner 1901 in Wien, ledig, Privatbeamter, IV., Karolinengasse 19. — Dr. Lisbeth Angela Redlich, geb. 10. März 1911 in Wien, ledig, Aerztin, XX., Brig. Lände 32. — Gustav Bernield, geb. 14. August 1881 in Wien, verheiratet, Vertreter, XVIII., Weimarerstraße 31. — Max Nein, geb. 28. August 1905 ir Wien, ledig, Mechanikergehilfe, VI., Gumpendorferstraße 57. — Julius Hitz, geb. 15. April 1865 in Prag, Karolinental. verheiratet, Altersrentner. V., Högelmüllergasse 1 b. — Abraham Jakob Schwarcz, geb. 7. September 1893 :n Telcsva (Ungarn), verheiratet, XVII, Veronikagasse Nr. 50/9. — Rudolf Jokl, geb. 1. Oktober 1922 in Wien, led'ig,. Lehrling, XIX., Heiligenstädterstraße 82 — Dr. Berthold Selenka, geb. 5. März 1884 in Wien Budapest. — Bernard Kral, geb. 12. Juni 1896 in Wien, verh., XIIII.. Schenkweg 5. — Rudolf Adler, geb. 22. Jcii 1886 in Wien, verheiratet. Hutmaoher, II.. Arnezhofei Straße Nr. 3. — Valerie Faludi, geb. 31. Mai 1919 in Keszthely, led'ig. XIII., Lainzerstraße 158. — Adele Kollarek, geb. Suscbny, geb 2. November 1901 in Wien. ger. gesch., Handelsangestellte, XX., Rauscherstraße 9/42. — Berta Perutz, geb. Wagner, geb. 13. November 1898 in Wien, ger. gesch, IX., Wasagasse 11/10. — Gertrude Faludi. geb. 19. Jänner 1918 in Budapest, ledig, XIII.. Lainzerstraße 158. — Wilhelm Blau, geb. 18. Jänner 1892 in Wien, verh., Vertreter. XV., Mariahilferstraße 178. - Rosa Wollner. geb. Dreiblatt, geb. 8. Dezember 892 in Wien, gesch.. Private, IV., Favoritenstraße 72 - Rudolf Pollak, geb. 30. Juli 1892 in Baden, N.-0-%, ger. getr., Vertreter, III.. Klopsteinplatz 4/10. — Jose» Rosenield, geb. 9. August 1913 in Wien, led'ig. Student, X., Dampfgasse 1. — Friedrich Lob. geb. 29. März 1901 in Wien, ledig. Zahntechniker. IX., Rummelhardtgasse 3. — Sigmund Melier, geb. 13. April 1880 in Wien, vera.. Redakteur, IX.. Universitätstraße 6. — Fritz Neumann, geb. 14. Juli 1907 in Wien, ledig, Buchbindergehilfe, XII., Lerchenweg 108. — Paula Lindner, geb. Hurm, geb. 1. Juni 1886 in Troppau, 1914 zum Judentum übertreten, verw., Beamtin, VIII.. Pfeilgasse 28. — Maria Lasner. geb. 15. Oktober 1909 in Wien, ledig. Private, XX., Wallensteinstraße 4. — Friedrich Ernst Neustadl, geb. 14. August 1922 in Wien, ledig, Mitti "schüler, XVIII. Hameaustraße 18. — Charlotte Haslinger, geb. Löifler. geb. 9. Oktober 1897 in Wien, verw., IX.. Ayrenhoffgasse 1. — Clotilde Theresia Schweiger, geb. Brüll, geb. 3. Juni 1880 in Pardubice (C. S. R.), ger. gesch., Schriftstellerin. XIX.. Langackergasse 7 a. Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien IL Praterstraße 29. Druck: Ignaz Spitz & Söhne,. Wien II. Robertg-.oe 2.