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Die Wahrheit · 1936-11-06 · Heft 48 (6.11.1936) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 48 (6.11.1936)
Date
1936-11-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 48 — 6. November 1936 DIE WAHRHEIT Was hat der „Osljudenscliü.zer' Roberl Sfriffier auf unsere peinlichen Feststellungen vom 6. Harz dieses Jahres geantwortet? Aas dem jadischnafionoleii Irrenhaus. „Neben dem religiösen Moment wird, neuestens seitens der Zionisten mit dem Schlagwort „Ost- und Westjuden" operiert. Da sind es wiederum die Zionisten, die sich als Beschützer der Ostjuden gegen die bösen Unionisten, die nur für die Westjuden eingenommen sind, aufspielen. Wie lächerlich diese Verleumdung ist, geht schon aus dem Umstände hervor, daß seit Jahrzehnten das Gros der Fürsorgetätigkeit der Kultusgemeinde zugunsten der Ostjuden erfolgt und daß die Leitung der Kultusgemeinde auch während der Jehrzehnte, da diese sich ganz in den Händen der Unionisten befand, nie einen Unterschied zwischen Ost- und Westjuden machte. Der Begriff „Ostjuden" ist übrigens eine zionistische Erfindung, nicht gerade zum Nutzen dieser Juden . . . Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah -Tafel Oebatstnnden Chegchwann S697 November 1936 früh abds. 7.15 Cbeschwaun21. 4.30 1 Cbaje-Sorob \ 1 (1. U.M.) 1 ann) •> 22. Haftora Irin 8301 Wehamelect f515 1 dowid 1 * Borctai Nafscti; f n 23. bis \ 7.15< ,, 27. Janm kipur Ii.45 1 kotnnn j abds. Freitag, 6. Nov. 4.30 Samstag, 7. Nov. 5 15 Sonntag, 8. Nov. b. \ , Donnerst., 12. Nov. J4 40 Aber wenn das Organ des Herrn Stricker gerade besonders intensiv mit diesem Schlagwort operiert, so möchten wir wiederum dem Gedächtnis der öffentlichen Meinung ein wenig nachhelfen. Es war in den ersten Wochen nach Kriegsausbruch, als Tausende und Abertausende Juden aus Galizien und der Bukowina als sogenannte Flüchtlinge nach Wien kamen. Daß sich diese Juden aus dem fernen Osten, noch dazu in ihrer damaligen verzweifelten Lage, aller Mittel beraubt, beschäftigungs- und existenzlos, nicht so rasch in das Milieu des Wiener Lebens einfügen konnten, war nur zu sehr begreiflich. Aber die Judenfeinde setzten sofort mit der Parole ein, man müsse diese „Zugereisten" abschieben und in Konzentrationslager internieren. Wer aber fand den Mut, sich öffentlich gegen diese Flüchtlinge auszusprechen und damit den Antisemiten Helfersdienste zu leisten? Kein Geringerer, als der damalige Führer der Wiener Zionisten. Er wurde deswegen von Herrn Dr. S. R. L a n d a u, Redakteur der „Neuen National-Zeitung", scharf angegriffen. Derselbe Mann, der es bis auf den heutigen Tag liebt, in seinem Organ mit Beschimpfungen und Verleumdungen nur so herumzuwerfen, ist aber höchst empfindlich, wenn man ihm einmal gehörig auf die Finger klopft; er klagte also Dr. Landau wegen Ehrenbeleidigung. Dr. Landau trat den Wahrheitsbeweis an und wurde auf Grund desselben freigesprochen . . . Vielleicht erinnert sich Herr Stricker dieser Episode, dann wird er mit seiner Rolle als Verteidiger der Ostjuden gegen die bösen Unionisten etwas vorsichtiger sein. GROSSFLEISCHHAUEREI SIEGH. KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE i XVIII., WAHRIHGERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten AbteilungenfürKoscherfleisch unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualitat zu den billigsten Marktpreisen Sollte sich Herr Oberbaurat Stricker, vorübergehender Führer der von den Revisionisten abgespaltenen Judenstaatspartei und ständiger „Verteidiger" der Ostjuden, aber nicht mehr dieser Episode aus dem Jahre 1914 erinnern können oder wollen, so diene ihm der Hinweis, daß nach der Aktenlage seine überaus abfälligen Aeußerungen gegen die polnischen Flüchtlinge in Gegenwart zahlreicher, zum großen Teil heute noch lebender Männer in einer Vorstandssitzung des Asyl-Vereins gefallen sind und daß dabei aus seinem Munde Redewendungen kamen, wie „Man müßte sich die Flüchtlinge vom Halse schaffen", oder „Die aufgeputzten Weiber aus Galizien seien ihm ein Dorn im Auge". Nichts! Garnichts \ Jetzt Juden Wiens wißt Ihr woran Ihr seid! Cafe Freiwirth PRATERSTRASSE 11 Als modernes Familien-Cafe vollständig renoviert Bundeskulturrat Hofrat Dr. Frankfurter ein Achtziger. Kommenden Montag, den 9. d. vollendet der vormalige Direktor der Universitätsbibliothek Bundeskulturrat Hofrat Professor Doktor F. Frankfurter sein 80. Lebensjahr. Der Jubilar, der an der Wiener und Berliner Universität klassische und deutsche Philologie sowie Epigraphik und Archäologie studierte, trat 1884 in den Dienst der Wiener Universitätsbibliothek und wurde 1909 für jüdische Kultusangelegenheiten in das Unterrichtsministerium berufen. Hofrat Doktor Frankfurter hat eine rege literarische Tätigkeit entfaltet, er hat vor allem ein Buch über Garnuntum geschrieben, ferner . Beiträge zur österreichischen Unterrichtsreform u. v. a. Verdienstvolle Arbeit leistete er auch als Mitglied der Verwaltung des jüdischen Museums und als Obmann der Bibliothekskommission der Israelitischen Kultusgemeinde. Eine Feststellung. Auf zahlreiche Anfragen: Die jüdische Krankenpflegerin, die aus parteipolitischen Gründen kein Definitivum im Spital der Israel. Kultusgemeinde erhalten konnte, heißt Steffi Eisner. Mit dieser Feststellung wird die jügenhafte Ausrede der Gegenseite angenagelt. Leopoiastamer Tempeivcreln Aeschel Awrohom II., Pazmanltengasse 6, Tel. R 47-P-63 Anmeldungen f. Aufgeboten, Trauungen (oudi um. freiem ntmmei) u. Darmtzwaus •'artelan verkehr an Werktagen von 2 bis i/rt Uhi nachmltties, an Sonntagen von 10 bis 12 Uta' vormittags Gebetatnnden früh Cheschwaun 5697 6.45 Cheschwaun 21. f Chaje-Soroh (1. B. M.) ... „m I „ 22. Haftora 0.4ou.9.00 ' Wehamelech dowid l Borchi Kalfchi ... f „ 23. bis 0 4i> l „ 27. Jaum kipur kotaun abds. 4.30 .j 5.15 14.30 In Wien: Boykottversuch gegen die unionisrischen Kaufleute und Gewerbetreibenden, weil sie nicht mit Stricker, Löwenherz, Friedmann und Konsorten einer Meinung sind. In Berlin: Die jüdischnationale ,,Rundschau". Zum jüdischen Boykott gegen die Nationalsozialisten: „Wenn daher einzelne Juden in den verschiedensten Ländern auf eine Manifestation der Judenfrage durch kleinliche Racheakte oder Boykott-Propaganda reagieren, so ist dies durchaus „unzionistisch" gedacht." Also Juden darf man boykottieren, die Nazis nicht! In Wien: Konsequentes Hinarbeiten auf das Minderheilsghetto — die sogenannte „jüdische Volksgemeinde" mit dem Minderheitsrecht In Berlin: Die jüdischnationale „Rundschau" erinnert daran, daß alle jüdischen Gruppen in Deutschland, einschließlich der Zionisten, stets die Anschauung vertreten haben, daß die Juden in Deutschland nicht als nationale Minderheit im Sinne der Friedens, vertrage betrachtet werden können. Also Ist das kein jüdischnationales Irrenhaus? {Beerdigungen. 23. Oktober 1936: Ignaz Berger, 79 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Leon Forschmit, 77 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Alexander Bodjansky, 55 Jahre, Mailand (IV. Tor). — Lea Meisler, 46 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Adolf David Fürst. 72 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Chaim Bresticzker, 56 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Käthe Grün, 58 Jahre. 6. Bez. (IV. Tor). — Moriz Timym, 66 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Marie Pausen, 85 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Abraham Rosenmann, 66 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Viktor Sonnenfeld, 65 Jahre. 6. Bez. (IV. Tor). — Moriz Stein, 83 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Hermine Fellner, 66 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). 29. Oktober: Adolf Kohn, 82 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Moses Hersch Landau, 88 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Wilhelmine Kohn, 76 Jahre. 3. Bez. (I. Tor). — Mendel Scheck. 54 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Johanna Heller, 53 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Rosa Lustgarten, 86 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Margarete Hirsch, 40 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Johanna Stiassny, 68 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Heinrich Frischmami, 78 Jahre, 17. Bez. (IV. Tor). — Kalmann Hindier, rekte Fink, 38 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Dr. Fanny Deutsch, 45 Jahre. 7. Bez. (IV. Tor.) . 30. Oktober: Sandor Schey. 78 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Isidor Augenfeld, 83 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). — Wolf Kriwer, 69 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Max Adler, 93 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — David Lindenbaum, 60 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Regine Schmuckler, 65 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). Wien I.» Seitenstettengasse 2 XI., Zentralfriedhof neben dem I. Tor _Samstag gcBChloasen 1_ Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld, Wien II., Praterstraße 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne, Wien II. Robertgasse 2. Nicti* die Verfassung Eures Vaterlandes Österreich, sondern derVölherDnndder nadi Mussolinis Mailänder Rede sterben muß, soll Eure Rechte garantieren! Solche hlrnrtSStge Pläne brüten die machtgierigen Gehirne der Jüdischnationalen aus, um Euch ins Minderheits-Ghetto zu locken und Euch in ihre Gewalt zu bringen

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