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Die Wahrheit · 1936-10-30 · Heft 45 (30.10.1936) · page 1

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 45 (30.10.1936)
Date
1936-10-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedie par l'editeur" Die tDahrkeif mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer Juden" Einzelpreis 40 Groschen Erscheint jeden Freitag BllUUllllllllllllllllllUüllllülUlllinillllllDIIIIl Redaktion und Administration: Wien II., Heinestraße 13 — Telephon R 46-2-16 * nuuiraciuuuiniiuuniiuuiiniia: Postsparkassenkonto Wien: A 100.918 52. Jahrgang Wien, 30. Oktober 1936 Nummer 45 KMtusvorsf and - Kandidaten der „Union österreichischer Juden" 1. Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim, Direktor, I. 2. Dr. Josef Ticho, Rechtsanwalt, IX. 3. Baurat Ing. Wilhelm Kempler, XIX. 4. Geza Klinger, Lederfabrikant, II. Obmann der Gabboim-Sektion des Brigittenauer Tempelvereines 5. Dr. Leonhard Maier, Rechtsanwalt, IX. Obmannstellvertreter des Tempelvereines „Aeschel Awrohom". II. Pazmanitengasse 6. Dr. Ernst Feldsberg, Prokurist, IX. Vorstandsmitglied und Obmann des Delegiertenverbandes der Chewra Kadischa 7. Dr. Maximilian Stiglitz, Rechtsanwalt, I. 8. Komm.-Rat Moritz Leitner, Pappenfabrikant, II. 9. Börserat Heinrich Popper, Prokurist, VI. Vorstandsmitglied des Mariahilfer Tempelvereines 10. Komm.-Rat Siegmund Feldmann, Techn. Art.- Händler, VII. Obmann des Josefstädter Tempelvereines 11. Jakob Weiger, Bankprokurist, II. 12. Friedrich Feuer, Zimmeru. Dekorationsmaler, ger. beeid. Sachverständiger, IX. 13. Max Weiss, Installateur, XVI. 14. Desider Wollner, Juwelier, V. Obmann des Tcmpelvereines Wieden-Margareten 15. Sigmund Freund, Tuch- und Schafwolhvarenhändler, I. 16. Richard Bettelheim, Prokurist, I. 17. Komm.-Rat Alexius Salzer, Konfektionär, IX. 18. Paul Schwarzstein, Eisenhändler, III. Vorstandsmitglied der Chewra Kadischa 19. Komm.-Rat Arnold Zeisel, Fabrikant, IX. Obmann-Stellvertreter des -Brigittenauer Tempelvereines 20. Wolf Waldmann, Schneidermeister, XX. 21. Med.-Rat Dr. Jakob Deutsch, Arzt, XVII. Präsident des Bethausvorstandes XVI—XVH 22. Mag. Hermann Berger, Apotheker, III. 23. Komm.-Rat Richard Jacobi, Nähmaschinenhändler, IX. 24. Dr. Oskar Gottfried, Rechtsanwalt, VII. 25. Edmund Hofmann, Tapezierer, II. 26. Dr. Jakob Ornstein, Rechtsanwalt, III. 27. Dr. Julius Grünwald, Rechtsanwalt, XXI. Obmann der Bezirkskommission XXI der Kultusgemeinde 28. Med.-Rat Dr. Josef Krausz, Arzt, XX. 29. Moritz Gal, Textilwarenhändler, XIX. Tempelvorsteher des Döblinger Tempelvereines 30. Rudolf Steinfeld, Prot. Warenhausbesitzer, V. Vorstandsmitglied und Kassier des Tempelvereincs Wieden-Margareten 31. Sandor Baroti, Wirkwarenhändler, I. Vorstandsmitglied und Kassier der Schönlaternschul 32. Dr. Siegfried Diamant; Arzt, IX. 33. Alois Donnebaum, Direktor. VIII. 34. Alfred Tonelles, Trafikant, X. 35. Ludwig Kettner. Prokurist, XXI. 36. Komm.-Rat Siegmund Planer, Rohproduktenhändler, II. Wie die JiidiscliLnalioixalen die Billigkeit verstehen. In den letzten Monaten wurden1 wir von vieler, unserer Glaubensgenossen gefragt: Mußte dieser Kampf von Glaubensgenossen gegen Glaubens^ genossen in einer Zeit geführt werden, da das gesamte Judentum von Gefahren umdroht ist, war eine Einigung nicht möglich? Hnd wir mußten immer darauf hinweisen, daß nicht wir die Friedensstörer waren, sondern die Jüdischnationalen, die durch die Duldsarr^it der Vertreteder „Union" c';e nach dem Rezept des Dr. E h r I i c h, „es ist das Schick:al der Minorität, überstimm zu werden", alles über sich ergehen ließen, ermutigt, im Falle Löwenherz den letzten Rest von Unabhängigkeit und Objektivität in der Kultusgemeinde niedertreten wollten. Es braucht nicht die Unwahrheit widerlegt zu werden, die in der „Stimme" behauptet wurde, daß die Bestellung des Rath zum Bibliothekar: einstimmig, also auch mit den Stimmen der „Union", erfolgt ist. Moses Rath wurde gegen die Stimmen der Mandatare der „Union", die dieöffentliche Ausschreibung der Stelle verlangten, und gegen ihre scharfe Opposition zum Bibliotheksdirektor bestellt. Den radikalsten ihrer jüdischnationalen' Parteimänner, den Vizepräsidenten Dr. Josef Löwen herz, als Amtsdirektor, konnte sich nach der systematischen jüdischnationalen Politisierung der Kuitusgemeinde die „Union" österreichischer luden" nicht gefallen lassen, wollte sie ihrer Aufgabe entsprechen tind die Interessen der österreichischen luden w a h r e n. Aber auch da machte sie noch einen Versuch, den Frieden wenigstens nach außenhin aufrecht zu erhalten. Sie ließ den jüdischnationalen Parteiführern mitteilen, daß sie aus der Bestellung des Dr. Josef Löwenherz zum pauschalierten Rechtsanwalt der Kultusgemeinde mit einem Monatseinkommen von S 1000.— nicht die letzten Konsequenzen ziehen wollte. Aber auch dieser weitgehende Vorschlag wurde nach dem Prinzipe, „es ist das Schicksal der Minorität, überstimmt zu werden", abgelehnt. Was blieb den Unionisten übrig, als die Wählerschaft zur Entscheidung anzurufen, was statutengemäß nur dadurch geschehen konnte, daß die elf Vertreter der „Union" ihre Mandate zurücklegten? Der verbleibende Rumptvorstand (von 17 gegen ursprünglich 36 Mandataren) hat dann, trotzdem seine Befugnis äußersten Falls nur soweit geht, die Geschäfte der Gemeinde weiterzuführen, die überflüssige, die Gemeinde schwer materiell und noch mehr moralisch belastende Bestellung des Dr. Löwenherz zum provisorischen Amtsdirektor vorgenommen, nur um der „Union" zu zeigen, daß sie sich unter das Machtdiktat der KOHIE'KOKS ANTHR AZIT, Three Stars BÄSCH ™«*>*****«*^ 1) «-5-40 Alleinige Lieferantin der „Asca" Bund jüd. Frontsoldaten Jüdische Kultursteile Keren Kajemeth Jüdischnationalen beugen müsse. Ueberilüssig war die Bestellung deshalb, weil der von allen Seiten belobte, mit allen Agenden der Kultusgemeinde bis ins letzte Detail vertraute Amtsdirektor und Sekretär Engel seit dem Tode des Regierungsrates Guido Fuchsgelb die Geschäfte der Amtsdirektion klaglos und zur vollsten Zufriedenheit aller führte. In dem Bestreben aber, eine Einigkeit innerhalb der Kuitusgemeinde aufrechtzuerhalten und den Antisemiten nicht das erwünschte Schauspiel eines Kampfes gegen Glaubensgenossen zu bieten, sind wir also schon, wie oben gezeigt, vor dem 4. Februar bis an die äußerste Grenze des Möglichen gegangen. Aber auch nachher, nach der Niederlegung der Mandate, hat die „Union österreichischer Juden" jeder von ernster Seite gegebenen Anregimg, ihren guten Willen zu zeigen und trotz der unerhörten Beschimpfungen ihrer Funktionäre und der „Union" selbst die Hände zum Frieden zu reichen, entsprochen. So haben der „Bund jüdischer Frontsoldaten" und die B'nai B'rith-Logen sich ehrlich bemüht, eine Einigung herbeizuführen. Daß die „Union" da bis an die äußerste Grenze gegangen ist, daß sie das Geschehene vergessen und sich nur für die Zukunft vor Gewalt und Terror sichern wollte, geht aus der nachstehenden Schilderung der Verhandlungen hervor. Die Jüdischnationalen haben die folgenden Bedingungen gestellt, die. wie ersichtlich, fast durchwegs und im wesentlichen eine zustimmende Antwort der „Union" erfahren haben. Bedingungen der Jüdisch, nationalen. 1. Keine Unterscheidung innerhalb der Judenschait zwischen Bodenständigen und Nichtbodenständigen. 2. Ablehnung der Tendenz, einzelne Teile der jüdischen Bevölkerung in politischer und bürgerlicher Hinsicht als minderwertig oder nicht vollwertig hinzustellen. 3. Ablehnung der Anzweiflung des Patriotismus der Angehörigen der national-zionistischen Bewegung. Antwort der „Union".. 1. Es bedarf seitens der „Union" keiner derartigen Erklärung. 2. Es bedari seitens der „Union" keiner derartigen Erklärung. 3. Die Betonung des Patriotismus auj Seiten der „Union" ist nicht mit der Absicht verbunden, die patriotischen Geiühle der anderen Seite anzuzweifeln. Rasiere Dich gilt und Dillig Oesterreichisches Qualität* fahrihat Ueberau erhältlich

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