Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 44 (23.10.1936)
- Date
- 1936-10-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdische Die tÜanrnelf mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer Juden" Ersdieint jeden Freitag Einzelpreis 40 Groschen ■nmiwim^ Redaktion und Administration: Wien IL, Heinestraße 13 — Telephon R 46-2-16 — Postsparkassenkonto Wien: A 100.918 52. Jahrgang Wien, 23. Oktober 1936 Nummer 44 ®as XuttuswaMptogvamm der „Union". 1. Strenge Einhaltung des Wirkungskreises des Kultusvorstandes nach Maßgabe des Gesetzes vom Jahre 1890 (Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der Mitglieder der Gemeinde und Erhaltung und Förderung der diesem Zwecke dienenden Anstalten und Einrichtungen), daher unbedingte Ausschaltung jeglicher Politik aus der Kultusstube, dies insbesondere auch mit Rücksicht auf den gesetzlichen Zwangscharakter der Kultusgetneinde, nach welchem jeder in Wien wohnende Jude Angehöriger der Kultusgemeinde sein muß. 2. Ideelle und materielle Mithilfe bei dem Aufbauwerk in Palästina für Glaubensgenossen, die in ihren Heimatländern nicht bleiben .können oder wollen. Förderung jeder sich bietenden Gelegenheit, solche Juden unter günstigen Verhältnissen auch anderwärts anzusiedeln. Ablehnung jeder dem Aufbauwerk und den jüdischen Siedlungen schädlichen jüdischnationalen Politik. 3. Pflege des Gedankens der Schicksalsverbundeuheit aller Juden und somit Fortführung der alten Tradition der „Union", die sich in den fünfzig Jahren ihres Bestandes immer wieder mit gleicher Energie unterschiedslos aller Juden, insbesondere unserer östlichen Glaubensbrüder angenommen hat. 4. Gleichmäßige Berücksichtigung der religiösen Bedürfnisse der einzelnen Riten und Gruppen der in Wien wohnenden Glaubensgenossen unter besonderer Beachtung der religiösen Bedürfnisse der Orthodoxie. Ausreichende Subventionierung der bestehenden Tempelvereine und Bethäuser, um die trotz aller Sparsamkeit zwangsläufig sich ergebende Defizitwirtschaft derselben endlich zu beseitigen und die überaus peinlichen Bittgänge der Tempelvorstände zur Kultusgemeinde zu ersparen. Rigorose Prüfung des Lokalbedarfes bei Subventionierung von bestehenden, sowie bei Bewilligung von neueinzurichtenden Minjanim. 5. Reform des von der Kultusgemeinde beeinflußten Schulunterrichtes bei Vertiefung der Erziehung in religiösem und nicht nationalem Sinne unter besonderer Berücksichtigung der zukünftigen wirtschaftlichen Betätigung in Oesterreich. Förderung der Berufsumschichtung, beginnend bei der Schuljugend. Förderung des Eintrittes der jüdischen Jugend in öffentliche und private gewerbliche, handwerksmäßige und landwirtschaftliche Schulen. Förderung des freiwilligen Arbeitsdienstes, insbesondere in Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft. Stellung der jüdischen Jugendorganisationen unter die Führung der öffentlichen staatlichen Jugendeinrichtungen. 6. Durchgreifende Reform der Fürsorge. Reorganisation der sozialen Anstalten der Kultusgemeinde zwecks Verbilligung der Gebühren. Vergrößerung des Spitals der Israelitischen Kultusgemeinde unter Förderung seiner Eignung zum wissenschaftlichen Institut und zur Lehrstätte für jüdische Studierende und Aerzte. Ausgestaltung des Altersheimes. Bevorzugung der Wiener und österreichischen Juden bei der unentgeltlichen Aufnahme in Spital und Altersheim und den sonstigen Fürsorgeeinrichtungen der Kultusgemeinde unter sonst gleichen Voraussetzungen. Förderung der produktiven Fürsorgetätigkeit durch Schaffung und Subventionierung von Genossenschaften der Produktion, des Handels, des Konsum- und Kreditwesens. Bruch mit dem bisherigen Prinzip der Fürsorgetätigkeit durch Almosen. Beschränkung der Zuwendung von geldlichen Unterstützungen an Kranke, Sieche und sonst Erwerbsunfähige oder trotz Erwerbswillens und Erwerbsfähigkeit unverschuldet Arbeitslose. Unterbringung jüdischer Lehrlinge bei Handwerkern und Gewerbetreibenden. Ausbau einer der wirtschaftlichen Not angepaßten jüdischen Stellenvermittlung und Einflußnahme auf die öffentlichen Stellenvermittlungen zugunsten arbeitsloser Glaubensgenossen. Ausbau der periodischen Rentenbezüge an alte, erwerbsunfähige Glaubensbrüder. Bezirksweise Dezentralisation des Fürsorgewesens, das trotzdem nach einheitlichen Grundsätzen von der Fürsorgezentrale zu leiten ist. 7. Reform der allgemeinen Verwaltung, insbesondere des Steuerwesens. Vereinfachung des Steuerwesens zwecks Verbilligung des teueren Steuerapparates. Abschaffung der Willkür bei der Besteuerung und bei der Entscheidung über Rechtsmittel. Die Grundlage der Besteuerung soll die Bemessung der Einkommensteuer durch die staatlichen Steuerbehörden sein. Revision der Trauungs- und Begräbnistaxen. Ausschaltung der Eigenmächtigkeiten bei Bemessung derselben. 8. Abänderung des Statutes der Kultusgemeinde, und zwar: Schaffung von Vorsorgen zur Verhinderung von parteiischen Maßnahmen in Personalangelegenheiten und bei Verleihung von Subventionen. Verhinderung des Mißbrauches der Verwendung von öffentlichen Mitteln für Parteizwecke. Ausschluß von Kultusvorstehern von besoldeten Beamtenstellen während der Dauer der Funktionsperiode und für eine Reihe von Jahren nach Erlöschen derselben. Obligatorische Verpflichtung zur öffentlichen Ausschreibung von allen zur Besetzung gelangenden Aerzte-, Beamten-, Rabbiner- und Kantorenstellen etc. 9. Neuregelung des Lieferungswesens, Ausschaltung jeder Möglichkeit der Protektion durch strenge Beachtung der allgemeinen Bestimmungen für öffentliche Ausschreibungen. KOHLE'KOKS ANTHRAZIT Three Stars BÄSCH w.A^ti-i««»dto« |} 41-5-40 Alleinige Lieferantin der „ASCü" Bund jüd. Frontsoldaten jüdische Kultur stelle Keren Kajemeih KuMnsYorsland - Kandidaten der „Union dsterrekhisdier Jaden" 1. Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim, Direktor, I. 2. Dr. Josef Ticho, Rechtsanwalt, IX. 3. Baurat Ing. Wilhelm Kempler, XIX. 4. Geza Klinger, Lederiabrikant, II. Obmann der Gabboim-Sektion des Brigittenaucr Tempelvereines 5. Dr. Leonhard Maier, Rechtsanwalt. IX. Obmannstellvertreter des Tempelvereines „Aeschel Awrohom". II. Pazmanitengasse 6. Dr. Ernst Feldsberg, Prokurist, IX. Vorstandsmitglied und Obmann des Delegiertenverbandes der Chewra Kadischa 7. Dr. Maximilian Stiglitz, Rechtsanwalt, I. 8. Komm.-Rat Moritz Leitner, Pappenfabrikant, II. 9. Börserat Heinrich Popper, Prokurist, VI. Vorstandsmitglied des Mariahilfer Tempelvereines 10. Komm.-Rat Siegmund Feldmann, Techn. Art.- Händler, VII. Obmann des Joseistiidter Tempelvereines 11. Jakob Weiger, Bankprokurist, II. 12. Friedrich Feuer, Zimmeru. Dekorationsmaler, ger. beeid. Sachverständiger, IX. 13. Max Weiss, Installateur, XVI. 14. Desider Wollner, Juwelier, V. Obmann des Tempelvereines Wieden-Margareten 15. Sigmund Freund, Tuch- und Schafwollwarenhändler, I. 16. Richard Bettelheim, Prokurist, I. 17. Komm-Rat Alexius Salzer, Konfektionär, IX. IS. Paul Schwarzstein, Eisenhändler, III. Vorstandsmitglied der Chewra Kadischa 19. Komm.-Rat Arnold Zeisel, Fabrikant, IX. Obmann-Stellvertreter des Brigittenauer Tempelvereines 20. Wolf Waldmann, Schneidermeister, XX. 21. Med.-Rat Dr. Jakob Deutsch, Arzt, XVII. Präsident des Bethausvorstandes XVI—XVII 22. Mag. Hermann Berger, Apotheker, HI. 23. Komm.-Rat Richard Jacobi, Nähmaschinenhändler, IX. 24. Dr. Oskar Gottfried, Rechtsanwalt, VII. 25. Edmund Hofmann, Tapezierer, II. 26. Dr. Jakob Ornstein, Rechtsanwalt, III. 27. Dr. Julius Grünwald, Rechtsanwalt, XXI. Obmann der Bezirkskcmmission XXI der Kultusgemeinde 28. Med.-Rat Dr. Josei Krausz, Arzt, XX. 29. Moritz Gal, Textihvarenhändler, XIX. Tempelvorstelier des Döblinger Tempelvereines 30. Rudolf Steinfeld, Prot. Warenhausbesitzer, V. Vorstandsmitglied und Kassier des Tempelvereines Wieden-Margareten 31. Sandor Baroti, Wkkwarenhändler, I. Vorstandsmitglied und Kassier der Sehönlaternschul 32. Dr. Siegfried Diamant, Arzt, IX. 33. Alois Donnebaum, Direktor, VIII. 34. Alfred Tonelles, Trafikant, X. 35. Ludwig Kettner, Prokurist, XXI. 36. Komm.-Rat Siegmund Planer, Rohproduktenhündler, II. _ Basiere Dldi gnf und billig Oeslerrclchischcs Qualität* fabrihat Ueberau erhältlich