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Die Wahrheit · 1936-10-16 · Heft 43 (16.10.1936) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 43 (16.10.1936)
Date
1936-10-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Nr. 43 — 16. Oktober 1936 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-TafeB Ctobetrtonden Tiachxi- I Cheschwaun S6S7 Oktober 1936 frOt abds. * 7.15 Tischri30. I 1. Tag Raoscl Chaudesch 4.35! | Cbeschwaun 1. i 1 | Schabof ,, „ 1 1 fi ... 1 Nauacb (1. B. M.) ' r, - | » Hiftora { [ { Kau omar äschern | | y Borcti Nafschi I _ 1 7.15 Chescbwaun 2. bis 6, 5.15 abds. Preitag. 10. Okt. .55 Samstag, 17. Ott. 5 50 Sonntag, IS. Okt. b. \ ,- Donnerst., 22 Okt. / a Rabbiner Dr. Rosenman!i verwies in seiner Rede auf die monarchische Gesinnung im allen Judenstaat und bemerkte u. a., daß. man den Juden einen Vorwurf nicht machen könne, den der Undankbarkeit. Er nannte im besonderen die heroischeste der Frauen unserer Zeit, Kaiserin Zita, als Beispiel einer wahrhaft kaiserlichen Frau, der die Juden die gleiche Dankbarbeit entgegenbringen wie allen Herrschern unter dem Mause Habsburg, die den Rechtsstaatsgedanken als Leitstern des Hauses zur Geltung gebracht hatten. Der Hauptredner Univ.-Prof. Dr. Dietrich v. Hildebrand entwickelte von seinem katholischen Standpunkte aus die Idee und Wirklichkeit der christlich-abendländischen Kultur, der Idee von der Würde der Person, von der Anerkennung eines objektiven Rechtes, von der Geltung und Verteidigung des geistigen Menschen gegen das Neuheidentum der Vergottung der Materie oder von Blut und Rasse. „Heute scheiden sich die Geister. Neutrale werden heute schonungslos zerrieben." Oesterreich sei unter Habsburg der Hort .des Abendlandes gewesen und ihm falle auch in seinen engen Grenzen die gewaltige Aufgabe zu, die christlich-abendländische Kultur wieder zum Siege zu führen. An der Schaffung dieser Kultur habe nicht nur die Antike und das Christentum, sondern auch das gottgläubige Judentum seinen Anteil gehabt und habe von dieser Kultur auch viel empfangen. Daß das jüdische Volk zum Abendland gehört, beweise die Tatsache, daß man in Palästina die einwandernden Juden als abendländische Eindringlinge betrachte. Mit einer begeisterten Aufforderung, gemeinsam mit dem katlioiischen Oesterreich für Habsburg und Dollfuß-Oesterreich zu kämpfen, schloß unter großem Jubel Univ.-Prof. Dr. v. H'Hdebrand seine Ausführungen. Die eingebrachte Entschließung wurde einhellig angenommen: „Die mit Genehmigung der Bundesregierung und im Einvernehmen mit der Vaterländischen Front am 10. Oktober 1936 im großen Festsaal des Hotel Continental zu einer Kundgebung des „Reichsverbandes der jüdischen Legitimisten Oesterreichs" versammelten jüdischen Bürger Wiens bringen dem legitimen Thronerben Oesterreichs erneut ihre Huldigung dar und bekunden einhellig ihre Entschlossenheit, unter der hiezu berufenen Führung in treuer Weggemeinschaft mit den gleichgesinnten christlichen Mitbürgern durch aufrechtes und offenes Bekenntnis zu Kaiser und Vaterland, zur Einheit von Habsburg und Oesterreich, zum legitimen Herrscher und zur legitimen Regierung des Bundeskanzlers Dr. Kurt v. Schuschnigg für die baldige Heimkehr des Kaisers in die Kaiserstadt Wien zu v/irken. Da die jüdischen Bürger in diesem Kampfe nicht zurückstehen wollen, ruft die Versammlung alle jüdischen Bürger, denen dieses Bekenntnis Herzenssache ist und die bisher es noch verabsäumt haben, ihre Gesinnung aufrecht und öffentlich kundzutun, und die ansonsten im innerjüdischen Leben wo immer stehen mögen, zur Bekundung dieses Bekenntnisses durch den Beitritt zu dem hiezu geschaffenen und anerkannten ..Reichsverband jüdischer Legitimisten Oesterreichs" auf. Diese Entschließung wurde mit der Unterschrift des Generalmajor Sommer als Einberufer und Organisationspräsident nach Steenockerzeel depeschiert.!i;i!lll!i!!lll!!i01i!llll!!lllll!!il!!II||tllllini:illi! Ken I., Setienstettsngase« 2 XI., Z.-niratfriedhaf utben dem 1. TVr _&Bsns*T.g t?t.-BClllo*/*e*-! Zeitnahen vom Verleger versendet. Jonraal expedis per l'edttear. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an i „Pfe Wahrheit", W3»en lt., HelneslraDe 13/12!.£®gjK»Ms3ädter lempe^ereiB Äesefiel üwronom St., Pazmaaltengasse 6, Tel. B 41-8-63 AniHetttangen *. Aufgeboten, Trauungen (miffiuntJreieai ramme!) o. Bannizwaus «-arteSenverkohr ta \Verki££cn.ron 2 bis Vi* U!" aaeümilugs. an Soaniagep »ou 10 bis 12 Ohr vormittags früh 6.30 6.30 u. 9.00 ij-ebetsfande •■■ Tischri-Cheschwaun 5G97 Tischri 20. 1. Tac Rausch Chaudesch ISchabos Rausch Chaudesch Nauach Cl. B. M.) f Cheschwaun 1. Haitora Kau omar a?chem I Borchi Nafschi „ 2. bis 0. Semeindedkwonifo. Die Eröffnung des Wintersemesters des Wiener Beth Hamidrasch. Die heurige Eröffnung des Wintersemesters des Wiener Beth Hamidrasch, die unter dem Vorsitz seines Präsidenten Herrn Dr. Jakob O r n s t e i n, Ehrenpräsidenten der „Union", stattfand, gestaltete sich zu einem wissenschaftlichen Ereignis. Eingeleitet wurde die Feier durch den meisterhaften Vortrag des Herrn Oberkantors M a r g u 1 i e s. Hierauf ergriff Präsident Dr. O r nstein das Wort und nahm den 150. Todestag Moses Mendelsohn's zum Anlaß, um die überragende Bedeutung dieses großen Mannes für das Judentum, für seine Emanzipation und für seine Stellung in der Welt zu schildern. Mit plastischer Darstellungskunst gab Präsident Dr. O r n s t e i n den Zuhörern ein wirkungsvolles Bild des Menschen und des Juden Moses Mendelsohn, der trotz seiner hervoragenden wissenschaftlichen Bedeutung strenge an «Snen religiösen, jüdischen Pflichten festhielt und der Redner betonte daß die Verbreitung der Briefe Moses Mendelsohns unter den jüdischen Familien sehr viele junge Juden und Jüdinnen von der Taufe zurückhalten würde. Dann lud Präsident Dr. Ornstein den Lektor Dr. S Rubin ein, seinen Eröffnungsvortrag zu beginnen. Dr. Simon Rubin ist, wie die wissenschaftliche Welt weiß, kein einseitiger Iheologe. Kants „Kritik der reinen Vernunft" ist ihn-, so geläufig wie die Bibel, mit der er sich seit seiner Kindheit beschäftigt und er ist im Corpus Juris und in der römischen Literatur so zu Hause wie im babylonischen und jerusalmischen Talmud. Mit den drei von den vier Fakultäten, der philosophischen, juristischen und theologischen, gründlich vertraut, hat er sich auch auf allen diesen Gebieten mit Erfolg schriftstellerisch betätigt. Der zur Verfügung stehende Raum erlaubt es uns nicht, mehr als ein knappe Skizzierung der Ausführungen des Vortragenden zu geben. Es war von Lektor Dr. Rubin eigentlich gewagt, ein so sprödes Thema, wie es das Para-Aduma-Gesetz darstellt, für einen mündlichen Vortrag zu wählen, aber seine zwingende Logik bracht? auch in dieses dunkle Geheimnis Licht. Er wies nach, daß viele biblische Vorschriften nur den Zweck haben, heidnische Unsitten vom jüdischen Volk fernzuhalten und wies nach, daß es in erster Reihe der ägyptische Totenkultus, den er ausführlich schilderte, war. der soziale und sittliche Gefahren in sich barg und erläuterte die radikalen Gesetze, die die Bibel zum Schutze des jüdischen Volkes in dieser Hinsicht verankerte, Gesetze, zu denen das Para-Aduma- Gesetz gehört. Besonders überzeugende Worte fand der Vortragende bei der Schilderung jener Gesetze, die vom Juden fordern, daß er nicht nur in seinen Handlungen, sondern auch in seinem Aeußern, in seiner Kleidung, in seinem Benehmen beispielgebend sein soll. Das den Saal füllende Auditorium, das aus Gelehrten, Rechtsanwälten. Medizinern, Industriellen bestand, lohnte den einundeinhalbstündigen. frei gehaltenen Vortrag mit lebhaftem Applaus und der schöne Verlauf dieses Abends bewies einmal die überragende Stellung, die das Wiener Beth Hamidrasch im jüdischen Geistesleben Wiens einnimmt. Dr. L. K. 50 jähriger Bestand des Otfakringer Gemeindetempels. An dem vergangenen Feiertagen jährte sich zum 50. Male der Tag seit der Erbauung und Einweihung des Ottakringer Gemeindetempels. Eime festliche Veranstaltung aus diesem Anlasse fand nicht statt. Zur Erinnerung wurde in defr Tempelkanziei ein großes Gruppenbild mit den Mitgliedern des Bethausvorstandes und sämtlichen gegenwärtigen Funtionären angebracht Herr Rabbiner Dr. J. M. Bach sprach in der Schernini Azereth- Festpredigt über die Erbauung des Gotteshauses und die während dieses ilalbjahrhunderis an demselben wirkenden Persönlichkeiten. Eine ausführliche Schilderung folgt in der nächsten Nummer. Regine Schein, die bekannte Cellovirtuosin, die in der vorigen Saison auch bei einem künstlerischen Abend des „Union - Frauen- Klubs" einen großen Erfolg erzielte, gibt am 29. Oktober einen eigenen Abend im Kleinen Konzerthaussaal. Kartenbestellungen auch im Sekretariat der „Union", I., Schottenring 25. Der Jubiläums-Frauenverein eröffnet am 22. Oktober seine diesjährigen 5-Uhr-Tees mit künstlerischen Darbietungen. Dieselben finden dann jeden zweiten Donnerstag im neu renovierten, gut geheizten Festsaal des Hotel d© France, I* Schottenring 3, statt. Gäste herzlichst willkommen. 95. Geburtstag. Am Jom-Kippur feierte der Insasse des Altersheimes der Kultusgemeinde Herr Georg B ü c h 1 e r seinen 95. Geburtstag in voller geistiger Frische im Tempel des Altersheims, wo der Jubilar noch Maiter-lainte. Die Mitinsassen feierten Herrn Büchler durch Geschenke und ein Insasse namens Arthur N e u w i r t h erfreute ihn durch ein sehr schönes Gedicht. Rezitationsabend Martin Miller. Sonntag, 18. Oktober, 18 Uhr, rezitiert Martin Miller (Jüdisches Kulturtheater) im Vortragssaal der Jüdischen Kultursteile, I., Kai 3, unter dem Titel „Stunde des Lachens", Scholem Alejchem, Altenberg. Polgar, Meyrink, Schnitzler u. a. Das Präsidium der Linzer Kultusgemeinde teilt mit: Herr Oberkantor David Bohomilny aus Wien hat an den hohen Feiertagen durch seine große musikalische Begabung, seine reichen Stimmittel und seine gründlichen liturgischen Kenntnisse zur feierlichen Gestaltung des Gottesdienstes so viel beigetragen, daß ihn die Gemeindemitglieder trotz seiner kurzen Wirksamkeit in dankbarer Erinnerung behalten werden. 6. Oktober 1936: Anton Skutetzky, 51 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Chaje Keif, 82 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Bertha Ultmann, 44 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Dr. David Kratter, 60 Jahre. 1. Bez. (IV. Tor.) 7. Oktober: Hans Schäfer, 37 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Ida Neumann, 82 Jahre, 9. Bez. (I. Tor) — Irene Flandrak, 69 Jahre. 13. Bez. (1. Tor) — Charlotte Nachmann, 74 Jahre, 3. Bez. (1. Tor.) — Emst Weiss, 16 Jahre, 5 Bez. (IV. Tor). — Alfred Jaretzki, 16 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Ida Rosen, 67 Jahre, 19. Bez (IV. Tor). — Dr. Leopold Wottitzki 73 Jahre, '•Bez. (IV. Tor). — Ella Hauser, 28 Jahre 6. Bez. (IV. Tor). — Margarete Bratmann, 21. Bez. (IV. Tor). 11. Oktober: Therese Spitzer. 76 Jahre, 1. Bez. (f. Tor). — Siegmund Löwenbein, 80 Jahre, 5 Bez. (1. Tor). — Josef Weiler, 45 Jahre, 7. Bez. (I. Tor) — Rosalie Neuer, 91 Jahre, 15. Bez. (I. Tor) — Hugo Trebilsch, 55 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Rosalie Jung, 83 Jahre. 9. Bez (IV. Tor). — Bernhard Arnold, 68 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Amalie Schairanek, 6/ Jahre 14. Bez. (IV. Tor). — Isak Wagner. 77 Jahre, 2 Bez. (IV. Tor). — Regine Ruberl, S2 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Rosa Willig, 72 Jahre. 6. Bez. (IV Tor). — Dr. Leo Hirsch. 55 Jahre, 19. Bez (IV Tor) — Berta Turner, 83 Jahre, 13. Bez. (IV Tor). — Alexander Karpeles. 66 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Abisch Waag recte Weissmann, 56 Jahre, 5. Bez. (IV Tor) — Laura Feiger, 13 Jahre. 7. Bez. (IV. Tor). — Luise Loewe, 76 Jahre. 1. Bez. (IV. Tor). — Mendel Waeschal false Kornblüth, 57 Jahre, 2. Bez. (IV Tor) - Markus Wiesel, 15 Jahre, Nadworna (Polen) (IV Tor) — Isak Zornberg, 71 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor) —' Israel Hefter. 52 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor)." " /, -r.12! 0ktobe^- Vilma Feiner, 59 Jahre, Bad Ischl " Tor!- ~" Prof" A,exa"der Manhart, 61 Jahre. 9. Bez. Ii. Tor). — Caroline Cnodrower, 79 Jahre, 2 Bez. (I. Tor). — Osias Händel. 78 Jahre. 3. Bez. (I Tor) — Rosa Selzer, 49 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Salomon Passweg, 59 Jahre 9. Bez. (IV. Tor). - Emma Pollak, 63 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 13. Oktober: Fritz Beck, 67 Jahre. 18 Bez. >}• Tor'- ~~ Heinrich Frankfurt, 79 Jahre, 2. Bez. (I Tor). — Dr. Jakob Scheu, 65 Jahre, 1 Bez. (DöbL Friedhof). — Hermann Stern. 16. Bez (IV Tor). — Heinrich Frankfurter, 45 Jahre. Lemberg (IV Tor). — Uscher Vogel. 22 Jahre. Stanislau (IV. Tor) — F<sa Reppen. 52 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Wolf Plein. 5, Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Jakob Kelen, 63 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Sprinze Lea Rössler, '9 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Dr. Richard Raff, 57 Jahre, 19. Bez. IV. Tor). Eirrnilimtr. Hcrsusseber. V«!«ter und verantworttlctier Schriftleiter: Oskur RlricbicU. Wica II.. PraterstraBe 20. — Drsck: Inaz S»Üx-& SOhue. Wie» :i . Wohertrasie 2.

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