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Die Wahrheit · 1936-09-04 · Heft 37 (4.9.1936) · page 1

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 37 (4.9.1936)
Date
1936-09-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis dieser Nummer 40 Groschen (Doch ens chrifl Die Wahrheit mit den Veröffentlichungen der „Union österreichischer Juden44 Erscheint jeden Freitag imanimniimmni.....m».....mim......linmnirrmtmiimmT Redaktion und Administration: Wien IL, Heinestraße 13 — Telephon R 46-2-16 — Postsparkassenkcnlo Wien: A 100.918 52. Jahrgang Wien, 4. September 1936 Nummer 37 GLAUBENSGENOSSEN! Am 8. November 1936 finden die Wahlen in den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien statt. Nehmet Einsicht in die WÄHLERLISTEN die für die Wahlberechtigten des I. EL III. und XI. IV., V. und X. VI. und VH. Vffl. und IX. Xn. bis XV. XVI. und XVII. XVIII. und XIX. XX. XXI. aufliegen. Bezirkes: I. Bezirk, Seitenstettengasse 2 (Steueramt), Bezirkes: II. Bezirk, Tempelgasse 3, Bezirkes: HI. Bezirk, Untere Viaduktgasse 13, Bezirkes: V. Bezirk, Siebenbrunnengasse 1, Bezirkes: VI. Bezirk, Schmalzhofgässe 3, Bezirkes: IX. Bezirk, Müllnergasse 21, Bezirkes: XV. Bezirk. Turnergasse 22, Bezirkes: XVI. Bezirk, Hubergasse 8, Bezirkes: XVIII. Bezirk, Schopenhauerstraße 39, Bezirkes: XX. Bezirk, Kluckygasse 11, Bezirkes: XXI. Bezirk, Holzmeistergasse 12, Die Wählerlisten können an diesen Stellen bis einschließlich Montag, den 14. September 1936, von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 6 Uhr nachmittags (mit Ausnahme der Samstage), von allen Angehörigen der Kultusgemeinde eingesehen werden. Es ist sehr wichtig, daß alle nichtjüdischnational gesinnten Kultussteuerträger schon in den nächsten Tagen an den angeführten Stellen in die Wählerlisten Einblick nehmen, ob sie selbst und auch alle ihre gleichgesinnten Freunde und Bekannten in diesen Listen aufgenommen sind. Die diesmalige Wahl in den Kultusvorstand ist für dessen Führung und für die Stellung der österreichischen Juden im Staate und in der Stadt von entscheidender Bedeutung. Wer wünscht, daß der Kampf gegen den Antisemitismus nicht auf dem Boden des Jüdischen Nationalismus, des Gegenstücks des rassischen Nationalsozialismus, ausgetragen wird, sondern auf dem Boden historischer Tatsachen, der Lehren der Ethik und der Wissenschaft, wer für Entpolitisierung der Kultusgemeinde und somit für Herstellung des gesetzliches Zustandes nach dem Gesetze vom Jahre 1890 in der von den Jüdischnationalen für ihre politischen Parteizwecke mißbrauchten Gemeinde ist, wer die Vorherrschaft der wiener-österreichischen Richtung in der heute den jüdischnationalen Ghetto-Politikern ausgelieferten und überfremdeten Kultusgemeinde wünscht, wer für Beibehaltung der dem Gesetze und dem Geiste unserer Vorfahren einzig entsprechenden religiösen Tendenz der Kultusgemeinde unter Ausschaltung jeder Politik ist, also jener Tendenz, die gegenüber den durch den Stricker-Kunschakscnen Gesetzentwurf in ihrer Gefährlichkeit enthüllten politischen Bestrebungen der jüdischnationalen Parteiführer ganz in den Hintergrund zu geraten droht, wer eine vom religiös-ethischen und wahren Mitempfinden für die Leiden unserer Glaubensgenossen ohne Unterschied der Herkunft und nicht vom parteipolitischen Zwecke diktierte, möglichst umfassende Fürsorgetätigkeit der Gemeinde in alten ihren Institutionen will, die nicht der jüdischnationalen Protektionswirtschaft preisgegeben werden dürfen, wer für eine Förderung aller Hilfsmaßnahmen und für die Schaffung von Heimstätten für die von der Gefahr der Heimatlosigkeit bedrohten Glaubensgenossen ohne Unterschied der Herkunft ist, also auch für ein friedliches, kolonisatorisches, wirtschaftliches und soziales Aufbauwerk in Palästina, frei, von jeder diesem Werke und den Juden in ihrem Vaterlande nur schädlichen Tendenz nach Errichtung eines, wie die traurige Erfahrung der Vorgänge in Palästina lehrt, utopistischen nationalen „Judenstaates", wer die dauernde Verwurzelung der österreichischen Juden in ihrem Vaterlande ohne Sonderstellung, ohne eine den Antisemiten nur willkommene nationale Minderheitspolitik, die zwangsläufig zum Numerus clausus und zum Ghetto führt, auf dem Boden der österreichischen! Verfassung und auf der unerschütterlichen Grundlage der gleichen Rechte und Pflichten will, wer die Erziehung unserer Jugend in vaterländischem und religiösem Geiste, also nur ein religiöses Schulwerk, und nicht die Erziehung unserer Jugend in jüdischnationalem Geiste wünscht, wer die größte Förderung aller religiösen Bestrebungen, namentlich die stärkste Unterstützung der in dieser Zeit jüdischnationaler Vorherrschaft so notleidenden Tempel- und Bethausvereine und nicht die einseitige Bevorzugung parteipolitischer Vereine und sonstiger Gesellschaften will, wer insbesondere für die Aufrechterhaltung der Reinheit der Verwaltung der Kultusgemeinde ist, wie sie von unseren Vorfahren und uns bewahrt wurde, und mit der überwiegenden Mehrheit der Wiener Judenschaft für die Zukunft verhindern will, daß der Weg zum Amtsdirektor und Bibliothekar und den übrigen Beamtenstellen in der Gemeinde nur über die jüdischnationale Parteipolitik, über die Mandate des Vizepräsidenten oder Kultusvorstandes führt, wer für solche das Prestige und die Autorität der Gemeinde bei Jud und Christ herabsetzende, das Budget der Kultusgemeinde nur schwer belastende Ausgaben und für Freunderlwirtschaft nichts übrig hat, dagegen will, daß die Finanzgebarung der Kultusgemeinde nicht einseitig und gerade zum Nachteile jener gehandhabt wird, die große finanzielle Opfer für die jüdische Gemeinschaft bringen und die Gemeinde zu acht Zehntel erhalten, wer mit einem Worte will, daß wieder unantastbare Korrektheit und jüdischösterreichische Tradition in der altehrwürdigen Wiener Kultusgemeinde waltet und nicht verderbter Parteigeist, der muß am 8. November zur Wahl gehen und für die Liste der »Union österreichischer Juden" stimmen, und vor allem schon jetzt sich um sein und seiner gleichgesinnten Freunde Wahlrecht kümmern durch Einsichtnahme in die Wählerlisten an den angegebenen Stellen oder bei der „Union" (I., Schottenring 25, Telephon A 19-2-77), die auch Reklamationen unentgeltlich durchführt. Meldet euch bei uns zur Mitarbeit bei unserem Kampfe gegen den jüdischnationalen Ungeist!

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