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Die Wahrheit · 1936-07-24 · Heft 31 (24.7.1936) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 31 (24.7.1936)
Date
1936-07-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 31 — 24. Juli 1936 ^Hil^^^^P DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafei GHrtwtstnnden Aw 6696 Juli 1936 frOb abds. 7.00 Aw 5. 7.30 \ Deworim (6. B. M.) \ 1 „ 6. Scbabos Cbuann 1 8.00 J Baftora S 8.35 1 Chasaon jeschajobn 1 J 3. Perek J 1 „ 7- bis \ 7.00 \ » 9" 7^tcb0 beaw } 7.00 abds. Freitag, 24. Juli 7.30 Samstag. 25. Juli 8.35 Sonctae, 26. bis l7nn Donneral., 30. Juli J weise überwältigend große Majorität der anständigen Juden hat sicherlich nicht — aus Angst vor dem Gekläffe von Antisemiten — die jüdische Solidarität darin zu bekunden, daß sie den Mantel des Vertuschens und Verschweigens über die Vergehen ihrer strauchelnden Glaubensgenossen breitet, aber doch die Pflicht, zu differenzieren, die allgemeinen und die besonderen Verhältnisse in Rechnung zu ziehen und persönliche Vorteile und Ansichten dem Allgemein-Interesse unterzuordnen. Dies alles wird sich wohl der jüdische Kauflann H. heute selbst sagen, da er in der Karlsbader „Tschechoslowakische Bäderzeitung" einen über die ganze Blattseite laufenden, mehr als dreispaltigen Bericht über die Verhandlung vor dem Karlsbader Bezirksgerichte liest, die mit der Verurteilung der entschieden leugnenden Angeklagten zu 24 Stunden Arrest bedingt, endete. r. s. SemeindeAtonifi. Jfid. Wohlfahrtsverein „Hilfsbereitschaft treuer Brüder" mit dem Sitze in Wien II., Kleine Pfarrg. 21 (Cafe Buchsbaum), wurde ins Leben gerufen mit dem Zwecke, arme Kranke zu unterstützen, Kurbeiträge zu geben, Witwen und Waisen Unterstützungen zu gewähren, in DejogierungsfäMen Hilfe zoi leisten, zu Ostern- Arme mit Osterbrot (Mazoth) zu versehen und im Winter Arme mit Kohlen zu beteilen. Die Generalversammlung dieses neu gegründeten Vereines hat bereits stattgefunden und es wurden nachstehende Personen in den Vorstand gewählt Präsident Josef Weiss, Präsident-Stellvertreter Pinkas Last und Samuel Buchsbaum, Schriftführer Max Irom, Schriftführer-Stellvertreter Leopold Graf, Kassier Markus Schiffer und Ignaz Greher, Revisor Wolf Horn und Leo Knimbein, Art Leiter Josef Stapler und als Beiräte Baruch Brodsky, Benedikt Süßer, Jakob Weiss, Leopold Schaner, Franz Löwenthal. Aron Schneider. Hermann Wolf, Adolf Weinstock, Moriz Bernstein, Frau Regine Bernstein und Frau Laura Weiss. Der Vorstand, der gleich nach den Sommerferien mit den Arbeiten beginnen wird, bittet schon jetzt, diesem humanitären Vereine Wohlwollen zu beweisen und ihn bei allen künftigen Veranstaltungen zu unterstützen, denn die Hilfeleistungen werden in humanster Weise gewährt, ohne die Armen herabzuwürdigen. Hochzeitsjubiläum. Am 28. Juli itfiert das Ehepaar Alexander und Rosa Morgenstern, II., Malzgasse 12, seinen 35. Hochzeitstag. Das Ehepaar erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Zum Andenken an Bernhard Goldstein. Am 31. Juli jährt sich zum 10. Mal der Todestag eines der edelsten Philantropen, den das Judentum hervorgebracht hat Bernhard Gold stein hat sein Leben lang gewünscht, daß sein Namo strengstens verborgen bleibe. So ist auch bei sdnem Tode, der in Baden bei Wien erfolgte, seinem Lieblingsaufenthalte, wo er zuerst seiner Gattin, der Sonne seines Lebens begegnete, jeder Nachruf unterblieben. Mögen ihn diese Zeilen als Gruß unauslöschlicher Dankbarkeit auf sein schönes Grab auf dem Badner Israelitischen Friedhof gelegt sein. Goldstein hat gleich zu Beginn des Weltkrieges erkannt, daß der geistige Arbeiter der Hauptleidensträger der Krise und der Inflation sein werde, und ihm galt seine unablässige Sorge, welcher Religion, Standes und Geschlechtes er sein mochte. Viele Hunderte solcher schuldlos in größtes Elend geratener Männer und Frauen, Witwen und Waisen hervorragender und um Oesterreich hochverdienter Männer wurden in größter Stille nÄt Monatspensionen, Heizmaterial, warmer Winterfcleidun«. Kuraufenthalten, ja darüber hinaus mit Ausflugs- und Theaterkarten bedacht, ohne daß sie :ojc!i nur eine Ahnung hatten, wer der stille Wohltäter war, der sich hinter einem Komitee für geistige Arbeiter verbarg, dessen Obmann der damalige Landesgerichtspräsident Dr. Ludwig A 11 m a n n war, dessen tätige Mitglieder die heutige Gattin des Rechtsanwaltes Dr. Isidor Schlesinger und fast sämtliche Angestellte seines Geschäftes, voran seine Anverwandten und um Zeltung-en vom Verleger versendet. Journal unedle pax l'edit«ar. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit;;. Wltn II.. HalnestraBe 13/13 Leopoldsfddter Tempevereln Aeschei Awrobom H., Pazmanlicngassc 6, Tel. B 4T-0-63 Anmeldungen w. Aufgeboten, Trauungen (andiunt.lreleniniinnieOu. Dannizwaus ■»artwtanvwrkahr an Werktages von 2 Ms «/•* Uhi naenmittags, an Sonntagen von 10 bis 12 Uhr vormittag! Gebetatunden froh Tanul'Aw S696 abds. 6.38 Aw 5. 7,30 6.30 o. 9.00 Deworim (6. B. M.) 6. Sctjsbos Cbasaun Haftora Chasaan jeschsjehu 3. Perek 7. bis 9. Tistbo beaw bis nur einen Verstorbenen zu nennen, sein Prokurist Ignaz Stössler, waren. Weltbekannte Namen von den vier Universtitätsfafcultäten, ferner Popper-Lynkeus, Rudolf Hawel und andere verdanken die Errettung vom Hungertode dieser Aktion. Karl Göldmark wäre bis heute vermutlich ohne Denkmal gebb'eben, wenn nicht Goldstein dieses angeregt hätte. Sämtliche acht Forderungen, die Maimoriides für einen jüdischen Wohltäter aufstellt hat Goldstein aufs Schönste erfüllt. Er stöberte mit feinstem Spürsinn, verborgenes Unglück auf und unscheinbarste Notizen in den täglichen Morgenblättern veranlaßten ihn, seine Recherchentinnen 'in die Wohnungen einstiger Geistesgrößen zu senden. Er hat auch mit großen materiellen Opfern eine von mir erdachte Aktion, arme Kinder in den Gärten rdicher Leute unterzubringen, und eine zweite der Weiblichen Fürsorge, Witwen Gefallener zu einem Erwerb zu verhelfen, gefördert. Wie Goldstein seine philanthropische Tätigkeit mit der ausgezeichneten Führung seines Geschäftes, das in allen Krisen Oberwasser behielt, vereinigen konnte, bleibt sein Geheimnis, das der edle Philanthrop mit ins Grab nahm, doch hat diese aufreibende Tätigkeit wohl seine Krankheit hervorgerufen und sein Ende beschleunigt. Sdin Andenken bleibt bei allen, die in ihm nicht nur den Wohltäter, sondern den Ratgeber und Tröster verloren haben, in ewigem Angedenken. . C1 otiIde Benedikt. Todesfall. Am Sonntag, den 19. d., wurde Herr Jacob Weiss nach langem schwerem Leiden unter großer Betefigung zu Grabe getragen. Der Verblichene, der über drei Jahrzehnte als Vorstandsmitglied dem Bethause Talmud-Thora,, IL. Malzgasse 16. angehörte, vereinigte in sich alle schönen, guten und edlen. Eigenschaften. Stets waren sein Haus und seine Hand offen für Arme und Notleidende. Rabbiner H. Schenk schilderte in einem ergreifenden Hesped die Verdienste des Verblichenen. Sein Angedenken wird in den Herzen aller, die ihn kannten, unvergeßlich bleiben. Gedenkfeier für Dr. Leo Deutschender s. A. Am 9. Aw jährt sich zum ersten Male der Todestag des Herrn Dr. Leo Deutschländer s. A., Direktors der allweltlichen Beth-Jakob-Zentrale und Mitbegründers unserer Anstalt Aus diesem Anlaß findet am 29. Juli, 6 Uhr nachmittags, im Festsaale des Krügerheimes, II., Malzgasse 7, eine Gedenkfeier statt, bei der Doktor S. Lemberger die Eröffnungsrede halten und Univ.- Prof. Dr. Max Eisler Gedenkworte sprechen wird. Die schlichte Feier am Schlüsse des Sommersemesters möge alle Wiener Freunde des Verblichenen in einer Stunde des Gedenkens an der Stätte vereinen, wo er gewirkt und gelehrt hat. (Theater. Morris Schwartz überragendes Kunsttheater. Das ist allerhöchste Kunst, was jetzt in der Rolandbühne von Morris Schwartz und seinen Solisten geboten wird. Schade, daß diese Kritik post festum erscheint und nicht mithelfen kann, die große Masse der Theaterinteressenten auf diese einmalige Leistung aufmerksam zu machen. Denn „Gott, Mensch und Teufel" wurde nur bis gestern aufgeführt. Nach .Josche Kalb", der tiefsinnigen, im chassidischen Milieu spielenden Legende, die doch mehr durch die grandiose Regie und in Massenszenen wirkte, das Schauspielerstück von Gordins in Morris Schwartz' eigener und betonter Bearbeitung, mit Leistungen, die auf deii größten Bühnen der Welt Sensation machen müßten. Sein Teufel in Menschengestalt. Alex Steins wundersame Darstellung des Guten und Bösen im Menschen, Eisik Sambergs Kabinettstück als lebensbejahender Greis, die großen Frauengestalterinnen Goldenberg und Liton, und alle die anderen, man müßte den Theaterzettel abschreiben, um allen Leistungen wirklich gerecht zu werden. Ab heute spielt das Morris Schwartz- Ensemble Scholem Alechems Komödie „Tewje, der Milchiger". Das bisher Gebotene ist ein genügender Vorschuß auf die Qualität des zu Erwartenden. Es werden bei solcher Regie und solchen Künstlern wieder nur Spitzenleistungen des Theaters zu sehen sein. JEiteratur. Im Europa-Verlag, Zürich, erscheinen: Hellmuth v. Ger lach, „Von Rechts nach Links". Die Erinnerungen des bekannten verstorbenen Pazifisten, herausgegeben von Emil Ludwig. — Helmuth Groth, „Kamerad Peter". Ein Roman aus der Emigration. — Hans Kilian, „Der politische Mord". E5n Beitrag zu seiner Soziologie. — Bernhard Menne, „Krupp — die Dynastie der Kanonenkönige". Eine Schilderung des historischen Werdeganges der Dynastie Krupp. — Hermann Wendel, „Die Marseillaise". Die Biographie einer Hymne. — Soeben erschien: Heinrich Mann, „Es kommt der Tag" — ein deutsches Lesebuch. Der neue Essaiband des großen deutschen Dichters. Im Verlag Oprecht, Zürich, erscheinen: Ulrich Becher, „Die Eroberer". Geschichten aus Europa. — W. Iwanow, „Abenteuer eines Fakirs". Die merkwürdigen Erlebnisse des berühmten Fakirs Ben-AIi- Bey. — Peter Külian „Die Brockengasse". Entwicklungsroman eines schweizer Arbeiters. Verlagsproduktion des S. Fischer-Verlages geteilt.: Der S. Fischer-Verlag, Berlin, teilt mit, daß mit dem 10. Juli die Verlagsrechte und die Bestände der im S. Fischer-Verlag erschienenen Werke folgender Autoren an den Bermann-Fischer-Verlag G. m. b. H. in Wien übergegangen sind: Peter Altenberg, Richard Beer-Hofmann, Alice Behrend, Martin Gumpert, Moritz Heimann, Friedrich Heydenau, Hugo von Hofmannsthal, Maria Karlweis, Annette Kolb, Mechthilde Lichnowsky, Thomas Mann, Andre Maurois, Karl Rößler, Bernard Shaw und Karl Zuckmayer. föwiefftasten. .1. P. Jawohl! Daß der jüdischnationale Präsident der Wiener 'Kultusgemeinde Dr. Desfider Friedmann als K o h e n am Leichenbegängnis des Oberrabbiners Dr. Feuchtwang teilgenommen hat. ist nur ein neuerlicher Beweis, wie schlecht die Heilighaltun« der religiösen Gebote des Judentums bei der jetzigen Repräsentanz der zweitgrößten K u 11 u sgemeinde Europas aufgehoben ist. ^Beerdigungen. 15. Juli 1936: Abraham Wallach, 65 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Albert Morberger, 53 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Dr. Karl Wantoch. 49 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Rosa Lilian, 53 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor) — Blanka Grossbacb, 39 Jahre, 20. Bez. (TV. Tor). — David Ziegler, 54 Jahre. 13. Bez. (IV. Tor). — Emma Strasser, 59 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). 16. Juli: Rachel Lederer, 58 Jahre, 1. Bez. (1. Tor). — Moriz Klug, 7. Bez. (I. Tor). — Fanny Glück, 59 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 17. Juli: Baruch Baro. 45 Jahre, 2. Bez. (IV Tor). — Marie Fleischer, 46 Jahre, 10. Bez. (TV. Tor). — Arch. Adolf Jelletz, 57 Jahre, 6. Bez. Döbl. Friedhof. — Edith Kurz, 28 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). -• Margarete Krause. 43 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). 19. Ju-i: Gisela Klug, 55 Jahre. 2. Bez. M. Tor). - Simon Burian, 75 Jahre, 8. Bez. (I. Tor) — Joachim Backer, 89 Jähre, 9. Bez. (I. Tor). — Elsa Margulies, 34 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Louise Altmann, 3/ Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Emmerich Bond, 83 Jahre. 1. Bez. (IV. Tor). — Matilde Schindler, 66 Jahre 4. Bez. (IV. Tor). — Jakob Weis- 62 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). 20. Juli: Chaim Jupiter. 58 Jahre. 2. Bez. (IV Tor). — Josefine Perla Haas. 62 Jahre, 6. Bez. ööbl.Friedhoi. — Bertha Tabak, 68 Jahre. 20. Bez. (I. Tor). 21. Juli: Sidonie Sclrönwälder, 74 Jahre. 9 Bez. (I. Tor). — Bertha Müller, 79 Jahre, 2. Bez (IV Tod — Dresel Nebenzah!, 90 Jahre, 2 Bez (IV Tor) — Albert Philipp, S4 Jahre, I. Bez. (IV. Tor). —' Katharina Friedenthal, 67 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Naftali Hellmann, 59 Jahre. 9. Bez. (IV Tor) EircotOmer. Herauseeber. Verleger und verantwortlicher Schriftleiter: Oslw illrichleld. "Wien II.. PraterstraBe 20. — Drnelt: lenai SdUz & Sohne. Wie« II.. Robertrasse 2

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