Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 29 (10.7.1936)
- Date
- 1936-07-10
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 29 — 10. Juli 1936 DIE WAHRHEIT K? Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-TaffeS G*b*tstand«n Tamus 5696 Juli 1936 frttfa »bds- 7.00 Tamus 20. 7.30 t Pinchos (4.B.M.) \ fiool " 21 5aflora. v > 8.40 °-w | Diwre jiraejohu f l 1. Perek 1 7.00 ,. 22. bis 26. 7.00 abds. Freitag, 10. Juli ".30 Samstag 11. Juli 8 40 Sonntac, 12. bis (70n Donnerst., 10. Juli J Regime in Deutschland auszulöschen versucht wird, soll in Palästina ein „Dorf der 12.000" errichtet werden. Dieses soll der Ansiedjung jüdischer Frontkämpfer und deren Nachkommen aller Länder dienen. Der Kongreß ermächtigt das Präsidium und die britische Delegation bei der britischen Regierung Schritte zu unternehmen, um die Forderungen für Palästina, insbesondere die, den jüdischen Frontkämpfern Kronländereien für Siedlungszwecke zur Verfügung zu stellen, durchzusetzen. Mit Dankesworten des Präsidenten und der Delegierten Oberst Tadger, Karo, Vanikofi, Bregman und Fain schlössen die Beratungen des Kongresses. Das Martyrium der Juden io Polen. Fortlaufend werden aus verschiedenen Orten Polens Ueberiälle auf Juden gemeldet Der jüdischen Einwohnerschaft von Serock wurde mit Pogrom gedroht. Eine Abordnung der jüdischen Bevölkerung intervenierte bei der Polizei. Trotzdem wurden am geichen Tage jüdische junge Leute auf der Straße überfallenund niedergeschlagen. Auch Frauen wurden verletzt An mehreren jüdischen Häusern wurden die Fenster eingeschlagen. Unter den erheblich Verletzten befinden sich der Vorsteher der jüdischen Kulturliga Abraham Ostrowsky und der Führer des „Hanoar hazioni" Baharaw. In der Pogromstadt P r z y t i k haben sich die Leidenschaften noch nicht beruhigt Zwei Nationaldemokraten lockten den jungen Sohn der Witwe Feige Schuch, der im Prozeß wegen des Przytiker Pogroms als Zeuge belastend für die Huligans ausgesagt hat, unter dem Vorwand, sie wollten ihn was fragen, aus der Wohnung. Als er zu ihnen trat, übergössen sie ihn mit Benzin und zündeten ihn an. Der junge Schuch glich bald einer lebenden Fackel! Er wurde mit schweren Brandwunden in das Hospital gebracht Die jüdische Bevölkerung in Sosnowice steht unter starkem antisemitischen Terror. Der Ortsrabbiner Hager erhielt von den Nationaldemokraten telephonisch den „Befehl", zusammen mit der ganzen jüdischen Gemeinde die Stadt zu verlassen, sonst — so wurde ihm gesagt — werde man alle Juden der Stadt ausrotten. In P1 o n s k wurden an zahlreichen jüdischen Wohnungen Fenster und Türen eingeschlagen, jüdische Passanten wurden verletzt. Eine Abordnung der Juden mit dem Gemeindepräsidenten und Rabbiner an der Spitze intervenierte beim Starosta, der ihnen riet, die öffentlichen Promenaden und Gartenanlagen zu meiden (!). Das Polizeigericht derselben Stadt verurteilte das jüdische Mädchen Chaja Jagoda zu zwei Tagen Gefängnis, weil sie um Hilfe schrie, als Huligans ihren Vater mörderisch schlugen. Tobias Kohn, der von den Huligans blutig geschlagen wurde, erhielt drei Tage •Gefängnis. Weitere 2wei geschlagene Juden wurden zu je drei Tagen Gefängnis verurteilt Von der Huligan- Bande, die die Juden überfiel, wurde einer zu sechs Tagen, drei zu je drei Tagen und drei zu je einem Tag Gefängnis verurteilt Morris Schwartz in der Rolandbühne. Obwohl das Gastspiel von Morris Schwartz mit dem Welterfolg „Josche Kalb" im Bürgertheater in den letzten Tagen volle Häuser brachte, mußten die Aufführungen aus theatertechnischen (konzessionären) Gründen abgebrochen werden. Nunmehr ist es der Gastspieileitung (Dir. J. Gol dfliiäa) gelungen, die „Rolandbühn-e" in der Pra'flerstraße für weitere Aufführungen zu mieten, und werden daher die Vorführungen von „Josche Kalb" bereits ab Samstag den 11. Juli wieder fortgesetzt Die Wahl der Rolandbühne ist gleich- Zeltn&g0n vom Verleger versendet. Jenrael expedi« per l'edttenr. Patts Adressat verzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Verlas «.Die Wahrheit", Wien II., HelnestraBe 13/12 leopoldstädfer Tempeiverein Aesc&ei Awroiiom n., Pazmanltenflasse 6, Tel. p 47-3-63 Anmeldungen f. Aufgeboten, Trannngeii (andiont. freiem mmmeDu. Bannizwans Partatlanverkehr an Werktages tob 2 Ul Übt nacbmtrtagt. in Sonntagen vrn 10 bis 12 Übt vormittag! Oebetetnnden früh Tamus 5696 6.30 Tamus 20. {Pinchos (4. B. M.) „ 21. Haftora Diwie jinnejohu 1. Perek abda. 7.30 zeitig ein Entgegenkommen an das berechtigte Verlangen weiter jüdischer Kreise, ein leichter erreichbares Theater zu wählen. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß Morris Schwartz auch die Aufführungen von „Josche Kalb" in der Rolandbühne in der Originalprernierenbesetzung, wie sie im Bürgertheater gegeben wurde, herausbringt, also mit seinem kompletten Sütarensemble. Die Preise wurden herabgesetzt, um allen Kreisen den Besuch zu ermöglichen, besonders übrigens auch die Sonntagsnachmittagspreise. Die Vorstellungen beginnen täglich halb 9 Uhr, die SonntagänachmittagsvoirsteHungen halb 4 Uhr. Da wegen Janderweitigier Verpflichtungen von Morris Schwört das Gastspiel nur kurz verlängert werden konnte, empfiehlt es sich, rechtzeitig Karten an der Theaterkassa, IL, Praterstraße 25 (Tel. R 40-5-27), bei der Jüdischen Kunststein I., Kai; 3, bei Gronners Kartenzentrale I., Graben 28, und in sämtlichen Kartenbüros zu Originalkassapreisen zu besorgen. üemeindetAvonik. 70. Geburtstag. Professor Dr. Wilhelm Knöpfelmacher, einer der bekanntesten und beliebtesten Wiener Kinderärzte, ist dieser Tage 70 Jahre alt geworden. Professor Knöpfelmacher studierte in Wien Medizin und war dann Assistent bei Primarius Dr. Hüttenbrenner im Karolinen-Kinderspital, dessen Nachfolge er im Juni .1901 antrat Im gleichen Jahre wurde er Dozent für Kinderheikunde, im Jahre 1911 erhielt er den Titel eines außerordentlichen Professors. Während seiner vierzigjährigen Tätigkeit am Karolinen-Kinderspital hat Knöpfelmacher als Arzt, Lehrer und Forscher an der Erforschung und Behandlung der Krankheiten der Kinder unermüdlich gearbeitet. So gut wie alle Gebiete der Kinderheilkunde verdanken ihm grundlegende Fortschritte. Im Oktober 1934 trat Professor Knöpfelmacher vorzeitig in den Ruhestand. Aus Anlaß seines 70. Geburtstages ist eine Festschrift der „Wiener Medizinischen Wochenschrift" erschienen, in der zahlreiche berühmte Kinderärzte aus der ganzen Welt Arbeiten publizieren, die Professor Dr. Knöpfelmacher gewidmet sind. Die Bundesfuhrung des: Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs hat in ihrer am 6.d.M. stattgefundenen Sitzung eine Trauerkundgebung für den verstorbenen Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang abgehalten. Bundesführer Hptm. von Friedmann gedachte in warmen Worten des geistlichen Oberhauptes und wahren Führers der österreichischen Judenheit und stellte mit Nachdruck fest, daß gerade der Bund jüdischer Frontsoldaten an dem so jäh Verblichenen einen väterlichen Freund verloren hat Der Bundesführer schloß seinen Nachruf mit dem Versprechen, das Andenken des Verstorbenen stets in Ehren halten zu wollen. Sowohl bei dem Trauergottesdienst im Stadttempel als auch bei der Beerdigungszeremonie am Friedhof war der Bund durch eine Deputation unter Führung des Bundesführerstellvertreters, Dipl.-Kfm. Oblt. d. Reserve Stiaßny vertreten. Am Friedhof gab eine Ehrenkompagnie des Bundes mit Fahne, unter Kommando des Kameraden Lt d. Res. Beron dem Verblichenen das letzte Geleite. Die Bundesführung des Bundes jüdischer Frontsoldaten Oestereichs hat aus Anlaß des Ablebens Sr. Ehrwürden des Oberrabbiners Dr. Feuchtwang eine dreißigiägige Trauer für den Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs angeordnet. „Jawneb" — Schule für Bibel und Talmud, IV. Panigisasse 5. Die Einschreibungen für das Schuljahr 1936—1937 finden jeden Montag zwischen 20—21 Uhr statt. An die Österreichische Judenheit! Zwei Jahre steht in Erez Israel unsere Siedlung „Miscbmar Hascharon". Fern von den Stätten nüchterner Geschäftigkeit, mitten in arabischer Gegend baut dort eine Gruppe religiöser, österreichischer Jugend in heiligem Ernst an eigener Scholle. Die Sehnsucht nach einem Leben werktätiger Arbeit in voller Erfüllung unserer heiligen Gesetze ent fachte das reine Feuer ihrer erfolgreichen Tat, und heute steht Mischmar Hascharon schon am Beginn seiner Blüte. Diese junge österreichische Siedlung ist durch ihre vorgeschobene Lage einer der vordersten Posten de:> Jischuws. JUDEN OESTERREICHS! Diesen Menschen müssen wir in dieseii schicksalsschweren Tagen beistehen! Die Stunde fordert: Statt gefährdeter Zelte und Baracken, feste und gesicherte Bauten! Sicherung der Siedlung und ihren Ausbau zur Aufnahme derjenigen unserer Kinder, die von den gleichen hohen und heiligen Idealen getragen, mit der gleichen ernsten und glühenden Sehnsucht hin streben. Allen Juden Oesterreichs gilt der Ruf! Mischmar Hascharon ist ein Werk, das uns allen teuer ist. Es ist ein religiöses Werk! Es ist ein Palästina-Werk! Es ist ein österreichisches Werk! Jeder fördere es nach seinen Kräften. Aktion'für Mischmar Ilascharon — Oberrabbiner Doktor D. Feuchtwang s. A., Großrabb. I. Friedmann (Husyatin), Oberrabb. Dr. I. Taglicht Rabb. J. Babad (Rosch Betb Din) und alle Rabbiner Oesterreichs. In allen Tempeln und Betbäusern Oesterreichs wird beim Thoraauiruf am Schabbat, den 11. Juli, für Mischmar Hascharon gespendet. Anschrift: Oberrabbiner Feuchtwang-Aktion für Mischmar Hascharon, Wien IL, Schiffamtsgasse 15. (Beerdigungen. 1. Juli 1936: Bernhard Perlmutter, 66 Jahre. 8. Bez. (IV. Tor). — Josefine Rado, 53 Jahre, 2. Be2. (IV. Tor). 2. Juli: Leopold Schindler, 73 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Dr. Karl Grünfeld', 58 Jahre, 5. Bez. (1. Tor). — Rebekka Schärf, 54 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). - Regine Stern, 56 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Sofie Rosenzweig, 74 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Regine Strass, 58 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Abraham Meiseis, 42 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). 3. Juli: Hedwig Fassel, 69 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Jakob Neubauer, l: Bez. (1. Tor). — Marie Kahn, 82 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Abraham Feiler, 54 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Fritz Tandler, 41 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Julie Klinger, 55 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Olga Haller, 58 Jahre. 18. Bez. (IV. Tor). — Bertha Taub, 74 Jahre. 6. Bez. (IV. Tor). — Amalie Kandl, 82 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). 5. Juli: Hans Gertler, 42 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Wolf Neustein. 71 Jahre, 9. Bez. 0. Tor). — Moritz Kalmar, 56 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Josef Schmerz, 62 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Hinde NuBbrecher, 82 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Charlotte Reiner, 76 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Ignatz Heiduschka, 72 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Ernestine Witrofsky, 73 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Joel Ungier, 43 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). 6. Juli: Schale Moses Arzt, 68 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Marie Bullaty, 58 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Robert Fried, 45 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Paula Reiss, 39 Jahre, 9 Bez. Döbl. Friedhof. — Klara v. Boschan, 90 Jahre, 1. Bez. DöbL Friedhof. — Jobanna Grünspan, 79 Jahre. 13. Bez. (I. Tor). 7. Juli: Ob. Rabb. Dr. David Feuchtwang, 71 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). Dr. Jakob Roth. 72 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). - Dr. Sigmund Weber, 47 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). - Johanna Singer, 84 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Karl Bardach, 68 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Edmund Rosenberger. 42 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Marie Kirschner, 72 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor)* EiceBtttaer. Heraweber. Varlexer Bad verantwortttcher SdulttMter: Oato» HlracbfilC Wtea IL. PrateratiaBe 29. — Prack: Igsax Spitz & SShae. Wie» II.. Robertrasse 2.