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Die Wahrheit · 1936-07-03 · Heft 28 (3.7.1936) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 28 (3.7.1936)
Date
1936-07-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 28 — 3. Juli 1936 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel Gebetattffiden Tamns 5696 Juli 1936 frßb abds. 7.00 Tamus 13. 8.C5 f Bolot (4.B.M.) 1 o «n 1 Haftora 1 8.55 ö ou 1 „ 14. Webojo scheeris f l 6. Perek J f ,. 15. bis 1 7.00 "J .,17. Scbiwo osor betatnus f 7.00 » ,. bis 19. > abds. Freitag, 3. Juli 8.0 Sams'.ag. 4. Juli 8 5 1 Sonntag, 5. bis l-nnl Donnerst.. S. Julij 1 genesung senden. Eine Glaubensgemeinschaft, der die Vorsehung solche Männer gegeben hat, braucht auch in Hinkunit nicht zu verzagen, denn die Idee, die sie entzündet haben, bricht sich durch Nebel und Finsternis Bahn, entflammt immer neue Fackeln und dies wird uns die Erneuerung unserer alten Rechte und Freiheiten, die gerechte Anerkennung unserer Arbeit und Begabung bringen — zum Segen des Vaterlandes und unserer Glaubensgemeinschaft. Die Generalversammlung erhob sich zu langanhaltendem Applaus. Der Präsident würdigte die harmonische Kooperation mit der Landeskanzlei, der ungarischen Orthodoxie und dem Pester Heiligen Verein. Zur Lage der ungarländischen isr. Glaubensgemeinschaft übergehend, betonte er, daß die Gemeinde angesichts der traurigen wirtschaftlichen und sozialen Erscheinungen in erster Reihe im Interesse der Jugend alles tun wolle, um das schwierige Problem der Stellenlosigkeit wenigstens teilweise durch praktische Maßnahmen zu lindern und die Jugend vor zersetzenden extremen Gedankenrichtungen zu bewahren. Reichstagsabgeordneter Dr. Bela Fabian betonte, daß sich die Glaubensgemeinscaft gegenüber den traurigen Erscheinungen des Antisemitismus in kraftvoller Weise zur Wehr setzen müsse. Die Generalvesammlung nahm dann auf Grund der Unterbreitungen des Generalsekretärs Alexander Eppler und des Oberfiskals Dr. Ernst Munkaczi die Schlußechnung sowie die übrigen Punkte der Tagesordnung einstimmig an. ► ■ •' London. Anläßlich des Geburtstages König Eduard YlII. ist der Bürgermeister von Tel Aviv, Meir Dizengoff, in Anerkennung seiner öffentlichen Verdienste in Palästina zum Ehrenkommandeur des Ordens des British Empire ernannt worden. Unter den übrigen englischen und palästinensischen Juden, die anläßlich des Geburtstages des Königs ausgezeichnet worden sind, befindet sich der Chefinspektor beim palästinensischen Erziehunsdepartment Avinoam Y e 11 i n, der zum Ehrenmitglied des Ordens des Britischen Empires ernannt wurde, der erste Sekretär beim Oberkommissariat in Basutoland, Ezechiel Cohen, der den Imperial Service Orden erhielt, und Rabbi David Isaac F r e e d m an, dem in Anerkennung seiner Verdienste um das öffentliche soziale Wohlfahrtswesen in Australien der Orden des Britischen Empire verliehen wurde. Generalversammlung der Pester Isr. Kultusgemeinde. Trauung. Sonntag, den 28. Juni, fand im festlich beleuchteten und dekorierten Tempel Leopoldsgasse die Trauung des Frl. Alice Fränkl. Tochter des Herrn Oberkantor Emanuel Fränkl und und seiner Gattin, mit Herrn Max Perl, unter großer Beteiligung statt Das Brautpaar wurde beim Einzug mit einem feierlichen Hallelujah durch den Chor empfangen, worauf Kantor Feuer mit Chorbegleitung Matauwuh von Sulzer in künstlerischer Weise vortrug. Den Trauungsakt vollzog Herr Rabbiner Mayersohn und die Segenssprüche trug der Brautvater. Oberkantor Fränkl. vor. Unter den Anwesenden bemerkte man den vollzähligen Tem- •pelvorstand mit dem Präsidenten Dr. Leo Landau an der Spitze, den Oesterr. Kantorenverband unter Führung des Präsidenten Oberkantor Löwit, wie auch Vertretungen der verschiedenen humanitären Vereine, Tempel und Talmud-Thora-Schulen. Die große Anzahl von Gästen war der Beweis daiür. daß sich Herr Oberkantor Fränkl und seine Familie im Kreise der Wiener Judenheit sehr großer Wertschätzung erfreut. — Das Diner fand im Festsaale des Bayrischen Hofes Statt und hielten liebevolle Ansprachen an das Brautpaar und an die Brauteltern die Herren Oberkantor Low it. Bibüotheksdirektor Rath und Herr Rabbiner Mayersohn. Schöner Stutzflügel Zeitungen vom Verleger veraendet. Journal axpedle par l'edttear. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden: mit neuer Adresse zurück an Veräas „Die Wahrheit", Wien II., Heinestraße 13/13 leopoiastädier Tcmpeiterein Aeschel Awrohom H., Pazmanlleiigagse 6, Tel. R 47-6-63 Anmeidiingen v. Abtfgeboten, Trauungen (so di unt. freiem mmmel) u. sarmlzwaus Parteienverkehr juj Werktagen von 2 bis >M Uhi n»ebmiiugs. an Sonntages VC« 10 bts 12 Ub< vormittags früh 6.30 6.30 n. 9.00 Oabetetundea Tatnus S698 Tamns 13. f Bolot (4. E. M.) I „ 14. Haftpra I Wehjoio scheeris { 6. Perek „ 15. bis „ 17. Sctiwq osor betamus „ bis 19. abds. 7.30 preiswert.zu verkaufen. Auskunft EeiäUiekeUshalber im Sekretariat der Union. L. Schottenring 25. Tel A 19-2-77. EiecntSmer. Herinsteker. Verlerer «od verantworttleher Schriftleiter: Oskar Hlrichield. Wie» n.. Praterstraße 29. — Silberne Hochzeit. Am 18. v. M. begingen der Salzburger Kantor Hermann K o h n und dessen Gattin Berta, geb. Schwarz, das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlaß fanden sich im Haus des Jubilars ein: der Präsident der Kuitusgemeinde Herr Otto L ö w y und der Tempelvorsteher Herr Daniel B o n yh a d i. um dem Jubilar das Geschenk der Gemeinde zu überreichen. Nachher beglückwünschte Rabbiner Dr. D. S. Marguies das Jubelpaar, auf welche herzliche Ansprache der Jubilar tiefgerührt erwiderte. Aus nah und fern trafen zahlreiche Gratulationen sowie viele Geschenke ein. Goldene Hochzeitsfeier im Isr. Altersheim. Am Samstag, den 27. Juni, fand im Betsaale des israelitischen Altersheimes die Feier der goldenen Hochzeit der Pileglinge dieser Anstalt Jonas und Lotti Schwarz statt.-Nach den kantoralen Funktionen, die Oberkantor Postolow in feierlicher Weise vortrug, hielt Herr Rabbiner Dr. Schwär? an das Jubelpaar eine Ansprache, welche sowohl " von dem Hochzeitspaar als auch von den den Betsaal bis auf das letzte Plätzchen füllenden Festgästen mit Rührung aufgenommen wurde. Hierauf gratulierte in Vertretung des Bürgermeisters der Rat der Stadt Wien Herr Dr. Jakob Ehrlich und übrreichte dem Ehepaar ein Diplom und das Ehrengeschenk der Stadt Wien. Namens des Kultusvorstandes beglückwünschte der Obmann des israelitischen Altersheimes Herr Dr. I. H. Körner das Jubelpaar und übergab ihm eine Ehrengabe der Kultusgemeinde. Nach dem feierlichen Gottesdienst nahm das goldene Hochzeitspaar in einem festlich geschmückten Wohnzimmer die Gratulationen der Angehörigen und Freunde entgegen und dankte tief gerührt. Ein solennes Festessen beschloß die schöne Feier. Todesfälle. Am 24. Juni verschied nach schwerem Leiden Frl. Jula Löwit, die Leiterin der Isr. Kinderbewahranstalt, und wurde Sonntag, den 28. Juni auf dem Zentralfriedhofe zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d gedachte in eindrucksvoller Rede der Verdienste, welche sich die so früh Verstorbene auf dem Gebiete der Kindererziehung, sowie der allgemeinen Wohltätigkeit erworben hatte. Herr Oberkantor M a r g u 1 i e s versah innig die kantoralen Funktionen. Zahlreiche Mitglieder des Vorstandes und der Angestelltenschaft der Isr. Kinderbewahranstalt, sowie eine große Anzahl von Freunden, gaben der Toten das letzte Geleite. — Am 17. Juni starb Herr Sigmund Teichtner im 82. Lebensjahre. Der Verstorbene war Seniorchet der angesehenen früheren Firma Brüder Teichtner und erfreute sich in kaufmännischen Kreisen hohen Ansehens und dauernder Beliebtheit, die sich auch in den überaus zahlreichen Beiieidskundgebungen, die der trauernden Familie zugekommen sind, dokumentierte. Diesem edlen, rechtschaffenen und stets korrekten Menschen, der auch ein guter Jude war, ist ein ehrendes Andenken seiner vielen Freunde sicher. Döblinger Bibelschule. Mittwoch, den 24. Juni, fand die Schlußprüfung der Döblinger Bibelschule im Beisein der Herren Rabbiner Prof. Dr. Frankfurter, Obmann Bela Fränkl, 1. Tempelvorsteher Moritz Qji 1, Chewra Kadischa-Vorsteher Israel S p i e 1 h o 1 z, Frau Dr. Frankfurter vom Frauenverein und der Eltern der Kinder, statt. Die Kinder lasen aus der Fibel und dem Gebetbuch korrekt, übersetzten fließend verschiedene Gebete und beantworteten die an sie gestellten Fragen auf dem Gebiete der biblischen Geschichte recht brav. Herr Rabbiner Dr. Frankfurter richtete eine kurze Ansprache an die Kleinen, lobte deren Fleiß und Pflichteifer und dankte der Lehrerin Frl. Edith Frankfurter für die liebevolle "Mühe. Der Vorstand übergab den Schülern und Schülerinnen eine kleine Aufmerksamkeit. Aus Anlaß der Schulschlußfeier, welche Freitag, den 3. 4 M. um K9 Uhr vcrm. stattfindet, haben die Zeichen- und Handfertigkeitslehrer der Talmud- Thora Volks- und Hauptschule in den Räumen des Schulhauses, II., MaJzgasse 16, eine Ausstellung von Schülerarbeiten veranstaltet. — Schulfreunde werden zur Besichtigung dieser überaus, interessanten Ausstellung freundlich eingeladen. Die drückende Not veranlaßt den Vorstand der „Einheit". Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeisehallen und Mittelstandsküchen, Wien II., Malzgasse 12, in der Mittelstandsabteilung ein Menu, bestehend aus Suppe, Gemüse, Fleisch und Mehlspeise, um 50 Groschen zu verabreichen. Die Schutzhütte der „Hakoah", welche alpin, am schönsten Platze des Semmerings gelegen, und nur 20 Minuten vom Alpenstrandbad und Hotel Panhans entfernt ist, vermietet 20 Matratzenlager ä S 1.20 per Nacht, 24 Betten ä S 2.— per Nacht, und wäre eventuell die Möglichkeit gegeben, ganze Jugendverbände oder Korporationen unterzubringen. Anmeldungen im S. C. Hakoah, Tel.-Nr. R 25-0-10. Mimst und Xitexatuw. Jüdische Kulturstelle, U Kai 3, R 28-2-36. In der Jüdischen Kunststelle (an die Oesterreichische Kunststelle angeschlossen) erhalten die Mitglieder ermäßigte Karten für sämtliche Theater. Karten zum Morris Schwartz-Gastspiel; für das Theater in der Josefstadt täglich. Leihbibliothek der Jüdischen Volkshochschule, I., Kai 3, R 28-2-36. Neuerscheinungen und Judaica gegen geringe Leihgebühren (auch für Mitglieder der Kulturstelle) in der Bücherei der Jüdischen Volkshochschule entlehnbar. Jüdisches Kulturtheater, I., Kai 3, R 28-2-36. Nur noch wenige Tage: das Erfolgstück „D i e Grenz e", von Cederlund und Dahlberg, deutsch von Albert Ganzert. Regie: Walter Steiner. Beginn: 20 Uhr 45. Rambam (Maimonides) von Schewach K n ö b i I. In dem im Europäischen Verlag Wien-Leipzig, erschienenen Buche sind so viele interessante Einzelheiten über das Leben und den Werdegang dieses großen, hervorragenden Gelehrten, auch solche, die bisher unbekannt waren, besprochen, daß man über das tiefe jüdische Wissen des Autors Schewach Knöbil überrascht ist. Angenehm fällt es auch auf, daß der Verfasser die Persönlichkeit des Rabbenu Mosche so lebenswahr zu charakterisieren versteht, daß man ihn förmlich vor sich sieht. Ebenso macht er uns mit den vielen Neidern und Gegnern bekannt, die Maimonides erstanden und die sogar bei dem damaligen Herrscher durch ihre Verleumdungen seine Verurteilung zum Tode bewirkten, die nur über Fürsprache des arabischen Dichters Abial-Araw aufgehoben wurde. Das Buch ist aus dem Hebräischen ins Deutsche von Helene-Hadassa Weiß stilgerecht und lobenswert übersetzt. Josef Koller. Ad. Erman. Die Religion der Aegypten Berlin 1936. Walter de Gruyter & Co., RM 7.50. Einer der Berufensten, unter den deutschen Gelehrten der erste. hat in dieser zusammenfassenden Darstellung nachetlichen Vorarbeiten auf einem für die Religionsgeschichte höchst wichtigen Gebiet ein Standardwerk geschaffen. So viel auch über die Religion der Aegypter geschrieben worden ist. sc dankbar müssen wir für dieses übersichtlich und allgemein verständlich gehaltene Meisterwerk sein. Wie begreiflch werden beim großem Publikum vor allem allgemein interessierende Kapitel, wie das über die Ethik, über Tutanchamon, bei jüdischen Lesern insbesondere die Stellen über den Tempel in Elephamtine. der jüdischen Einfluß auf die Meigie Anklang finden. Daß die religiöse Reform auf dem Wege zum Henotheismus nicht durchgriff, erklärt Erman zutreffend damit, daß sie dessen entbehrt, was das Volk in der Religion nicht missen möchte: der Mystik. Lehrreich sind, wie alles in diesem Buche, die Ausführungen über Baal. Anat. Astarte und andere fremde Gottheiten in Aegypten. Es darf darauf himgewiiesen werden, daß die Sonnenbarket auch im jüdischen ..Buch des EngeJs Rasiel" sich findet, dr.3 die bekannte Zauberformel: Sator arepo fenet votas wohl aus den Götternamen Seth Horus Thet Serapis zu erklären ist. Das Buch ist ein wertvolles Geschenk für alle. G. Von der nächsten Nummer ab erscheint wieder regelmäßig die Liste der Beerdigungen. Druck: Imai Spitz & Söhne. Wie» II.. Robertrasse 2.

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