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Die Wahrheit · 1936-06-26 · Heft 27 (26.6.1936) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 27 (26.6.1936)
Date
1936-06-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite S Nr. 27 — 26. Juni 1936 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Hafftor ah-Tafel 0*b*ltm»tlgn Tamus 6696 Juni- Juli 1936 im abds. abds. 7.00 Tanns €. 8.CS FrciiaR, 26. Juni 8.05 Sa.T.sia^. 27. Juni 8.55 8.00 Chiikss (4. B.M.) „ 7. Haftora Wejiftacb Hagilodi 5. Perek 8.55 Soumae. 28. bis \-nn uonnersl., 2. Juli J ' 7.00 „ 8. tis 12. 7.00 Zweierlei Hitler-Maß. Im allgemewen hat die deutsche Presse auf Weisung des Propagandaministeriums sich der neuen französischen Regierung gegenüber einer gewissen Zurückhaltung befleißigt, ja die Frankfurter Zeitung veröffentlichte aus der Feder ihres Pariser Korrespondenten Friedrich S i e b u r g (den Hitler bekanntlich schon mehrfach als diplomatischen Hilfsarbeiter verwendet hat) einen wahren Panegyrikus auf den neuen französischen Ministerpräsidenten Leon Blum, worin u. a. auch der folgende Satz zu lesen ist: ,.BJum entstammt einer großbürgerlichen Familie Pariser Kaufleute und gehört der jüdischen Elite dieser Stadt an. Nie hat er versucht, diesen Ursprung zu verschweigen. Im Gegenteil, er ist heute noch stolz auf ihn und sieht in seiner Zugehörigkeit zum Judentum eine Garantie für die Leidensfähigkeit und das Gerechtigkeitsgefühl, das auch seine schärfsten G e gnerihm niemafsabgesprochenhaben." Hingegen kann der ..Stürme r", das antisemitische Hetzblatt des „besten Freundes von Hitler", Julius Streicher, nicht länger an1 sich halten. In der letzten Nummer lesen wir folgende wüste Beschimpfungen der französischen Regierung: „Klarer kann die Verjudung in Frankreich kaum mehr gezeigt werden. Juden und Judengenossen sitzen auf den Ministersesseln. Juden betätigen sich als Verbindungsmänner und als Vertrauensleute. Und Juden bestimmen die Politik als Finanzdiktatoren. Und damit ist das Bild fertig': Juden regieren in Frankreich. Juden regieren im ehemaligen Rußland. Diese Juden haben einander die Hände zum Bündnis gereicht Zum Bündnis gegen das antisemitische Deutschland. Die nichtjüdischen Völker aber, das französische und das russische Volk sind dazu ausersehen, einmal gegen Deutschland marschieren zu müssen. Sie dürfen ihr Blut verspritzen zur Ehre und zur Allmacht •efajeir verbrecherischen Judenclique." Jiunst und Xitewatm. Vor fünfzig Jahren wurde in Wien zum ersten Mal jiddisches Theater, gespielt. Es war primitivstes Ghertotheater, das da geboten wurde. Der Weg bis zum heutigen jiddischen Theater ist ein schwieriger gewesen. Ein Künstler, der zur Aufentwicklung dieses Kunstzweiges ganz wesentlich beigetragen hat, ist Morris S c h w a r t z, der Begründer des großen jüdischen Kunsttheaters in New York. Das Wiener kunstverständige jüdische Publikum hat mit besonderer Freude die Nachricht aufgenommen, daß gerade im Jubiläumsjahre des Wiener jiddischen Theaters dieser hervorragende Schauspieler, der vor acht Jahren hier im Carltheater mit sensationellem Erfolge gastierte, wieder mit seiner erstklassigen Truppe zu bewundem sein wird. Heute abends beginnt im Bürgertheater das nur für kurze Zeit berechnete diesmalige Gastspiel, u. zw. mit der intaressanten Aufführung des Dramas „Josche Kai b", der Dramatisierung eines berühmten Romans von J. J. Singer. Wir sind überzeugt, dieses Gastspiel, dem überall mit großer Erwartung entgegengesehen wird, wird die bisherigen großen Erfolge des gottbegnadeten Künstlers und seines Ensembles bestätigen, es wird da wahre Kunst geboten werden. Zeitungen vom Ysrlegor ▼•»•mdet. Journal «zpedle par l'eittnir. Falls Adressat yerzogen. nicht nachsenden: mit neuer Adresse zurück an Verlag »Die Wahrheit". Wien II., HelnestraBe 13/12 leopoldsfädfer Tempftverein Aes&el Awf Ohorn U., Pazmamtengasse 6, Tel. R 47-8-63 Anmeldungen ». Aufgeboten, Trauungen (ondi am. freiem nimmeOu. Barmtzwflns Partelenvarkakr u WcikUEen von 2 bli <M Uhr nachmittags, an Soantageo von 10 bis 12 Ubi vormittags Gobatatunden frfib Tain us 6696 6.30 Tasras 6. Chnkas (4. B. M.) „ 7. Haftora Wajifracb Hagilodi 5. Perek ., - 8. bis 12. abds. 7.30 Juliusz Wolfsohn, der berühmte Komponist und Pianist, spielte am 22. d. M. im Warschauer Radio. Das Konzert wurde über alle polnischen Sender übertragen. Konzert Joseph Schmidt. Nach einer längeren ■ Pause trat Joseph Schmidt am 8. d. M. wieder vor das Wiener Publikum. Trotz sengender Hitze blieb ihm das Publikum treu. Der große Musikvereinssaal war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt Wie immer brillierte Schmidt vor allem in der hohen Lage. Noch höher als die Säule des Thermometers stieg sein B, sein C. In der tiefen Lage wirkte eine iließende Koloratur neu und überraschend. Seine tiefe Musikalität überbrückt mühelos die Jeichte Umflorung in der Mittellage. Schmidt sang italienische Lieder sowie Arien von Gluck, Meyerbeer, Korngold und Puccini. Stürmischer Applaus begleitete die einzelnen Gesänge. Mozarts „Halleluja" sowie Korngolds Arie aus „Die tote Stadt" mußten wiederholt werden. Schließlich erzwang noch das Publikum eine Reihe von Zugaben und quittierte dieselben mit reichem Beifall. Zart und mit voller Hingabe wurde Schmidt von Prof. Erich Meiler begleitet. — Nach der Pause präsentierte sich eine junge Pianistin, Klara J o 11 e s, mit einigen Musikstücken, welche gefühlvoll zu Gehör gebracht wurden. Das Konzert wurde von der Konzerdirektion Dr. Artur Hohenberg veranstaltet. — n. Leihbibliothek der Jüdischen Volkshochschule, f, Kai 3, R 28-2-36. Die Mitglieder der Volkshochschule und der Kulturstelle können in der neuen Leihbibliothek der Jüdischen Volkshochschule moderne Belletristik, wissenschaftliche Bücher, Judaica und alle wichtigen Neuerscheinungen gegen geringe Leihgebühren entlehnen. Jüdisches Kulturtheater, L, Kai 3, R 28-2-36. Das erfolgreiche Rassenstück „Die Grenze", von Cederlund und Dahlberg, deutsch von Albert Ganzert, wird nur noch wenige Tage gespielt. Rezitationsabend Ina Mare. Im Rahmen der Festveranstaltungen anläßlich des Weltkongresses der Jüdischen Frontsoldaten rezitiert Ina Mare Dienstag, 30. Juni, IS Uhr 45, im Jüdischen Kulturtheater aus Franz Werfeis Bibelspiel „Der Weg der Verheißun g". Die einleitenden und verbindenden Worte spricht Dr. Ernst Kestler. Oesterreichisches Sport-Jahrbuch 1936. Das soeben vom Leiter des Pressedienstes der Oesterr. Sport- und Turnfront Othmar Hassenberger herausgegebene amtliche Jahrbuch der Oesterr. Sportu n d T u r n i r o n t ist ein mit äußerster Sorgfalt redigiertes Sammelwerk, das sowohl dem Inhalt,, als auch seiner Ausstattung nach, wohl einzigartig dasteht und ■illcji Ansprüchen gerecht wird. Das neue Sportjahrbuch ist im Gegensatz zu den in letzter Zeit auf den Markt gebrachten, oft lückenhaften Sportbüchern kein trockener Almanach, sondern ein sachlicher, sportwissenschaftlicher amtlicher Wegweiser, welcher reich illustriert, auch .über die Sportwelt hinaus interessiert und unentbehrlich ist. Das Werk ist durch die Oesterr. Sport- und Turnfront, Wien IV., Prinz Eugenstraße 12, oder bei.H. Kapri, VII., Burggasse 6, zu beziehen. S. Semeinde&ronifo. Der frühere italienische Verkehrsminister Ugo Ancona gestorben. Im Alter von 63 Jahren ist in Rom der jüdische Senator Ugo Ancona, der während des. Krieges italienischer Verkehrsminister war, gestorben. Er entstammte einer angesehenen alten jüdischen Familie aus Ferrara und hat sich um den1 italienischen Staat bedeutende Verdienste erworben. Als Delegierter der italienischen Regierung nahm er an zahlreichen internationalen Konferenzen teil. Professor Ventoura, Oberrabbiner der Türkei. Der in Paris lebende Professor Ventuora ist zum Oberabbiner der Türkei als Nachfolger des verstorbenen Großrabbiners Chaim Badjerano ernannt worden. Prof. Ventoura ist türkischer Staatsangehöriger. Rabbinerwahl in St. Pölten. Professor Doktor Manfred Papo, jüdischer Volksbildungsreferent- Stellvertreter, wurde, nach erfolgter behördlichei Genehmigung vom 8. Juni, zum Rabbiner der Kultusgemeinde von St. Pölten bestellt. Bad Gastein. Dr. Ferdinand Röder hat seine ärztliche Tätigkeit in Bad Gastein (Kurhaus Behrens) wieder aufgenommen. Die österreichisch-religiöse Siedlung Mischmarfiascharon in Palästina. Am 15. d. M. fand im Hotel Metropole eine vom Herrn Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang einberufene-Konferenz statt. Unter Vorsitz der Herren Oberrabbiner Dr. D. F e u c h t w a n g. Oberrabbiner Dr.I.TaglichtundRoschBeth Din Rabbiner J. B a b a d waren die Rabbiner, die Vorsteher der Tempel- und Bethausvereine, sowie Persönlichkeiten des öffentlichen jüdischen Lebens zusammengetreten. Gegenstand der Konferenz war die einzige österreichische Siedlung in Palästina, die unter dem Protektorat des Herrn Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang stehende Siedlung Mischmar-Hascharon. Nach einem einleitenden Referat des Herrn Dr. S. Knopfmacher über die grundlegende Wichtigkeit der auf der Tagesordnung stehenden Fragen und nach einer Schilderung der Entwicklung und der gegenwärtigen Lage dieser mitten in arabischer Gegend liegenden Siedlung durch den derzeit in Wien weilenden Delegierten aus Mischrfiar-Hascharon Josef Hochberger ergriff Herr Oberrabhiner Doktor D. Feuchtwang das Wort. In warmen, tief empfundenen und zu Herzen gehenden Worten forderte er mit Rücksicht auf die Bedeutung dieser einzigartigen Siedlung für die österreichische Judenheit und besonders für unsere jüdisch-religiöse Jugend zur Durchführung einer großen Förderungsaktion auf. Es sprach dann Herr Rosch Beth Din Rabbiner J. B a b a d und unterstrich in einer herzlichen Ansprache die Pflicht aller jüdisch fühlenden Menschen, diesem Werk zu helien. An der eingehenden Debatte beteiligten sich die anwesenden Rabbiner. Vertreter der Kultusgemeinde und anderer Körperschaften. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, I., Kohlmessergasse 4, Tel. U 27-0-65, sucht dringendst Stellen für: A. Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener. Packer, Inkassanten. Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Krankenpflegerinnen, Masseure, Bademeister. Nachhilfelehrer und -Jehrerinnen für Mittelschulfächer, Musiker für Konzert-, Jazz- und Stimmungskapellen; B. Arbeit für gewerbliche Kräfte aller Art — darunter auch Chemiker, Elektrotechniker (Heizungstechniker). Installateure, Bau- und Maschineningenieure, Chauffeure — sowie ungelernte Arbeiter; C. Handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. Im selben Verein sind derzeit offene Stellen für: Weißnäherin für Damenwäsche nach London, Kinderfräulein mit und ohne Sprachkenntnisse für In- und Ausland, Erzieherinnen mit Mittelschulnachhilfe und Fremdsprachen, gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (Werkstätten- und Heimarbeit), Hauspersonal jeder Art. Diverse Auslandsstellen für deutsche Emigranten. Infolge technischer Schwierigkeiten, die durch die Urlaube bedingt sine?, erscheint in dieser und in der nächsten Nummer der „Wahrheit" nicht die Liste der (Beerdigungen. ElsentOmer. Herausgeber. Verlecer und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar H lrccbfeld. Wien n.. PraterstraBe' 29. — Drick: Ixakz Spitt & SShae. Wie« II.. Robertsasse'2.

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