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Die Wahrheit · 1936-01-10 · Heft 2 (10.1.1936) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 2 (10.1.1936)
Date
1936-01-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 2 — 10. Jänner 1936 DIE WAHRHEIT jHcalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel 0«b«t8tanfl«n Tebeth S696 Jänner 1936 trüb abds. 7lS Tebeth 15. 4.20 ( Wajcbi ) [ U. B. M ) 8.36{ Haftorah J5.10 1 „ 16. Wajikrewu 1 1 jeme dowid 1 7. IS Borchi Nafscbi 4.40 abds. Freitag, 10. Jan. 4.20 Samstag, 11. Jän. 5.10 Sonntag, 12. bis 1 . i0 Donnerst. l6.Jän. f *' u „Ferienheim" (Präsidentin Sofie Grünfeld) selbst zubereitet, den Kakao stellten die Besitzer des Kaffeehauses, Geschw. Goldtnann, bei. Die Freude der Kinder war den edlen Spendern eine schöne Belohnung für ihr gutes jüdisches Herz. — Für die Besucher der Ausspeisung des Witwen-, Waisen-Hilfs- und Ausspeisevereines für den 9. Bezirk fand am 24. v. M., abends, in den Räumen der Ausspeisung, IX., Seegasse (Restaurant Weissmann), eine würdige Chanukafeier statt. Herr Oberkantor Postolow, begleitet von seinem ausgezeichneten Knabenchor, entzündete die Lichter. Der Präsident des Vereines, Herr Josef Klein, hielt an die Befürsorgten eine herzliche Ansprache, in der er sie der dauernden Unterstützung des Vereines versicherte und er sie bat, auch in ihren Häusern mitzuhelfen, die Treue zur jüdischen Glaubenslehre und zur Tradition zu erhalten. Im Auftrage des Kultusvorstandes waren Herr Kultusvorsteher Dr. Ernst Feldsberg, Herr Amtsleiter Emil Engel und Herr Dr. Blauer erschienen. Herr Dr. Feldsberg dankte dem Vereine für seine aufopfernde Tätigkeit im Namen des Kultusvorstandes. Die Chanukafeier des Favoritner Frauenvereines, die am Montag, den 23. v. M., im Heim der B. I. F. X. stattfand, nahm, wie alljährlich, einen würdigen Verlauf. Nach der religiösen Feier, bei der Oberkantor Weiss, unterstützt von dem neugebildeten Knabenchor, die Lichter anzündete und das „Moaus zur" interpretierte, sprach Rabb. Prof. Dr. Wein er in eindrucksvoller Weise zu den Kindern und begrüßte die Vorsitzende Frau Anna Mandel, die Vertreter der Bezirksvereine, dankte allen Spendern und fand warme Worte für diejenigen, die es seit 11 Jahren möglich machen, etwa 100 Kindern diesen frohen Nachmittag zu bereiten. Herr Adolf Spira begrüßte im Namen des Tempelvereines X, dann trugen Erika Kirschenbaum, Gerda Wei 11 und Berti Fessler sowie eine Gruppe des Jüd. Kindergartens reizende Gedichte vor. JDarin begann die Jause, die wie immer reichhaltig und gut war. Herr Laasen, Zauberkünstler, unterhielt während derselben in besonders netter, angenehmer Weise die Kinder, die beglückt und angeregt erst gegen 7 Uhr mit einem Packerl Bäckerei und Obst beschenkt heimkehrten. Etwa 25 Familien wurden vor und nach dieser Jause mit neuen und ®ut erhaltenen Kleidern, Wäschestücken und Schuhen beschenkt. Die Damen des Vorstandes bemühen sich intensiv um ihre Schützlinge und versuchen, ihre drückende Lage nach jeder Richtung hm zu mildern. (Tfkeatew und Kunst. „Tanzt Jüdalech tanzt". Mußte man bisher bei den Repertoirestücken in den Jüdischen Künstlerspielen die FeststeMung machen, daß alle Novitäten nur dier ganz großen KünstJerschaft einer Sevilla Pastor den Erfolg zu verdanken haben, so wird man bei der im chassidischen Milieu spielenden musikalischen Komödie „Tanzt Jüdalech tanzt" auf das angenehmste überrascht eia Stück mit einer netten, durchführenden Handlung sehen zu können. Aber gerade in dieser Komödie, in der Frau Pastor eine Rolle hat. zeigt sie so richtig, was sie kann, und begeistert immer von neuem nicht nur ihr Publikum, sondern auch dien verwöhnten Theateingast. Sie spielt, tanzt und singt daß es eine Freude ist zuzusehen und zuzuhören. Das ganze Ensemble ist eifrig bemüht, das seinige zum Erfolg beizutragen, und es wird auch unter der bewährten Regie Muniu Pastors insbesondere von den Damen Erna und Rosa 'Siegler und den Herren Pastor, Nachbar. Siegler und Sigall ganz vortrefflich gespielt Ein ganz großer Erfolg! Die Judische Kulturstelle, I., Franz Josefskai Nr. 3 (Tel. R 28-2-36) veranstaltet in ihrem Vortragssaal am Donnerstag, den 16. Jänner einen Ernst-Lissauer-Abend. Die einleitenden BUanzaDscIUflsse und Stenerftehenntiitsse Neoonlfigeii, Deflslonen, Dudinüöi tr&ge sowie Sfcnerertedlgangen leder Art übernimmt WalmslilllKt DIR. GÜSTAU KOLMItl Büro für Buchhaltung, Bilanz and Steuerberatang Wien II.. TaborstraOe f2 Telephon R 45-3-30 Zslt-Bffo» vom T*rle««r J«nra*l «xpaa-i par I'-a_t«uz. Falls Adressat venösen, nicht nachsenden: mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit", Wian Ife, HalneatraBe 1l/t2 Leopoltisffidfer Tanpeivcrefn AesdKi Awrobom n., PaHnaniietmanc 6, Tel. R 41-8-03 AnmeHrungen f. Aufgeboten, Trammgen (oodiiinf. freiem nimineDii. Bannlzwaas PartelanvarkaJir an fVetktagca ron 2 Ms Vr* Übt nsclimltttEs. in Seantaeeo von 10 Mt 12 Ub< vorroltnys GAetatundeD früh Tebeth 5686 abds. 6.45 Tebeth 15. 4.20 Wajcbi (1. B. M.) Haftorah 16. Wajikrewu jeme donid Borchi Nafscbi y Worte spricht Dr. Alfred Werner. Beginn pünktlich 19 Uhr 15. Emst Lissauer, einer der meistgenannten deutschen Dichter jüdischer Herkunft, hat in seinem Dichtungen wiederholt jüdische Gestalten und Probleme behandelt, doch sind leider gerade diese hervorragenden Arbeiten lissauers, die sich direkt an das jüdische Publikum wenden, minder bekannt als seine Dramen und Gedichte aus dem deutschen Geschichtskreis. In der „Kulturstelle" wird der Dichter Szenen aus seinen ergreifenden biblischen Dramen „Der Weg des Ge wal tige n" (Moses) und „Das Weib des Jephta" sowie ah-testamentarische Legendemi, schließlich Zeit gedieh te aus einem demnächst erscheinenden Lyrikbande vortragen.. „Bunter Abend". Öesterreichische Schauspieler, die Deutschland verlassen müßten, veranstalteten am Sonntag, den 5. d. M., im Tfieatersaale des Cafe Edison einen „Bunt-en' Abend",' .der sehr gut besucht war. Joachim Laats, Berti Eisenberg und Rudolf Weiß, bestens bekannt durch ihr meisterhaftes Spiel im „Jüdischen Kulturtheater", unterhielten durch interessante, durchwegs gelungene Rezitationen von Kästner. Morgenstern, Tucholsky und Meyrink. Zwei jüdische Volkslieder, inszeniert von Arthuir Hoff, dargestellt und gesungen von E. Gärtner. Inai Mare und Arthur Hoff zeigten mit besonderer Eindringlichkeit, wie hier mit einfachen Mitteln, doch mit wirklich künstlerischem Können eine besondere Art jüdischer Kunst gepflegt werden kann. Diese beiden Szenen hatten wohl ebenso wie die Chansons von Marcell L u z a 11 o, stark pointiert, ausgezeichnet vorgetragen von Frau Fischer- V e i d t, die auch die Conference einfach und eindrucksvoll zu halten verstand, den meisten Erfolg. Erwähnenswert bleibt noch das von ausgezeichneter Technik zeugende Spiel, Mozart und Rachmaninoff, von Frl. Deutscher. Alles in Allem ein Abend, der ernstes Streben und wirkliches Können zeigte. Jüdische Künstlerspiele, IL, Praterstraße 34. Tausende Menschen waren begeistert, die Gelegenheit hatten. Sevilla Pastor in der musikalischen Komödie „Tanzt Jüdalech tanzt" zu sehen. Das Stück hat einen einzig dastehenden Serienerfolg zu verzeichnen und geht bereits die vierte Woche en suite bei ausverkauften Häusern. Aus diesem Grunde hat sich die Direktion der Jüdischen Künstlerspiete entschlossen, „Tanzt Jüdalech tanzt" auch noch Freitag, den 10., Samstag, den 11. und Sonntag, den 12. Jänner abends auf dem Spielplan zu belassen. Sonntag, den 12. Jänner, nachmittag halb 4 Uhr, geht bei ermäßigten Preisen ...Die Schickerte" mit Sevilla Pastor in Szene. Der weitere Spielplan 'lautet: Montag, den 13. „Getzl Schlimasl". Dienstag, den 14. „Der letzte Tanz", Mittwoch, den 15. „Unser Rebbeniu" und Donnerstag; den 16. „Getzl Schlämasl". Nochmals „Die Schickerte". Auf allgemeines Verlangen wird in den Jüdischen Künstlerspielen Sonntag, den 12. Jänner, nachmittags um halb 4 Uhr, bei ermäßigten Preisen Sevilla Pastor in ihrer Glanzrolle in der Schlagerkomödie „Die Schickerte" auftreten. Es empfiehlt sich. Karten (auch telephonisch, R 45-4-94) zu sichern. „Kluge Frauen" unter dem Protektorate des französischen Gesandten. Die Wiener Uraufführung des mit dem Staatspreis von Frankreich ausgezeichneten Millionenfilms „Die klugen Frauen" findet unter dem Protektorate des Gesandten von Frankreich, Gabriel Puaux, statt, und zwar am 13. Jännner im Buschkino. Die Premiere, die ein festliches Ereignis für das künstlerische und gesellschaftliche Wien zu werden verspricht, wohnen der Schöpfer des Films Jacques F e yder und die Hauptdarstellerin Francoise Rosay persönlich bei. Per Film wurde von Feyder in Paris sowohl mit französischen, als auch deutschen Schauspielern gedreht. Francoise Rpsa.y, die ausgezeichnet deutsch spricht, und Paul Hartmann spielen die Hauptrollen der deutschen Version. Tlmttidje Verfautüarungen der Jsraeßtiscßen Xuftusgemeinöe Wien Predigten in den Gemeinde, und Bezirkssynagogen. Freitag, den 10. Jänner, werden bei den um 4 Uhr 20 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: 1. Bez., S'eater.iitettengasse 4, 1 OberrabbAner Dr. D. ___Feuchtwang.___________ 2. Bez., Pazmanitengasse 6, Rabbiner Dr. Z. Taubes. 3. Bez., Untere Viaduktgasse 13, Rabbiner Dr. K. Kupfer. 5. Bez., Siebenbrunnengasse 1 a. Rabbiner Dr. M. G. Mehrer. 15. Bez., Turnergasse 22, Doz. Dr. H. J. Zimmels. 18. Bez.. Schopenhauerstraße 39. Rabbiner Dr. A. Z. 19. Bez., DoJlinergasse 3, Rabbiner Dr. A. Frankfurter. Schwarz. * Samstag, den II. Jänner, beim VormittagSgottesdienSte dienste Scfarlfterkläruagen: 20. Bez., Kluckygssse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein. 21. Bez., Hclzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (innen). Samstag, den 11. Jänner, um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler- und Schülerinnen für Unterklassen in II., IX. und XX. Bez. Samstag, den 11. Jänner, um yt5 Uhr nachmittags, im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5, und in den Bezirks-Synagogen, IX., Müllnergasse 21, und XX., Kluekygasse 11. Barmizwah-Kurs. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemednde Wien bringt zur Kenntnis, daß die Einschreibungen für den nächsten BarmJzwah-Ku'rs >für Kinder mitteiloser Eltern im Schuljahr 1935/36. Freitag, den 10. und Freitag, den 17. Jänner, jedesmal von 2 bis 3 Uhr nachmittags, im Lehrzimmer der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 4, 4. Stock, stattfinden. Der Unterricht findet jeden Freitag von 2 bis 4 Uhr nachmittags im genannten Schullokale statt. Realgymnasiast Vorzugsschüler der 7. Klasse, unterrichtet in allen Fächern billigst, nimmt auch gerne Hofmeisterstelle an Grüna Wien V., Arbeitergasse 9 Beerdigungen. 1. Jänner 1936. Oskar Grün, 56 Jahre, 9. Bez,. (I. Tor). — Reglne Rnhsam. 13 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Viktor Fahrer, 43 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Jonas Rosenbaum, 77 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Josefine Hahn. 75 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Simon Spitzer, 71 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). 2. Jänner: Elsa Pollak, 54 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Regine Kries, 68 Jahre, 3. Bez. (1. Tor). — Rosa Bratter, 71 Jahre. 3. Bez. (1. Tor). — Bertha Fischer, 56 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Fanny Hanak, 68 Jahre. 20. Bez. (IV. Tor). — Herz Lauterbach, 79 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 3. Jänner: Rosa Karpin, 64 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Wilhelmine Weiss, 80 Jahre. 13. Bez. (I. Tor). — Jakob Kaspar. 79 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). — Chaim Lustig, 49 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Blanka Dohan, 23 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Woltgang, 80 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Isidor Weiss, 69 Jahre, 5. Bez. ('IV. Tor). 5. Jänner: Helene Krausz, 80 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Flora Steiner. 9. Bez. (I. Tor). — Ing. Robert Feilendorf. 70 Jahre. 9. Bez. (I. Tor). — Wilhelm Mondschein. 40 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Amtsrat Israel Kohn. 66 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Karl Chaim Kupfer, 42 Jahre. 9. Bez. ('IV. Tor). — Emil Butschowitz. 43 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor). — Chaim Moses Schein, 54 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Leopold Weiss, 63 Jahre, 17. Bez. (IV. Tor). — Bertha Stier, 74 Jahre, 10. Bez.. (IV. Tor). — Cilli Spektor. 58 Jahre, 2. BeZi. (IV. Tor). — Joachim Spitzer. 44 Jahre, Deutsch-Kreuz (IV. Tor). 6. Jänner; Charlotte Fleischmann. 81 Jahre, 17. Bez. (I. Tor). — Juliane Rothziegel, 76 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Julius Blödy, 67 Jahre, 15. Bez. (IV. Tor). 7. Jänner; Rosa Gutmann, 75 Jahre. 10. Bez. (I. Tor). — Philipp Hammerschlag, 76 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Dr. Nathan Berger, 79 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — RoSa RoSenberg, 82 Jahre. 10. Bez/ (IV. Tor). Franz Schmitz. 63 Jahre. Oed b, Amstetten (IV. Tor). — JoSeHne Jakobi, 82 Jahre. 20. Bez- (IV. Tor). — Regine Frisch. 38 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). EjRDtOmer. Herausgeber. Verlecer nod verantwortlicher Schriftleiter: Oskv H1 r seht ei d.. Wies II.. PraterstraBe 29. — Druck: Irnax Spitz it SBbne. Wien Tl.. Robertrasse 2.

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