Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 49 (6.12.1935)
- Date
- 1935-12-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Nr. 49 — 6. Dezember 1935 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Hafftorah-Tafel Geb*t*ttuMlen Kislsw «696 Dezember 1885 Mb abdi. 7lS Kislew 10. 4.00 \ Wajeze (l. B. H.)\ J „ 11. Haftora, 1 8-38 \ Wajiwrach } 450 I jaakauw 1 { Borctai Nafscbi j 7.15 „ 12. bis 16. 43 ab da. Freitag, 6. Dez. 4.09 Samstag, 7. Dez. 4.60 Sonntag, 8. bis | . „n Donn., 12. Dez. f"4-20 schichte befassen. Obwohl dem Buche gewisse Erzählervorzüge fehlen, die den Leser historischer Bücher rasch gewinnen, ist es doch von unbestechlicher Wahrheit durch die Darstellung der Quellen, die wir in 44 Abbildungen vor uns sehen. Aus mühsamer, kompilatorischer Arbeit, aus 24 Büchern über jüdische Geschichte Oesterreichs geschöpft, ist dieses Werk entstanden, das jeder jüdische Lehrer und Volksbildner mti Freuden begrüßen muß. Ein Lebenslauf jüdischer Geschichte in Oesterreich in pulsartig stoßenden Bildern und kurzen Kapiteln zuckt vorüber. Nur als Bruchstücke, in Trümmern, Grabsteinen, Tempelruinen, neu errichteten Tempeln, werden Dinge, Vorgänge und Personen aufgeworfen. Wohltuend wirkt der Dank an die humanen Kaiser Josef II. und Franz Josef I. Ungekünstelt patriotisch ist der Ausklang im Treubekenntnis zum heutigen Oesterreich mit seinen religiös-sittlichen Grundlagen. Prof. Dr. K. Kupfer, jüd. Volksbildungsreferent Wiens. Inn^brucker Liederabend. Zur Vermittlung jüdischer Kulturwerte auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Literatur, der jüdischen Kunst und Musik, sowie der hebräischen Sprache hat die Innsbrucker Kultusjremeinde eine Kulturkommission bestellt. Am 26. November veranstaltete diese Kommission einen hebräischen und jiddischen Liederabend mit dem Wiener Tenor J. Scgal-Rösenbach. Einleitend ließ der Sänger einen von ihm verfaßten einführenden Vortrag über die Entstehung und Entwicklung des hebräischen und jiddischen Kunst- und Volksliedes bringen, der dem Verständnis dieser für das Publikum fremden Materie sehr dienlich war. Hierauf brachte J. Segal-Rosenbach die schönsten Lieder seines Repertoires, das populäre palästinensische neuhebräische Kunst- und Volkslieder und Horrans umfaßte. Anschließend sang er jiddische Kunst- und Volkslieder. Sein weicher, lyrischer Tenor, ebenso wie das tiefe Empfinden, mit welchem der Künstler die Lieder zum Vortrag brachte, entzückten das zahlreich erschienene Publikum. Das Publikum dankte für den genußreichen Abend durch nicht endenwoüenden Beifall, der den Künstler zu mehrfachen Wiederholungen veranlaßte. Die Begleitung besorgte in dankenswerter Weise Herr Karl Bauer, der mit viel Verständnis seiner schwierigen Aufgabe gerecht wurde. Konzert Ernst Friedländer. Der Cellist Ernst Friedländer gab vorige Woche einen Celloabend. Die Wiener Kritik äußert sich hierüber in Worten höchsten Lobes. Wir zitieren nur die Rezension des „N. W. Journals": Ein Wagnis, das dem künstlerischen Mut des Konzertanten das beste Zeugnis ausstellte, war der Cello-Solosonatenabend, den Ernst Friedländer kürzlich im Musikvereinssaal absolvierte. Er ist ein großer, eigenartig gestaltender Künstler von Format, feinnervig bis in die Fingerspitzen, ein souveräner Beherrscher seines Instrumentes. Einen ganzen Abend nur Cello allein — und dabei immer fesselnd zu spielen, dürften ihm nicht viele nachmachen. Die Erstaufführung von Zoltan Kodalys Solo-Sonate in h-moll vermittelte <iem Zuhörer die Bekanntschaft eines fast exotisch anmutenden Werkes, dessen Inhalt unser Wesen etwas fremdartig berührte. Technisch ungeheuer kompliziert — es wird von dem Solocello Orchesterwirkung verlangt —, glaubte man urhafte, aus dem Chaos sich ringende Musik zu hören. Und doch hatte nie Wiedergabe durch Friedländer eine zwingende, suggestive Wirkung. Btianzabschlflsse und SlcDcrachcnnfnissc Neoanlagen, Revisionen, Bndinadsträge sowie steaereriedlgongen ieder Art übernimmt Bitatwfläilir DIR. GÜSTAU ROLHIIi Büro fCr Buchhaltung, Bilanz und Steuerberatung Wien II.. TfnborstfraOe «2 Telephon R 45-3-30 Z«it«Bg«B von Yerleffer versandet. Joaraal expeeli'-'-per l'eAlteax. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Vertag »Die Wahrheit". Wien IL, HeinestraBe 11/12 Leopoldsldüfer Tempeiwcreln Aeschei Awrobobi II., Paunanitemtasse 6, Tel. R 47-8-63 Anmeldungen ». Aufgeboten, Trauungen (audioni.lreleinntinineDu. Darmlzwaus Partalenverkehr an Werktagen rem 2 bti »/*♦ Übt nachmittag», an Scan tagen von 10 bis 12 Uhi vocmitUgi früh 6.45 6.4S u. 9.00 Gebetetandea Kislew 6696 Kislew Wajeze (1- B. H.) 11. Haitora, Wajiwracb jaakauw Borchi Nafscbi 12. bis 16. abda. 4.00 | 4.5 &i£m „Das Land der Verheißung". In eini«en Wtenei Kinos läuft jetzt in Separatvorstellungen der vor kurzem dem Wiener Publikum in einer Festpremiere des ADpllo-Kinos erstmalig vorgeführte neue PalästinafilnY „Das Land der Verheißung". Dieser Film übertriff seine Vorgänger bei weitem, was keine Kunst ist, denn diese Vorgänger waren herzlich schwach, er bemüht sich, objektiv zu zeigen, was heute in Palästina durch jüdische Arbeit geschaffen wird, und dieses Bemühen ist ihm bis zu einem gewissen Grade gelungen. Der objektive Charakter dieses Films, der das neue dem alten Palästina in schönen Bildern gegenüberstellt, soll dem neutralen Charakter jener Organisation entsprechen, die ihn für ihre Propaganda benützt, des Keren Hajessod. in deren Namen Herr Bernhard Altm a. n ii bei der Premiere eine Ansprache hielt. Voran ging eine Bibd'jrezitation Jakob F e 1 d'h a m m e r s und dan;i rollte der Film ab, der bei aller Aufzeigung des Geleisteten — es wird natürlich nur das Gute präsentiert — die Schwere der Leistung nicht vergessen läßt. Aber die Menschen in diesem Film — und hier wird man etwas iskeptisch — sind immer frohgemut, sie singen und tanzen hei j}sr Arbeit und nach der Arbeit Singen und tanzen ihre Lieder und Hornaus, singen aber auch ein Oratorium von — Mozart in einem herrlichen Chor. Das ist der schöne Ausklang des Films, den seine Schöpfer mit viel merklicher Liebe und recht sreßem Können hergestellt haben. flmtrtdje Verfautöarungen der Jsraeßtisdjen Xiiftusgemeinbe Wen Predigten in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. Freitag, den 6. Dezember, werden bei den um 4 Uhr beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks-Synagcig'en Predigten abgetreten, und zwar: 2. Bez., Tempelgasse 5 (Oberrabbiner Dr. i. Taglicht). 6. Bez., Schmalzhofgasse 3 (Rabb. Dr. J. Drobinsky). 8. Bez., Neudeggergasse 12 (Rabb. Dr. M. Bauer). 9. Bez.. Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz). 10. Bez., Humboldtgasse 27 ('Rabbiner Dr. A. Weiner). 16. Bez., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). 19. Bez.. Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). 20. Bez., Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. Murmeistein). Sanistsg. den 7. Dezember, beim Vormittagsgottesdienst SchriEterkläningen: 20. Bez.. Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. Murniel£tein). 21. Bez., Hclzmeistergasse!2 (Rabb. Dr. M. RoSentnann). israelitische" Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottescieust für Vol!;S-, Haupt- und Mittel- Schüler (-Schülerinnen), Samstag, den 7. Dezember, um 3 Uhr nachmittags, in sillen Gemeinde- und Hezirks-'Synagogen. 2 Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im 2„ 9. und 20. Bezirke. Samstag, den 7. Dezember, um K5 Uhr nuchmittfsais. im Leopoldstädtcr Tempel.!!.. Tempelgasse 5, und in den Bezirks-Synagogeri, IX., Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Aenderung des Statutes für die Versorgungsanstalt. Mit Plenarbeschluß des Kultusvorstandes .vom 14. November 1935 wurde nebst der Abänderung mehrfacher veralterter Bestimmungen des Statutes auch der nicht mehr den Verhältnissen entsprechende Titel dieses Institutes dahin abgeändert, daß die Versorgungsanstalt nunmehr den Titel „Altersheim" und ihre Siechenabteilung den Titel „Krankenabteilung des Altersheimes" führt. Slellenausschreibung. Bei der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien gelangt die Stelle des ersten Sekretärs und Amtsdirektors zur Besetzung. Alistellungserfordernisse sind: a) die österreichische Bundesbürgerschalt, b) ein ehrenhaftes Vorleben, c) die zur Erfüllung der Dienstcsobliegenheiten notwendigen körperlichen und geistigen Fähigkeiten, d) ein Lebensalter von nicht mehr als 40 Jahren. e) die Zurücklegung der rechts- und staatswissenschaitlichen Studien und Staatsprüfungen. 0 der Nachweis der für die Dienststelle erforderlichen besonderen Fähigkeiten und Kenntnisse. Der Kultusvorstand behält sich vor. im Falle besonderer Eignung des Bewerbers die Dispens von dem vorgeschriebenen Alter, so-nie von dem Erfordernis des Hochschulstudiums zu erteilen. Mit der ausgeschriebenen Stelle sind die Bezüge der ersten Stufe der ersten Bezugsklasse, sowie die im Wege der Vereinbarung festzusetzenden Dienstaufwands- und Ueberstundenentlohnungen verbunden. Auf die Vorrückung, die Ruhe- und Versorgungsgenüsse haben die jeweiligen Normativbestimmungen für die Angestelltem der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien Anwendung zu Finden Die ordnungsmäßig und vollständig belegten Bewerbungsgesuchc sind bis längstens 16. Dezember 1935 beim Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien in: geschlossenem, mit der Bezeichnung ..Stellen-Eewerbung" versehenem Briefumschlag einzubringen. Wien, am 29. November 1935. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde, in Wien. (Nachdruck wird nicht honoriert.) 27. November 1935: Eugen Schey, 69 Jahre, 1. Bez. (1. Tor). — Abraham Wolf-Lebensart. 60 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Regine Alter, 81 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Michael Wertheimer, 65 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Emma Wolf, 47 Jahre, 18. Bez. ('IV. Tor). — Berthold Alt, 75 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Ludwig Kohn, 73 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Hermann Fenster, 38 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). 28. November 1935: Julius Bennann, 77 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Juda Jussem, 61 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Anna Wunder. 78 Jahre, 9. Bez. ('IV. Tor). — Eduard Guth, 77 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Eugenie Willmann, 36 Jahre. 4. Bez. (IV. Ter). 29. November 1935: Ruth Marion Beermann, 6 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Ida FiSchl. 77 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Rosa Weiser, 65 Jahre, 9. Bez. ('IV. Tor). — Edith Wolf. 50 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Rosa Weiß, 67 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — CäziÜe Abeles. 71 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Fanny Minna Gärtner. 22 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Hermann Schönberger, 59 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Rosa Horn. 79 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Trebitsch, 72 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Dr. Eduard Schwarzkopf. 67 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Wolf Schönberg. 63 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). 1. Dezember 1935: Johanna Brüll, 84 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). — Alfred Spitz, 48 Jahre, 20. Bez. (i. Tor). — Rosa Thür. 78 Jahre. 9. Bez. (I. Tor). — Julie Mass, 78 Jahre, 21. Bez. (IV. Tor). — Juda Billig, 84 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Majte Gutentag. 87 Jahre. 33. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Müller. 66 Jahre. 7. Bez. (IV. Tor). — Fannv ZeiSel, 78 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Adolf Teichthal, 66 Jahre. 20. Bez. (IV. Tdr). — Clothilde Kohn. 74 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Karl Rotter, 80 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Jakob Low, 67 Jahre. 10. Bez. (IV. Tor). — Johanna Pollak. 73 Jahre. 2. Bez. (IV. Ter). — Jakob Feuer, 64 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Samuel Kohn. 68 Jahre, 10. Bez. ('IV. Tor). — Siegfried Fenner. 28 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). - Marie Bhimenfeki, 30 Jahre, 3. Bez. (IV. Tot). 2. Dezember 1935: Ignaz Frey, 77 Jahre. 2. Bez (I Tor). — Dr. fng. Oskar .Tolles. 69 Jahre, 9. Bez. (IV. Ter). — Karoline Lindner, 68 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Jakob Habern. 79 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 3. Dezember 1935: Hilda Lunzer. 57 Jahre, Badc-ü be! Wien (I. Ter). — Amalie Lowenhek. 63 Jahre. 3. Bez. (I. Tor). — JoSeSine Weif!. 65 Jahre. 9. Bez. (1. Tor). - Hilda Delphin, 28 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Amalia GroP.licbt, 86 Jahre. 3. Bez. (IV. Tor). — Anna Kaldin- Schneidmesse?. 64 Jrhrc, 20. Bez. ClV. Tor). — Anna Kudelka, 73 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). BEAf RIIBA» IFlICBÄEIflSÜAD " 5^a"nS" 7. *ch"S 1 XVIII., MiOaelerstr. 18, nächst Volksoper Ausschneiden! Aufbewahren! Ei-HBBtiflMewBmö»- AnweisurajS auf für die Leser der,, Wahrheit" DcEmpf-, Waniien-V Sdiwimmmrad Htellbücter Kuren gegen Rheuma. Gicht, Ischias, gegen Erkältungen, vorzeitige Alterserscheinungen usw. Eigentümer. Herausgeber. Verleeer nnd verantwortlicher Schriftleiter: Osk»' H I r s c h t e 1 d. Wien II.. PraterstraBe 29. - Drnck: Ignaz Splti & Söhne. Wien II.. Robertrose 2.